Angelika Unseld
Ein Igluzelt, das die Erzählerin in der Straßenbahn nach Hause trägt, wird ihr für viereinhalb Jahre zum Schlafzimmer. „no problem - kannste eh nix machen“, erschienen 2021, beginnt in Stuttgart: Nach Jahren an der spanischen Küste hat sie dort an der Abendschule die Ausbildung zur Heilpraktikerin durchgezogen und träumt von einer eigenen Praxis, während ihr Mann Willi im Konzernbüro sitzt und vom Aufbruch redet. Abend für Abend zählt sie Punkte gegen ihn und führt hoch, bis er den Vorsprung mit einem Satz einreißt: Wenn er es nicht versuche, werde er es nie wissen. Mit Flugzeug, Bus, Boot und zu Fuß geht es durch Patagonien, bis die beiden in Los Abedules hängen bleiben, einem Ort am Rand der Trockensteppe, der seit den sechziger Jahren Aussteiger anzieht. Aus einem Abschiedsbesuch bei deutschen Bekannten wird der Kauf eines Grundstücks, das ein anderer Auswanderer aufgibt. Auf das schwäbische Vorleben schaut das Buch spöttisch zurück, Kehrwoche und Maultaschen inbegriffen. Der Untertitel nennt es „Die Geschichte zweier, die auszogen, das einfache Leben zu finden und feststellten, dass es einfach schwierig war“, gewidmet ist es allen, „die es wagen, gegen den Strom zu schwimmen oder wenigstens davon träumen“.
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