Alexander Solschenizyn

Um fünf Uhr morgens schlägt ein Hammer auf ein Stück Eisenbahnschiene, und der Häftling Schuchow, Nummer S-854, beginnt seinen Tag im sibirischen Lager. Solschenizyn kannte diesen Morgen genau. Geboren am 11. Dezember 1918 in Kislowodsk, im Krieg Artillerieoffizier, wurde er 1945 wegen brieflicher Bemerkungen über Stalin verhaftet, verbrachte acht Jahre in Straflagern und danach Jahre der Verbannung in Kasachstan, wo er eine Krebserkrankung überstand. Anschließend arbeitete er als Mathematiklehrer. »Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch« erschien 1962 unter der Protektion Nikita Chruschtschows und war das erste sowjetische Buch über die Lager der Stalinzeit; die deutsche Ausgabe bei Luchterhand übersetzte Christoph Meng. Es folgten »Matrjonas Hof«, »Krebsstation«, »Der erste Kreis der Hölle« und »Der Archipel GULAG«, die in der Sowjetunion nicht mehr gedruckt werden durften. 1970 erhielt er den Nobelpreis für Literatur, reiste aber nicht nach Stockholm, weil er fürchtete, nicht zurückkehren zu dürfen. 1974 wurde er ausgebürgert, lebte in der Schweiz und ab 1976 in den USA, kehrte 1994 nach Russland zurück und starb 2008 in Moskau.

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