Marie von Ebner-Eschenbach
Auf Schloss Zdislavice in Mähren 1830 als Gräfin Dubský geboren, mit siebzehn mit ihrem Vetter verheiratet, schrieb sie zwanzig Jahre lang Dramen, die niemand wollte, und begann erst mit über vierzig zu erzählen. Dann kamen Božena, Das Gemeindekind, Krambambuli, Die Freiherren von Gemperlein, Der Vorzugsschüler und die Aphorismen, für die sie heute noch zitiert wird. Ihre Figuren sind Landärzte, Dienstboten, Gutsherren und vor allem Kinder, und der Blick liegt fast immer auf dem, der unten steht. Sie war eine der ersten Frauen im deutschen Sprachraum, die vom Schreiben lebten und dafür geachtet wurden: 1900 verlieh ihr die Universität Wien als erster Frau überhaupt die Ehrendoktorwürde. Sie sammelte Uhren, hielt ein Tagebuch über sechs Jahrzehnte und starb 1916 in Wien.
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