Andreas Latzko

Sechs Erzählungen, 1917 bei Max Rascher in Zürich erschienen und in Deutschland wie in Österreich-Ungarn verboten: „Der Abmarsch“, „Feuertaufe“, „Der Sieger“, „Der Kamerad“, „Heldentod“ und „Heimkehr“. Ihr Verfasser, 1876 in Budapest geboren und auf Deutsch schreibend, hatte als österreichisch-ungarischer Offizier an der Isonzofront gedient und kam schwer erschüttert aus dem Feld zurück. Genau davon handelt „Menschen im Krieg“: vom Lazarettgarten einer kleinen Provinzstadt fünfzig Kilometer hinter der Front, von Offizieren, die auf zusammengeschobenen Bänken über den Krieg plaudern und lachen wie Schulkinder nach der Prüfung, von der blonden Frau, die zu ihrem Mann durchgereist ist und ihn nicht mehr erreicht, weil ihm das Grauen im Blick sitzt, und von drei Männern, die auf zusammen zwei Füßen und sechs Krücken ins Haus humpeln. Latzko widmet den Band „Freund und Feind zu eigen“ und stellt ihm einen Satz voran: „Ich weiß gewiß, die Zeit wird einmal kommen, wo alles denkt wie ich.“ Das Buch machte ihn international bekannt, Romain Rolland und Henri Barbusse gehörten zu seinen Fürsprechern. Die vorliegende Ausgabe zählt bereits das vierunddreißigste bis fünfundvierzigste Tausend. Latzko starb 1943 im Amsterdamer Exil.

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