Grammatische Deutschheit
Grammatische Deutschheit
Friedrich Rückert
Grammatische Deutschheit
Gedicht von Friedrich Rückert
Neulich deutschten auf deutsch vier deutsche Deutschlinge deutschend,
Sich überdeutschend am Deutsch, welcher der deutscheste sey. Vier deutschnamig benannt: Deutsch, Deutscherig, Deutscherling, Deutschdich;
Selbst so hatten zu deutsch sie sich die Namen gedeutscht. Jetzt wettdeutschten sie, deutschend in grammatikalischer Deutschheit,
Deutscheren Comparativ, deutschesten Superlativ. " Ich bin deutscher als deutsch." "Ich deutscherer" . " Deutschester bin ich.
"Ich bin der Deutschereste, oder der Deutschestere." Drauf durch Comparativ und Superlativ fortdeutschend, Deutschten sie auf bis zum Deutschesteresteresten; Bis sie vor comparativisch- und superlativischer Deutschung Den Positiv von Deutsch hatten vergessen zuletzt. ............................................................................................................. ..................
Mal innen dein Zimmer aus,
Daß sich daran dein Aug erquicke;
Laß außen ungeschmückt dein Haus,
Daß es nicht reize Feindesblicke.
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Zwischen Lied und Liebe war mein Leben; Aber, schwebend zwischen Lieb' und Liede, Wußt' ich nie die beiden auszugleichen.
Oftmal sang ich anders als ich liebte,
Anders liebt' ich oft als ich gesungen.
Nun ich dich gefunden, ist der Zwiespalt
Ausgeglichen, und rein ineinander
Aufgegangen sind mir Lied und Liebe.
Dich nur darf ich, wie ich liebe singen;
Dich nur kann ich, wie ich singe, lieben.
Sollt' ich je nach andrem Sang, nach andrer Liebe greifen, wieder unstet schwanken,
Da in deinem Herzen so vereinigt
Sind die beiden Pole meines Lebens?
Tag der Veröffentlichung: 23.06.2010
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Friedrich Rückert