Alfred Henschke
Klabund steht auf dem Titelblatt dieser kleinen Literaturgeschichte, der Verfasser dahinter heißt Alfred Henschke. 1890 in Crossen an der Oder als Apothekerssohn geboren, seit früher Jugend lungenkrank, schrieb er in knapp zwei Jahrzehnten Gedichte, Romane, Nachdichtungen aus dem Chinesischen und das Stück „Der Kreidekreis“; 1928 starb er mit 37 Jahren in Davos. „Deutsche Literaturgeschichte in einer Stunde“ erschien 1922 als Nummer 12 der Zellenbücherei bei Dürr & Weber in Leipzig, bereits in dritter, vom Autor durchgesehener Auflage. Sie verfolge, heißt es im Vorwort, weder philosophische noch philologische Absichten, sondern versuche eine kurze, volkstümliche, lebendige Darstellung: vom Wessobrunner Gebet über Nibelungenlied und Minnesang zu Walther von der Vogelweide, Mechthild von Magdeburg, Meister Eckhart, dem „Ackermann aus Böhmen“, Hartmann von Aue, Wolfram und Gottfried. Literaturgeschichte als Erzählung, mit Szenen statt Jahreszahlen.
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