Alissa K.
Temeschwar am Rande Rumäniens ist der Ausgangspunkt von Dark Secret. Nach einem Streit mit ihrer Mutter läuft Melinda Saturnine aus dem Haus und nimmt den Zug in Richtung Arad, wo ihr Onkel Tim ein schäbiges Motel besitzt. Erzählt wird nicht aus Melindas Sicht, sondern aus der eines jungen Mannes, der ihr unbemerkt folgt, sich im Zug als Christian ausgibt und erst nach einer Ohrfeige und einem Würgegriff mit der Wahrheit herausrückt: Er heißt LeiJ Saturnine und ist ihr Halbbruder. Der gemeinsame Vater kam 1995 bei einem Brand ums Leben, gefunden wurde nur eine Leiche, und in dem ausgebrannten Haus gegenüber schläft der Erzähler jetzt auf einem Sofa. Ins Unheimliche kippt das Buch, als eine tiefe Wunde an Melindas Bein von selbst verschwindet.
Vorangestellt ist eine Widmung an alle Freunde. Mitten im Text steht außerdem eine Notiz an die Leser, dass demnächst noch überarbeitet und umgestaltet werde und man bis dahin mit dem Vorliegenden zufrieden sein müsse. Der Ton passt dazu: kurze Sätze, viel Beschreibung von Gesichtern, Licht und Uhrzeiten, und ein Erzähler, der sich beim Abschweifen selbst unterbricht.
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