Die Macken der Männer, Von Männern lernen heißt, sich täglich wundern
Was Männer niemals hören wollen
Dieses Kapitel ist lang und deshalb in 3 Teile geteilt.
1.
Was Männer niemals hören wollen
Gestern sah ich einen Mann, dessen T-Shirt sich von vorn las: „Du bist schön, schön, schön!“ Und von hinten: „Nu is’ aber auch genug!“ Kinder, Narren und T-Shirts spre-chen bekanntlich die Wahrheit. Einer nagelneuen Mei-nungsumfrage zufolge gibt es wenig, was Männer mehr nervt, als die weibliche Frage „Findest Du mich zu dick?“ 63% aller Männer finden diese stereotype Sorge ätzend – welche Luxusprobleme die Männer haben! Da würden wir gern tauschen.
Wir nämlich würden einem Mann die Füße küssen, der uns täglich, von milden Selbstzweifeln angenagt, ein-schlägige Fragen stellte: „Findest Du mich zu dick?“ „Hat-te ich früher mehr Haare?“ „Glaubst Du manchmal, ich höre Dir nicht richtig zu?“ „Findest Du mich schlampig?“ „Stimmt es, daß ich schnarche?“ „Denkst Du, ich habe zu wenig Zeit für Dich?“ „Meinst Du, andere Männer sind besser im Bett?“ „Sollte ich in Zukunft den Müll ohne Murren rausbringen?“ „Meinst Du, ich sehe zu viel Boxen im Fernsehen?“ „Könntest Du Dir einen romantischeren Partner vorstellen als mich?“ „Riechen meine Turnschuhe schlecht?“ „Bringen andere Männer öfter Blumen mit als ich?“
Wir würden diesem Mann tröstend über den Kopf streicheln und auf alle Fragen mit einem unzögerlichen, aufrichtig gehauchten „Ja“ antworten.
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2.
Wenn Männer beifahren müssen
Moderne Männer haben keine Vorurteile. Schon gar nicht gegen Frauen am Steuer. Sagen sie. Schließlich wollen sie nicht als reaktionäre Spießer beschimpft werden.
Dennoch ist es für viele Männer insgeheim wider-natürlich, auf dem Beifahrersitz Platz zu nehmen, wenn eine Frau am Lenkrad sitzt.
Für dieses ihnen zutiefst unerfreuliche Szenario gibt es freilich immmer mal wieder zwingende Gründe. Sei es, daß sein Auto in der Werkstatt ist. Oder daß er gerade Arm oder Bein in Gips hat. Sei es, daß der beste Autofahrer aller Zeiten die Polizei nicht von seinem souveränen Fahrstil überzeugen konnte und wegen wiederholter Geschwin-digkeitsübertretung mal kurz den Führerschein einbüßte. Unter diesen Umständen bleibt ihm nichts anderes übrig, als die Frau um Chauffeursdienste zu bitten. Er tut es nicht gern. Er fürchtet um Lack und Leben. „Ähem, Du mußt die Kupplung sanfter kommen lassen.“ „Paß auf den Ga-ragenpfosten auf!“ „Trittst Du immer so abrupt auf die Bremse?“ „Hast Du gesehen, daß der Benzintank auf Reserve steht?“ „Ich finde, Du sitzt zu dicht am Steuer.“ „Blinken nicht vergessen!“ „Achtung, da kommt einer!“ „Liebling, es ist rot.“ „Fahr nicht so schnell!“ „Fahr nicht so langsam!“ „Wie schaltest Du denn? Auch ein Getriebe hat eine Seele!“ „Vorsicht, das ist eine Einbahnstraße!“
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Selbst Frauen, die seit Menschengedenken ein eigenes Auto haben und damit unfallfrei fahren, sind von der tief-wurzelnden männlichen Skepsis nicht ausgenommen und müssen sich solche Fahrlehrer-Kommentare anhören.
Richtig arg wird es, wenn die Umstände es erforder-lich machen, daß sie ihn in seinem Auto kutschiert: Sein Mienenspiel verrät, daß er sich fühlt wie der Besitzer eines Rassehengstes, der diesen kurzfristig von einem Pferde-schlachter reiten lassen muß.
3.
Warum können Männer nie zwei Sachen
gleichzeitig machen?
Merkwürdig: Während Männer am Computer das so-genannte Multitasking perfekt beherrschen – nämlich an sieben Sachen gleichzeitig herumfummeln –, haben sie in der realen Welt die allergrößten Schwierigkeiten damit.
„Siehst Du nicht, daß ich mir gerade die Schuhe zu-binde?“, klagt der Mann irritiert, wenn ihn jemand fragt, welcher Tag heute ist.
„Ich kann jetzt nicht, ich schneide meine Fußnägel“ empört sich der Mann, wenn er sagen soll, wo er den Zettel für die Reinigung hingelegt hat. „Er soll später an-
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rufen, ich habe gerade die Kartoffeln aufgesetzt“, wehrt der Mann ab, wenn man ihm den Telefonhörer reichen will, weil sein Bruder am Apparat ist.
Frauen dagegen sind es seit Jahrtausenden gewöhnt, gleichzeitig Gemüse zu putzen, Vokabeln abzuhören, das Telefon abzunehmen, mit der anderen Hand einen Ein-kaufszettel zu schreiben, zwischendurch schnell einen Knopf anzunähen und für den Familienfrieden zu sorgen mit dem legendären Satz: „Seid still Kinder, der Vater schreibt seinen Namen!“
Daß Männer zum Multitasking im Alltag gänzlich un-fähig sind, ist weltweit bekannt. Daß dies auch in höch-sten Kreisen ein Thema ist, wissen wir, seit der ehemalige US-Präsident Lyndon B. Johnson über seinen Konkurren-ten Gerald Ford das vernichtende Urteil sprach: „Er kann nicht gleichzeitig pupsen und Kaugummi kauen.“
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4.
Wie Männer Gefühle ausbremsen
Früher mal dachte ich, nur meiner wäre so. Im Lauf der Zeit merkte ich dann, daß sie eigentlich alle so sind.
Schon mal mit einem Mann einen Liebesfilm geguckt? Im herzzerreißendsten Moment, wir fingern nach dem Ta-schentuch und seiner Hand, werden wir auf den nüchter-nen Boden der Tatsachen zurückgeholt: Beruhigend er-widert er unseren Händedruck und kommentiert das Me-lodram nicht etwa mit dem Satz „Ich liebe Dich auch!“, sondern mit der Bemerkung „Ich wette, das ist an der Isar gedreht und nicht in Venedig.“ Oder: „Der Hund ist garantiert ausgestopft!“
Ergriffen lauscht die Frau dem Virtuosen, schluchzt beinahe mit der Geige um die Wette bei Max Bruchs Vio-linkonzert in b-Moll, bis das Wispern des Mannes – „Guck mal, seine Socken sind zu kurz!“ – sie schlagartig aus ihren Träumereien reißt.
Die beste Freundin haucht zum dritten Mal „Ja, ich will“ auf dem Standesamt und wir wissen: Diesmal ist es aber wirklich der Richtige, und kriegen feuchte Augen. Auch der Mann an unserer Seite schnieft ein bißchen – aber bloß, um leise kundzutun: „Hier stinkt’s nach Desin-fektionsmittel.“ Haben Männer keine Gefühle oder äußern sie die in einer Art Fremdsprache?
Dann müßten sie dringend einen Deutschkurs für Ausländer im Bereich der weiblichen Bedürfnisse machen.
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5.
Wenn Männer Elternbesuch bekommen
Auch Männer, die die meiste Zeit des Jahres froh sind, daß zwischen ihrem Elternhaus und ihnen ein paar hundert Kilometer liegen, machen ein, zwei Mal im Jahr eine We-sensveränderung durch: immer dann, wenn ein Wochen-endbesuch ihrer ehemals Erziehungsberechtigten ansteht.
Schon Tage vorher wird der Mann von ungewohnter Betriebsamkeit erfaßt. Er ölt die qietschende Tür der Be-senkammer und repariert den tropfenden Wasserhahn, worum wir ihn wochenlang vergebens gebeten hatten.
Beim Abendessen fragt er aus heiterem Himmel: „Wo ist eigentlich die lila Vase mit dem Fischdekor?“ Es dauert eine Weile, bis bei der Frau der Groschen fällt – zum Glück hat sie das Monstrum, ein Geburtstagsgeschenk der Schwiegermutter, nicht auf dem Sperrmüll entsorgt. Über-haupt stellt der Mann, der in Haushaltsdingen sonst nicht besonders wißbegierig ist, auf einmal eine Menge Fragen: „Haben wir wirklich genügend Kaffee Hag im Haus?“ und „Hast Du auch an Mon Chéri gedacht? Die mag meine Mutter doch so gern.“ Und während er sonst gern und glücklich ißt, was wir auf den Tisch zaubern, beginnt er nun eine Menü-Planungsdebatte, als stehe ein Besuch der Königin von Saba ins Haus. Außerdem schlägt er vor, Operettenkarten zu besorgen. Die Frau traut ihren Ohren nicht – wo er doch sonst nur Jazz hört!
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Je näher der Tag X rückt, desto hektischer benimmt sich der Sohn der Leute, die zu Besuch kommen. Er wie-nert seine Schuhe und räumt die Kinderzimmer auf, was er sonst aus pädagogischen Gründen strikt ablehnt. Die Sprößlinge werden angewiesen, sich fürs Wochenende nichts vorzunehmen – was in den blitzblanken Kinder-zimmern für eine Stinklaune sorgt.
Und schließlich kommt er wie immer abgehetzt und fünf Minuten zu spät zum Bahnhof, weil er noch schnell die Gästehandtücher gegen nagelneue ausgewechselt hat, und muß sich von seinen ungnädig wartenden Eltern an-hören: „Junge – hast wohl vergessen, daß wir kommen?“
6.
Wieso denn jetzt schon wieder?
Massenhaft müßten Maler, Polsterer, Fußbodenleger mor-gen Insolvenz anmelden, wenn es keine Frauen gäbe. Denn falls unser Mann nicht zufällig Baulöwe oder An-streicher von Beruf ist, hat er mit Renovierungsarbeiten nichts im Sinn.Wieso muß die Küche gestrichen werden – wegen der paar Fettspritzer? Und die Rauhfasertapete im Schlafzimmer – abgewetzt? Ist ihm noch nie aufgefallen. Terracottafliesen fürs Bad? Also, er fand das graugrüne Linoleum immer ganz nett.
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Denn er weiß genau, was auf ihn zukommt; eine massive Störung seiner Feierabende und Sonntagsruhe: Bücherregale ausräumen! Gardinen abnehmen! Schränke rücken! Tagelang über Farbkarten den Unterschied zwi-schen Ecru und Eierschale und Offwhite diskutieren – was für ihn eh alles gleich aussieht. Schon der Gedanke, daß ihm sein gemütlicher, speckig-brauner Cordsessel vorm Fernseher entrissen werden soll, damit er beim Polsterer ein neues, pastellfarbenes Gewand bekommt, stimmt ihn knurrig. Ebenso unfroh reagiert er auf den Vorschlag, den Motten-Perser seiner Großtante im Flur endlich durch einen hellen Sisalteppich zu ersetzen. Wird man künftig seine Schuhe nicht nur abtreten, sondern gar ausziehen müssen?
Renovieren kostet Geld. Legen Sie noch ein paar Scheine drauf und schicken Sie ihn derweil in Urlaub. Es lohnt sich.
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7.
Wenn Männer einen Christbaum kaufen
Merkwürdigerweise gehört die Anschaffung des Christ-baums in den meisten Familien ins Männer-Ressort. Merkwürdig, weil doch das Schmücken des Heimes an den übrigen 364 Tagen des Jahres eher der Frau überlassen bleibt. Ein Relikt aus der Zeit, da Vater noch mit der Axt loszog, um im Walde eigenhändig eine taufrische Tanne zu fällen?
Mein Mann zieht an Heiligabend nicht mit Beil und Säge los, sondern mit Rabatt-Gedanken: Kurz vor Tores-schluß, so hat er sich’s ausgemalt, kriegt er die edle Nord-manntanne bestimmt zum halben Preis. Denkste!
Mit den windschiefen, schütteren, kümmerlichen Bäu-men, die mein Mann im Lauf der Jahre strahlend mit nach Hause brachte, könnte ich eine Denkschrift zum Baum-sterben illustrieren.
Zugegeben: In unserem Wohnzimmer kommt dem Mann sein nadelndes Schnäppchen meist selber nicht mehr so großartig vor. Zumal er ihm beim Transport im offenen Kofferraum auch noch das Rückgrat gebrochen hat. „Das krieg’ ich mit ein bißchen Isolierband wieder hin“, verspricht er kleinlaut. Und die kahle Stelle links? „Da hängen wir Lametta drüber.“ Und die windschiefe Spitze? „Die schienen wir!“ Gesagt, getan. Und wo er schon mal dabei ist, sägt er auch noch den Ast ab, der be-reits auf den Couchtisch rieselt. Derart intensiv behandelt,
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verliert der Baum sein Gleichgewicht. „Macht nichts“, ver-kündet der Mann, „wir binden ihn am Fensterkreuz fest.“
Es ist auch schon vorgekommen, daß dem Last-Mi-nute-Christbaum nichts fehlte – außer einem Kirchen-gewölbe. Mangels Augenmaß hatte der Mann eine XXL-Fichte herbeigeschafft, die jedes bürgerliche Wohnzim-mermaß sprengte. Der gewaltige Fuß wurde – um in den Ständer zu passen – mit der Axt bearbeitet wie die Zehen der bösen Aschenputtel-Schwestern. Anschließend mußte der Baum halbiert werden.
Die übriggebliebene Hälfte haben wir Opa aufs Grab gestellt.
8.
Wenn Männer den Gürtel enger schnallen
Männer sparen anders als normale Menschen. Sie halten es für ein Zeichen hochgradiger Verschwendungssucht, wenn Frauen, die drei Dutzend Paar Schuhe besitzen, dringend ein Paar neue benötigen. Verstehen aber die Frage nicht, wieso sie einen teuren Geländewagen fahren, obwohl sie Berge nur von Ansichtskarten kennen. Männer sparen gern im Kleinen.
Nicht von hartgesottenen Geizknochen und unver-besserlichen Pfennigfuchsern soll hier die Rede sein – wer heiratet schon so was? Nein, ich meine die Männer, die ih-rer Liebsten zum Geburtstag schon mal eine Perlenkette
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spendieren und großzügige Trinkgelder geben, aber in ei-nem Winkel ihres Wesens einen ausgeprägten Dagobert-Duck-Tick haben.
Meine Freundin Annabelle klagt darüber, daß ihr Mann dauernd hinter ihrem fröstelnden Rücken die Heiz-körper niedriger stellt und am Thermostat fürs Badewasser fummelt.
Ich kenne Männer, die den ganzen Tag hinter ihrer Frau herlaufen und nicht benötigte Lichtquellen ausknip-sen. Die Stunden am Computer verbringen, um heraus-zufinden, mit welcher Vorwahlnummer sie 0,2 Cent ein-sparen. Sparkommissare, die sich stets den allerneuesten 3000-Euro-Klapprechner gönnen, aber das Druckerpapier beidseitig beschreiben und ihre Kaffeefiltertüten nach Ge-brauch ausspülen zur nochmaligen Verwendung. Wäh-rend sie ihre Socken zwei Tage hintereinander tragen – unausgespült. Überhaupt: Männer, die sich für gewöhn-lich einen feuchten Kehricht um den Haushalt kümmern, messen gern akribisch die Waschpulver- und Spülmittel-mengen nach, die ihre Frau verwendet.
Männersache ist auch die Jagd nach dem allerbillig-sten Benzin. Dafür fährt mein Schwager meilenweit – ohne je die Rechnung aufzumachen, ob sich das Schnäpp-chen angesichts der verfahrenen Kilometer lohnt.
Geiz ist geil? Diese Irrlehre kann nur ein Mann auf-gestellt haben.Von Frau zu Frau versichere ich Ihnen: Geiz törnt ab.
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9.
Warum Männer nicht schön sein müssen
Eine alte Redensart besagt: Der Sexappeal des Mannes ist sein Erfolg. Nicht sein perfekt gerundeter Po oder Wasch-brettbauch also. So gesehen muß das Gros der deutschen Männer sehr, sehr erfolgreich sein.
Doch selbstverständlich gibt es sie, diese rundum gut gebauten und richtig schönen Männer mit griechischem Profil und üppigem Haar. Meine Freundin Annabelle, die unblondiert und ohne Kontaktlinsen eher in die Schub-lade „Graue Maus“ zu stecken wäre, hat zu ihrer eigenen Verwunderung so einen abgekriegt. Till ist ein Bild von ei-nem Mann, was ihr jeder Ausflug mit ihm in den Super-markt oder die Oper beweist: Frauen zwischen 17 und 70 drehen unweigerlich verstohlen die Köpfe nach ihm. Soll ich sie beneiden, weil der hinreißende Till von der Markt-frau immer noch einen Apfel oder Matjes extra kriegt zum bezahlten Preis? Weil Till mit den herrlich feingliedrigen und doch kraftvollen Händen von der Finanzbeamtin oder Fahrkartenschaffnerin mit Engelsgeduld und einem Lächeln behandelt wird, während unsereins barsch abge-fertigt wird?
Neben mir schnarcht mein Mann. Mit seinem leicht gewölbten Bauch und der krummen Nase erinnert nichts an den tollen Till. Eher schon an den französischen Schau-spieler Gérard Dépardieu. Naja, wenigstens hat er noch nicht das Format des Bullen von Tölz.
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Wie kommt es, so frage ich mich manchmal, daß ich einen Dépardieu oder die Volksausgabe an meiner Seite so einem richtig schönen Mann vorziehe? Obwohl der Bauchige mit der schiefen Nase aus meinem Besitz noch nicht einmal sonderlich erfolgreich ist in seinen Konto-bewegungen und Frauenbekanntschaften?
Von meiner Freundin Annabelle weiß ich: Ein Ado-nis im Bett verursacht manch schlaflose Nacht. Und der Schlafmangel ist nicht immer dem angewandten Sex-appeal zuzuschreiben. Oder zumindest nicht dem zu Hause ausgeübten. Sehr schöne Männer sind wie teure Schmuckstücke: Die Eigentümerschaft bringt Probleme. Ständig fängt man sich neidische Blicke der Art: „Was will die alte Schnepfe mit diesem tollen Typ?“ Immer muß man Angst haben, daß sie geklaut werden. Am besten schaut man sich solche Sachen eben nur aus der Entfernung an.
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10.
Wie das männliche Gedächtnis funktioniert
Natürlich ist es kein böser Wille, wenn der Mann nicht, wie hundertmal versprochen, nach dem Pinkeln die Klo-brille wieder runterklappt oder entgegen zigfachem Ge-löbnis eben doch mit den Gartenschuhen auf den weißen Schlafzimmerteppich latscht. Er hat es nur einfach verges-sen. Denn das männliche Gedächtnis funktioniert anders als beim Rest der Menschheit. Männer erinnern sich an Fakten und Zahlen, nicht aber an die Farbe des Pullovers, den ihre Liebste gestern trug.
Sie wissen, wie hoch der Eiffelturm ist oder das Empire State Building, müssen aber passen, wenn sie nach der Schuhgröße ihrer Kinder gefragt werden. Sie kennen den Kurs der Daimler-Aktie auswendig, obwohl sie gar keine besitzen – sind aber überfordert, wenn sie das Parfum ih-rer Frau benennen sollen. Sie können den Tabellenstand der Bundesliga runterbeten, müssen sich aber verlegen am Kopf kratzen, wenn sie den Namen vom Klassenlehrer ihres Sohnes sagen sollen oder die Öffnungszeiten der Stadtbibliothek. In ihrem Hirn ist eine große Festplatte für die Reifengröße ihres Autos, die PS-Zahl des Rasenmä-hers, die Byte-Zahl ihres Computers und die Weltrekord-zeit im Hundertmeterlauf. Klar, daß bei so viel gespeicher-tem Wissen völlig überflüssiger Sachverhalte wenig Platz bleibt für die Erinnerung, daß für den Premierenabend am Freitag dringend die schwarzen Schuhe vom Schuster
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geholt werden müssen. Männer spucken wie auf Knopf-druck die Entfernungskilometer des Jupitermondes zur Erde aus und können die EU-Beitrittskandidaten von Nord nach Süd herunterrasseln, haben aber regelmäßig Gedächtnislücken, wenn sie sich an den Geburtstag ih-rer Schwiegermutter erinnern sollen. Männer glänzen mit „Wer wird Millionär“-Wissen über die Nebenflüsse des Amazonas, tappen aber oft völlig im Dunkeln, wenn man sie fragt, wo sie eigentlich die letzte Telefonrechnung, den neuen Schal oder ihren Ehering abgelegt haben.
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Was Männer auf dem Kopf tragen
In anderen Ländern tun sich Männer leicht: Der Cowboy geht nicht ohne den nach ihm benannten Hut. Ein Sikh muß sich nicht groß überlegen, welche Kopfbedeckung er tragen soll – der Turban gehört für ihn zum Anzug so wie die Yarmulke für den frommen Juden.
In Deutschland trug der Mann früher den Herrenhut, der artig zum Gruß gelüpft wurde und in geschlossenen Räumen abzunehmen war. Das war den Männern lästig, und so wurde der Herr mit Hut zu einem aussterbenden Wesen. Statt dessen tragen Männer zwischen acht und achtzig heute mit Vorliebe Schirmmützen. Das Millionen-
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heer der Kappenträger besteht aus zwei Kategorien: Zum einen gibt es die Männer mit der Bekenner-Mütze. Sie tra-gen ihre heißgeliebte Auto- oder Zigarettenmarke auf die Stirn geschrieben, ihren Fußballverein oder die politische Partei ihres Vertrauens. Zum andern gibt es die weitaus größere Fraktion der Etikettenschwindler.
Mein Mann besitzt eine Schirmmütze mit dem Auf-druck „Deutsche Bank“, obwohl er Kunde der Sparkasse ist, und eins mit dem Logo „Kieler Woche“ – auch wenn er schon beim Anblick einer Segelyacht seekrank wird. Die eine hat ein Freund bei uns liegen lassen, die andere gab’s mal umsonst in der Fußgängerzone. Auf ähnliche Weise muß das Käppi mit der Aufschrift „Marathon 2004“ auf den Kopf des gehbehinderten Rentners gelangt sein und die Mütze „Universität Lund“ aufs Haupt des Schluck-spechts, der sich auf der Parkbank vor Aldi täglich seinem Sechser-Pack statt irgendwelchen Studien widmet.
Mein Nachbar trägt beim Autowaschen ein Hütchen vom „Bali Hilton“, obwohl er noch nie über Österreich hinausgekommen ist, und sein Sohn läuft Werbung für „Tiger Woods“, wenngleich sein Abschlag nur auf dem Minigolfplatz stattfindet. Wieso hat der Mann mit der Schrottlaube eine Ferrari-Kappe auf und der beleibte Herr mit Glatze eine Kopfbedeckung, die ihn als „California Dreamboy“ beschreibt? Ganz einfach: Wunschdenken!
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Wie Männer von Festen erzählen
Als berufstätige Frau oder Familienmanagerin – wie auf Neudeutsch die Hausfrauen und Mütter heißen – kann man nicht alle reizvollen gesellschaftlichen Veranstaltun-gen zusammen mit seinem Partner wahrnehmen: mal verlangt unser Chef Überstunden, mal hat unsere Jüngste Mumps. Also geht unser Mann allein zu dieser Vernissage, Hochzeit, Mega-Party. Ausgehungert fragen wir am näch-sten Tag nach allem, was uns entgangen ist. Das ist wie Zähneziehen. „Wie war’s?“ – „Ganz nett.“
„Ist Ulla noch mit Robert zusammen?“ „Keine Ah-nung – sie waren jedenfalls beide da, glaub’ ich.“ „Was hatte die Braut an?“ „Was Weißes.“ „Was gab’s zu essen?“ „Na, so ein Buffet halt.“ „Geht es Gernots Mutter besser?“ „Haben wir gar nicht drüber gesprochen. Aber eins muß ich Dir unbedingt erzählen: Der Gernot hat eine neue Triumph mit Rückspritzmotor und sieben Gängen. Aber das ist noch gar nichts: Er sagt, sein Bruder hat das gleiche Modell mit verchromtem Auspuff und digitalem Brems-system, die macht auf der Autobahn glatt 220 statt 210, wie’s im Katalog steht. Und sein Schwager hat eine Har-ley, die ...“ Hier unterbrechen wir leicht genervt mit der Frage: „Und wie hat Waltraud unser Geschenk gefallen?“ „Oje, ich glaub’, das liegt noch bei mir im Kofferraum.“
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Wenn Männer bockig sind
Männer lassen sich nicht gern belehren, das weiß jede gestandene Frau. Sie belehren lieber selber. Das ist der wahre Grund – mal abgesehen von dem bißchen Sex –, warum sich ältere Herren so gern mit ganz jungen Frauen umgeben. Die können sie mit dem reichen Schatz ihrer Lebenserfahrung zutexten, ohne dafür nur ein Gähnen zu ernten oder den Satz „Liebling, das hast Du mir schon hundertmal erzählt.“
Wer bezweifelt, daß Männer lieber selbst den Ton angeben statt zuzuhören, braucht nur mal in eine Volks-hochschule zu gehen: Wer lernt dort Fremdsprachen, läßt sich in allen möglichen Fertigkeiten von der Ayurveda-Massage bis zum Zitherspielen unterrichten? Frauen, so weit das Auge reicht. Männer können entweder schon alles oder könnten es zwar gern, wollen sich aber nicht freiwillig einem Lehrer unterordnen.
Nun läßt es sich bei einem zivilisierten Lebenswandel nicht ganz vermeiden, daß man sich gelegentlich beleh-ren lassen muß. Bisweilen hat man sogar dafür bezahlt. Hochkarätige Kunstsammlungen oder Baudenkmäler, Bib-liotheken oder Naturwunder darf man nur mit Führung besichtigen und auch bei Stadtrundfahrten, Safaris oder Trekkingtouren geht’s nicht ohne. Und wer steht im Dom zu Mailand oder in der Verbotenen Stadt von Peking be-tont gelangweilt abseits und liest im mitgebrachten Füh-
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rer? Wer trottet mit geringschätziger Miene in der letzten Reihe und mosert über den schwer verständlichen Guide? Wer steht in der ersten Reihe und verbessert pausenlos das Deutsch des Vortragenden? Wer kräht ständig „Der Bus kommt!“, obwohl weit und breit keiner zu sehen ist? Wer nervt den Reiseführer mit spitzfindigen Fangfragen oder Beschwerden übers Hotelfrühstück, während dieser gerade eine Heiligenfigur erklären möchte? Wer hält sich nicht ans Fotografierverbot und verläßt das Museum schon nach fünf Minuten, um einen Biergarten zu suchen? Der Störenfried ist fast immer ein Mann, der demonstrieren muß, daß er zum Leithammel geboren ist und sich außer von seinem Chef und seiner Frau von niemandem was sagen läßt.
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Was Männer glücklich macht
Was Frauen glücklich macht, wissen wir: ein Besuch beim Friseur zum Beispiel – falls das Ergebnis fulminant ist. Wenn nicht, kann ein verunglückter Haarschnitt Frauen freilich auch in Identitätskrisen stürzen.
Ein Mann geht meines Wissens niemals seelisch ge-beutelt aus dem Coiffeursalon. Auch eine weiße Orchidee an einem gewöhnlichen Dienstag oder ein Flakon seines Lieblings-Duftwassers rufen bei ihm – anders als bei uns –
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kein freudiges Herzklopfen hervor, sondern stimmen ihn eher mißtrauisch. Welche Attacke haben wir auf ihn vor? Oder hat er etwa den Hochzeitstag vergessen?
Was Männer auf Anhieb in Brillant-Laune versetzt, das sind ganz andere Dinge – wenn Auto-Bild den Toyota, den er sich grad gekauft hat, zum Auto des Jahres kürt; wenn Stiftung Warentest bestätigt, daß er die günstigste Hausratversicherung auf dem deutschen Markt abge-schlossen hat; wenn der Fußballverein, den er zwar nicht körperlich oder finanziell, dafür aber seelisch nach Leibes-kräften unterstützt, den Aufstieg in die Champions League schafft. Wenn er mit einem Trick den bockenden Heim-computer zum Laufen kriegt, an dem sich die Frau verge-bens abgearbeitet hat. Wenn er auf einem Illustriertenfoto entdeckt, daß Gunther Sachs mit derselben Kamera foto-grafiert wie er.
Kurzum: Was Männer glücklich macht, ist recht haben und kriegen.
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Warum lesen Männer auf dem Klo?
Wenn sich Frauen länger kennen, kommt es gelegentlich zu Stoßseufzern der Art: „Macht das Deiner auch immer?“ Gemeint sind urmaskuline Eigenschaften, die aus weib-licher Sicht unerwünscht sind: Sockenverlieren, Töpfe anbrennen lassen, Zappen oder Lichthupen auf der Auto-bahn. Vom Erfahrungsaustausch dieser kleinen Ärgerlich-keiten des Alltags ist es dann nicht mehr weit bis zu einer großen Menschheitsfrage: Warum lesen Männer auf dem Klo?
Statistiken aus aller Herren Länder beweisen, daß Männer eigentlich viel zu wenig lesen. Buchhandlungen leben von Frauen. Romane sind schon gar nicht an den Mann zu bringen. Die sind ihm zu lang. Man kann sie nicht auf dem Klo durchlesen. Was ein behender Leser mit der TAZ oder FAZ immerhin noch schafft. Aber wa-rum gerade dort? Wir kennen gewisse medizinische Rat-schläge für Menschen mit problematischer Verdauung, möchten auf dies intime Thema jedoch nicht eingehen – wer Muße zur Verrichtung von Notwendigkeiten braucht, könnte schließlich auch die Augen schließen und meditie-ren, anstatt die Tageszeitung für die ganze Familie vom Eßtisch aufs Klo zu schleppen. In völliger Verkennung der körperlichen, geistigen und vor allem ästhetischen Bedürf-nisse ihrer Besucher halten manche Männer (und selbst
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Lokale) sogar eine kleine Bibliothek auf dem Gäste-WC bereit – besonders gern ein Sortiment von Comics.
Da es an Wissenschaftsliteratur zum Thema „Lesende Männer hinter geschlossenen Türen“ mangelt, bin ich ge-zwungen, eigene Thesen aufzustellen:
Kommt der Mann aus einer kinderreichen Familie in beengten Wohnverhältnissen und war der Lokus der ein-zige Ort, an dem er ungestört von Erziehungsberechtigten in „Lady Chatterley“ oder „Lolita“ schmökern konnte?
Stammt sein Leseverhalten eventuell aus der schlech-ten Zeit, als feines, weißes, doppellagiges Hakle ein Luxus-artikel war und das Gros der Bevölkerung sich mit Zei-tungspapier begnügen mußte?
Und weil Zeitungsauflagen rückläufig sind: Müssen wir damit rechnen, daß sich der Mann bald einen Inter-net-Anschluß aufs Klo legen läßt?
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Wenn Männer sich mal Mühe geben
Männer, die aufregende Geschenke machen können, sind so rar wie Weihnachtsmänner in der Wüste Gobi. Ich meine Geschenke, die das Herz zum Doppelschlag brin-gen (ein Prada-Täschchen zum Beispiel) oder einem Trä-nen der Rührung in die Augen treiben (etwa Saphir-Ohrringe). Gewöhnlich müssen wir uns – „Liebling, ich kenne doch Deine Größe und Deinen Geschmack gar nicht so genau!“ – mit so pragmatischen Gaben wie ei-nem Kochbuch, einem Last-Minute-Parfümerie-Geschenk oder Schlimmerem begnügen.
Nachdem ich letztes Jahr die Grundsatzerklärung abgegeben hatte, Gegenstände mit Steckern dran nicht mehr als Geschenke zu verbuchen, sondern als Haus-haltssubventionen, blieb ich endlich von Tischstaubsau-gern, Eierkochern, Folienschweißgeräten verschont. Letzte Weihnachten durfte ich mit glänzenden Augen die taillier-te Lederjacke meiner Träume aus dem Geschenkpapier wickeln. Saß wie angegossen.
Beim Neujahrsspaziergang – ich in der todschicken neuen Jacke – grüßt eine unbekannte Frau den Mann an meiner Seite mit verschwörerischem Lächeln. Der Mann wird rot. Ich werde blaß. Er beginnt zu stottern.
Es war nämlich so: Da er meine Konfektionsgröße ver-gessen hatte, lungerte er so lange im Laden herum, bis er eine Frau entdeckte, die in etwa meine Figur hatte. Das sei
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gar nicht so leicht gewesen, schließlich habe er zig Damen beobachten und warten müssen, bis die sich aus ihren dicken Wintermänteln geschält hatten. Sprach die Erwähl-te an und zog ihr die Jacke über. Paßte. Ob die lächeln-de Unbekannte dies für eine neue Masche der Anmache hielt? Ich kann sie nicht fragen, sie ist schon längst um die Ecke.
Sie werden sicher verstehen, daß ich meinen diesjähri-gen Wunsch nach einem spitzenbesetzten La-Perla-BH mit passendem Höschen daraufhin für mich behalten und mir selber gekauft habe.
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Warum müssen Männer zeigen,
daß sie’s überall können?
Schließen Sie kurz die Augen und versuchen Sie, sich zu erinnern: Wann haben Sie zum letzten Mal eine Dame aus der Toilette im Zug oder Kaffeehaus kommen sehen, mit dem Rock auf den Hüften oder der Hose auf Halbmast? Eine Frau, die in aller Seelenruhe ihren Slip justiert, während sie dabei Bekannte grüßt? Es muß sehr lange her sein, dieses Erlebnis, und vermutlich haben Sie es mental verbucht als Begegnung mit einer leicht Gestörten. Und wann haben Sie zum letzten Mal einen Herrn gesehen,
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der einen öffentlichen Waschraum verläßt und sich ge-mütlich, ohne übertriebene Eile, zuknöpft oder zuzippt? Wahrscheinlich gestern.
Als ich klein war, gab es an dunklen Häuserecken bisweilen Anschläge, auf denen zu lesen stand: „Urinieren verboten“. Diese Schilder waren nicht angebracht, weil sich etwa dort reihenweise Frauen in die Hocke begeben hätten. Und daran hat sich nichts geändert. Auf jeder Autobahn-Raststelle sieht man im öffentlichen Grün den Mann mit den gespreizten Beinen, der gegen einen Baum zielt, und eine nervös um sich guckende Frau. Im allge-meinen will er nur die Eintrittsgebühr für das dazu vor-gesehene Etablissement sparen. Oder er behauptet, dort sei es ihm zu unappetitlich.Was ist aber appetitlich an dem ungebeten gelieferten Beweis, daß ein Mann es schnell und überall im Stehen kann?
Moment: Hören wir da was von Prüderie murmeln? Quatsch. Frauen sind heutzutage bis zum Abwinken immunisiert gegen die Mysterien, die sich hinter einem Hosenstall verbergen. Jede Saunagängerin, jede Frau, die einen modernen Fitnessclub mit Schwimmbad besucht, kann, muß oder darf sich täglich eine breitgefächerte Aus-wahl zeigen lassen. In diesen Institutionen ist es nämlich dasselbe: Während Frauen ihr Handtuch erst im letzten Moment vor der dampfenden Dämmerung oder den tem-perierten Fluten fallen lassen, geht der entblößte Mann am liebsten mit dem Handtuch um die Schultern aus der Umkleide hervor.
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Wenn Männer krank sind
Keiner der Männer, mit denen ich je das Vergnügen hatte, hatte einfach mal einen Schnupfen. Es war dann stets eine schlimme Stirnhöhlenentzündung. Ein bißchen Husten? Fehlanzeige. Unter einer Bronchichtis mit drohender Lun-genentzündung tun es Männer nicht. Leichtes Bauchweh heißt bei ihnen Blinddarmreizung, Kopfweh mindestens Migräne.
Der kranke Mann im Haus hat zwei Gesichter. Typ A ist der matte Schmerzensmann, der nur noch mit gebro-chener Stimme spricht und sein Gesicht in verblüffende Kummerfalten legen kann, so daß man am liebsten nach der letzten Ölung rufen möchte. Typ B ist der Kranke, der unablässig auf seine Patientenrechte pocht und ständig frische Säfte, Wadenwickel, Eisbeutel, erbauliche Lektüre und Lieblingsspeisen fordert. Beide Typen sind für eine normale Frau nicht leicht zu ertragen.
Mit Vorliebe schreibt sich der Mann übrigens am Wochenende krank – da braucht er kein Attest für die Firma, um seine Leiden auszuleben und die Frau an seiner Bettseite auf Trab zu halten. Und besonders gern läßt ihn die Gesundheit im Stich an Tagen, wo ein lang verabrede-ter Besuch bei nicht sonderlich geschätzten Verwandten geplant war. Auch Direktübertragungen von Formel-1-Rennen oder Box-Weltmeisterschaften haben eine fatale
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Auswirkung auf den Krankenstand in der männlichen Be-völkerung.
Ja, ich weiß, daß es auch jede Menge weiblicher Hypo-chonder gibt – die Wartezimmer sind voll davon. Aber ge-nau das ist der kleine Unterschied: Die angeblich todkran-ken Männer lassen nämlich keinen Arzt an sich heran. Aus gutem Grund. Der würde ihnen womöglich klar-machen, daß ihr dramatisches Gebrechen nur eine kleine Unpäßlichkeit ist. Und das wollen sie nun wirklich nicht hören. Männer wollen lieber jammern als womöglich eine bittere Arzei verschrieben zu bekommen, die sich vermut-lich nicht mit ihrer Selbstmedikation eines steifen Grogs verträgt. Außerdem ist es schwierig, das häusliche Pflege-personal zu Höchstleistungen anzuspornen, wenn die unentgeltliche Krankenschwester den Verdacht hegt, das lebensbedohliche Leiden hieße vielleicht Wehleidigkeit ...
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Warum wollen Männer so gerne grillen?
„Heute abend grillen wir“, sagt der Mann. Die Frau ist zunächst sehr angetan: Da bleiben die frisch geputzte Küche kalt und sauber und die frischlackierten Fingernä-gel makellos. Denn Grillen ist bekanntlich seit Anbeginn der Menschheit Männersache.
Die ursprüngliche Freude legt sich spätestens, wenn die ersten dicken Qualmwolken vom Balkon oder der Terrasse her in die frühlingsfrische Wohnung schweben. Nicht nur bei uns, sondern offenkundig auch bei der no-torischen Zicke aus dem vierten Stock nebenan, die uns per Telefon eine Standpauke hält über die Bedrohung ihrer asthmatischen Katze und ihrer weißen Gardinen. Die Zicke hat keinen Mann, deswegen weiß sie nicht, daß Frauen vollkommen machtlos danebenstehen, wenn Män-ner und ihre Freunde sich dem Grillgeschäft widmen. Der liebe Gott hat den gemeinen Mann nicht mit der Fähig-keit ausgestattet, irgendwo ein kleines, feines, kontrollier-tes Feuer zu entfachen. Um vier Hamburger zu grillen, verursacht der Mann eine Feuersbrunst wie bei Schiller: Und es wallet und siedet und brodelt und zischt,wie wenn Wasser mit Feuer sich mengt ... Bloß daß bei uns gewöhn-lich kein Wasser im Spiel ist, sondern Bier. Das, so sagt Freund Otmar, gibt nämlich dem Feuer erst den richtigen Drive, sowohl innerlich wie äußerlich angewendet. Benno wiederum schwört auf Grappa zum Entfachen von Glut
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auf dem Grill und im Bauch des Rotisseurs. Uns fragt kei-ner. Wir nämlich würden angesichts der lodernden Flam-men, die jeden Moment auf die Kübelpflanzen überzu-greifen drohen, gern den Vorschlag machen, eine gepflegte Bratwurst und ein paar Hühnerbeine vom Schnellimbiß zu holen. Wir trauen uns aber nicht. Ein paar Mal im Jahr muß auch ein stubenreiner, domestizierter Mann die Ge-legenheit kriegen, seine Urzeit-Instinkte auszuleben. Um des lieben Friedens willen lieber am Grill als am Steuer oder sonstwo in der freien Wildbahn.
Und weil wir keine Zicken sein wollen, essen wir mit tapferer Miene unsere Große Koalitionswurst: außen schwarz und innen rot, mit leichtem Benzingeschmack.
20.
Weshalb man Männern immer einen Zettel
mitgeben muß
In den meisten Partnerschaften sind die lästigen Haus-aufgaben fest verteilt: Sie kümmert sich ums Waschen und Bügeln, er ums Auto und die Steuererklärung. Dank der Emanzipation kennen wir freilich auch Verhältnisse, wo er ein hervorragender Staubsauger und Knopfannäher ist, während sie eine ausgebuffte Behördenbrief-Schreiberin und Verstopfte-Ausgüsse-Beseitigerin ist. Gekocht und
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eingekauft wird bei vielen Paaren heutzutage abwech-selnd. Daß Männer Talent am Herd haben ist bewiesen. Mit dem Einkaufen aber ist es so eine Sache.
Die wenigsten Männer sind geeignet, ohne detaillier-ten Einkaufszettel auf den Weg geschickt zu werden. Man kann einen Mann nicht einfach bitten, ein bißchen Schin-ken zu holen fürs Sonntagsfrühstück. Der Mann bringt entweder 50 Gramm für acht Personen oder ein Kilo für zwei. Es ist sogar riskant, ihn bloß ein Brathähnchen be-sorgen zu lassen – mein Einkäufer kommt regelmäßig mit einem uralten Suppenhuhn zurück, weil ihn das Preis-Gewichts-Verhältnis geblendet hat. So wie Sonderange-bote überhaupt. Man hat schon von Männern gehört, die von Aldi mit einem unglaublich günstigen Rasenmäher nach Hause kamen. Für den Fall, daß man sich einmal einen Garten zulegen würde. Oder mit Strumpfhosen Größe 48 für ihre elfenzarte Frau. Außerdem tätigen Män-ner gern unautorisierte Neigungskäufe. Sie bringen von jedem Gang in den Supermarkt Bananen oder Dübel, Bleistifte, Socken oder Joghurt mit, weil man davon ja nie genug haben kann. Daß es statt dessen daheim an Klo-papier fehlt, merken sie erst beim letzten Blatt.
Als wir neulich bei meiner Schwester die Wohnung renovierten und die Farbe zu Ende ging, wurde mein Schwager losgeschickt, um neue zu kaufen. Er kam wieder mit einem lebenden Karpfen. War ein unwiderstehliches Angebot auf dem Wochenmarkt nebenan gewesen. Statt die Schlafzimmertür zu streichen, mußte die Badewanne gefüllt werden. Die Tür ist bis heute ungestrichen und der Karpfen hatte Würmer.
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21.
Warum Männer nie nach dem Weg
fragen können
Seit einer Stunde kurvt das Paar durch Würzburg und sucht die Karmelitenstraße. Seit einer Dreiviertelstunde drängt die Frau den Mann, einen Passanten zu Rate zu ziehen. Aber nein, hartnäckig besteht der Mann darauf, mit Hilfe seines Uralt-Stadtplans, auf dem noch keinerlei Einbahnstraßen eingezeichnet sind, die Adresse zu finden. Schließlich hat er vor zwanzig Jahren hier mal ein Seme-ster studiert und es wäre doch gelacht, wenn er mit seinem ausgezeichneten Orientierungsinn diese verfluchte Straße nicht fände ...
Seit drei Tagen brütet der Mann über der Gebrauchs-anweisung für die neue Digitalkamera. Die liest sich, wie solche Broschüren oft, als habe ein Legastheniker sie aus dem Sanskrit ins Deutsche übersetzt. Mitleidig sagt die Frau: „Geh doch einfach noch mal in den Laden und laß es Dir erklären. Oder ruf Bruno an, der hat doch das glei-che Modell.“ Und kriegt als Antwort die gereizte Frage, ob sie etwa an seinem technischen Sachverstand zweifle.
Auf dem Flughafen ist Hochbetrieb und ihm fällt siedend heiß ein, daß er vor dem Abflug noch einen wich-tigen Brief aufgeben muß. Wie eine angestoßene Billard-kugel saust er durch Ankunfts- und Abflughalle auf der Suche nach dem Postamt und verpaßt darüber seinen Flieger – statt einfach mal jemanden zu fragen.
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Drei Minuten vor Ladenschluß im Supermarkt: Der Mann soll schnell noch ein Päckchen Hefe für die Frau mitbringen. Er wühlt vergebens in der Tiefkühltruhe, kramt wütend beim Brot – und bräuchte doch nur die nächst-beste Hausfrau zu fragen um zu hören, daß die Hefe bei der Butter steht ...
„Selbst ist der Mann“ heißt die Devise – und das wäre ja auch ganz schön, wenn sich nicht ausgerechnet Män-ner mit einem miserablen Orientierungssinn so gern als Autopilot versuchten, wenn sich nicht vor allem Männer mit Scheuklappen brüsteten – „Ich hab doch schließlich Augen im Kopf“ –, wenn sich nicht Männer mit einer Fünf in Physik lieber einen Stromschlag holten als den versier-ten Nachbarn zu fragen, wie man die Bügeleisenschnur repariert.
22.
Was Männer an den Füßen haben
Weltweit sind Schuhmacher, Schuhputzer und Schuh-fetischisten männlichen Geschlechts. Andererseits spielen schon im Kindergarten nur Mädchen das Spiel „Zeigt her Eure Füßchen, zeigt her Eure Schuh“. Und nur Frauen (vie-le!) haben einen ausgewachsenen Schuhtick wie Imelda Marcos oder Carrie aus „Sex and the City“. Den meisten Männern ist es zeitlebens egal, ob sie schick oder schlun-zig zu Fuß sind.
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Der normale deutsche Mann gibt für Joggingschuhe oder Skistiefel mehr Geld aus als für ein anständiges Paar Mokassins oder Budapester. Leider. In seiner Fußbeklei-dung demonstriert er eine Genügsamkeit, die ihm in vielen anderen Dingen fremd ist. Er schlüpft tagtäglich in einen biederen Schnürschuh oder in einen Verschnitt aus Tennis- und Basketballschuh, obwohl er keine dieser Sportarten betreibt. Oder er läuft das ganze Jahr in Wild-lederstiefeln herum, so als wolle er nicht ins Büro, sondern aufs Matterhorn. Daß Sandalen mit Socken mega-pfui sind, hat sich inzwischen zwar auch bis zum letzten Spießer herumgesprochen. Aber sind bleiche, behaarte Hammerzehen in Birkenstocks so viel schöner? Wir kön-nen noch von Glück reden, daß die Flipflop-Mode barm-herzigerweise vor der Herrenschuh-Abteilung haltgemacht hat.Es genügt, daß Geschwader von Frauen mit den ersten Sonnenstrahlen ihre Stiefel und Pumps ablegen und im quietschenden Watschelgang durch die City latschen.
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23.
Wozu Männer eine Fernbedienung
brauchen
Die Machtfülle der Männer hat im letzten Jahrhundert dramatisch abgenommen. Vorbei die Zeiten, da Männer das verfassungsmäßige Recht hatten, die Konten ihrer Frauen zu kontrollieren, ihnen Berufstätigkeit zu unter-sagen oder sie im Falle eines klitzekleinen Ehebruchs ohne Unterhaltszahlung zu verstoßen; Vater bekam bei Tisch das größte Stück Fleisch und selbstverständlich wurde ihm die Zeitung zuerst vorgelegt. Von all diesen Privilegien ist ihm nichts geblieben – also mußte Ersatz her. Den liefert das Fernsehen.
Zu den meistverbeiteten ehelichen Machtproben ge-hört das Scharmützel um die Fernbedienung des TV-Geräts. Meist gewinnt der Mann diesen je nach Tempe-rament stummen oder lautstarken Zweikampf. Trickreich versteckt die Frau das Ding zwar immer wieder unter Sofakissen und Zeitungen, um endlich mal ungestört den Rosamunde Pilcher-Film gucken zu können, ohne daß der Mann ständig dazwischenfunkt und Schiedsrichter-Skandale oder Boxkämpfe einblendet. Nützt aber nichts – während er ständig vergebens seine verlegte Brille oder Brieftasche sucht, hat er eine geradezu übernatürliche Witterung für das Versteck der Fernbedienung. Denn für die meisten Männer wird Fernsehen erst durch Zappen schön.
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Mit dem kleinen schwarzen Kästchen kann der Mann machen, was ihm sonst verwehrt wird: andere mitten im Satz unterbrechen, sie mundtot machen, sie virtuell zum Mond schießen.
24.
Wieso wollen Männer nur so selten?
Verbal ist die Hilfsbereitschaft der meisten Männer einfach großartig. Gern tönen sie im Verwandten- und Freundes-kreis: „Bei uns zu Hause putze ich die Fenster“ oder „Der Staubsauger bin ich“. So weit, so gut.
Was einem Mann allerdings nicht in den Kopf will, ist der Umstand, daß der Wohnzimmerteppich öfter als zwei-mal im Jahr gesaugt werden muß und eine Mülltüte raus-gebracht werden muß, wenn sie voll ist, und nicht erst, wenn sie platzt.
Im Prinzip akzeptieren nette Männer ja ihre Haus-haltspflichten – bloß drücken sie sich um deren Erfüllung stets mit echtem oder gespieltem Erstaunen: „Ach, ist das Mineralwasser schon wieder alle?“ „Aber ich hab doch erst letzten Dienstag gefegt!“ „Meinst Du wirklich, die Kartoffeln reichen nicht übers Wochenende?“ „Der Hund war doch grad erst draußen!“ „Bei dem Wetter lohnt es sich doch gar nicht, die Fenster zu putzen /den Gehweg zu streuen /das Auto zu waschen.“ „Ich hab gar nicht ge-
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merkt, daß die Spülmaschine gelaufen ist!“ Wer’s glaubt, wird selig. Schließlich mußte er seinen Tee schon aus einem Saftglas trinken, weil alle Tassen in der Maschine sind ...
Die gute Nachricht ist: Moderne Männer helfen im Haushalt mehr als alle Generationen vor ihnen. Die schlechte Nachricht ist: Sie funktionieren nur mit Kick-start.
25.
Warum Männer immer das Auto
packen müssen
Am Wochenende geht es los! Zum Skilaufen in die Berge oder alte Freunde in Berlin besuchen. Wir wollen mit dem Auto fahren und überlegen, was mitzunehmen ist.
Während unser Mann sich gemeinhin überfordert fühlt, wenn er einen Stapel Handtücher ordentlich in den Schrank räumen soll oder auch nur den Kühlschrank-Inhalt übersichtlich gestalten, macht er sich fast immer gebieterisch anheischig, eigenhändig das Auto zu packen. Frauen sehen das mit Grauen: Sie haben sehr ungute Er-fahrungen mit den Verstau-Systemen der Männer. Nach dem Großeinkauf im Supermarkt liegen die Tomaten und Bananen immer ganz unten, hübsch plattgemacht von der
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Kiste Mineralwasser; die Tiefkühlware steckt der Mann ins Handschuhfach, damit er nicht vergißt, sie als erstes rauszunehmen. Was dazu führt, daß man seine Rehleder-Handschuhe wegwerfen kann,weil der penetrante Geruch nach wochenlang vergärten Scampi nie wieder wegzu-kriegen ist.
Beim Autopacken murmeln Männer was von der Trägheit der Masse und physikalischem Verständnis, was außer der Bundeskanzlerin keine Frau so richtig hat. Der Atlas liegt dann immer unter dem schwersten Koffer und dem Reserverad, der Waschbeutel ist nur zugänglich nach komplettem Entladen der Bananenkartons voller Kamin-holz, Computerzubehör und 47 Krimis als Ferienlektüre.
Neben dem „Was-Wie-Wohin“ beim Packen sorgt auch die Frage „Wann?“ für Zündstoff in Zweierbeziehun-gen. Es gibt Männer, die für einen Zwei-Tages-Trip nach Zürich schon eine Woche vorher die fix-und-fertig ge-packte Reisetasche der Frau einfordern; andere bringen ihre Mitreisenden zur Verzweiflung, weil um Mitternacht (im Morgengrauen soll es auf dem Landweg für sechs Wochen nach Griechenland gehen) noch kein Teil im Auto verstaut ist.
Frauen sehen das, wie gesagt, mit stillem Grauen. Halten sich mit ihren Kommentaren jedoch zurück. Denn erstens soll man nie und nirgends das männliche Selbst-bewußtsein zerstören. Und zweitens lieber auch nicht sei-ne Leistungsfähigkeit. Wie er das hinkriegt, neben den Fahrrädern auf dem Dach auch noch das Vertiko und die Duschkabine fürs Ferienhaus zu befestigen – also, das hät-ten wir nicht gekonnt!
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26.
Was Männer partout nicht können
Männer können zwar erstaunliche Dinge vollbringen – zum Beispiel Autoreifen wechseln oder eigenhändig eine Hundehütte zimmern – aber sie versagen kläglich, wenn sie einen simplen Auftrag kriegen wie: „Schau in den Kühlschrank und kauf’, was fehlt!“ Erfahrene Frauen wissen, daß sie dann Rollmops mit Honig frühstücken müssen.
Dramatische Fehlschläge erleben wir auch beim Ver-such, dem Mann für eine Woche unserer Abwesenheit das Blumengießen zu überlassen. Bei unserer Rückkehr sind Bonsai oder Zimmerpalme entweder ersoffen oder ver-trocknet. Denn mit einem Ausdruck „so viel wie nötig“ oder „nach Gefühl“ können Männer rein gar nichts an-fangen – sie sind genetisch so programmiert, daß sie strik-te Maßvorgaben in Gramm und Zentilitern und Euro brau-chen. Und selbst das ist keine Erfolgsgarantie. Er soll die Schreibtischlampe zum Geburtstag seiner Schwägerin ab-holen; wir beschreiben das Teil genau: weißer Schirm, Mes-singfuß, die Verkäuferin mit dem grauen Pferdeschwanz weiß Bescheid. Womit kommt er wieder? Mit einer orange-farbenen Tütenleuchte! Die kostete auch 49,90. Das war das einzige, was er sich gemerkt hatte.
Fazit: Für Alltagsaufgaben sind Männer überqualifi-ziert. Das ist vornehmes Arbeitsamtsdeutsch für: schlicht-weg ungeeignet.
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27.
Wenn Männer abheben
Zu den Standardklagen feinfühliger Frauen gehört die Be-trübnis, daß der Mann ihres Herzens – oder derjenige, der es erst noch werden soll – in den meisten Belangen von Tisch und Bett durchaus passabel ist. Am Telefon jedoch ein kompletter Versager. Eine emotionale Null. „Sag, ver-mißt Du mich?“ Man muß schon Glück haben, wenn er „Hm“ antwortet statt „Wieso?“ oder „Was? Weiß nicht, ich seh’grad UEFA-Cup.“
Und wenn Frauen ausholen zu einer begeisterten Schilderung ihrer neuen Frisur oder einem Treffen mit in-teressanten Leuten, reagieren Männer gern wie die Mah-nung in alten Telefonzellen – „Fasse Dich kurz!“ – und finden, das könnte man doch auch heute abend erzählen. Wem das Herz voll ist, dem geht der Mund über, sagt ein Sprichwort. Wenn das stimmt, haben Männer höchstens halbvolle Herzen – zumindest telefonisch.
Selbst Männer, von denen wir akustische Streichel-einheiten weder erwarten noch begehren, verschrecken uns bei Anruf mit einem gebellten „Ja!!!“ oder einem mar-kigen „Breitfeld hier!“, als hätte man sich auf einen Kaser-nenhof verirrt. Sie melden sich mit einem barschen „Ich höre!“ oder mit einem genervten „Wer stört?“ – was wahr-scheinlich auch noch originell sein soll, um Himmels wil-len. Sogar die Art und Weise, wie ein Anrufbeantworter besprochen wurde, verrät den hormonellen Unterschied:
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„Hinterlassen Sie eine Nachricht!“ befiehlt der Mann. „Leider bin ich im Moment nicht persönlich anwesend, aber sprechen Sie gern aufs Band, was Sie auf dem Herzen haben ...“ säuselt die Frau.
Männer sind langen Telefongesprächen abhold, Frauen aller Altersklassen lieben sie. Es muß genetisch sein: wer Kinder hat,weiß, daß schon die kleinen Mädchen stunden-lang am Hörer hängen (zum Beispiel mit der Freundin, von der sie sich erst vor zehn Minuten auf dem Schulweg getrennt haben), während die Jungs nur kurz und bündig eine Verabredung reinbrummeln.
An dieser Veranlagung ändert sich bis zum Einzug ins Altersheim nichts mehr.
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Wenn Männer ihres Amtes walten
Was gibt’s bei Ihnen zu Weihnachten? Karpfen? Kartoffel-salat mit Würstchen? Gut für Sie. Eine krisenfreie Wahl. Bei uns wird seit Generationen Gans gewünscht. Das ist etwas problematisch. Nicht wegen der paar Kalorien. Son-dern weil der Familienfrieden dabei stets auf Messers Schneide steht. Und das ist ganz wörtlich zu verstehen.
Man kennt das Bild aus unzähligen harmlosen Fami-lienfilmen: Auf dem festlich gedeckten Tisch dampft der knusprige Braten; Vater krempelt die blütenweißen Ärmel
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auf und greift zum Messer ... Leider endet hier alle Ähn-lichkeit zwischen Kino und realem Leben. Denn während der Mann auf der Leinwand mühelos perfekte Scheiben schneidet, als hätte er sein Lebtag lang nichts anderes ge-tan, säbelt der unsere wild drauflos. Der erste Fettspritzer trifft die neue Krawatte. Das Messer knirscht auf dem Knochen. Die Fülle quillt hervor, der Saft tropft auf den Fußboden.
Tranchieren ist eine der letzten Bastionen der Männ-lichkeit. Obwohl Frauen im allgemeinen viel intimere Kenntnisse der Anatomie des Bratens haben – schließlich haben sie ihn stundenlang zubereitet. Aber in den meisten Männern steckt ein kleiner Hobby-Chirurg oder Fernseh-koch, der sich zu Weihnachten ausleben will.
Je nach Selbstbewußtsein des Mannes findet der Tranchier-Vorgang ohne Zuschauer in der Küche oder aber vor Publikum am Tisch statt. In jedem Fall verbietet es die Diplomatie der Frau, angesichts des Gemetzels zu seufzen: „Hör mal, Gänseklein sollte es erst morgen ge-ben.“ Merke: Wenn die Operation Weihnachtsgans nicht wie geplant verläuft, ist grundsätzlich die Köchin schuld oder das zu stumpfe Messer und nicht der blindwütige Metzger. Ebenso verkehrt wäre es, mit Rücksicht auf den Weihnachtsfrieden zu sagen: „Laß mich mal lieber ...“ Besser, Sie verteidigen ihn vor grinsenden Kindern und Gästen mit dem Satz „Herbert tranchiert heute auf chine-sische Art.“
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Warum wollen bloß so wenige Männer
tanzen?
Solche Männer existieren – auch wenn ich selber noch nie einen ergattern konnte. Ich kenne sie leider nur aus Film und Fernsehen. Irgendwo hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen muß es sie geben, diese rare und be-gehrte Sorte Mensch: Männer, die gern tanzen.
Ich meine Männer, die gern und gut tanzen. Nicht die Viva-España-Gröhler, die sich bierselig schwankend und mit Hossa-Gebrüll einer Frau nähern wie ein entlaufener Tanzbär.
Die Männer in meinem Leben und in denen meiner Freundinnen tanzen niemals freiwillig. Es gibt da so Er-innerungen aus grauer Vorzeit, aus der herzklopfenden Zeit des Kennenlernens. Da tanzten sie wie junge Götter. Diese Fähigkeit kommt ihnen abrupt mit der Hochzeit abhanden. Seither meiden sie Veranstaltungen, auf denen zum Tanz gebeten werden könnte, wie der Teufel das Weihwasser.
Was nicht immer möglich ist.Wenn der Erb-und Paten-onkel (ein ehemaliger Turniertänzer!) zur Goldenen Hoch-zeit lädt oder die Tochter Abi-Ball hat, kann sich auch der Mann an meiner Seite nicht hinter Unlustgefühlen und plötzlichen Unpäßlichkeiten verschanzen. Aber routinierte Nichttänzer werden auch mit solchen Herausforderungen fertig. Sie können ihre Frau nicht aufs Parkett führen, denn
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der lange nicht getragene Smoking zwickt im Schritt. Die Schuhe drücken oder sind zu glatt. Das Knie mit der alten Miniskusverletzung tut urplötzlich wieder weh. Männer, die nicht tanzen wollen, meiden ihre Frauen, sobald sie diesen sehnsüchtigen Blick erkennen, in dem geschrieben steht: Hier kommt unser Kennenlernwalzer! Sie verbrin-gen ganze Ballnächte abwechselnd an der Sektbar, auf dem Herrenklo oder in einer Ecke, wo sie in hochkarätige Ge-spräch über Auto-Tuning, die Börse oder die Bundesliga mit ebenso tanzfaulen Männern verwickelt sind. Frauen, die es wagen, diese Kreise zu stören, und mit ein bißchen emotionaler Erpressung ihren Mann zum Tango abholen wollen, kriegen die ultimative Ausrede serviert: „Liebling, mit Dir tät ich’s ja gern ... aber wenn ich mit Dir tanze, dann muß ich auch die dicke Annegret schwenken und die dusselige Kuh von meinem Chef auffordern.“
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Warum lieben Männer Knallfrösche?
Sie sind Single und suchen einen Mann? Da habe ich einen Tipp für Sie. Ich weiß, wo man einmal im Jahr auf gedrängtem Raum die größtmögliche Ansammlung von Männern aller Altersgruppen, Berufssparten, Einkommens-schichten und Augenfarben antrifft. Nämlich überall, wo kurz vor Silvester Knallkörper verkauft werden.
Frauen hingegen sucht man dort vergebens. Viele Silvester-Traditionen sind uns lieb und teuer: Bleigießen und Heringssalat, Feuerzangenbowle und Fondue, sekt-prickelnde Küsse um Mitternacht und marmeladegefüllte Berliner. Doch auf eines könnten die meisten Frauen gut verzichten: auf die hausgemachte Feuerwerkerei. Das ist bei Männern ganz anders. Während Frauen rundum glücklich wären mit ein paar sprühenden Wunderkerzen, muß es für Männer ordentlich krachen. Selbst Familien-väter, die das ganze Jahr über vorbildlich den Müll trennen und nur Pfandflaschen kaufen und überhaupt die Um-weltfahne hochhalten, gebärden sich einmal im Jahr als Ökoferkel ohne Reue.
Sind halbwüchsige Kinder im Haus, so argumentiert der Mann, er schaffe die Knallfrösche und Raketen bloß ihretwegen an. Okay, wir sind bewußte Eltern und natür-lich lassen wir uns nicht davon beeindrucken, was andere Sprößlinge kriegen und dürfen. Aber ganz auf die Silve-sterknallerei zu verzichten, das wäre ja so verknöchert, als
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ob man ihnen Jeans oder Cola vorenthielte! Meint der Mann.
Wo keine Kinder vorhanden, steuert die lärmempfind-liche Frau, die ein versengeltes Cocktailkleid und Brand-löcher im Teppichboden in unguter Erinnerung hat, den Mann zu Silvester zwecks Schadensvermeidung gern auf die Kulturschiene: besorgt Karten für die Oper oder fürs Kabarett. Und hat die Rechnung ohne den Mann ge-macht. Denn was zieht der nach dem Spektakel strahlend aus der Manteltasche? Richtig, einen Pikkolo und eine geballte Ladung Explosives.
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Wenn Männern der Kopf gewaschen wird
Zu den vielen Ungerechtigkeiten des modernen Lebens gehört es, daß Männer beim Friseur meist viel billiger wegkommen als Frauen. Nun gut, der Mann aus der Ge-neration unserer Väter verließ wassergekämmt mit schar-fem Einheits-Seitenscheitel den Laden, schüttelte sich vor der Tür mal kurz wie ein nasser Kater, um die Härchen im Hemdkragen loszuwerden. Während an Frauen stunden-lang mit Lockenwicklern und Trockenhaube herumgeba-stelt wurde. Außerdem war und ist an Männern statistisch gesehen weniger Haar zu bearbeiten: Ab einem gewissen Alter breiten sich Geheimratsecken, Mönchstonsuren,Vier-
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tel-, Halb- und Vollglatzen in der männlichen Bevölkerung aus, als seien es die Folgen der ausgleichenden Gerechtig-keit für die Cellulite-Anfälligkeit der weiblichen. Trotzdem erklärte das die Ungleichberechtigung bei den Coiffeurs-preisen für mich nicht wirklich. Schließlich lassen sich viele Männer von heute ausgiebig gelen, färben, strähnen, fönen oder Rudi-Völler-Dauerwellen verpassen.
Aber gestern ging mir ein Licht auf. Nachdem der Mann, für dessen Aussehen ich mich mitverantwortlich fühle (Frauen sind so!), endlich mal wieder beim Friseur war – und ich ihn anschließend am liebsten nicht in die Wohnung gelassen hätte.
„Wie siehst Duuu denn aus!“ entfuhr es mir. „Ich? Wieso?“ (Er hatte doch abends glatt vergessen, daß er mit-tags beim Friseur war! Kann man sich das von einer Frau vorstellen? Nein!) „Die Schläfen verschnitten, der Nacken viel zu hoch ausrasiert!“ „Echt?“ „Ja, hast Du das nicht gesehen?“ Nö. Er hat gar nicht in den Spiegel geguckt. Sondern die ganze Zeit Auto-Bild gelesen.
Also,ich weiß jetzt,warum Herrenfriseure billiger sind: Die Kundschaft ist duldsam, unkritisch und mit allem zu-frieden – Hauptsache, es geht ratzfatz. Da sind wir ehrlich gesagt ein bißchen anders, oder?
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Warum kochende Männer
kein reiner Genuß sind
Vorbei die Zeiten, da Frauen damit kokettierten, keinen Nagel in die Wand schlagen zu können, und Männer sich brüsteten, noch nicht mal ein Spiegelei braten zu können. Im Zuge der Emanzipation haben wir gelernt, mit der Black & Decker so lässig umzugehen wie mit der Puder-quaste, und die Männer drängen an den häuslichen Herd und zu Hobbykoch-Wettbewerben.
Das wäre alles so wunderbar wie’s schmeckt, wenn Männer so kochten wie Frauen. Tun sie aber nicht.
Ich weiß nicht, wie der Mann in meiner Küche das macht: Wenn er ein (zugegeben exquisites) Gulasch kocht, verbraucht er dazu so viel Geschirr und Gerät, daß die Spülmaschine zweimal laufen muß. Ich will auch gar nicht mehr wissen, wieso er fünf Quadratmeter Arbeitsfläche plus vier Küchenbretter, sieben Messer und drei Hand-tücher benötigt, um zwei Portionen Bratkartoffeln herzu-stellen. Denn Frauen kochender Männer sind gut beraten, sich wie die drei weisen Affen zu benehmen: nichts sehen (Hilfe, er kratzt mit dem Messer in der Teflonpfanne!), nichts hören (Flüche, wie er sie beim Zwiebelschneiden und Fallenlassen der Kristallschüssel ausstößt, hätte man ihm gar nicht zugetraut), nichts sagen (der harmlose Satz „Liebling, das Nudelwasser kocht seit einer halben Stun-de“ wird als Auftakt zum Ehekrieg gewertet).
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Wenn ein Mann ein neues Hobby entdeckt, greift er nach den Sternen. Man kennt das: Kaum hat er knipsen gelernt, sieht er sich schon als Gunter Sachs und braucht eine entsprechende Foto-Ausrüstung. Bei der Kreation einer Linsensuppe sind es die berühmten Sterne-Köche und ihre unterwürfigen Küchenbrigaden, denen er nach-eifert. „Schäl mal eben die Tomaten – aber schnell! Wo zum Teufel ist die Brandsalbe?“ Hinzu kommt, daß viele Männer im Beruf an weibliche Hilfskräfte gewöhnt sind. So wie der Zahnarzt murmelt „Tupfer, Pinzette ...“ oder der Anwalt per Gegensprechanlage die Akte XY anfordert, so barsch prasseln die Befehle zur Herbeischaffung von Knoblauchpresse, Koriander, Cognacflasche nieder auf die Frau des Kochs. Die ist am besten beraten, wenn sie das Schlachtfeld weiträumig meidet und sich erst zum Essen wieder blicken läßt, möglichst eingedeckt mit einem Vorrat faustdicker Komplimente.
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Warum brauchen Männer helles Licht?
Gäste werden erwartet. Die Frau hat liebevoll den Tisch gedeckt, die Farbe der Servietten passt genau zu den lachsfarbenen Rosen in der Vase und zur Vorspeise (Lachs, natürlich). In den polierten Silberleuchtern brennen Ton-in-Ton gewählte Kerzen. Die Frau ist mit dem Gesamtein-druck sehr zufrieden.
Die Gäste kommen, wickeln ihre Blumen aus (leider falsche Farbe) und werden zu Tisch gebeten. Und was tut der Mann? Er knipst das Deckenlicht an! „Ist doch so schön hell“, sagt er, „da sieht man wenigstens, was man ißt.“ Die Dame des Hauses könnte ihm an die Gurgel gehen.
Männer knipsen immer das Deckenlicht an im fal-schen Moment. Kurz nach der Liebe etwa, wo ein sanft glimmendes Kaminfeuer oder eine schwächliche Nacht-tischlampe der Frau und ihrem etwas aufgelösten Gesicht gelegen kämen, muß er sich dringend einen eingewachse-nen Fußnagel schneiden und braucht dazu 150 Watt.
Bei der Weihnachtsbescherung – im milden Schein der Bienenwachskerzen am Christbaum – zerstört unser Mann die traute Atmosphäre blitzartig, indem er das große Licht anmacht; er sagt, sonst kriegt er die Knoten an den Pake-ten nicht auf.
Die Frau hat sich ein todschickes kleines Schwarzes gekauft und führt es nun im bekömmlichen Licht des
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laufenden Fernsehers dem Gatten vor. Der hat nichts Bes-seres zu tun als alle Lampen anzuknipsen und zu mäkeln, daß es bißchen eng sitzt unter den Armen. Weiß die Frau selber – aber sie wollte den aufregenden Fummel schließ-lich auch nicht im grellen Tageslicht ausführen.
Da besichtigt der Nachmieter die – zugegeben etwas ramponierte – Wohnung; listig hat die Frau für indirekte Beleuchtung durch kleine Tisch- und Stehlampen gesorgt. Bei diesem Licht besehen sieht das Wohnzimmer gar nicht so abgewetzt aus und die Lackschäden an den Türen sind glatt wegretuschiert. Bis der Mann mal wieder gewohn-heitsmäßig zum Schalter fürs Deckenlicht greift und die sich leicht wellende Tapete sowie die Kratzer im Parkett in gleißendes Licht taucht.
Übrigens: Es können auch nur Männer dafür ver-antwortlich sein, daß es immer noch Hotelzimmer gibt, die keine Leselampen haben, sondern nur neonhelle Licht-quellen. Direkt unter der Decke.
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Warum wollen Männer
stets dasselbe anziehen?
Als mein Sohn erstmals auf Klassenreise fuhr, packte ich ihm den Rucksack. Bei seiner Rückkehr entdeckte ich verwundert sieben Paar saubere Socken im Gepäck. „Ich habe gespart“, flunkerte er treuherzig, „damit Du nicht so viel waschen mußt!“
Diese Art von Rücksichtnahme ist meinem Mann zum Glück fremd. Aber das Aufsparen von neuen Kleidungs-stücken liegt auch ihm im Blut. Weil der Mann an meiner Seite ohne Zutun von Mutter, Schwester, Tochter, Ehe-frau rumliefe wie ein Dressman für die Altkleidersamm-lung, schenken wir ihm zu Weihnachten und Geburts-tagen regelmäßig mal was richtig Schickes. Einen Kasch-mirpulli oder ein blütenweißes Hemd, ein italienisches Sakko als Ersatz für seine ausgebeulte Cordjacke.