Albert Ehrenstein
»Mein Name ist Tubutsch, Karl Tubutsch. Ich erwähne das nur deswegen, weil ich außer meinem Namen nur wenige Dinge besitze.« So beginnt die Erzählung, die Ehrenstein 1911 bekannt machte; sie liegt hier in der zweiten Auflage von 1914 vor, verlegt bei Georg Müller in München und Leipzig, die erste hatte Oskar Kokoschka mit Zeichnungen versehen. Tubutsch treibt durch Wien, beschnuppert Wachleute für eine nie geschriebene Abhandlung über deren Gerüche, hört dem alten Schuster Kekrewischy zu, findet zwei ertrunkene Fliegen im Tintenfass und beschließt, künftig nur noch mit Bleistift zu schreiben. Ehrenstein, 1886 in Wien geboren, studierte Geschichte und Philologie, gehörte zum Umkreis von Karl Kraus und Else Lasker-Schüler und übertrug später chinesische Lyrik ins Deutsche. »Zaubermärchen«, 1919 bei S. Fischer in Berlin in zweiter veränderter Auflage, beginnt mit »Martyrium Homers«, einem Filmentwurf in nummerierten Bildern: Homer gewinnt den Wettstreit gegen Apollon, und weil der Gott besiegt ist, kann er das Dichterschicksal nicht mehr von ihm abwenden. Danach zieht er als Bettelsänger durch acht Städte, aus jeder vertrieben. Phron, der ihm gegen Ruhmversprechen den Käse abschwatzt, war, wie es dort heißt, der erste Verleger. Ehrenstein starb 1950 in New York.
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