
Die Räuber
von Friedrich Schiller

Ostermontag, dreihundert Kilometer von zu Hause: Ben, gerade neunzehn, bezieht eine Dachkammer in der Villa seiner Vermieterin Frau Julianka, einer früheren Opernsängerin, die zuletzt an der Wiener Staatsoper sang und jetzt Gesangsstunden im Zimmer darunter gibt. Am nächsten Morgen tritt er im Amt an, fertigt Vorgaben für Lochkarten und bereinigt Fehlerprotokolllisten mit rotem Filzstift, während Herr Adelmann vor Dienstschluss täglich dasselbe sagt: langsam auslaufen lassen. Gegenüber sitzt Ulf, groß, dunkel, beim Arbeiten schnell gereizt und sonst warmherzig. Was zwischen den beiden entsteht, hält Ben im Tagebuch fest, bis er in Berlin landet, erst in der Schlüterstraße, später in einem Gartenhaus in der Uhlandstraße nahe dem Kurfürstendamm.