McMurphy's Alltagsgesetze
Tierisches
Der Hund wird mit traumhafter Sicherheit genau dann eine Wildschweinsuhle oder eine stinkende Modderpfütze finden, wenn er nicht baden gehen soll, weil ihr noch was vorhabt. JANAS ANMERKUNG
Wenn du Glück hast, befindet sich ein Fluss oder ein sauberer See in der Nähe.
Wenn nicht, musst du am nächsten Tag das Auto saubermachen, zu deiner Verabredung kommst du auch zu spät, du musst ja den Hund erst nach Hause bringen und waschen.
ABLEITUNG
Du kannst spazieren gehen, wo du willst, dein Hund findet so was.
Und wenn er tatsächlich nichts findet, wird ein Reh/ein Fuchs/ein Hase seinen Weg kreuzen und er muss erst mal jagen gehen. Wenn er oder sie wiederkommt, hast du schon längst angerufen, dass du später kommst.
Ein Hund vergisst einen Befehl wie hierbleiben, bei Fuß oder ähnliches nach wenigen Sekunden, das Versprechen, dass es ein Schweineohr gibt, wenn wir nach Hause kommen, kann Hund sich sehr lange merken.
Dein Hund wird dich immer genau in dem Moment wecken, weil er raus muss, wenn du grade auf dem Sofa eingeschlafen bist oder an der spannendsten Stelle vom Film.
Das Spielzeug, mit dem andere Hunde spielen, ist immer interessanter als das eigene.
Hunde werden wie Kinder im unpassensten Moment krank. Kurz vor dem Urlaub, im Urlaub, wenn alle einen wichtigen Termin haben oder der Tierarzt im Urlaub ist.
In der Zoohandlung wird das Futter gefressen, was Hund zu Hause mit Verachtung straft und nicht anrührt.
MICHAELS STOSSSEUFZER
Ich hab schon 2 Mal solches Futter gekauft und dann verschenkt.
Die Katze kann den schönsten Kratzbaum haben, deine Möbel sind viel besser geeignet, sich die Krallen zu schärfen.
Hunde haben ein ganz besonderes Gen – das Im-Weg-lieg-Gen. Das ist allen Hunden angeboren. Gut erzogene Menschen steigen selbstverständlich über den Hund, um das arme Tier nicht zu stören. Manche Menschen versuchen dieses Gen durch Erziehung auszumerzen. Leider gelingt das nur selten, ein Hund hat in dieser Hinsicht den längeren Atem.
Das entsprechende Katzen-Gen ist das auf die Nerven-Ge(h)n. Dieses ist bei Katzen eindeutiger ausgeprägt als bei Hunden. Besitzer kennen das zur Genüge. Während ein Hund sich eventuell noch mit einem Kommando dazu bringen lässt, sich in seinen Korb zu begeben, scheitern bei Katzen sämtliche Versuche in dieser Richtung. Am Ende wird der Mensch den Kürzeren ziehen und nachgeben.
Katzen beherrschen die Erziehung des Menschen perfekter als Hunde. Sie haben einfach mehr Ausdauer.
Auch beim Um- oder Aufräumen finden Hunde und Katzen mit traumhafter Sicherheit den ungünstigsten Platz. Der Verweis in den Korb oder Wegscheuchen hilft nur kurzfristig. MARIAS FESTSTELLUNG
Wenn ich staubsauge (mein Hund hasst den Staubsauger) und ich jage ihn weg, legt er sich genau dorthin, wo ich als nächstes staubsaugen will. Mit vorwurfsvollem Blick wird der Platz noch mehrmals gewechselt. Klappt übrigens beim Wischen genauso perfekt. Ich halte das für Schikane, das machen die absichtlich, eindeutig, damit man ein schlechtes Gewissen bekommt.
Dürfen Hunde oder Katzen nach langem Kampf mit aufs Sofa, wird nur anfangs der zugewiesene Platz eingenommen, irgendwann gehört die Couch ihnen und wir sind nur geduldet.
Kleine Hunde haben einen Napoleonkomplex – sie halten sich für Doggen oder Kampfhunde. Große Hunde leiden unter einem anderen Komplex, sie halten sich für Schoßhunde.
Wenn ein Yorki einen Bernhardiner anknurrt, mag das ja noch lustig sein, aber einen 30 kg schweren Schäferhund auf dem Schoß zu haben, macht richtig Spaß.
Hunde liegen immer dort, wo sich die meisten Beine befinden, wenn Besuch da ist, unter dem Tisch. Werden sie aus Versehen getreten, wird das mit vorwurfsvollen Blicken quittiert. Aber wenn man (Hund) weggeht, könnte man ja was verpassen.
Hunde werden älter und auch schwerhöriger. Interessant ist nur, dass deine Rufe nicht gehört (!) werden, das Öffnen der Kühlschranktür oder einer Tüte mit Leckerchen aber aus großer Entfernung wahrgenommen wird. Hund hört nur, was er hören will.
Werden Hunde für Bellen ausgeschimpft, haben sie – wie Kinder – immer das letzte Wort.
ANNETTS BEMERKUNG
Wenn meine Hündin in die Badewanne soll, macht sie Klimmzüge am Badewannenrand, verbunden mit vorwurfsvollem Blicken, dass man das ja nicht kann. Also 30 kg Hund in die Badewanne heben – raus kommt sie ja alleine, um tropfnass so schnell wie möglich die Wohnung halb unter Wasser zu setzen. Die Hinterhältigkeit besteht darin, dass ich feststellen musste, dass sie bei Gewitter ganz allein in die Badewanne springt. Auch bei meinem Mann macht sie keine Sperenzchen, sondern springt sofort rein – Frauchen veralbern ist Hobby.
Wenn Hund aus dem Wasser kommt, wird sich am liebsten dort geschüttelt, wo die meisten Menschen stehen – sie sollen ja schließlich auch eine kleine Erfrischung haben. MARKUS FESTSTELLUNG
Mein Hund beobachtet ganz genau, wer nicht aufpasst, dann dahinter stellen und schütteln. Springen die Leute zur Seite kann man (nicht eingebildet, sondern wirklich) ein freches Grinsen in der Hundeschnute sehen. Beliebt ist auch das Schütteln neben mir oder meiner Frau, wenn einer am Strand schläft – macht tierischen Spaß.
Trinkt der Hund Wasser aus seinem Napf, wird hinterher die Hälfte daneben sein und eine Wasserspur deine Wohnung zieren (besonders wenn du vorher saubergemacht hast). Gibt es dagegen Milch, geht kein Tropfen daneben.
Für einen Hund ist der Besitzer prinzipiell an allem schuld, wenn es regnet und man hat einen „Schön-Wetter-Hund“, vorwurfsvoller Blick, „Siehst du nicht, wie ich leide, stell das mal ab.“; die Hunde-Freunde sind nicht im Park, du bist schuld; das Futter schmeckt nicht, zum Schlafen ist es zu laut, es ist egal.
Hund springt dich immer genau dann, wenn du gut angezogen bist und noch etwas vorhast, natürlich mit Pfoten, mit denen man gerade durch Dreckpfützen gewatet ist. Hast du die üblichen Spaziergehklamotten an, wird man nicht angesprungen.