
Der untreue Knabe
Ein frecher Knabe, gerade erst aus Frankreich gekommen, hat ein armes junges Mädchen oft in den Arm genommen, liebgekost und als Bräutigam herumgescherzt, um sie am Ende zu verlassen. Als das braune Mädel davon erfährt, vergehen ihr die Sinne, sie lacht und weint und betet und schwört, bis ihre Seele von hinnen fährt. In der Stunde ihres Todes wird dem Buben bang, sein Haar sträubt sich, und es treibt ihn zu Pferde fort; er reitet sieben Tage und sieben Nächte kreuz und quer durch Blitz, Donner und Sturm, findet keine Ruhe und reitet schließlich in ein Gemäuer hinein, wo sich unter ihm die Erde auftut und er wohl hundert Klafter stürzt. Als er sich vom Schlag erholt, sieht er drei Lichtlein, die vor ihm zurückweichen und ihn durch enge Gänge und verfallene Keller irreführen, bis er plötzlich hoch in einem Saal steht, wo hundert hohläugige Gäste sitzen und ihm zum Feste winken, und unter ihnen sein Schätzel in weißen Tüchern.






