Angelus Silesius

Zwei Zeilen im Alexandriner, ein Gedanke, der sich zwischen ihnen umdreht: So arbeiten die Sinnsprüche, die diese Insel-Auswahl aus dem „Cherubinischen Wandersmann“ versammelt. Hinter dem Namen Angelus Silesius steht Johann Scheffler, 1624 in Breslau geboren, Sohn eines aus Polen zugewanderten lutherischen Adligen. Er studierte in Straßburg, Leiden und Padua, wurde dort 1648 zum Doktor der Philosophie und Medizin promoviert und trat als Leibarzt in den Dienst des Herzogs von Württemberg-Oels. Über Abraham von Franckenberg kam er an Jacob Böhme und an die mittelalterliche Mystik. 1653 wechselte er zur katholischen Kirche und legte sich den Namen zu, unter dem er gedruckt wurde; 1661 wurde er zum Priester geweiht, später lebte er im Breslauer Kreuzherrenstift St. Matthias, wo er 1677 starb. Die Sprüche erschienen 1657 zunächst als „Geistreiche Sinn- und Schlußreime“ und trugen erst in der erweiterten Ausgabe von 1675 den bekannten Titel. Der Auswahl vorangestellt ist Goethes Vierzeiler „Wär nicht das Auge sonnenhaft“; die digitale Fassung besorgten Norbert H. Langkau, Jana Srna und das Online Distributed Proofreading Team.

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