Das Blubbern der Titanen in Oz
Ich kaufe mir einen Whirlpool
Ein Geschichtchtchen
von AnBiÖz
Zum Geburtstag für Pummelhuff --- wie gewünscht ;)
Zum fünften Mal drücke ich jetzt schon auf den Klingelknopf und prüfe gleichzeitig zum x-ten Mal die Uhrzeit, indem ich auf meine Armbanduhr mit dem neuen Lederarmband im Giraffenmuster schau. Ich bin definitiv nicht zu früh, sagt mir die Clock, es ist punkt Elf Uhr. Also genau die Zeit, die ich mit meiner liebste Kollegin und besten Freundin ausgemacht habe. Gerade, als ich überlege, welche Qualitäten ich als Einbrecher habe - um die ‚holde Maid‘ vor ‚was auch immer‘ zu schützen – summt die Gegensprechanlage und ein liebevolles „Welcher Arsch stört am frühen Morgen?“ ertönt.
„Mach auf Mini. Ich bins …“, knurre ich genauso nett in dieses Teil.
Ein Kichern ertönt und ein giggelndes „ … sagte der Stöpsel!“
Mit „Komm in die Hufe, Mädchen, um Zwölf sind wir mit Harry verabredet. Wir wollen heute deine Blubberwanne kaufen“, versuche ich sie zur Eile anzutreiben.
Ein Fluch, der mir die Schamesröte ins Gesicht treibt, und ein gebelltes „Ich habe verschlafen, setz dich in deine Knutschkugel und warte!“, beenden die Konversation abrupt.
Ein Grinsen stiehlt sich in mein Gesicht, denn ich merke wieder mal sehr deutlich, wie ähnlich sich mein Mann und seine Schwester – zumindest was den Alltag betrifft - sind. Sie sind im Privaten totale Chaoten, aber im Beruf perfekt – total organisiert und qualifiziert.
Also gehe ich zu meinem Auto und wundere mich etwas, das Moni mein Whirlpool so gefallen hat, dass sie sich jetzt auch so einen zulegen möchte. Während ich mir eine Zigarette anzünde, lehne ich mich an meinen quietschgelben Mini - dem ich gestern an beiden Seiten einen schmalen Streifen Giraffenmuster habe verpassen lassen. Meine Gedanken machen sich selbstständig und ich erinnere mich, wie die Freundschaft mit Moni angefangen hat.
Vor drei Jahren habe ich mir von meinem Erbe eine Eigentumswohnung gekauft und meiner damals auf Wohnungssuche befindlichen Kollegin angeboten, dass ich sie meinem Vermieter als Nachmieterin avisiere. Dieser war froh so schnell jemanden für dieses Wohnblockgedöns gefunden zu haben. Denn es ist nicht unbedingt jedermanns Sache mit zwanzig verschieden Nationalitäten in der Nähe eines Freizeitparkes zu wohnen. Aber wenn man nicht wirklich die Wahl hat …
Tja und dann fragte sie mich, ob sie sich - wegen meiner sofortigen und spontanen – Hilfe, revanchieren könnte. Natürlich sagte ich nein, denn ich hatte ja nichts wirklich Großartiges getan, was Moni – wie waren zwischenzeitlich bei der ‚Du mit Vornamen und unschuldigen Neckereien‘- Phase angekommen – natürlich nicht gelten ließ.
Irgendwie hatte sie mitbekommen, wann und wo ich Mittagspause machte und stand auf einmal neben mir. Das ich ihr meinen Kaffee nicht vor Schreck über ihr Kostüm spuckte, sondern geistesgegenwärtig ein wenig mich selbst und den Boden neben der Parkbank dekorierte, finde ich heute immer noch bemerkenswert. Mein Schreck bezog sich weniger auf ihr Erscheinen, sondern eher auf das, wobei sie mich gestört hat. Denn ich hatte, in einem Katalog eines bekannten Badaustatters verborgen, mir gerade einen 'Gay-Fuck-Roman' reingezogen. Natürlich rein zur Weiterbildung, falls ich endlich wieder einen Kerl für länger an der Backe haben sollte. Ihre erste Reaktion auf meine Kaffeefontäne bestand darin, ihre rechte Augenbraue hoch zu ziehen und sich neben mich auf die Bank zu schmeißen. Die zweite war, mir mein Büchlein zu klauen, sich den Titel anzuschauen und zu murmeln „Ach Du meine Güte, alle süßen Typen sind schwul oder nicht von dieser Welt.“
Nachdem ich mich etwas von dieser Überrumpelungsaktion erholt hatte, sagte ich leise zu ihr: „Dann macht es dir nichts aus, dass ich selbst schwul bin?“ Lieber mal nachfragen denke ich mir. Ich bin zwar geoutet, aber ich binde niemanden meine sexuelle Ausrichtung auf die Nase und vor mir hertragen tue ich sie auch nicht.
„Was?“, fragt sie und schaut mich für ein paar Sekunden verständnislos an, bevor ich eine Kopfnuss bekomme. „Das war für die doofe Frage. Ich werde dich jetzt - ob du willst oder nicht - zu meinem schwulen Freund ernennen.“
Ich holte tief Luft, um meine - eigentlich doch wichtige - Meinung kundzutun, aber sie legt ihren Zeigefinger an meine Lippen und sagte: „Nein Herr Florian Stark, du hast dazu nichts zu sagen und Protestieren kannst du dir auch sparen. Jedes Mädchen braucht einen Tuntenfreund. Außerdem ist das deine Strafe dafür, weil du mir Homophobie zugetraut hast.“ Während ihrer hochwissenschaftlichen Ausführung, warum es rechtens ist mich zu ihrem höchsteigenen ‚Ich-kau-dir-das-Ohr-ab‘ –Vasallen zu machen, nickte sie so vehement mit ihrem Kopf, dass ihr ihre Locken nur so um ihr Gesicht flogen.
So fing unsere, zugegebenermaßen, etwas ungewöhnliche Freundschaft an.
Etwa eine Woche später saßen wir in unserer Mittagspause in einem Café und planten gemeinsam unsere jeweiligen Umzüge, die wir beide - an zwei aufeinander folgenden Tagen - von einem Umzugsunternehmen machen lassen wollten. Da legte sie eine Hand auf meinen Arm und sagte: „Du bist mit deinen Gedanken woanders. Erzähl!“
Anschließend hörte sie sich eine halbe Stunde lang mein Gejammer über die problematische Suche nach einem Whirlpool an und fragte zum Schluss „Was ist denn nun die Krux an der Sache, Herzchen?“
„Sag' mal …“, gab ich entrüstet zurück und ließ die Kuchengabel klirrend auf den Teller fallen, „… hörst du nicht zu? Ich weiß was ich will, habe aber keine Ahnung wo ich das finde oder ob das überhaupt machbar ist - da ich von Sanitärtechnik so viel verstehe, wie ein Bär vom Schlittschuh laufen. Ich habe letztens ein Modell gesehen der meinen Vorstellungen schon entspricht ...“, erzählte ich enthusiastisch und suchte in meinem Handy nach dem Bild. Ich zeigte es ihr sobald ich fündig wurde. „ Schau mal hier, dass ist der 'Titanen' von der Firma 'Oz'. Das kommt meiner Vorstellung von einer Blubberwanne schon sehr nahe. Jetzt muss ich nur noch -dank meines detektivischen Spürsinns, den ich nicht habe -herausfinden, wo die sitzen“, fuhr ich, weit weniger enthusiastisch, fort.
Moni fing an zu grinsen, schnappte sich ihr Handy und nach dem sie gewählt hatte, hörte ich sie sagen: „Na, altes Haus, wie geht es Dir? ... Ja, mir auch“, sie lachte amüsiert auf und antwortet vermutlich auf eine Frage. „Kann ich meinen Bruder nicht einfach mal so anrufen, ohne etwas zu wollen?“, und mit einem verunglückten Grinsen „Du hast mich durchschaut, ich will mal zur Abwechslung was von dir wissen ...Jaahaa ... das vergiss mal ganz schnell wieder.“ Im weiteren Verlauf des Gesprächs bekam ich mit, dass es um meinen Sprudelteich ging und gegen Ende des Telefonates quietschte sie: „Ja, wir nehmen uns morgen frei und kommen bei dir vorbei“, gepaart mit ständigen kleinen Schlägen gegen meine linke Schulter.
„Verdammt ich bin doch kein Punchingball“, knurrte ich leise und bekam prompt einen Tritt gegen mein Schienbein.
„Jammere nicht, ich bin aufgeregt, da ich morgen meinen Bruder Harald das erste Mal auf seiner neuen Arbeitsstelle besuche. Und da es wegen dir ist kommst du mit“, wurde mir von meiner netten Kollegin beschieden, sobald sie das Telefonat beendet hatte. Mein verständnisloser Blick musste wohl Bände gesprochen haben, denn Moni platzte ungeduldig hervor: „Harry arbeitet bei 'Oz' und Du möchtest so ein blubberndes Etwas haben, also nehmen wir uns morgen Urlaub und schauen uns das dort an.“ Genauso machten wir es dann auch.
Am nächsten Tag gegen Mittag fuhren wir auf den Parkplatz der Firma 'Oz' und ich kontrollierte durch einen Blick in den Rückspiegel, ob meine dunkelbraunen Haare noch perfekt verstrubbelt und nicht etwa 'querbeet' lagen. „Man Spiegelaffe, du bist schön genug ... jetzt beeile dich!“, wurde ich von Moni, die schon die Autotür aufriss, zur Eile angetrieben.
„Sag mal, warum bist du so hibbelig? Könnte es sein das du nervös bist?“, fragte ich sie, während ich versuchte mit dem kleinen Energiebündel – das zielgerichtet auf den Eingang der Firma zusteuerte – Schritt zu halten.
Moni blieb abrupt stehen, so dass ich – im wahrsten Sinne des Wortes – auf sie auflief. „Verflucht Mini, musst du so eine Vollbremsung hinlegen? Du kannst von Glück sagen, dass ich genügend Airbagmasse für zwei habe, so das eine Kollision keine Folgeschäden hat!“, meckerte ich sie an.
„Miiiinniiii?“, wurde ich in einem glucksenden Ton gefragt, bevor ich eine Kopfnuss bekam und die – für meine Freundin passende – Erklärung dafür gleich hinterher. „Das ist für dein dich und dein ‚Licht unter den Scheffel stellen‘. Du bist nicht dick. Du bist griffig und knuffig“, belehrte sie mich lächelnd und umarmte mich, mein Gebrumme - das ich weder griffig noch knuffig bin, sondern schlichtweg fett - ignorierend. Dann wurde sie ernst, schaute mich eine Weile an, hängte sich bei mir unter und fing in nachdenklichen Ton zum Reden an: „Das mit Harry und mir ist nicht so einfach. Ich bin die ältere von uns beiden, ganze acht Jahre. Als unsere Eltern bei einem Unfall ums Leben kamen, war Harry erst vierzehn, tja und ab da habe ich auf ihn aufgepasst … und es wohl übertrieben. Nach einem heftigen Streit vor ein paar Jahren halte ich mich zurück. Wir kommen jetzt wieder gut miteinander klar – solange ich mich nicht zu sehr einmische.“ Darauf wusste ich nichts zu erwidern und drückte deshalb ihren Arm, um ihr zu zeigen dass ich für sie da bin. Sogleich gab sie mir ein Kuss auf die Wange und zog mich mit den Worten „Lassen wir die ollen Kamellen und gehen lieber schauen, ob es deinen Zweimannteich hier gibt“, hinter sich her.
Nachdem wir schon zwanzig Minuten diverse Blubberkeramiken angeschaut hatten, wurde ich langsam stinkig. Ich hasse warten. Dass wir beide eine halbe Stunde zu früh dran waren zu dem hochoffiziellen Termin mit diesem Harry, spielte dabei keine Rolle. Ich war gerade dabei tief Luft zu holen, um meinem Unmut freien Lauf zu lassen, da ertönte hinter uns ein - mit sehr tiefer Stimme -gegrolltes „Hallo Zwerg! Du und der Stöpsel seid zu zeitig.“.
Bevor ich nachdenken konnte um zu überlegen was ich gerade tat, hatte ich mich schon umgedreht und sagte: „Was sollen die Beleidigungen und das auch noch am frühen Morgen? Wenn Sie der hochgelobte Bruder sind, dann lassen Sie sich gesagt sein, dass ihre Schwester ein besseres Benehmen hat als Sie. Moni sagt wenigstens erst guten Tag, bevor sie anfängt zu beleidigen.“ Monis Kichern und das dröhnende Lachen vor mir, ließen mich die Situation endlich begreifen und mein Kopf wurde mit einem Schlag klar. Ich stand, zu meiner vollen Größe von 1,66 m aufgebaut, Hände in die Seiten gestemmt, vor einem Schrank von Mann und keifte wie eine Waschweib… noch größenwahnsinniger ging nicht mehr. Nun war nur noch eines wirksam, damit ich nicht vermöbelt und aufgefressen wurde. Ein strategischer Rückzug war unvermeidlich und zwar der in der Form von ‚Beine in die Hand nehmen und schnell weg‘.
Bei der Umsetzung meines Planes wurde ich jedoch gestört, denn in dem Moment in dem ich mich wegdrehen wollte, wurde ich an meinen Oberarmen gepackt, diese mir an den Körper gepresst und ich angehoben. Ich war gerade dabei meinem letzten und einzigem Gebet überhaupt den letzten Schliff zu verpassen um dann mit meinem Leben abzuschließen, da wurde ich wieder abgestellt. Langsam und vorsichtig öffnete ich meine zugekniffenen Augen und sah in dunkelbraune, fast schwarze Augen, die mich forschend ansahen. Er beugte sich vor und ̓ flüsterte „Atme Kleiner, atme!“, an meinem Ohr und die Tonlage bescherte mir eine Gänsehaut.
Ich stieß, wie von mir verlangt, meine angehaltene Luft aus und merkte sehr genau seine Gegenwart. Inzwischen war Harry ein Stück von mir abgerückt und als ich ihn ansah, versank ich in seinem Blick. Seine dunklen Iriden hielten meinen Blick fest. Wie lange wir so standen weiß ich nicht mehr. Irgendwann sagte er leise: „Du standest im Weg und merktest es nicht, da habe ich nachgeholfen.“
Genauso leise erwiderte ich: „Hat Dir niemand beigebracht, dass man wieder aufräumen muss, wenn man etwas benutzt hat?“ Ich gebe zu, ich wollte noch einmal seine Kraft an meinem Körper spüren.
Ein Schmunzeln war die einzige Antwort darauf, bevor ich wieder – so wie zuvor – genommen und an meinen ursprünglichen Platz gestellt wurde. Der einzige Unterschied bestand in meinem Verhalten, den jetzt kniff ich meine Augen nicht zusammen, sondern schaute mit wachsender Begeisterung in sein Gesicht – oder vielmehr in seine Augen, die mich noch immer magisch anzogen. Als ich auf dem Boden stand, lockerte er zwar seinen Griff, ließ mich aber trotzdem nicht los. Wie durch Watte hörte ich Moni „Jungs ihr seid Zucker!“, quietschen. Harry gab mir einen sanften Kuss auf die Stirn und murmelte: „Wir sollten endlich das tun, weswegen ihr hergekommen seid und nicht das was ich mit dir jetzt gerne tun würde.“, und wackelte dabei mit seinen Augenbrauen. Da in meinem Hirn gähnende Leere herrschte, konnte ich erst nach angestrengter Akrobatik meiner Gehirnwindungen eine Verbindung zwischen seiner Aussage und meiner Anwesenheit hier herstellen.
Von der anschließenden Verkaufsaktion bekam ich nicht viel mit. Erstens verstand ich die technischen Details sowieso nicht, da ich von Technik so viel verstehe wie ein Grönlandwal vom Laufen. Zweitens war ich – wenn ich zufällig geistig anwesend war – durch zufällige Berührungen oder lange Blicke Harrys wieder aus dem Konzept gebracht worden. Schlussendlich ist es wohl Harrys Ehrlichkeit und Monis Wachsamkeit zu verdanken, dass ich zu meinem Whirlpool kam und jetzt bald das ‚Blubbern der Titanen von Oz‘ in meinen vier Wänden rauschen würde. In den nächsten zwei Wochen zog ich um und die Blubberwanne bei mir ein. Harry war bei den Einbauterminen vor Ort - obwohl das gar nicht seine eigentliche Arbeit war, wie er mir viel später gestand - und anschließend sind wir meist noch auf einen Kaffee bei mir sitzen geblieben. Bei unserem letzten Kaffee gab er mir einen heißen Kuss und da war es um mich geschehen. Meine Zurückhaltung ging flöten, wie Wasser im heißen Wüstensand und wir verbrachten unsere erste wundervolle Nacht. Seit zweieinhalb Jahren sind wir jetzt ein Paar, was mir bis heute wie ein Traum vorkommt. Das dieser große, starke Mann ganz allein mir gehört, ist für mich immer noch unglaublich.
Lautes Türenschlagen und ein über den Gehsteig geschrienes „An was denkst du jetzt schon wieder? Du hast so ein debiles Grinsen im Gesicht. Nein ich will es nicht wissen!“, katapultieren mich aus meinen Gedanken. Um nicht antworten zu müssen, schaue ich demonstrativ auf die Uhr und erschrecke, da es ‚kurz vor knapp‘ ist. Doch ich komme nicht dazu meine Lieblingschaotin anzutreiben, da sie mir schon mit den Worten „Ich habe Bescheid gesagt, dass wir kurz vor Ladenschluss, einfallen. Mein Brüderchen lässt sich vom Chef den Schlüssel geben“, den Wind aus den Segeln nimmt.
Da Moni ein ausgesprochener Morgenmuffel ist und die bisherige Konversation den Rahmen des für sie erträglichen schon zu sprengen droht, schweigen wir den Rest der Fahrt und hängen – jeder für sich - unseren Gedanken nach. Als wir auf dem Parkplatz halten, kann ich mich doch nicht mehr bremsen und muss endlich die Frage stellen, die mich schon die ganze Zeit beschäftigt. „Sag mal Mini, warum zum Kuckuck möchtest du in deiner Mietwohnung einen Blubberteich?“
„Tja Schätzchen, das frage ich mich auch“, bekomme ich zur Antwort und schon steigt sie aus. Ich komme auch nicht dazu weiter nachzufragen, da sie mit eiligen Schritten Richtung Eingang des Badausstatters geht. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen sie flüchtet. Bloß wovor?
Ich habe alle Mühe sie bei den Menschen, die mir entgegenkommen, nicht zu verlieren. Nachdem wir dann den Eingang hinter uns haben wird es ruhiger und ich habe das Gefühl, dass die Verkäufer die uns begegnen besonders freundlich Grinsen. Jetzt kommt sogar eins von diesen Verkaufsschlachtschiffen auf uns zu und sagt zu Moni „Herr Weinreich ist in der Abteilung sechs … einfach dem Gang weiter folgen und am Ende links abbiegen. Nach ein paar Metern sehen Sie es.“ Wieder komme ich nicht dazu nachzufragen, da Moni schon wieder vorausrennt. Langsam komme ich mir verarscht vor und ich werde sehr ungehalten.
Endlich sind wir auf der Zielgeraden und biegen, wie uns vorher gesagt wurde, nach links ab, da sehe ich aus einer der Abteilungen Lichtschein. Zielstrebig halte ich darauf zu und wundere mich nur kurz, dass von Moni plötzlich nichts mehr zu sehen ist.
Als ich vor dem genannten Abteil stehe, werden mir die Knie weich und meine glimmende Wut weicht Rührung. Denn dort, in einem leeren Whirlpool, umringt von Teelichtern steht mein Harry und sinkt – sobald er mich sieht - vor mir auf die Knie. Von irgendwoher dringt leise ‚ I`d Do Anything for Love‘ von Meat Loaf an mein Ohr. Ich trete ganz vorsichtig, da ich mir das Bild für meine Erinnerungen speichern will, an den Whirlpool.
Dann höre ich nur noch seine kraftvolle Stimme, die zu mir spricht: „Du bist für mich mein ruhiger Hafen und auch die stürmische See - bei dir fühle ich mich zu Hause. Bei dir bin ich im Himmel und doch auch in der Hölle - du gibst mir alles und nimmst so wenig. Ich möchte dich ständig Umarmen und beschützen, obwohl ich weiß, dass du das selber kannst. Du gibst mir alles was ich brauche und noch viel mehr. Florian … möchtest du mich heiraten?“ Jetzt gibt es kein Halten mehr für mich, ich umarme meinen Kerl so fest ich nur kann und wir versinken in einen innigen Kuss. Irgendwann zwischen Luftholen und weiterküssen nuschle ich ein „Ja – und wie ich will!“, und schwöre mir, meinen Blubberwannenverkäufer für immer festzuhalten.
ENDE