Dark Secret

Alissa K. · Kapitel 1 von 3

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Dark Secret

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Alissa K.

 

Dark Secret

 

LeiJ

 

Ich widme dieses Buch all meinen Freunden.

Melinda ist ein Mädchen wie alle anderen. Doch ihr Schicksal scheint größeres vor zuhaben wie die Welt glauben kann. Melinda lebt in Temeschwar. Eine kleine Stadt am Rande Rumäniens In ihrem zweitem Lebensjahr verlor sie ihren Vater durch einen Brand. Er war nicht einmal mit ihrer Mutter Lee verheiratet. Aber ich schweife vom Thema ab. Nach einem Streit mit ihrer Mutter rannte Melinda einfach aus dem Haus. Nur weg von hier. Sie überquerte gerade die Strada Mihail Kogalniceanu.Mit der Bahn wollte sie sich auf den Weg nach Arad machen. Melinda war einmal als kleines vier Jähriges Mädchen dort gewesen. Ihr Onkel wohnte dort, als glücklicher Besitzer eines schäbigen Motels. Sie hatte kurzfristig die Initiative ergriffen ihm einen Besuch abzustatten.

Während sie die von der Sonne heiß glühenden asphaltierten Straßen entlang lief kann ich sie ja mal beschreiben. Dunkle, leicht gewellte Haare fallen ihr ins olivfarbene Gesicht. Mit ihren dünnen langen und dennoch kraftvollen Beinen legte sie relativ schnell einen großen Abstand zwischen ihr und dem Haus, dass sie mit einem lauten Türen zuknallen verließ, zurück.

Hohe Wangenknochen verliehen ihrem Gesicht einen freundlichen Zug auch wenn sie meistens eine neutrale Mine aufsetzte. Die vollen blassroten Lippen verzogen sich zu einem triumphierenden Grinsen. Eine kleine gerade Stupsnase ließ sie um einige Jahre jünger wirken, als sie eigentlich war.

Das auffallendste in ihrem Gesicht sind ihre Augen. Das eine schillerte in einem hellen Blauton, das dem Himmel ernst zu nehmende Konkurrenz machte. Währen das andere Auge in einem strahlenden grün in dem dämmernden Abendlicht leuchtete. Irgendwie gruselig, oder nicht?

In den schon länger werdenden Schatten bot sich genug Deckung um ihr weiterhin unbemerkt zu folgen. Meine Gedanken schweiften ab. Ich dachte über meine Familie nach, die so zerbrochen war, wie den Spiegel, den ich neulich zertrümmert hatte.

Ich überlegte mir, wie Melinda ohne ihre Mum zurecht kommen solle. Wann würde sie wieder heim kehren. In das Revier ihrer Mum, von der sie ihr bisheriges Leben lang vor uns beschützt wurde.

Ein höherer Bürgesteig brachte mich zu Fall. Und mein Gedankengang riss nun komplett, als ich mit den Händen mein Körper abfing. Kleine spitze Steinchen bohrten sich in meine Haut. Ich harrte einen Moment in dieser Position aus. Sah mich um. Senkte, nachdem die Luft rein war, die Knie auf den Boden ab und rappelte mich wieder auf.

Die Gleise, die sich nur noch ein paar Meter vor mir lagen, begannen zu vibrieren.

Ein blaues Ungetüm sauste mit kreischenden Bremsen auf den kleinen Bahnhof vor.

Sie stieg in den Zug und die Türen hatten sich schon beinahe mit einem etwas leiseren Quietschen geschlossen.

Jetzt kam ich ins Spiel. Bei meinem schwungvollen Einstieg stolperte ich noch ein paar Schritte nach vorn. Rempelte sie an. Durch den Zusammenstoß wurde zwar der überschüssige Schwung abgefangen, doch Melinda hatte vor Schreck ihren Koffer fallen gelassen. Die Bahn setzte sich ruckartig in Bewegung. Der Koffer schlitterte nach hinten. Melinda und ich hinterher. "Rahat!" fluchte ich. Die Schwerkraft siegte und zerrte uns beide auf den Boden. Melinda konnte gerade noch ihren Koffer packen. Ein Dong erklang, als sie mit ihrem Kopf gegen eine dieser Stangen knallte. Ich half ihr beim aufstehen. Sie blutete leicht an der Schläfe. Melinda setzte sich auf einen nahen und freien Sitzplatz. "Wie geht es Ihnen?" fragte ich. "Neija schon besser." Sie hob ihren Kopf und blickte mir in die Augen "Wer sind Sie eigentlich?" Ich würde schon gern mit der Wahrheit rausrücken aber das musste sie selber rausfinden. Also log ich: "Ich bin Christian. Und Sie sind?" In ihrem Blick konnte ich nur Fragezeichen sehen und fragte mich gerade, ob ich wohl Spanisch gesprochen hatte. "Melinda Saturnine" sagte sie nun endlich.

"Tja ich bin gerade auf dem Weg nach Budapest"

"Ich bin zwar kein Reiseführer aber meinen Sie nicht, dass sie in Budapest vermutlich schneller ankommen würden, wenn sie den Zug Richtung Szeged genommen hätten?" "Ich wollte mir noch ein bisschen mehr von den Städten ansehen ich interessiere mich brennend für die Ruinen des Cetatea aradului. Aber Sie haben schon recht."

Man muss ja höflich sein. Ein Grinsen huschte mir auf das Gesicht. Ich schrieb auf meinen imaginären Notizzettel 'Auf Schulter klopf für super gelungene Lüge'. Die Ausrede mit dem Cetatea aradului ist mir genau im richtigen Moment eingefallen.

"Komm doch mit mir." schlug ich vor. Hoffentlich nimmt sie das Angebot an, denn dann müsste ich sie nicht mehr so geheimnisvoll Beachten. Hey ich bin kein Stalker.

"Nein, ich will zu meinem Onkel und nicht nach Ungarn oder so."

"Budapest um genau zu sein!.. Na und dann können wir kurz zu deinem Onkel damit er weiß, dass es dir gut geht." "Man wer sind Sie, dass Sie mir sagen, was ich zu tun hab!" schrie sie mir entgegen.

"Das hat mich jetzt aber verletzt. Und was wollen Sie machen? Die Polizei rufen und sagen,.." jetzt verstellte ich die Stimme um einem Mädchen nachzumachen "der böse Typ hat mich gefragt ob ich mit ihm nach Budapest kommen will, sogar kostenlos und er war sehr nett." Das reichte Melinda und sie rastete total aus. Sie schrie mir irgendwelche Schimpfwörter entgegen, doch auf das achtete ich nicht. Ich grinste sie nur an, wahrscheinlich sah das ziemlich dümmlich aus, im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass ich das lieber bleiben gelassen hätte. Sie holte mit der Hand aus und gab mir eine Ohrfeige. Mann, das hatte geknallt. Ich glaube ich sehe heute noch ihren Handabdruck auf meiner Wange.

Melinda stieg aus der Bahn. Ich blieb sitzen, um sie zu bewundern. Sie hatte es doch tatsächlich gewagt mich zu schlagen. Doch sie ist nicht mit den Informationen über mich betraut, deshalb verzieh ich ihr.