Das Kapital - Vollständige Gesamtausgabe in 3 Bänden
20. Einfache Reproduktion
Dieses Kapitel ist lang und deshalb in 4 Teile geteilt.
In der Zirkulation G – W... P... W' – G' ist der erste Akt G – W des einen Kapitalisten der letzte W' – G' eines andern (oder Teil davon); ob dies W, wodurch G in produktives Kapital umgesetzt wird, für den Verkäufer von W (der also dies W in Geld umsetzt) konstanten Kapitalbestandteil, variablen Kapitalbestandteil oder Mehrwert vorstellt, ist für die Warenzirkulation selbst durchaus gleichgültig.
Was die Klasse I in bezug auf den Bestandteil v + m ihres Warenprodukts angeht, so zieht sie mehr Geld aus der Zirkulation heraus, als sie hineingeworfen hat. Erstens kehren ihr die 1000 Pfd. St. variables Kapital zurück; zweitens verkauft sie (siehe oben, Umsetzung Nr. 4) für 500 Pfd. St. Produktionsmittel: damit ist die Hälfte ihres Mehrwerts versilbert; dann (Umsetzung Nr. 6) verkauft sie wieder für 500 Pfd. St. Produktionsmittel, die zweite Hälfte ihres Mehrwerts, und damit ist der ganze Mehrwert in Geldform der Zirkulation entzogen worden; also sukzessive 1. variables Kapital in Geld rückverwandelt = 1000 Pfd. St.; 2. die Hälfte des Mehrwerts versilbert = 500 Pfd. St.; 3. die andre Hälfte des Mehrwerts = 500 Pfd. St.; also Summa: 1000 + 1000 versilbert = 2000 v m Pfd. St. Obgleich I (abgesehn von den später zu betrachtenden Umsätzen, die die Reproduktion von I vermitteln) nur 1000 Pfd. St. in Zirkulation c
warf, hat es ihr doppelt soviel entzogen. Natürlich verschwindet das versilberte (in G verwandelte) m sofort wieder in andre Hand (II) dadurch, daß dies Geld in Konsumtionsmitteln vermöbelt wird. Die Kapitalisten von I haben nur soviel in Geld entzogen, als sie an Wert in Ware hineinwarfen; daß dieser Wert Mehrwert ist, d.h. den Kapitalisten nichts kostet, ändert absolut nichts am Wert dieser Waren selbst; ist also, soweit es sich um Wertumsatz in der Warenzirkulation handelt, vollständig gleichgültig. Die Versilberung des Mehrwerts ist natürlich verschwindend, wie alle andern Formen, die das vorgeschoßne Kapital in seinen Umsetzungen durchläuft. Sie dauert gerade nur so lange wie der Zwischenraum zwischen Verwandlung der Ware I in Geld und der darauffolgenden Verwandlung des Geldes I in Ware II.
Wären die Umschläge kürzer angenommen – oder, vom Standpunkt einfacher Warenzirkulation aus betrachtet, die Anzahl der Umläufe des zirkulierenden Geldes rascher –, so wäre noch weniger Geld hinreichend, um die umgesetzten Warenwerte zu zirkulieren; die Summe ist stets bestimmt – wenn die Anzahl der sukzessiven Umsätze gegeben – durch die Preissumme, resp. Wertsumme, der zirkulierenden Waren. Welche Proportion dieser Wertsumme aus Mehrwert einerseits und Kapitalwert andrerseits besteht, ist dabei durchaus gleichgültig.
Würde in unserm Beispiel der Arbeitslohn bei I viermal des Jahres ausgezahlt, so 4 * 250 = 1000. Es würden also 250 Pfd. St. in Geld hinreichen für die Zirkulation I 1/ II und für die Zirkulation zwischen v – 2 c dem variablen Kapital I und der Arbeitskraft I. Ebenso wären, wenn die v
Zirkulation zwischen I und II in vier Umschlägen erfolgt, nur 250 Pfd. St. m c
dazu nötig, also im ganzen eine Geldsumme, resp. ein Geldkapital von 500 Pfd. St. für Zirkulation von Waren zum Betrag von 5000 Pfd. St. Der Mehrwert würde dann, statt zweimal sukzessive zur Hälfte, jetzt viermal sukzessive zu 1/ versilbert. 4
Wenn statt II, in Umsetzung Nr. 4, I als Käufer auftritt, also 500 Pfd. St. Geld in Konsumtionsmitteln von selbem Wertumfang verausgabt, so kauft dann II in Umsetzung Nr. 5 Produktionsmittel mit denselben 500 Pfd. St.; 6. I kauft Konsumtionsmittel mit selben 500 Pfd. St.; 7. II kauft mit selben 500 Pfd. St. Produktionsmittel; die 500 Pfd. St. kehren also schließlich zu I, wie vorhin zu II, zurück. Der Mehrwert wird hier versilbert durch von seinen kapitalistischen Produzenten selbst in ihrer Privatkonsumtion verausgabtes Geld, das antizipierte Revenue vorstellt, antizipierte Einnahme aus dem in der noch zu verkaufenden Ware steckenden Mehrwert. Die Versilberung des Mehrwerts findet nicht statt durch den Rückfluß der 500 Pfd. St.; denn neben den 1000 Pfd. St. in Ware I hat I, am Schluß von v Umsetzung Nr. 4, 500 Pfd. St. in Geld in die Zirkulation geworfen, und dies war zuschüssig, nicht – soviel wir wissen – Erlös verkaufter Ware. Fließt dies Geld an I zurück, so hat I damit nur sein zuschüssiges Geld zurückerhalten, nicht seinen Mehrwert versilbert. Die Versilberung des Mehrwerts von I findet nur statt durch den Verkauf der Waren I , worin er m steckt, und dauert jedesmal nur so lang, als das durch Verkauf der Ware eingelöste Geld nicht von neuem in Konsumtionsmitteln verausgabt ist.
I kauft mit zuschüssigem Geld (500 Pfd. St.) von II Konsumtionsmittel; dies Geld ist verausgabt von I, es hat dafür Äquivalent in Ware II; das Geld fließt zum ersten Mal zurück dadurch, daß II von I für 500 Pfd. St. Ware kauft; es fließt also zurück als Äquivalent der von I verkauften Ware, aber diese Ware kostet I nichts, bildet also Mehrwert für I, und so versilbert das von ihm selbst in Zirkulation geworfne Geld seinen eignen Mehrwert; ebenso bei seinem zweiten Kauf (Nr. 6) hat I sein Äquivalent in Ware II erhalten. Gesetzt, II kaufe nun nicht (Nr. 7) Produktionsmittel von I, so hätte I in der Tat für 1000 Pfd. St. Konsumtionsmittel gezahlt – seinen ganzen Mehrwert als Revenue verzehrt –, nämlich 500 in seinen Waren I (Produktionsmitteln) und 500 in Geld; es hätte dagegen noch für 500 Pfd. St. in seinen Waren I (Produktionsmitteln) auf Lager und wäre dagegen 500 Pfd. St. in Geld losgeworden.
Dahingegen hätte II drei Viertel seines konstanten Kapitals aus der Form von Warenkapital in produktives Kapital rückverwandelt; ein Viertel dagegen in der Form von Geldkapital (500 Pfd. St.), in der Tat von brachliegendem Geld oder seine Funktion unterbrechendem und abwartendem Geld. Dauerte diese Situation länger, so müßte II die Stufenleiter der Reproduktion um ein Viertel reduzieren. – Die 500 in Produktionsmitteln aber, die I auf dem Hals hat, sind nicht in Warenform existierender Mehrwert; sie sind an der Stelle der vorgeschoßnen 500 Pfd. St. Geld da, die I besaß neben seinem Mehrwert von 1000 Pfd. St. in Warenform. Als Geld befinden sie sich in stets realisierbarer Form; als Ware sind sie momentan unverkäuflich. Soviel ist klar, daß einfache Reproduktion – wo jedes Element des produktiven Kapitals in II wie in I ersetzt werden muß – hier nur möglich bleibt, wenn die 500 Goldvögel zurückkehren zu I, das sie zuerst ausfliegen ließ.
Gibt ein Kapitalist (hier haben wir nur noch industrielle Kapitalisten vor uns, zugleich Repräsentanten aller andern) Geld aus in Konsumtionsmitteln, so ist es für ihn alle geworden, den Weg alles Fleisches gegangen. Fließt es wieder zu ihm zurück, so kann das nur geschehn, soweit er es für Waren – also durch sein Warenkapital – aus der Zirkulation herausfischt. Wie der Wert seines ganzen jährlichen Warenprodukts (das für ihn = Warenkapital), so ist der jedes Elements desselben, d.h. der Wert jeder einzelnen Ware, für ihn zerfällbar in konstanten Kapitalwert, variablen Kapitalwert und Mehrwert. Die Versilbrung jeder einzelnen der Waren (die als Elemente das Warenprodukt bilden) ist also zugleich Versilbrung eines gewissen Quotums des im ganzen Warenprodukt steckenden Mehrwerts. Es ist also im gegebnen Fall wörtlich richtig, daß der Kapitalist selbst das Geld in die Zirkulation warf – und zwar bei Verausgabung desselben in Konsumtionsmitteln –, womit sein Mehrwert versilbert, alias realisiert wird. Es handelt sich dabei natürlich nicht um identische Geldstücke, sondern um einen Betrag in klingendem Geld, gleich dem (oder gleicher Teil von dem), den er zur Bestreitung persönlicher Bedürfnisse in die Zirkulation geworfen.
In der Praxis geschieht dies in doppelter Weise: Ist das Geschäft erst innerhalb des laufenden Jahrs eröffnet worden, so dauert es gute Weile, im besten Fall einige Monate, bevor der Kapitalist aus der Geschäftseinnahme selbst Geld für seinen persönlichen Konsum ausgeben kann. Er suspendiert deswegen keinen Augenblick seine Konsumtion. Er schießt sich selbst (ob aus eigner oder per Kredit aus fremder Tasche, ist hier ganz gleichgültiger Umstand) Geld auf erst zu ergatternden Mehrwert vor; damit aber auch zirkulierendes Medium zur Realisation später zu realisierenden Mehrwerts. Ist das Geschäft dagegen schon länger im regelmäßigen Gang, so verteilen sich Zahlungen und Einnahmen auf verschiedne Termine während des Jahrs. Eins aber geht ununterbrochen fort, die Konsumtion des Kapitalisten, die antizipiert und deren Umfang berechnet wird nach gewisser Proportion zu der gewohnten oder veranschlagten Einnahme. Mit jeder Portion verkaufter Ware wird auch ein Teil des jährlich zu machenden Mehrwerts realisiert. Würde aber während des ganzen Jahrs nur soviel der produzierten Ware verkauft, wie nötig, um die in ihr enthaltnen konstanten und variablen Kapitalwerte zu ersetzen; oder fielen die Preise so, daß beim Verkauf des ganzen jährlichen Warenprodukts nur der in ihm enthaltne vorgeschoßne Kapitalwert realisiert würde, so träte der antizipatorische Charakter des auf künftigen Mehrwert hin verausgabten Geldes klar hervor. Macht unser Kapitalist Fallite, so untersuchen seine Gläubiger und das Gericht, ob seine antizipierten Privatausgaben in richtiger Proportion zum Umfang seines Geschäfts und der selbem gewöhnlich oder normal entsprechenden Mehrwerteinnahme stehn.
Mit Bezug auf die ganze Kapitalistenklasse erscheint aber der Satz, daß sie das Geld zur Realisation ihres Mehrwerts (resp. auch zur Zirkulation ihres Kapitals, konstanten und variablen) selbst in die Zirkulation werfen muß, nicht nur nicht paradox, sondern als notwendige Bedingung des ganzen Mechanismus: denn hier gibt es nur zwei Klassen: die Arbeiterklasse, die nur über ihre Arbeitskraft verfügt; die Kapitalistenklasse, die im Monopolbesitz der gesellschaftlichen Produktionsmittel wie des Geldes ist. Das Paradoxe läge darin, wenn die Arbeiterklasse in erster Instanz das zur Realisation des in den Waren steckenden Mehrwerts notwendige Geld aus eignen Mitteln vorschösse. Der einzelne Kapitalist verrichtet diesen Vorschuß aber immer nur in der Form, daß er als Käufer agiert, Geld verausgabt im Ankauf von Konsumtionsmitteln oder Geld vorschießt im Ankauf von Elementen seines produktiven Kapitals, sei es von Arbeitskraft, sei es von Produktionsmitteln. Er gibt das Geld immer nur weg gegen ein Äquivalent. Er schießt der Zirkulation nur Geld vor in derselben Art, wie er ihr Ware vorschießt. Er agiert beidemal als Ausgangspunkt ihrer Zirkulation.
Der wirkliche Hergang wird durch zwei Umstände verdunkelt.
1. Die Erscheinung des Handelskapitals (dessen erste Form immer Geld, da der Kaufmann als solcher kein "Produkt" oder "Ware" herstellt) und des Geldkapitals, als Gegenstandes der Manipulation einer besondern Sorte von Kapitalisten, in dem Zirkulationsprozeß des industriellen Kapitals.
2. Die Spaltung des Mehrwerts – der in erster Hand immer in Hand des industriellen Kapitalisten sich befinden muß – in verschiedne Kategorien, als deren Träger neben dem industriellen Kapitalisten der Grundbesitzer (für Bodenrente), der Wucherer (für Zins) etc. erscheinen, ditto die Regierung und ihre Beamten, Rentiers etc. Diese Burschen erscheinen als Käufer gegenüber dem industriellen Kapitalisten und insoweit als Versilbrer seiner Waren; pro parte werfen auch sie "Geld" in die Zirkulation, und er erhält es von ihnen. Wobei stets vergessen wird, aus welcher Quelle sie es ursprünglich erhielten und stets wieder von neuem erhalten.
VI. Das konstante Kapital der Abteilung I 54
Es bleibt noch zu untersuchen das konstante Kapital der Abteilung I = 4000 I . Dieser Wert ist gleich dem im Warenprodukt I c
wiedererscheinenden Wert der in der Produktion dieser Warenmasse verzehrten Produktionsmittel. Dieser wiedererscheinende Wert, der nicht in dem Produktionsprozeß I produziert, sondern das Jahr vorher als konstanter Wert in ihn eintrat, als gegebner Wert seiner Produktionsmittel, existiert jetzt in dem ganzen Teil der Warenmasse I, die nicht von der Kategorie II absorbiert ist; und zwar ist der Wert dieser Warenmasse, die so in der Hand der Kapitalisten I bleibt, = 2/ des Werts ihres ganzen jährlichen 3
Warenprodukts. Bei dem einzelnen Kapitalisten, der ein besondres Produktionsmittel produziert, konnten wir sagen: Er verkauft sein Warenprodukt, er verwandelt es in Geld. Indem er es in Geld verwandelt, hat er auch den konstanten Wertteil seines Produkts in Geld rückverwandelt. Mit diesem in Geld verwandelten Wertteil kauft er dann von andren Warenverkäufern seine Produktionsmittel wieder ein oder verwandelt den konstanten Wertteil seines Produkts in eine Naturalform, worin er von neuem als produktives konstantes Kapital fungieren kann. Jetzt dagegen wird diese Voraussetzung unmöglich. Die Kapitalistenklasse I umschließt die Gesamtheit der Kapitalisten, die Produktionsmittel produzieren. Außerdem ist das Warenprodukt von 4000, das in ihrer Hand geblieben, ein Teil des gesellschaftlichen Produkts, der gegen keinen andern auszutauschen ist, denn es existiert kein solcher andrer Teil des Jahresprodukts mehr. Mit Ausnahme dieser 4000 ist bereits über den ganzen Rest disponiert; ein Teil ist durch den gesellschaftlichen Konsumtionsfonds absorbiert, und ein andrer Teil hat das konstante Kapital der Abteilung II zu ersetzen, die bereits alles ausgetauscht hat, worüber sie im Austausch mit Abteilung I verfügen kann.
Die Schwierigkeit löst sich sehr einfach, wenn man erwägt, daß das ganze Warenprodukt I seiner Naturalform nach aus Produktionsmitteln besteht, d.h. aus den stofflichen Elementen des konstanten Kapitals selbst. Es zeigt sich hier dasselbe Phänomen wie vorhin sub II, nur unter einem andern Aspekt. Sub II bestand das ganze Warenprodukt in Konsumtionsmitteln; ein Teil desselben, gemessen durch den in diesem Warenprodukt enthaltnen Arbeitslohn plus Mehrwert, konnte daher von seinen eignen Produzenten verzehrt werden. Hier sub I besteht das ganze Warenprodukt aus Produktionsmitteln, Baulichkeiten, Maschinerie, Gefäßen, Roh- und Hilfsstoffen etc. Ein Teil derselben, derjenige, welcher das in dieser Sphäre angewandte konstante Kapital ersetzt, kann daher in seiner Naturalform sofort von neuem als Bestandteil des produktiven Kapitals fungieren. Soweit er in Zirkulation tritt, zirkuliert er innerhalb der Klasse I. Sub II wird ein Teil des Warenprodukts in natura von seinen eignen Produzenten individuell, sub I dagegen wird ein Teil des Produkts in natura von seinen kapitalistischen Produzenten produktiv konsumiert.
In dem Teil des Warenprodukts I = 4000 erscheint der in dieser c Kategorie konsumierte konstante Kapitalwert wieder, und zwar in einer Naturalform, worin er sofort wieder als produktives konstantes Kapital fungieren kann. Sub II geht der Teil des Warenprodukts von 3000, dessen Wert gleich Arbeitslohn plus Mehrwert (= 1000), direkt in die individuelle Konsumtion der Kapitalisten und Arbeiter von II ein, während dagegen der konstante Kapitalwert dieses Warenprodukts (= 2000) nicht wieder in die produktive Konsumtion der Kapitalisten II eingehn kann, sondern durch Austausch mit I zu ersetzen ist.
Sub I dagegen geht der Teil seines Warenprodukts von 6000, dessen Wert gleich Arbeitslohn plus Mehrwert (= 2000), nicht in die individuelle Konsumtion seiner Produzenten ein und kann es auch seiner Naturalform nach nicht. Er muß vielmehr erst mit II ausgetauscht werden. Der konstante Wertteil dieses Produkts = 4000 befindet sich umgekehrt in einer Naturalform, worin er – die ganze Kapitalistenklasse I betrachtet – – direkt wieder als deren konstantes Kapital fungieren kann. In andren Worten: Das ganze Produkt der Abteilung I besteht aus Gebrauchswerten, die ihrer Naturalform nach – bei kapitalistischer Produktionsweise – nur als Element des konstanten Kapitals dienen können. Von diesem Produkt zum Wert von 6000 ersetzt also ein Drittel (2000) das konstante Kapital der Abteilung II und die übrigen 2/ das konstante Kapital der Abteilung I. 3
Das konstante Kapital I besteht in einer Masse verschiedner Kapitalgruppen, die in den verschiednen Produktionszweigen von Produktionsmitteln angelegt sind, so viel in Eisenhütten, so viel in Kohlengruben etc. Jede dieser Kapitalgruppen oder jedes dieser gesellschaftlichen Gruppenkapitale setzt sich wieder zusammen aus einer größern oder geringern Masse selbständig fungierender Einzelkapitale. Erstens zerfällt das Kapital der Gesellschaft, z.B. 7500 (was Millionen usw. bedeuten kann) in verschiedne Kapitalgruppen; das gesellschaftliche Kapital von 7500 ist zerfällt in besondre Teile, wovon jeder in einem besondren Produktionszweig angelegt; der in jedem besondren Produktionszweig angelegte Teil des gesellschaftlichen Kapitalwerts besteht der Naturalform nach teils in den Produktionsmitteln jeder besondren Produktionssphäre, teils aus der für ihren Betrieb nötigen und entsprechend qualifizierten Arbeitskraft, verschieden modifiziert durch die Teilung der Arbeit, je nach der spezifischen Arbeitsart , die sie in jeder einzelnen Produktionssphäre zu leisten hat. Der in jedem besondren Produktionszweig angelegte Teil des gesellschaftlichen Kapitals besteht wieder aus der Summe der in ihm angelegten, selbständig fungierenden Einzelkapitale. Dies gilt selbstredend für beide Abteilungen, für I wie für II.
Was nun sub I den in Form seines Warenprodukts wiedererscheinenden konstanten Kapitalwert angeht, so geht er zum Teil in die besondre Produktionssphäre (oder selbst in den individuellen Geschäftsbetrieb), woraus er als Produkt herauskommt, auch wieder als Produktionsmittel ein; z.B. Korn in die Kornproduktion, Kohle in die Kohlenproduktion, Eisen in Form von Maschinen in die Eisenproduktion usw.
Soweit jedoch die Teilprodukte, woraus der konstante Kapitalwert von I besteht, nicht wieder direkt in ihre besondre oder individuelle Produktionssphäre eingehn, wechseln sie nur den Platz. Sie gehn in Naturalform ein in eine andre Produktionssphäre der Abteilung I, während das Produkt andrer Produktionssphären der Abteilung I sie in natura ersetzt. Es ist bloßer Stellenwechsel dieser Produkte. Sie gehn alle wieder ein als Faktoren, die konstantes Kapital in I ersetzen, nur statt in einer Gruppe von I in einer andern. Soweit hier Austausch zwischen den einzelnen Kapitalisten von I stattfindet, ist es Austausch einer Naturalform von konstantem Kapital gegen eine andre Naturalform von konstantem Kapital, einer Sorte Produktionsmittel gegen andre Sorten Produktionsmittel. Es ist Austausch der verschiednen individuellen konstanten Kapitalteile von I untereinander. Die Produkte werden, soweit sie nicht direkt als Produktionsmittel in ihren eignen Produktionszweigen dienen, aus ihrer Produktionsstätte in eine andre entfernt und ersetzen sich so wechselseitig. In andren Worten (ähnlich wie sub II für den Mehrwert geschehn): jeder Kapitalist sub I zieht im Verhältnis, worin er Miteigentümer an diesem konstanten Kapital von 4000, die ihm nötigen entsprechenden Produktionsmittel aus dieser Warenmasse heraus. Wäre die Produktion gesellschaftlich statt kapitalistisch, so ist klar, daß diese Produkte der Abteilung I unter die Produktionszweige dieser Abteilung, zum Behuf der Reproduktion, nicht minder beständig wieder als Produktionsmittel verteilt würden, ein Teil direkt in der Produktionssphäre bliebe, wo er als Produkt herauskam, ein andrer Teil dagegen nach andren Produktionsstätten entfernt würde, und so ein beständiges Hin und Her zwischen den verschiednen Produktionsstätten dieser Abteilung stattfände.
VII. Variables Kapital und Mehrwert in beiden Abteilungen
Der Gesamtwert der jährlich produzierten Konsumtionsmittel ist also gleich dem während des Jahrs reproduzierten variablen Kapitalwert II plus dem neuproduzierten Mehrwert II (d.h. gleich dem sub II während des Jahrs produzierten Wert) plus dem während des Jahrs reproduzierten variablen Kapitalwert I und dem neuproduzierten Mehrwert I (also plus dem sub I während des Jahrs produzierten Wert).
Unter Voraussetzung einfacher Reproduktion ist also der Gesamtwert der jährlich produzierten Konsumtionsmittel gleich dem jährlichen Wertprodukt, d.h. gleich dem ganzen durch die gesellschaftliche Arbeit während des Jahrs produzierten Wert, und muß es sein, da bei einfacher Reproduktion dieser ganze Wert verzehrt wird.
Der totale gesellschaftliche Arbeitstag zerfällt in zwei Teile: 1. notwendige Arbeit; sie schafft im Lauf des Jahrs einen Wert von 1500 ; 2. v Mehrarbeit; sie schafft einen zuschüssigen Wert oder Mehrwert von 1500 . m Die Summe dieser Werte = 3000, ist gleich dem Wert der jährlich produzierten Konsumtionsmittel von 3000. Der Totalwert der während des Jahrs produzierten Konsumtionsmittel ist also gleich dem Totalwert, den der totale gesellschaftliche Arbeitstag während des Jahrs produziert, gleich dem Wert des gesellschaftlichen variablen Kapitals plus dem gesellschaftlichen Mehrwert, gleich dem totalen jährlichen Neuprodukt.
Aber wir wissen, daß, obgleich diese beiden Wertgrößen sich decken, deswegen keineswegs der Totalwert der Waren II, der Konsumtionsmittel, in dieser Abteilung der gesellschaftlichen Produktion produziert worden ist. Sie decken sich, weil der sub II wiedererscheinende konstante Kapitalwert gleich ist dem sub I neuproduzierten Wert (variablem Kapitalwert plus Mehrwert); daher I den Teil des Produkts von II kaufen kann, der für (v + m)
seine Produzenten (in Abteilung II) konstanten Kapitalwert darstellt. Es zeigt sich daher, warum, obgleich für die Kapitalisten II der Wert ihres Produkts zerfällt in c + v + m, gesellschaftlich betrachtet der Wert dieses Produkts zerfällbar ist in v + m. Dies ist nämlich nur der Fall, weil II hier c gleich I und diese beiden Bestandteile des gesellschaftlichen Produkts (v + m)
durch ihren Austausch ihre Naturalformen miteinander austauschen, daher nach diesem Umsatz II wieder in Produktionsmitteln, I dagegen in c (v + m)
Konsumtionsmitteln existiert.
Und es ist dieser Umstand, der A. Smith veranlaßt hat zu behaupten, der Wert des jährlichen Produkts löse sich in v + m auf. Es gilt dies 1. nur für den aus Konsumtionsmitteln bestehenden Teil des jährlichen Produkts, und 2. gilt es nicht in dem Sinn, daß dieser Totalwert in II produziert wird und sein Produktenwert daher gleich ist dem sub II vorgeschoßnen variablen Kapitalwert plus dem sub II produzierten Mehrwert. Sondern nur in dem Sinn, daß II = II + I oder weil II = I . (c + v + m) (v + m) (v + m) c (v + m)
Es folgt ferner:
Obgleich der gesellschaftliche Arbeitstag (d.h. die während des ganzen Jahrs von der gesamten Arbeiterklasse verausgabte Arbeit), wie jeder individuelle Arbeitstag, nur in zwei Teile zerfällt, nämlich in notwendige Arbeit plus Mehrarbeit, obgleich daher der von diesem Arbeitstag produzierte Wert ebenfalls nur in zwei Teile zerfällt, nämlich in den variablen Kapitalwert, d.h. den Wertteil, womit der Arbeiter seine eignen Reproduktionsmittel kauft, und den Mehrwert, den der Kapitalist zu seiner eignen individuellen Konsumtion verausgaben kann –, so wird dennoch, gesellschaftlich betrachtet, ein Teil des gesellschaftlichen Arbeitstages ausschließlich verausgabt in Produktion von frischem konstantem Kapital, nämlich von Produkten, die ausschließlich bestimmt sind, im Arbeitsprozeß als Produktionsmittel und daher in dem ihn begleitenden Verwertungsprozeß als konstantes Kapital zu fungieren. Nach unsrer Voraussetzung stellt sich der ganze gesellschaftliche Arbeitstag dar in einem Geldwert von 3000, wovon nur 1/ = 1000 in der Abteilung II 3 produziert wird, welche Konsumtionsmittel produziert, d.h. die Waren, worin sich der gesamte variable Kapitalwert und der gesamte Mehrwert der Gesellschaft schließlich realisiert. Nach dieser Voraussetzung werden also 2 / des gesellschaftlichen Arbeitstags in der Produktion von neuem 3
konstantem Kapital verwandt. Obgleich vom Standpunkt der individuellen Kapitalisten und Arbeiter der Abteilung I diese 2/ des gesellschaftlichen 3 Arbeitstags bloß zur Produktion von variablem Kapitalwert plus Mehrwert dienen, ganz wie das letzte Drittel des gesellschaftlichen Arbeitstags in Abteilung II, so produzieren dennoch diese 2/ des gesellschaftlichen 3 Arbeitstags, gesellschaftlich betrachtet – und ebenso dem Gebrauchswert des Produkts nach betrachtet –, nur Ersatz von im Prozeß der produktiven Konsumtion begriffnem oder aufgezehrtem konstantem Kapital. Auch individuell betrachtet, produzieren diese 2/ des Arbeitstags zwar einen 3 Totalwert, der nur gleich dem variablen Kapitalwert plus dem Mehrwert für seine Produzenten, aber sie produzieren keine Gebrauchswerte solcher Art, daß Arbeitslohn oder Mehrwert darin verausgabt werden könnten; ihr Produkt ist ein Produktionsmittel.
Zunächst ist zu bemerken, daß kein Teil des gesellschaftlichen Arbeitstags, sei es sub I oder sub II, dazu dient, den Wert des in diesen zwei großen Produktionssphären angewandten, in ihnen fungierenden konstanten Kapitals zu produzieren. Sie produzieren nur zusätzlichen Wert, 2000 I(v + m) +1000 II , zusätzlich zu dem konstanten Kapitalwert = 4000 I + (v + m) c 2000 II . Der Neuwert, der in der Form von Produktionsmitteln produziert c
wurde, ist noch nicht konstantes Kapital. Er hat nur die Bestimmung, künftig als solches zu fungieren.
Das gesamte Produkt von II – die Konsumtionsmittel – ist seinem Gebrauchswert nach, konkret, in seiner Naturalform betrachtet, Produkt des von II geleisteten Drittels des gesellschaftlichen Arbeitstags, es ist Produkt der Arbeiten in ihrer konkreten Form als Weberarbeit, Bäckerarbeit usw., die in dieser Abteilung verwandt worden, dieser Arbeit, soweit sie als das subjektive Element des Arbeitsprozesses fungiert. Was dagegen den konstanten Wertteil dieses Produkts II angeht, so erscheint er nur wieder in einem neuen Gebrauchswert, in einer neuen Naturalform, der Form von Konsumtionsmitteln, während er früher in der Form von Produktionsmitteln bestand. Sein Wert ist durch den Arbeitsprozeß von seiner alten Naturalform auf seine neue Naturalform übertragen worden. Aber der Wert dieser 2/ des Produktenwerts = 2000 ist nicht in dem diesjährigen 3
Verwertungsprozeß von II produziert worden.
Ganz wie vom Standpunkt des Arbeitsprozesses betrachtet, das Produkt II das Resultat neu fungierender lebendiger Arbeit und ihr gegebner, vorausgesetzter Produktionsmittel ist, in denen sie sich als in ihren gegenständlichen Bedingungen verwirklicht, so ist vom Standpunkt des Verwertungsprozesses der Produktenwert II = 3000 zusammengesetzt aus dem durch das neu zugesetzte 1/ des gesellschaftlichen Arbeitstags 3
produzierten Neuwert (500 + 500 = 1000) und aus einem konstanten v m Wert, worin 2/ eines vergangnen, vor dem hier betrachteten 3
Produktionsprozeß II verfloßnen gesellschaftlichen Arbeitstags vergegenständlicht sind. Dieser Wertteil des Produkts II stellt sich dar in einem Teil des Produkts selbst. Es existiert in einem Quantum Konsumtionsmittel zum Wert von 2000 = 2/ eines gesellschaftlichen 3 Arbeitstags. Es ist dies die neue Gebrauchsform, worin er wiedererscheint. Der Austausch von einem Teil der Konsumtionsmittel = 2000 II gegen c Produktionsmittel I = I (1000 + 1000 ) ist also in der Tat Austausch von v m 2 / Gesamtarbeitstag, die keinen Teil der diesjährigen Arbeit bilden, sondern 3
vor diesem Jahr verflossen sind, mit 2/ des diesjährigen, in diesem Jahr neu 3 zugesetzten Arbeitstags. 2/ des gesellschaftlichen Arbeitstags dieses Jahrs 3
könnten nicht in der Produktion von konstantem Kapital verwandt werden und doch zugleich variablen Kapitalwert plus Mehrwert für ihre eignen Produzenten bilden, wenn sie sich nicht mit einem Wertteil der jährlich konsumierten Konsumtionsmittel auszutauschen hätten, worin 2/ eines vor 3 diesem Jahr, nicht innerhalb desselben verausgabten und realisierten Arbeitstags steckten. Es ist Austausch von 2/ Arbeitstag dieses Jahrs gegen 3 2 / Arbeitstag, die vor diesem Jahr verausgabt worden, Austausch zwischen 3
diesjähriger und vorjähriger Arbeitszeit. Dies also erklärt uns das Rätsel, warum das Wertprodukt des ganzen gesellschaftlichen Arbeitstags sich auflösen kann in variablen Kapitalwert plus Mehrwert, obgleich 2/ dieses 3 Arbeitstags nicht verausgabt worden in der Produktion von Gegenständen, worin variables Kapital oder Mehrwert sich realisieren können, sondern vielmehr in der Produktion von Produktionsmitteln zum Ersatz des während des Jahrs verbrauchten Kapitals. Es erklärt sich einfach daraus, daß 2/ des 3 Produktenwerts II, worin Kapitalisten und Arbeiter I den von ihnen produzierten variablen Kapitalwert plus Mehrwert realisieren (und die 2/9 des gesamten jährlichen Produktenwerts ausmachen), dem Wert nach betrachtet, das Produkt von 2/ eines vor diesem Jahr vergangnen 3
gesellschaftlichen Arbeitstags sind.
Die Summe des gesellschaftlichen Produkts I und II, Produktionsmittel und Konsumtionsmittel, sind zwar ihrem Gebrauchswert nach, konkret, in ihrer Naturalform betrachtet, das Produkt der diesjährigen Arbeit, aber nur soweit diese Arbeit selbst als nützliche, konkrete Arbeit, nicht soweit sie als Verausgabung von Arbeitskraft, als wertbildende Arbeit betrachtet wird. Und auch das erste nur in dem Sinn, daß die Produktionsmittel nur durch die ihnen zugesetzte, mit ihnen hantierende lebendige Arbeit sich in neues Produkt, in das diesjährige Produkt verwandelt haben. Dagegen hätte sich aber auch umgekehrt die diesjährige Arbeit ohne von ihr unabhängige Produktionsmittel, ohne Arbeitsmittel und Produktionsstoffe, nicht in Produkt verwandeln können.
VIII. Das konstante Kapital in beiden Abteilungen
Was den Gesamtproduktenwert von 9000 angeht und die Kategorien, worin er zerfällt wird, so bietet dessen Analyse keine größre Schwierigkeit als die des Produktenwerts eines Einzelkapitals, sie ist vielmehr identisch damit.
In dem ganzen gesellschaftlichen Jahresprodukt sind hier drei einjährige gesellschaftliche Arbeitstage enthalten. Der Wertausdruck jedes dieser Arbeitstage ist = 3000; daher der Wertausdruck des Totalprodukts = 3 * 3000 = 9000.
Ferner ist von dieser Arbeitszeit vor dem einjährigen Produktionsprozeß, dessen Produkt wir analysieren, vorgegangen: In Abteilung I 4 2 / Arbeitstag (Wertprodukt 4000) und in Abteilung II / 33 Arbeitstag (Wertprodukt 2000). Zusammen 2 gesellschaftliche Arbeitstage, deren Wertprodukt = 6000. Daher figurieren 4000 I + 2000 II = 6000 als c c c der im ganzen Produktenwert der Gesellschaft wiedererscheinende Wert der Produktionsmittel oder konstante Kapitalwert.
Ferner ist von dem neu zugesetzten gesellschaftlichen Jahresarbeitstag in Abteilung I 1/ notwendige Arbeit oder Arbeit, die den Wert des 3
variablen Kapitals 1000 I ersetzt und den Preis der sub I angewandten v
Arbeit zahlt. Ebenso in II ist 1/ des gesellschaftlichen Arbeitstags 6
notwendige Arbeit mit einem Wertbetrag von 500. Also 1000 I + 500 II = v v 1500 , der Wertausdruck des halben gesellschaftlichen Arbeitstags, ist der v
Wertausdruck der aus notwendiger Arbeit bestehenden ersten Hälfte des in diesem Jahre zugesetzten Gesamtarbeitstags.
Endlich sub I ist 1/ Gesamtarbeitstag, Wertprodukt = 1000, Mehrarbeit; 3
sub II ist 1/ Arbeitstag, Wertprodukt = 500, Mehrarbeit; sie machen 6
zusammen die andre Hälfte des zugesetzten Gesamtarbeitstags aus. Daher der produzierte Gesamtmehrwert = 1000 I + 500 II = 1500 . m m m
Also:
Konstanter Kapitalteil des gesellschaftlichen Produktenwerts (c):
2 vor dem Produktionsprozeß verausgabte Arbeitstage, Wertausdruck = 6000.
Während des Jahres verausgabte notwendige Arbeit (v):
Ein halber in der Jahresproduktion verausgabter Arbeitstag, Wertausdruck = 1500.
Während des Jahres verausgabte Mehrarbeit (m):
Ein halber in der Jahresproduktion verausgabter Arbeitstag, Wertausdruck = 1500.
Wertprodukt der Jahresarbeit (v + m) = 3000.
Gesamtproduktenwert (c + v + m) = 9000.
Die Schwierigkeit besteht also nicht in der Analyse des gesellschaftlichen Produktenwerts selbst. Sie entspringt bei Vergleichung der Wertbestandteile des gesellschaftlichen Produkts mit seinen sachlichen Bestandteilen.
Der konstante, nur wiedererscheinende Wertteil ist gleich dem Wert des Teils dieses Produkts, der aus Produktionsmitteln besteht, und ist verkörpert in diesem Teil.
Das neue Wertprodukt des Jahres = v + m ist gleich dem Wert des Teils dieses Produkts, das aus Konsumtionsmitteln besteht, und ist verkörpert in ihm.
Aber, mit hier gleichgültigen Ausnahmen, sind Produktionsmittel und Konsumtionsmittel total verschiedne Sorten von Waren, Produkte von ganz verschiedner Natural- oder Gebrauchsform, also auch Produkte total verschiedner konkreter Arbeitsarten. Die Arbeit, welche Maschinen zur Produktion von Lebensmitteln anwendet, ist ganz verschieden von der Arbeit, welche Maschinen macht. Der ganze jährliche Gesamtarbeitstag, dessen Wertausdruck = 3000, scheint verausgabt in der Produktion von Konsumtionsmitteln = 3000, in denen kein konstanter Wertteil wiedererscheint, da diese 3000 == 1500 + 1500 sich nur in variablen v m Kapitalwert + Mehrwert auflösen. Andrerseits erscheint der konstante Kapitalwert = 6000 wieder in einer von den Konsumtionsmitteln ganz verschiednen Produktenart, den Produktionsmitteln, während doch kein Teil des gesellschaftlichen Arbeitstags in der Produktion dieser neuen Produkte verausgabt scheint; dieser ganze Arbeitstag scheint vielmehr nur aus den Arbeitsweisen zu bestehn, die nicht in Produktionsmitteln, sondern in Konsumtionsmitteln resultieren. Das Geheimnis ist bereits gelöst. Das Wertprodukt der Jahresarbeit ist gleich dem Produktenwert der Abteilung II, dem Totalwert der neuproduzierten Konsumtionsmittel. Aber dieser Produktenwert ist größer um 2/ als der innerhalb der Produktion von 3
Konsumtionsmitteln (Abteilung II) verausgabte Teil der Jahresarbeit. Nur 1 2 / der Jahresarbeit ist in ihrer Produktion verausgabt. / dieser Jahresarbeit 3 3 sind in der Produktion von Produktionsmitteln verausgabt, also in Abteilung I. Das während dieser Zeit sub I erzeugte Wertprodukt, gleich dem sub I produzierten variablen Kapitalwert plus Mehrwert, ist gleich dem sub II in Konsumtionsmitteln wiedererscheinenden konstanten Kapitalwert von II. Sie können sich daher wechselseitig austauschen und in natura ersetzen. Der Totalwert der Konsumtionsmittel II ist daher gleich der Summe des neuen Wertprodukts sub I + II, oder II = I + II (c + v + m) (v + m)(v + m), also gleich der Summe des von der Jahresarbeit in Form von v + m produzierten Neuwerts.
Andrerseits ist der Totalwert der Produktionsmittel (I) gleich der Summe des in der Form von Produktionsmitteln (I) und des in der Form von Konsumtionsmitteln (II) wiedererscheinenden konstanten Kapitalwerts, also gleich der Summe des im Totalprodukt der Gesellschaft wiedererscheinenden konstanten Kapitalwerts. Dieser Totalwert ist gleich dem Wertausdruck von 4 2 / vor dem Produktionsprozeß sub I und / vor 3 3 dem Produktionsprozeß sub II vergangnen Arbeitstagen, also zusammen von zwei Gesamtarbeitstagen.
Die Schwierigkeit kommt also bei dem gesellschaftlichen Jahresprodukt daher, daß der konstante Wertteil in einer ganz andren Produktenart – Produktionsmitteln – sich darstellt als der diesem konstanten Wertteil zugesetzte Neuwert v + m, der sich in Konsumtionsmitteln darstellt. So hat es den Schein, als fänden sich – dem Wert nach betrachtet – 2/ der 3 aufgezehrten Produktenmasse in einer neuen Form wieder, als Neuprodukt, ohne daß irgendeine Arbeit von der Gesellschaft in ihrer Produktion verausgabt wäre. Dies findet bei dem Einzelkapital nicht statt. Jeder individuelle Kapitalist wendet eine bestimmte konkrete Arbeitsart an, welche die ihr eigentümlichen Produktionsmittel in ein Produkt verwandelt. Z.B. der Kapitalist sei Maschinenbauer, das während des Jahrs verausgabte konstante Kapital = 6000 das variable = 1500 , der Mehrwert = 1500 ; das c v m Produkt = 9000, wir wollen sagen ein Produkt von 18 Maschinen, wovon jede = 500. Das ganze Produkt besteht hier in derselben Form, der von Maschinen. (Produziert er mehrere Sorten, so wird jede für sich berechnet.) Das ganze Warenprodukt ist Produkt der während des Jahrs im Maschinenbau verausgabten Arbeit, Kombination derselben konkreten Arbeitsart mit denselben Produktionsmitteln. Die verschiednen Teile des Produktenwerts stellen sich daher in derselben Naturalform dar: in 12 Maschinen stecken 6000 , in 3 Maschinen 1500 , in 3 Maschinen 1500 . Es c v m ist hier klar, daß der Wert der 12 Maschinen = 6000 , ist, nicht weil in c diesen 12 Maschinen bloß vor dem Maschinenbau vergangne und nicht in ihm verausgabte Arbeit verkörpert. Der Wert der Produktionsmittel für 18 Maschinen hat sich nicht von selbst in 12 Maschinen verwandelt, aber der Wert dieser 12 Maschinen (der selbst aus 4000 + 1000 + 1000 besteht) c v m ist gleich dem Totalwert des in den 18 Maschinen enthaltnen konstanten Kapitalwerts. Der Maschinenbauer muß daher von den 18 Maschinen 12 verkaufen, um sein verausgabtes konstantes Kapital, das er zur Reproduktion von 18 neuen Maschinen nötig hat, zu ersetzen. Dagegen wäre die Sache unerklärlich, wenn, obgleich die angewandte Arbeit bloß aus Maschinenbau besteht, als ihr Resultat sich ergäben: einerseits 6 Maschinen = 1500 + 1500 , andrerseits Eisen, Kupfer, Schrauben, Riemen v m
etc. zum Wertbetrag von 6000 , d.h. die Produktionsmittel der Maschinen in c
ihrer Naturalform, die der einzelne, Maschinen bauende Kapitalist bekanntlich nicht selbst produziert, sondern sich durch den Zirkulationsprozeß ersetzen muß. Und dennoch scheint, auf den ersten Blick, sich die Reproduktion des gesellschaftlichen Jahresprodukts in so widersinniger Weise zu vollziehn.
Das Produkt des individuellen Kapitals, d.h. jedes selbständig fungierenden, mit eignem Leben begabten Bruchstücks des gesellschaftlichen Kapitals, hat irgendeine beliebige Naturalform. Die einzige Bedingung ist, daß es wirklich eine Gebrauchsform hat, einen Gebrauchswert, der es zu einem zirkulationsfähigen Glied der Warenwelt stempelt. Es ist ganz gleichgültig und zufällig, ob es als Produktionsmittel wieder in denselben Produktionsprozeß eingehn kann, aus dem es als Produkt herauskommt, also ob der Teil seines Produktenwerts, worin sich der konstante Kapitalteil darstellt, eine Naturalform besitzt, worin er tatsächlich wieder als konstantes Kapital fungieren kann. Wenn nicht, wird dieser Teil des Produktenwerts durch Verkauf und Einkauf wieder in die Form seiner sachlichen Produktionselemente verwandelt und dadurch das konstante Kapital in seiner funktionsfähigen Naturalform reproduziert.
Anders verhält es sich mit dem Produkt des gesellschaftlichen Gesamtkapitals. Alle sachlichen Elemente der Reproduktion müssen in ihrer Naturalform Teile dieses Produkts selbst bilden. Der aufgezehrte konstante Kapitalteil kann durch die Gesamtproduktion nur ersetzt werden, soweit im Produkt der gesamte wiedererscheinende konstante Kapitalteil in der Naturalform neuer Produktionsmittel wiedererscheint, die wirklich als konstantes Kapital fungieren können. Einfache Reproduktion vorausgesetzt, muß daher der Wert des Teils des Produkts, der aus Produktionsmitteln besteht, gleich dem konstanten Wertteil des gesellschaftlichen Kapitals sein.
Ferner: Individuell betrachtet, produziert der Kapitalist in seinem Produktenwert durch die neu zugesetzte Arbeit nur sein variables Kapital plus Mehrwert, während der konstante Wertteil durch den konkreten Charakter der neu zugesetzten Arbeit auf das Produkt übertragen ist.
Gesellschaftlich betrachtet, produziert der Teil des gesellschaftlichen Arbeitstags, der Produktionsmittel produziert, ihnen daher sowohl Neuwert zusetzt als den Wert der in ihrer Produktion verzehrten Produktionsmittel auf sie überträgt, nichts als neues konstantes Kapital, bestimmt, das in der Form der alten Produktionsmittel aufgezehrte zu ersetzen, sowohl das sub I wie sub II konsumierte konstante Kapital. Er produziert nur Produkt, bestimmt, der produktiven Konsumtion anheimzufallen. Der ganze Wert dieses Produkts ist also nur Wert, der als konstantes Kapital von neuem fungieren, der nur konstantes Kapital in seiner Naturalform zurückkaufen kann, der sich daher, gesellschaftlich betrachtet, weder in variables Kapital noch in Mehrwert auflöst. – Andrerseits produziert der Teil des gesellschaftlichen Arbeitstags, der Konsumtionsmittel produziert, keinen Teil des gesellschaftlichen Ersatzkapitals. Er produziert nur Produkte, die in ihrer Naturalform bestimmt sind, den Wert des variablen Kapitals und den Mehrwert sub I und sub II zu realisieren.
Wenn man von gesellschaftlicher Betrachtungsweise spricht, also das gesellschaftliche Gesamtprodukt betrachtet, welches sowohl die Reproduktion des gesellschaftlichen Kapitals wie die individuelle Konsumtion einschließt, so muß man nicht in die von Proudhon der bürgerlichen Ökonomie nachgemachte Manier verfallen und die Sache so betrachten, als wenn eine Gesellschaft kapitalistischer Produktionsweise, en bloc, als Totalität betrachtet, diesen ihren spezifischen, historisch ökonomischen Charakter verlöre. Umgekehrt. Man hat es dann mit dem Gesamtkapitalisten zu tun. Das Gesamtkapital erscheint als das Aktienkapital aller einzelnen Kapitalisten zusammen. Diese Aktiengesellschaft hat das mit vielen andern Aktiengesellschaften gemein, daß jeder weiß, was er hineinsetzt, aber nicht, was er herauszieht.
IX. Rückblick auf A. Smith, Storch und Ramsay
Der Gesamtwert des gesellschaftlichen Produkts beträgt 9000 = 6000 + c 1500 + 1500 , mit andren Worten: 6000 reproduzieren den Wert der v m
Produktionsmittel und 3000 den Wert der Konsumtionsmittel. Der Wert der gesellschaftlichen Revenue (v + m) beträgt also nur 1/ des 3 Gesamtproduktenwerts, und nur zum Wertbetrag dieses Drittels kann die Gesamtheit der Konsumenten, Arbeiter wie Kapitalisten, Waren, Produkte, dem gesellschaftlichen Gesamtprodukt entziehn und ihrem Konsumtionsfonds einverleiben. Dagegen sind 6000 = 2/ des 3 Produktenwerts Wert des konstanten Kapitals, das in natura ersetzt werden muß. Produktionsmittel zu diesem Betrag müssen also dem Produktionsfonds wieder einverleibt werden. Dies ist es, was Storch als notwendig einsieht, ohne es beweisen zu können:
"Il est clair que la valeur du produit annuel se distribue partie en capitaux et partie en profits, et que chacune de ces parties de la valeur du produit annuel va régulièrement acheter les produits dont la nation a besoin, tant pour entretenir son capital que pour remplacer son fonds consommable... les produits qui constituent le capital d'une nation, ne sont point consommables." (Storch, "Considérations sur la nature du revenu national", Paris 1824, p. 134, 135, 150.)
A. Smith jedoch hat dieses fabelhafte Dogma aufgestellt, das ihm bis heute geglaubt wird, nicht nur in der bereits erwähnten Form, wonach der gesamte gesellschaftliche Produktenwert sich in Revenue auflöst, in Arbeitslohn plus Mehrwert, oder wie er es ausdrückt, in Arbeitslohn plus Profit (Zins) plus Grundrente. Sondern auch in der noch populäreren Form, daß die Konsumenten in letzter Instanz (ultimately) den ganzen Produktenwert den Produzenten zahlen müssen. Dies ist bis heute einer der bestbeglaubigten Gemeinplätze oder vielmehr ewigen Wahrheiten der sogenannten Wissenschaft der politischen Ökonomie. Dies wird in folgender plausiblen Weise veranschaulicht. Nimm irgendeinen Artikel, z.B. leinene Hemden. Erst hat der Spinner von Leinengarn dem Flachsbauer den ganzen Wert des Flachses zu zahlen, also Flachssamen, Düngmittel, Arbeitsviehfutter etc., nebst dem Wertteil, den das fixe Kapital des Flachsbauers, wie Baulichkeiten, Ackergeräte usw., an dies Produkt abgibt; den in der Produktion des Flachses gezahlten Arbeitslohn; den Mehrwert (Profit, Grundrente), der im Flachs steckt; endlich die Frachtkosten des Flachses von seiner Produktionsstätte zur Spinnerei. Dann hat der Weber dem Spinner des Leinengarns nicht nur diesen Preis des Flachses zurückzuerstatten, sondern auch den Wertteil der Maschinerie, Baulichkeiten etc., kurz des fixen Kapitals, der auf den Flachs übertragen wird, ferner alle während des Spinnprozesses verzehrten Hilfsstoffe, Arbeitslohn der Spinner, Mehrwert etc., und so gehts weiter mit dem Bleicher, den Transportkosten der fertigen Leinwand, endlich dem Hemdenfabrikanten, der den ganzen Preis aller frühern Produzenten bezahlt hat, die ihm nur sein Rohmaterial geliefert haben. In seiner Hand findet nun fernerer Wertzusatz statt, durch Wert teils des konstanten Kapitals, das in der Form von Arbeitsmitteln, Hilfsstoffen etc. in der Hemdenfabrikation verzehrt wird, teils durch die darin verausgabte Arbeit, die den Wert des Arbeitslohns der Hemdenmacher plus dem Mehrwert des Hemdenfabrikanten zusetzt. Dies ganze Hemdenprodukt koste nun schließlich 100 Pfd. St., und dies sei der Anteil am ganzen jährlichen Produktenwert, den die Gesellschaft in Hemden verausgabt. Die Konsumenten der Hemden zahlen die 100 Pfd. St., also den Wert aller in den Hemden enthaltnen Produktionsmittel wie den Arbeitslohn plus Mehrwert des Flachsbauers, Spinners, Webers, Bleichers, Hemdenfabrikanten sowie sämtlicher Transporteure. Dies ist vollständig richtig. Es ist in der Tat das, was jedes Kind sieht. Aber dann heißt es weiter: So verhält es sich mit dem Wert aller andern Waren. Es sollte heißen: So verhält es sich mit dem Wert aller Konsumtionsmittel, mit dem Wert des gesellschaftlichen Produktenteils, der in den Konsumtionsfonds eingeht, also mit dem Teil des gesellschaftlichen Produktenwerts, der als Revenue verausgabt werden kann. Die Wertsumme aller dieser Waren ist allerdings gleich dem Wert aller in ihnen aufgezehrten Produktionsmittel (konstanten Kapitalteile) plus dem Wert, den die letzt zugefügte Arbeit geschaffen hat (Arbeitslohn plus Mehrwert). Die Gesamtheit der Konsumenten kann also diese ganze Wertsumme zahlen, weil zwar der Wert jeder einzelnen Ware aus c + v + m besteht, aber die Wertsumme aller in den Konsumtionsfonds eingehenden Waren zusammengenommen, dem Maximum nach, nur gleich sein kann dem Teil des gesellschaftlichen Produktenwerts, der sich in v + m auflöst, d.h. gleich dem Wert, den die während des Jahrs verausgabte Arbeit den vorgefundnen Produktionsmitteln – dem konstanten Kapitalwert – zugesetzt hat. Was aber den konstanten Kapitalwert angeht, so haben wir gesehn, daß er aus der gesellschaftlichen Produktenmasse auf doppelte Weise ersetzt wird. Erstens durch Austausch der Kapitalisten II, die Konsumtionsmittel produzieren, mit den Kapitalisten I, welche die Produktionsmittel dafür produzieren. Und hier ist die Quelle der Phrase, daß, was für den einen Kapital, für den andern Revenue ist. Aber so verhält sich die Sache nicht. Die 2000 II , die c in Konsumtionsmitteln zum Wert von 2000 existieren, bilden für die Kapitalistenklasse II konstanten Kapitalwert. Sie können ihn also nicht selbst konsumieren, obgleich das Produkt nach seiner Naturalform konsumiert werden muß. Andrerseits sind 2000 I der von der (v + m) Kapitalisten- und Arbeiterklasse I produzierte Arbeitslohn plus Mehrwert. Sie existieren in der Naturalform von Produktionsmitteln, von Dingen, in denen ihr eigner Wert nicht konsumiert werden kann. Wir haben hier also eine Wertsumme von 4000, von denen vor wie nach dem Austausch die Hälfte nur konstantes Kapital ersetzt und die Hälfte nur Revenue bildet. – Zweitens aber wird das konstante Kapital der Abteilung I in natura ersetzt, teils durch Austausch unter den Kapitalisten I, teils durch Ersatz in natura in jedem einzelnen Geschäft.
Die Phrase, daß der ganze jährliche Produktenwert schließlich von den Konsumenten bezahlt werden muß, wäre nur dann richtig, wenn man unter Konsumenten zwei ganz verschiedne Sorten einbegriffe, individuelle Konsumenten und produktive Konsumenten. Aber daß ein Teil des Produkts produktiv konsumiert werden muß, heißt ja weiter nichts, als daß er als Kapital fungieren muß und nicht als Revenue verzehrt werden kann.
Wenn wir den Wert des Gesamtprodukts = 9000 einteilen in 6000 + c 1500 + 1500 und die 3000 nur in ihrer Eigenschaft als Revenue v m (v + m) betrachten, so scheint umgekehrt das variable Kapital zu verschwinden und das Kapital, gesellschaftlich betrachtet, nur aus konstantem Kapital zu bestehn. Denn was ursprünglich als 1500 erschien, hat sich in einen Teil v der gesellschaftlichen Revenue, in Arbeitslohn, Revenue der Arbeiterklasse, aufgelöst, und sein Kapitalcharakter ist damit verschwunden. In der Tat wird diese Folgerung von Ramsay gezogen. Nach ihm besteht, gesellschaftlich betrachtet, das Kapital nur aus fixem Kapital, aber unter fixem Kapital versteht er konstantes Kapital, die in Produktionsmitteln bestehende Wertmasse, seien diese Produktionsmittel nun Arbeitsmittel oder Arbeitsmaterial, wie Rohstoff, Halbfabrikat, Hilfsstoff etc. Er nennt das variable Kapital zirkulierendes:
"Circulating capital consists only of subsistence and other necessaries advanced to the workmen, previous to the completion of the produce of their labour.... Fixed capital alone, not circulating, is properly speaking a source of national wealth.... Circulating capital is not an immediate agent in production, nor essential to it at all, but merely a convenience rendered necessary by the deplorable poverty of the mass of the people.... Fixed capital alone constitutes an element of cost of production in a national point of view." (Ramsay, I. c. p. 23-26 passim.)
Ramsay erklärt fixes Kapital, worunter er konstantes versteht, näher wie folgt:
"The length of time during which any portion of the product of that labour" (nämlich labour bestowed on any commodity) "has existed as fixed capital, i.e. in a form in which, though assisting to raise the future commodity, it does not maintain labourers" (p. 59).
Hier sieht man wieder das Unheil, das A. Smith angerichtet, indem der Unterschied von konstantem und variablem Kapital bei ihm ertränkt ist in dem Unterschied von fixem und zirkulierendem Kapital. Das konstante Kapital Ramsays besteht aus Arbeitsmitteln, sein zirkulierendes aus Lebensmitteln; beide sind Waren von gegebnem Wert; die einen können so wenig einen Mehrwert produzieren wie die andern.
X. Kapital und Revenue: Variables Kapital und Arbeitslohn55
Die ganze jährliche Reproduktion, das ganze Produkt dieses Jahrs ist Produkt der diesjährigen nützlichen Arbeit. Aber der Wert dieses Gesamtprodukts ist größer als der Wertteil desselben, worin sich die Jahresarbeit, als während dieses Jahrs verausgabte Arbeitskraft, verkörpert. Das Wertprodukt dieses Jahrs, der während desselben in Warenform neugeschaffne Wert, ist kleiner als der Produktenwert, der Gesamtwert der während des ganzen Jahres hergestellten Warenmasse. Die Differenz, die wir erhalten, wenn wir vom Gesamtwert des jährlichen Produkts den Wert abziehn, der ihm durch die laufende Jahresarbeit zugesetzt wurde, ist nicht wirklich reproduzierter Wert, sondern nur in neuer Daseinsform wiedererscheinender Wert; Wert, auf das Jahresprodukt übertragen von vor ihm existierendem Wert, der je nach der Dauer der konstanten Kapitalbestandteile, die im diesjährigen gesellschaftlichen Arbeitsprozeß mitgewirkt, von früherm oder späterm Datum sein kann, der von dem Wert eines Produktionsmittels herrühren kann, welches im vorigen Jahr oder in einer Reihe früherer Jahre zur Welt kam. Es ist unter allen Umständen Wert, übertragen von vorjährigen Produktionsmitteln auf das Produkt des laufenden Jahrs.
Nehmen wir unser Schema, so haben wir nach Umsatz der bisher betrachteten Elemente zwischen I und II und innerhalb II:
I. 4000 + 1000 + 1000 (letztre 2000 realisiert in Konsumtionsmitteln c v m
II ) = 6000. c
II. 2000 (reproduziert durch Umsatz mit I ) + 500 + 500 = 3000. c (v + m) v m
Wertsumme = 9000.
Während des Jahrs neuproduzierter Wert steckt nur in den v und m. Die Summe des Wertprodukts dieses Jahrs ist also gleich der Summe der v + m, = 2000 I + 1000 II = 3000. Alle übrigen Wertteile des (v + m) (v + m)
Produktenwerts dieses Jahres sind nur übertragner Wert, vom Wert früherer, in der jährlichen Produktion verzehrter Produktionsmittel. Außer dem Wert von 3000 hat die laufende Jahresarbeit nichts an Wert produziert; es ist ihr ganzes jährliches Wertprodukt.
Nun aber ersetzen, wie wir sahn, die 2000 I der Klasse II ihre (v + m) 2000 II in Naturalform von Produktionsmitteln. Zwei Drittel der c
Jahresarbeit, verausgabt in Kategorie I, haben also neu produziert das konstante Kapital II, sowohl seinen ganzen Wert wie seine Naturalform. Gesellschaftlich betrachtet haben also zwei Drittel der während des Jahrs verausgabten Arbeit neuen konstanten Kapitalwert geschaffen, realisiert in der der Abteilung II angemeßnen Naturalform. Der größre Teil der gesellschaftlichen Jahresarbeit ist also verausgabt worden in Produktion von neuem konstantem Kapital (in Produktionsmitteln existierendem Kapitalwert) zum Ersatz des in der Produktion von Konsumtionsmitteln verausgabten konstanten Kapitalwerts. Was hier die kapitalistische
Gesellschaft vom Wilden unterscheidet, ist nicht, wie Senior56 meint, daß es das Privilegium und die Eigenheit des Wilden sei, seine Arbeit zu verausgaben in gewisser Zeit, die ihm keine in Revenue, d.h. in Konsumtionsmittel auflösbare (umsetzbare) Früchte verschafft, sondern der Unterschied besteht darin:
a) Die kapitalistische Gesellschaft verwendet mehr ihrer disponiblen Jahresarbeit in Produktion von Produktionsmitteln (ergo von konstantem Kapital), die weder unter der Form von Arbeitslohn noch von Mehrwert in Revenue auflösbar sind, sondern nur als Kapital fungieren können.
b) Wenn der Wilde Bogen, Pfeile, Steinhämmer, Äxte, Körbe etc. macht, so weiß er ganz genau, daß er die so verwandte Zeit nicht auf Herstellung von Konsumtionsmitteln verwendet hat, daß er also seinen Bedarf an Produktionsmitteln gedeckt hat und weiter nichts. Außerdem begeht der Wilde eine schwere ökonomische Sünde durch seine völlige Gleichgültigkeit gegen Zeitaufwand und verwendet z.B. manchmal, wie
Tyler erzählt, einen ganzen Monat zur Verfertigung eines Pfeils.57
Die laufende Vorstellung, wodurch ein Teil der politischen Ökonomen sich die theoretische Schwierigkeit, d.h. das Verständnis des realen Zusammenhangs, vom Hals zu schaffen sucht – daß, was für den einen Kapital, für den andren Revenue ist, und umgekehrt –, ist teilweise richtig und wird ganz falsch (enthält also ein völliges Mißverständnis des ganzen Umsetzungsprozesses, der mit der jährlichen Reproduktion vorgeht, also auch ein Mißverständnis über die tatsächliche Grundlage des teilweis Richtigen), sobald sie allgemein aufgestellt wird.
Wir stellen jetzt die tatsächlichen Verhältnisse zusammen, worauf die teilweise Richtigkeit dieser Vorstellung beruht, wobei sich zugleich die falsche Auffassung dieser Verhältnisse zeigen wird.
1. Das variable Kapital fungiert als Kapital in der Hand des Kapitalisten und fungiert als Revenue in der Hand des Lohnarbeiters.
Das variable Kapital existiert zunächst in der Hand des Kapitalisten als Geldkapital; es fungiert als Geldkapital, indem er damit Arbeitskraft kauft. Solange es in seiner Hand in Geldform verharrt, ist es nichts als in Geldform existierender gegebner Wert, also eine konstante und keine variable Größe. Es ist nur potentiell variables Kapital – eben durch seine Umsatzfähigkeit in Arbeitskraft. Wirkliches variables Kapital wird es nur nach Abstreifung seiner Geldform, nachdem es in Arbeitskraft umgesetzt worden und diese als Bestandteil des produktiven Kapitals im kapitalistischen Prozeß fungiert.
Das Geld, das zuerst als Geldform des variablen Kapitals für den Kapitalisten fungierte, fungiert nun in der Hand des Arbeiters als Geldform seines Arbeitslohns, den er in Lebensmittel umsetzt; also als Geldform der Revenue, die er aus dem stets wiederholten Verkauf seiner Arbeitskraft bezieht.
Hier haben wir nur die einfache Tatsache, daß das Geld des Käufers, hier des Kapitalisten, aus seiner Hand in die Hand des Verkäufers, hier des Verkäufers der Arbeitskraft, des Arbeiters, geht. Es ist nicht das variable Kapital, das doppelt fungiert, als Kapital für den Kapitalisten und als Revenue für den Arbeiter, sondern es ist dasselbe Geld, das erst in der Hand des Kapitalisten als Geldform seines variablen Kapitals, daher als potentielles variables Kapital existiert, und das, sobald der Kapitalist es umgesetzt in Arbeitskraft, in der Hand des Arbeiters als Äquivalent für verkaufte Arbeitskraft dient. Daß aber dasselbe Geld in der Hand des Verkäufers einer andren Nutzanwendung dient als in der Hand des Käufers, ist allem Kauf und Verkauf von Waren angehöriges Phänomen.
Apologetische Ökonomen stellen die Sache falsch dar, wie sich am besten zeigt, wenn wir nur den Zirkulationsakt G – A (= G – W), Umsatz von Geld in Arbeitskraft auf Seite des kapitalistischen Käufers, A – G (= W – G), Umsatz der Ware Arbeitskraft in Geld auf Seite des Verkäufers, des Arbeiters, ausschließlich im Auge halten, ohne uns vorläufig um das weiter Folgende zu bekümmern. Sie sagen: dasselbe Geld realisiert hier zwei Kapitale; der Käufer – Kapitalist – setzt sein Geldkapital in lebendige Arbeitskraft um, die er seinem produktiven Kapital einverleibt; andrerseits der Verkäufer – Arbeiter – setzt seine Ware – die Arbeitskraft – in Geld um, das er als Revenue verausgabt, wodurch er eben befähigt wird, seine Arbeitskraft stets von neuem wieder zu verkaufen und so zu erhalten; seine Arbeitskraft ist also selbst sein Kapital in Warenform, woraus ihm beständig seine Revenue quillt. In der Tat ist die Arbeitskraft sein Vermögen (stets sich erneuerndes, reproduktives), nicht sein Kapital. Sie ist die einzige Ware, die er beständig verkaufen kann und muß, um zu leben, und die als Kapital (variables) nur erst in der Hand des Käufers, des Kapitalisten, wirkt. Daß ein Mann beständig gezwungen ist, stets wieder von neuem seine Arbeitskraft, d.h. sich selbst, an eine dritte Person zu verkaufen, beweist nach jenen Ökonomen, daß er ein Kapitalist ist, weil er beständig "Ware" (sich selbst) zu verkaufen hat. In diesem Sinn wird auch der Sklave Kapitalist, obgleich er von einer dritten Person ein für allemal als Ware verkauft wird; denn die Natur dieser Ware – des Arbeitssklaven – bringt es mit sich, daß ihr Käufer sie nicht nur jeden Tag von neuem arbeiten läßt, sondern ihr auch die Lebensmittel gibt, vermöge deren sie stets von neuem wieder arbeiten kann. – (Vergleiche hierüber Sismondi und Say in den Briefen an Malthus.)
2. In dem Umsatz von 1000 I + 1000 I gegen 2000 II wird also das, v m c was konstantes Kapital für die einen (2000 II ), variables Kapital und c Mehrwert, also überhaupt Revenue, für die andren; und das, was variables Kapital und Mehrwert (2000 I ), also überhaupt Revenue für die einen, (v + m)
wird konstantes Kapital für die andren.
Betrachten wir zunächst den Umsatz von I gegen II , und zwar zuerst v c vom Standpunkt des Arbeiters.
Der Gesamtarbeiter von I hat seine Arbeitskraft verkauft an den Gesamtkapitalisten von I für 1000; er erhält diesen Wert in Geld ausgezahlt in der Form des Arbeitslohns. Mit diesem Geld kauft er von II Konsumtionsmittel zum selben Wertbetrag. Der Kapitalist II steht ihm nur als Warenverkäufer und als nichts andres gegenüber, auch wenn der Arbeiter von seinem eignen Kapitalisten kauft, wie z.B. oben (S. 380) im Umsatz der 500 II . Die Zirkulationsform, die seine Ware, die Arbeitskraft, v
durchmacht, ist die der einfachen, auf bloße Befriedigung von Bedürfnissen, auf Konsumtion gerichtete Warenzirkulation W (Arbeitskraft) – G – W (Konsumtionsmittel, Ware II). Resultat dieses Zirkulationsvorgangs ist: daß der Arbeiter sich als Arbeitskraft für den Kapitalisten I erhalten hat, und um sich weiter als solche zu erhalten, muß er stets von neuem den Prozeß A(W) – G – W wiederholen. Sein Arbeitslohn realisiert sich in Konsumtionsmitteln, er wird als Revenue verausgabt und, die Arbeiterklasse im ganzen genommen, wieder beständig als Revenue verausgabt.
Betrachten wir nun denselben Umsatz I gegen II vom Standpunkt des v c Kapitalisten. Das ganze Warenprodukt von II besteht aus Konsumtionsmitteln; also aus Dingen, bestimmt, in die jährliche Konsumtion einzugehn, also zur Realisierung von Revenue zu dienen für irgend jemand, im hier betrachteten Fall für den Gesamtarbeiter I. Für den Gesamtkapitalisten II aber ist ein Teil seines Warenprodukts, = 2000, jetzt die in Ware verwandelte Form des konstanten Kapitalwerts seines produktiven Kapitals, welches aus dieser Warenform wieder rückverwandelt werden muß in die Naturalform, worin es von neuem als konstanter Teil des produktiven Kapitals wirken kann. Was Kapitalist II bis jetzt erreicht hat, ist, daß er die Hälfte (= 1000) seines in Warenform (Konsumtionsmitteln) reproduzierten konstanten Kapitalwerts durch den Verkauf an den Arbeiter I in Geldform rückverwandelt hat. Es ist also auch nicht das variable Kapital I , das sich umgesetzt hat in diese erste Hälfte des v
konstanten Kapitalwerts II , sondern das Geld, das für I als Geldkapital c
fungierte im Umsatz gegen Arbeitskraft, war so in den Besitz des Verkäufers der Arbeitskraft gekommen, für den es kein Kapital, sondern Revenue in Geldform darstellt, d.h. verausgabt wird als Kaufmittel von Konsumtionsmitteln. Das Geld = 1000, das den Kapitalisten II von den Arbeitern I zugeflossen, kann andrerseits nicht als konstantes Element des produktiven Kapitals II fungieren. Es ist nur noch die Geldform seines Warenkapitals, noch umzusetzen in fixe oder zirkulierende Bestandteile von konstantem Kapital. II kauft also mit dem von den Arbeitern I, den Käufern seiner Ware, gelösten Geld für 1000 Produktionsmittel von I. Damit ist der konstante Kapitalwert II zur Hälfte des Gesamtbetrags erneuert in der Naturalform, worin es wieder als Element des produktiven Kapitals II fungieren kann. Die Zirkulationsform war dabei W – G – W: Konsumtionsmittel zum Wert von 1000 – Geld = 1000 – Produktionsmittel zum Wert von 1000.
Aber W – G – W ist hier Kapitalbewegung. W, verkauft an die Arbeiter, verwandelt sich in G, und dies G wird umgesetzt in Produktionsmittel; es ist Rückverwandlung aus Ware in die stofflichen Bildungselemente dieser Ware. Andrerseits, wie Kapitalist II gegen I nur als Warenkäufer, fungiert Kapitalist I gegen II hier nur als Warenverkäufer. I hat ursprünglich mit 1000 Geld, bestimmt, als variables Kapital zu fungieren, Arbeitskraft zum Wert von 1000 gekauft; er hat also ein Äquivalent für seine in Geldform weggegebnen 1000 erhalten; das Geld gehört jetzt dem Arbeiter, der es v