Alonso de Castillo Solórzano
Eine verwitwete Mutter aus Sevilla zieht mit ihren beiden Töchtern nach Madrid, legt allen dreien adelige Namen zu und geht am Hof auf Beutezug: so setzt „Die Harpyen von Madrit, oder die Postkutsche“ ein, im spanischen Original 1631 als „Las harpías en Madrid y coche de las estafas“ erschienen. Sein Verfasser, um 1584 in Tordesillas geboren, gehörte zu den fleißigsten Erzählern des spanischen Goldenen Zeitalters. Er verdiente sein Brot als Sekretär und Verwalter im Dienst adeliger Häuser, zuletzt in Zaragoza, und schrieb daneben Novellensammlungen und Schelmenromane: „Tardes entretenidas“ (1625), „Las aventuras del bachiller Trapaza“ (1637) und „La garduña de Sevilla“ (1642), dessen Heldin Rufina heißt. Genau darauf spielt das Titelblatt dieser Ausgabe an, 1791 in Wien bei Ignaz Alberti gedruckt, das den Autor nur als „Verfasser der Donna Rufina“ ausweist; ein Übersetzer ist nicht genannt. Der Roman ist in vier Spazierfahrten gegliedert. Castillo Solórzano starb um 1648.
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