
Der Zundelheiner
Der Zundelheiner erzählt von zwei Brüdern, dem Zundelheiner und dem Zundelfrieder, die wie schon ihr am Galgen geendeter Vater das Diebshandwerk betreiben, gemeinsam mit ihrem jüngsten Kumpan, dem roten Dieter. Sie morden nicht und überfallen keine Menschen, sondern stehlen nachts in Hühnerställen, Küchen und Kellern, und üben sich, wenn es nichts zu holen gibt, in immer kunstvolleren Diebeskünsten. In einer der Proben soll einer von ihnen einem brütenden Vogel unbemerkt die Eier aus dem Nest holen, was der Zundelfrieder, geschickt wie eine Katze, mühelos vollbringt, während die Aufgabe, dem Vogel die Eier ebenso unbemerkt wieder unterzulegen, sich als ungleich schwerer erweist. Hebel erzählt die Schelmenstreiche mit trockenem Witz und einer erzählerischen Distanz, die den Leser zugleich unterhält und moralisch auf Abstand hält.





