
Die Jungfrau von Treiden
Cammerer nennt sein Buch ein historisch-romantisches Gemälde aus der Vorzeit Livlands und setzt die Begebenheit zwischen 1600 und 1620 an. Der Prolog führt dorthin, wo Kremon, Thoreida, Segewold als klagende Ruinen über dem Land stehen und die toten Ritter um Mitternacht vom Turm herabschauen. Schweden, Polen und Lithuanen fechten um den Sieg der Fahnen, dem Volk bleibt am Ende nur die Kette. Aus diesem Lärm hebt der Dichter eine einzige Episode heraus: die Jungfrau, deren Wiege ein Schlachtfeld war, deren Brautgemach die Totengruft wurde und deren Tod er einen Sieg der Siege nennt. Er stellt sie neben die römische Lucretia und widmet das Buch dem Assessor Magnus von Wolffeldt, der die Tat nach 228 Jahren wieder ans Licht brachte. Über allem steht das Motto Honorem meum nemini cedo.
