Dark Secret
Dark Secret
Der Regen trommelte an das Fenster. Hinterließ dort traurige Spuren seines Daseins. Der Staub der letzten Jahre war wie durch ein Wunder verschwunden. Ich saß auf der Fensterbank und beobachtete. Ich beobachtete Melinda. Durch die Verzerrung der Regentropfen war es nicht einfach jeder ihrer Bewegungen zu folgen.
Sie war tatsächlich zu ihrem Onkel Tim gelaufen. Einen einsamen Fußmarsch, währe da nicht ich gewesen. Ein Stück weit begleitete ich sie offiziell, dann bog ich an einer Straße links ab und sie setzte ihren Weg in die rechte Richtung fort.
Meine Schritte beschleunigten sich, als ich außerhalb ihrer Sichtweite war. Nur mit Mühe erreichte ich die Strada Paltinis kurz vor ihr.
Melinda begrüßte begrüßte ihren Onkel, sie umarmten sich kurz. Dann wurde Tims Mine ernst und er schien sie etwas mit gerunzelter Stirn zu fragen. Melinda antwortete nicht darauf. Sie quetschte sich zwischen Türstock und seinem Bierbauch durch und trat in das Innere des Flures.
Es war dunkel geworden. Die Zeit schien plötzlich um einiges schneller zu vergehen. Um genaueres zu erkennen fehlte einfach das Licht. Die kleine erbärmliche Straßenlaterne, die rund fünfhundert Meter entfernt stand, brachte nur einen dunkel-gelben Schimmer zu stande, der nicht einmal den Asphalt direkt darunter richtig beleuchtete. Mein Blick glitt hinauf. In den Himmel. Kein einziger Stern war zu sehen. Der tröstliche, mysteriöse, kalte Schein des Mondes wurde von den dunklen Wolken des Himmels verdeckt. Mein Blick fiel auf die Uhr am meinem linken Handgelenk. Die Ziffern waren mit dem dunklen Hintergrund verschmolzen. Doch anhand der leuchtenden Zeiger konnte ich die grobe Uhrzeit ablesen. Dreiundzwanzig Uhr war schon längst vorüber. Die samtenen smaragdgrünen Vorhänge des Zimmers wurden geräuschvoll zugezogen und das Licht verlosch.
Ich blickte nun nicht mehr auf die Fenster des dunklen merbauhölzernen Hauses. Die dunkle Straße lag verlassen vor mir. Ein weiteres Gähnen unterdrückte ich nur noch mit Mühe. Ich brauchte unbedingt wieder etwas des wundervollen erholsamen Schlafes, zu dem ich in letzter Zeit leider nicht mehr kam. Als ich meine steifen Glieder auf der einst mal cremefarbenen Couch streckt fühlte ich wie die Anspannung langsam abebbte. Ich wusste bis jetzt nicht einmal, dass sie da war. Doch nun nagte sie nicht mehr an meinem Inneren wie eine tollwütige Maus. Minuten lang starrte ich noch auf die gegenüberliegende karg Wand. Versuchte wieder in diese allzu vertraute Schlummer-Phase zu gelangen.
Mit nur einem winzigen Hauch der Vorstellungskraft konnte man erkennen, was diesem Haus zugestoßen war. Ein Brand tobte hier. Ab 1995 gab es keine Bewohner mehr. Keiner hatte sich die mühe gemacht den entstandenen Schaden zu beheben. Nur eine Bruchbude, eine, von vielen hier in Rumänien. Abgesehen von den verrußten Wänden, war alles, bis auf eine der fehlenden Wände, vollkommen intakt. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass diese Wand überwiegend aus Fenstern bestanden hatte.
Kurze Zeit später schlummerte ich zusammengerollt auf dem Sofa ein. In einen ruhigen Traumlosen Schlaf sickerte ich. Und wollte daraus nie wieder erwachen.
Die hellen Strahlen der Sonne fielen auf mein Gesicht und kitzelten mich mit ihrer Wärme wach. Verwundert erhob ich mich. Sah hinaus. Und musste erschrocken feststellen, dass die Sonne ihr Zenit schon beinahe erreicht hatte.
Kurz darauf machte sich in mir ein ungutes Gefühlt breit. Es kam mir vor, als hätte ich irgendetwas wichtiges vergessen. Die Unruhe, die ich bis jetzt ziemlich erfolgreich unterdrückt hatte, drängt mich zu Bewegung. Ich lief auf und ab. Versuchte mich an das vergessene zu erinnern.
'Erinner dich!' flüsterte es in meinem Kopf. Eine sehr bekannte Stimme. Ich drehte mich ruckartig um. Natürlich stand niemand hinter mir, der mir diese beiden Worte in mein Ohr flüstern konnte, dennoch spürte ich, das ein paar wachsamer Augen mich beobachteten.
'Komm schon streng dich gefälligst besser an!' Sagte sie wieder, nun etwas lauter als vorhin. Die Stimme meines Vaters. Genau die selben Worte hatte er, als ich klein war schon einmal gesagt. Er hat versucht meine verdrängten Erinnerungen der damaligen Nacht an die Oberfläche zu locken.
All das was ich jetzt bin und kann habe ich ihm zu verdanken. Ich bin ihm wirklich dankbar dafür.
Er hatte mich öfter zu seinen nächtlichen Aktivitäten mitgenommen. Öfter, als es meiner Mutter lieb war. Denn irgendwann ganz plötzlich fragte er mich nicht mehr, und darauf folgten unzählige Male auch nicht. Nie mehr.
Am nächsten Tag wusste ich schon, das etwas passiert sein musste, doch als ich es den Erwachsenen erzählte lachten sie über die göttliche Fantasie der kleinen Kindern, oder sie sahen mich verwundert an und dachten ich sei nun endgültig verrückt geworden. Drei Wochen später klingelte die Polizei an unserer Tür und teilte meiner Mum, die in Tränen ausgebrochen und an der Türe hinab auf den Boden gesunken war, dass mein Dad bei einem Brand ums Leben kam. Aber ich wusste, dass mehr dahinter stecken muss.
Die Eingangstür des gegenüberliegenden Hauses fiel ins Schloss. Und ich schreckte nicht nur aus meinen Gedanken, sondern zuckte wirklich zusammen. Doch es war schon zu spät. Vor Schreck blieb ich wie angewurzelt im Vorgarten stehen, die Lacoste Schuhe waren von den, auf den Grashalmen hängengebliebenen, Tautropfen leicht durchnässt. Ich wog es wirklich für einen Moment in Erwägung, mich hintern den nächsten Busch zu springen. Natürlich war es dafür viel zu spät. Melinda hatte mich schon längst entdeckt. Nun kam sie wütend Schritten auf mich zu, während sich der Abstand zwischen uns verkleinert könnte ich hören, wie sie mit ihren Stiefeln auf den Boden stampfte. Ich lächelte, da diese Geste einem Kleinkind ähnlich gesehen hatte.
Doch das Lächeln wich von meinen Lippen, als sie ohne irgendwelche freundlichen Floskeln aus zu tauschen nahm mich in den Würgegriff. Ich spürte die Bedrohlichkeit die von ihrer Präsenz ausging. Wie versteinert standen wir so da. Gerade hatte ich mich an die leicht nach hinten gebeugte Position gewöhnt, als sie ihre Oberarmmuskeln etwas anspannte.
"Was machen Sie denn hier! Verfolgen sie mich etwa!" schrie sie mich an. Sie drückte, um ihre Worte zu unterstreichen, noch stärker zu und schnürte mir die Luft für einen Moment ab. Panik machte sich in mir Breit. Wie sollte ich ihr den bitteschön erklären, was ich von ihr wollte? Ich weiß ja selbst kaum was ich hier mache. Ich merkte, dass mich nur noch eine Möglichkeit aus diesem Schlamassel bringen würde. Die Wahrheit. "Wer sind Sie und was wollen Sie von mir?" fragte sie als ich immer noch meine Chance abwägte. Genau vor dieser Frage hatte ich mich gefürchtet. Sie schien meine Angst zu spüren, ordnete sie aber falsch ein und nahm mich wieder fester in den Griff. Mein Herzschlag verdoppelte das Tempo in wenigen Sekunden. Ich versuchte meinen pochenden Puls zu beruhigen.
Mein Atem ging nun wieder etwas gleichmäßiger und als ich wieder genu
Also antwortete ich. Mein Kehlkopf schmerzte, dass ich den Anfang mehrmals wiederholte, bis sich zu den Mundbewegungen die vertraute Oktavierung der musikalischen Begleitung meiner Worte hinzufügte: "I..Ich.ich..ich bin LeiJ Saturnine, dein Bruder." krächze ich und bevor meine Stimme wieder versagen könnte redete ich schnell weiter "Und ich will, dass du mir glaubst, Mel." Eine Dringlichkeit hatte sich in diese Worte mit eingemischt. Ich hörte mich richtig heißer an. Ein ungläubiges Gesicht hätte ich jetzt erwartet oder, dass ihre Hand wieder eine Bekanntschaft mit meiner Wange machte. Doch was sie jetzt machte überraschte mich wirklich sehr. Melinda zog mich zu einer naheliegenden Bank und setzte sich. Sie hielt immer noch meinen Arm fest, so dass ich gezwungen war mich neben sie zu setzen. Eine Weile saßen wir nur so da. Keiner Sprach ein Wort. Ihr Blick suchte nach meinem. Melinda begann mit der Stellung einer Frage dabei klang ihre Stimme so, als hätte sie sie schon seit einer Ewigkeit nicht mehr benutzt. „ Was hast du gerade gesagt?“ „Die Wahrheit.“ „Aber wie.. was...?“ „Eigendlich bin ich nur dein Halbbruder. Wir haben viel gemeinsam. Zum Beispiel den Vater.“ „Aber mein Vater ist 1995 gestorben.“ „Ich weiß, bei einem Brand in diesem Haus.“ Ich zeigte auf die Bruchbude hinter uns.
„Woher weißt du das? Es wurde doch nur eine Leiche gefunden.“ Erwiderte sie begriffsstutzig. „Ich meine, dass ich vorhin erwähnt hatte, dass wir den selben Vater hatten!?!“ sagte ich erst etwas belustigt und dann wurde mein Tonfall etwas grimmiger.
Melinda gab keine Antwort darauf. Mit großen Augen starrte sie mich vorwurfsvoll an.
*OK ICH WERDE DEMNÄcHTST Noch MEHR VERBESSERN UND UMGESTALTen ; dDOCH bis jetzt müsst ihr euch mit dem ZUfrieden GEBEN*