Chroniken der letzten Engel, Zwischen Liebe und Tod
Tot und ein Anfang
Als sie in ihre Straße bog, spürte Chloe das etwas nicht stimmte, sie hielt vor dem Haus und stellte ihr Rad ab. Als sie auf schaute, sah sie das die Tür offen stand, aber niemand erwartete sie. Als Chloe eintrat, lief ihr ein Schauer über den Rücken. Eigentlich war sie nicht ängstlich, doch sie sah, dass etwas geschehen sein musste und das schauderte ihr. Im Flur lagen Jacken und Schuhe auf dem Boden verteilt, der Blumentopf war umgeworfen
worden und die Kommode war auseinander genommen. Chloe überlegte ob sie nicht besser die Polizei rufen sollte, was wenn der oder die noch im Haus waren.
Sie ging in die Küche und stellte ihre Tasche ab, auch hier sah es aus als sei eine Bombe eingeschlagen. Das Geschirr war zerbrochen, die Schranktüren waren rausgerissen worden, selbst der Tisch war in der Mitte eingedrückt.
Chloe rief nach ihren Eltern, aber sie bekam keine Antwort. Sie hörte ein Geräusch und folgte ihm, es kam aus dem Wohnzimmer, doch
an der Tür entdeckte Chloe etwas erschreckendes. Blut. Die Tür war mit blutigen
Handabdrücken verschmiert. Vorsichtig stieß sie die Tür auf und blickte hinein.
Im Wohnzimmer hatte eindeutig ein Kampf stattgefunden, überall war Blut, die Möbel waren
umgeworfen und die Bilder von der Wand geschlagen. Chloe trat in die Mitte des Raumes,
sie lauschte, doch sie hörte kein Geräusch mehr, aber was ragte da hinter dem Sofa hervor? Chloe trat hinters Sofa und schrie,dort lag ihre Mutter. Tot. Sie
lag in einer kleinen Blutlache, doch sie selbst war Blut leer.Mit Tränen gefüllten Augen setzte Chloe sich neben die Leiche ihrer Mutter und strich ihr über die Wangen. Ihre geliebte Mutter war tot, Chloe hatte das Gefühl das ihr die Erde unter den Füßen weggezogen worden ist. Ein Klos steckte ihr im Hals und es war als würde sie keine Luft mehr bekommen. Traurig schloss sie die Augen ihrer Mutter und stand auf. Sie entdeckte die Leiche ihres Vaters hinter dem Umgeworfenen Wohnzimmertisch. Auch er war Blut leer. Seine toten Augen starten in die Leere. Chloe setzte sich zu ihm und küsste ihm auf die Wange, danach schloss sie auch ihm die Augen. Als sie auf stand, füllte sie sich wie gelähmt und ging langsam in ihr Zimmer. Dort sah alles aus wie früher. Chloe schmiss sich auf ihr Bett und weinte, ihre schöne Welt war zusammen gebrochen, ihre geliebten Eltern waren tot. Sie schluchzte. „Nana nicht weinen, tote Eltern sind doch kein Grund dafür. Jetzt schreibt dir niemand mehr vor was du tun und lassen sollst.“ Chloe fuhr herum, in ihrer Tür stand ein dunkel gekleideter Mann mit braunen gelockten Haaren, er war sehr blass. „Oh hab ich dich erschrocken? Wollte ich nicht.“ Er hatte ein gemeines Grinsen auf dem Gesicht.
„Wer sind sie und was wollen sie?“ fragte Chloe mit tränen schwerer tränen schwerer und zitternder Stimme.
„Wer ich bin, ist nicht wichtig. Was ich mache? - Ich erledige meinen Auftrag.“
„Was ist ihr Auftrag?“ Chloe zitterte, der Typ in der Tür bereitete ihr eine Gänsehaut.
„Mein Auftrag war es deine Eltern zu töten und dich zu meinem Auftragsgeber zu bringen. Wenn es dich nicht stört, würde ich mich gerne setzen, während wir uns unterhalten.“ Er wies auf ihren Schreibtischstuhl. Die Kälte und Normalität in seiner Stimme erschreckte Chloe und ihr wurde klar, dass dies nicht seine ersten Morde waren.
„Da du nicht antwortest, denke ich, dass du nichts dagegen hast wenn ich mich setzte.“ Er ging zum Stuhl und setzte sich. „Warum haben sie meine Eltern um… umgebracht?“ Chloe stiegen die Tränen in die Augen.
„Nanna, nicht wieder weinen.“ Er reichte ihr ein Taschentuch „Danke.“ Sie nahm es entgegen und schnäuzte.
„Erstmal fände ich es besser wenn du mich duzen würdest. Ich bin Seraph. Um zu deiner Frage von eben zurück zu kommen. Ich musste deine Eltern umbringen, um an dich ran zu kommen. Weißt du was du bist?“
„Nein, weiss ich nicht, was willst du von mir?“ Chloe bekam Angst. „Das ist eine lange Geschichte und da du auch nicht weißt was du bist wird sie noch viel länger und -“, er sah auf seine Uhr „Wir haben leider keine Zeit mehr. Also schön stillhalten dann tut es nur halb so weh.“ Er stand auf und Chloe wich zurück, sie wollte auf springen, doch er hielt sie fest.
„Sagte ich nicht, dass du brav sein sollst“ Er holte aus und schlug Chloe mit der Flachenhand gegen die Schläfe, wie benommen taumelte sie und fiel auf den Boden. Ihr tanzten schwarze Punkte vor den Augen und sie hörte ihn, wie aus weiter Ferne, höhnisch lachen. Plötzlich hörte sie ein splittern und Glassstücke prasselten auf sie herab.
„Shit!“ Seraph fluchte.
„Lass sie gehen!“ sagte eine weibliche Stimme. „Ich denk nicht mal dran! Sie kommt mit! Genau wie du Phöba. Ich danke dir, dass du die Güte besessen hast mir meine Suche nach dir ab zu nehmen.“ Er lachte. Langsam konnte Chloe wieder klarer sehen. Vor Seraph stand ein Mädchen, etwa ein bis zwei Jahre älter als Chloe und ihre Chancen standen schlecht Seraph zu besiegen. „Da siehst du ,doch wie nett ich zu dir bin.“ Die Stimme des Mädchens blieb kühl.
Chloe wusste nicht wer als erstes angriff, doch die beiden kullerten durch Chloes Zimmer. Chloe stand langsam auf, ihr war immer noch schwummerig, doch sie musste dieser Phöba helfen. Sie sah sich nach etwas um, mit dem sie Seraph eins überbraten konnte. Währendessen lag Phöba auf dem Rücken und Seraph stand über ihr, ihr Gesicht war zerkratz und mit blauen Flecken gezeichnet. Im Gegensatz zu ihr hatte Seraph nicht einen Kratzer, er war vom kämpfen nicht mal außer Atem. Er grinste höhnisch und holte zu einem letzten Schlag aus. Phöba schaute sich um und versuchte sich weg zu dreh, doch er hielt sie am Kragen fest „Schöne Träume.“ Er lachte höhnisch. „Du hast doch nicht etwa geglaubt, dass du mich besiegen kannst?“
„Nicht wirklich, aber einen Versuch war es wert.“ Phöba grinste verzweifelt.
„Wohl eher nicht wie man sieht, aber ich muss mich bei dir bedanken du hast mir wirklich sehr viel Arbeit abgenommen und jetzt gute Nacht.“ Seraph holte wieder aus, doch bevor er zu schlagen konnte, kippte er vorne über, Phöba konnte sich gerade noch weg rollen, sonst wäre er auf sie gefallen. An der Stelle, an der eben noch Seraph gestanden hatte, stand Chloe sie hielt das Radio noch in der Hand, mit dem sie Seraph bewusstlos geschlagen hatte. Phöba sprang auf, packte Chloe an der Hand und zog sie zur Tür. Chloe ließ das Radio fallen und rannte hinter Phöba her. Draußen vor der Tür stand ein Motorroller,
Phöba schwang sie auf ihn und zeigte Chloe mit einer Geste, das sie sich hinter sie setzen solle.
Während der Fahrt sagte niemand etwas, sie fuhren in eine Hochhausgegend und stellten vor einem kleinen Haus, was total fehl am Platz wirkte den Roller ab. Phöba schloss die Haustür auf. „Willkommen in meinem bescheidenen Heim!“ Sie lächelte Chloe an. Das Häuschen war sehr chaotisch, nichts hatte seine Ordnung. Chloe folgte Phöba in einem Raum der vermutlich die Küche sein sollte.
„Setz dich, wir haben viel zu bereden“ Phöba wies auf einen Stuhl und Chloe setzte sich hin.
„Also ich bin Phöba, aber du kannst mich Phö nennen. Du wirst einige Fragen haben, aber erstmal hab ich welche: Weißt du was wir zwei sind?“
„Das hat Seraph auch gefragt. Nein ich hab keine Ahnung was wir sind.“
„Wundert mich nicht. Also du und ich sind Engel, na ja Halbengel, zur Hälfte Engel und zur Hälfte Mensch. Wir zwei sind die Letzten unserer Art. Wir sind die letzten Engel!
Wir sind in Gefahr!“ Phöba schaute Chloe erwartungsvoll an. „Ich glaube das hier ein Irrtum vorliegt, ich kann kein Engel sein! Ich mein Engel haben Flügel und weder du, noch ich besitzen welche, außerdem wären meine Eltern denn dann nicht auch Engel gewesen?“ Chloe dachte sie träumte. Sie soll ein Engel sein?- Unmöglich!
„Deine Fragen sind berechtig, aber sei dir sicher es ist kein Irrtum, außerdem habe ich Flügel,“, Phöba murmelte etwas und auf einmal wuchsen aus ihren Schultern zwei schwarze Engelsflügel. Sie blieben zwei Minuten und nach dem Phö wieder etwas murmelte verschwanden sie. „ Wie du siehst habe ich Flügel und du bekommst deine an deinem 15.Geburtstag, also in zwei Tagen. Was deine Eltern angeht waren sie Engel genau wie meine, allerdings sind deine Eltern nicht die Leute, bei denen du aufgewachsen und welche du heute tot aufgefunden hast. Deine Eltern starben kurz nach deiner Geburt. Du bist als Findelkind zu deinen Adoptiveltern gekommen.“
Chloe schluckte, sollte das heißen das ihr ganzes Leben eine Lüge gewesen war? Sie spürte Tränen in den Augen, blinzelte und fragte schnell: „Woher weißt du so viel über mich? Gibt es noch andere Wesen also magische Wesen?“
„Ich habe dich beobachtet, seit dem ich sechs Jahre alt war, du warst vier. Ja es gibt noch andere Wesen, zum Beispiel Seraph, Seraph ist ein Vampir er ist 330 Jahre altund das größte Arschloch das ich kenne. Andere Wesen lernst du mit der Zeit kennen.“ Phö wurde durch ein Klopfen an der Tür unterbrochen. Es klopfte noch mal, diesmal lauter, Phö stand genervt auf und ging zur Tür. Sie öffnete die Tür einen Spalt: „Hallo wer ist da?“ fragte sie mit leicht zitternder Stimme, Chloe überlegte ob sie wohl Angst hatte das Seraph vor der Tür stand.
„Hier sind Agent 7 und 8 vom Magiecapital, wir wollen zu Phöba Angel, öffnen sie
bitte die Tür!“
„Ich bin Phöba Angel und die Tür ist offen, also was wollen sie?“ Phöba klang streng, doch in ihrer Stimme war auch ein Hauch von Furcht.
Einer der Agenten stöhnte genervt „Dürften wir rein kommen?“ „Nein“ Phöbas Stimme war eiskalt geworden. „Gut dann machen wir es anderes. Phöba Angel Sie sind im Namen des Magiecapitals festgenommen.“
„Und warum wenn ich fragen darf, ich war doch ein braves Mädchen“ Phöba gab Chloe ein Zeichen die Gartentür zu offnen und sich bereit zu halten.
„ Der Grund der Festnahme ist, schwere Körperverletzung und Diebstahl in mehreren
Fällen.“
„Shit!“ fluchte Phö leise und sagte dann laut zu den Agenten „ Es tut mir leid, aber ich hab heute keine Zeit ins Gefängnis zu gehen, sie können aber in drei Wochen noch mal fragen.“ Mit diesen Worten rannte sie zur Gartentür murmelte etwas und ihr Flügel erschienen, sie packte Chloe an der Taille und flog mit ihr durch die Tür, vor der Nase der Agenten weg.