Alexander Schwab

Unter dem Decknamen Albert Sigrist erschien 1930 in Berlin beim Bücherkreis, einem Lesering für Arbeiter, ein Band über Wohnungsnot, neue Technik und neue Baukunst. Der Deckname war nötig, weil der Verfasser im Staatsdienst stand: Alexander Schwab, 1887 in Stuttgart als Sohn eines Opernkapellmeisters geboren, war von 1928 bis 1933 Pressechef der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung. Vorher hatte er in Rostock, Jena, Heidelberg und Freiburg studiert, 1913 promoviert, in der Jugendbewegung mitgewirkt und sich ab 1917 der Arbeiterbewegung zugewandt, ab 1920 als Mitbegründer der KAPD, deren Delegation er 1921 nach Moskau führte. Ab 1923 lebte er als Wirtschaftsjournalist, schrieb für das Berliner Tageblatt und ab 1927 für die Werkbundzeitschrift „Die Form“ und kannte Hugo Häring, Ludwig Hilberseimer und Mies van der Rohe. 1933 wurde er entlassen, 1936 verhaftet, 1937 zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt; er starb 1943 im Zuchthaus Zwickau. Sein Buch behandelt Grundriss, Miethaus und Städtebau als politische Fragen. Der Nachdruck erschien als Band 42 der Bauwelt Fundamente, herausgegeben von Ulrich Conrads, mit einer Einleitung von Diethart Kerbs.

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