Aloys Blumauer

Nach der Lockerung der Zensur unter Joseph II. überschwemmten Broschüren den Wiener Buchmarkt: über Stubenmädchen, über Friseure, über Reliquien, über den Mißbrauch des Wörtchens „Von“. „Beobachtungen über Oesterreichs Aufklärung und Litteratur“, 1782 in Wien bei Joseph Edlen von Kurzbeck erschienen, zählt diese Titel seitenweise auf und urteilt trocken, die meisten gehörten in die Rubrik Makulatur. Danach nimmt sich der Text die ernsteren Streitschriften vor, Eybels Frage „Was ist der Pabst?“, Rautenstrauchs Vorstellung an Pius VI., den Papierkrieg mit dem Kuraten Fast bei St. Stephan, und begründet zuletzt, warum ein Prediger auf ein Volk unmittelbarer wirke als ein Schriftsteller und deshalb schärfere Aufsicht verdiene. Geschrieben hat das Aloys Blumauer, 1755 in Steyr geboren und 1798 in Wien gestorben, Jesuitennovize bis zur Aufhebung des Ordens 1773, danach in Wien Herausgeber des Wiener Musenalmanachs, Mitglied der Loge Zur wahren Eintracht und selbst Bücherzensor. Berühmt wurde er mit seiner travestierten „Aeneis“ nach Vergil; in seinen letzten Jahren führte er eine Buchhandlung.

Bücher
1

Bücher von Aloys Blumauer

1 von 1

Mehr in Geschichte

Alle ansehen

Genres von Aloys Blumauer

Ähnliche Autoren