Alfred Brust
Band 78 der Bücherei „Der jüngste Tag“ im Kurt Wolff Verlag München trägt 1919 einen Titel wie ein Bekenntnis: „Der ewige Mensch, Drama in Christo“, gedruckt bei E. Haberland in Leipzig. Geschrieben hat ihn Alfred Brust, 1891 im ostpreußischen Insterburg geboren, 1934 gestorben, einer der Dramatiker des Expressionismus aus dem deutschen Nordosten. Das Stück spielt in einem großen leeren Raum mit rissigen Wänden, in einem verfallenen Haus vor der Stadt. Dort sitzt Cordatus, ein Mensch von dreißig Jahren, in abgetragener Kleidung auf dem Erdboden. Das Mädchen Tamara wandert an ihm vorbei und ruft immer wieder, sie habe ein Tier im Bauch; er antwortet jedes Mal denselben Satz: „Es ist nichts, Tamara. Es ist nichts.“ Seine Schwester Sanna soll ihn heimholen und geht ohne ihn. Steilzack bringt die Nachricht von einem Totschlag, und Cordatus beantwortet sie mit Sätzen über Liebe, Gesetz und Schuld. Ein Christusdrama ohne Krippe und Kreuz, ganz in die Gegenwart von 1919 verlegt.
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