without you my life has to change, Bis(s) in ein neues Leben
without you my life has to change
Dieses Kapitel ist lang und deshalb in 3 Teile geteilt.
Anna Re
without you my life has to
change
Bis(s) in ein neues Leben
Ich stand auf der Lichtung, die mir früher viel bedeutete. Auch wenn die zauberhaften Blüten nun verwelkt waren, für mich war es immernoch ein zauberhafter Ort. Auch wenn ich ihn momentan mit Schmerzen ertragen musste. Ich ließ es übermich ergehen. Der tödliche Vampir Laurent sah mich mit seinen roten Augen an. Eigentlich sollten sie gold sein, aber ich zerbrach mir darüber nicht den Kopf. Wenn ich jetzt sterben würde, hätte es endlich ein Ende, dieses ewige Leiden. Ich würde Edward nie wieder sehen. Aber auch wenn ich jetzt nicht sterben würde, Edward würde ich nicht wieder sehen.
Lauent versprach mir ein kurzes Ende. Diese Einsicht beruhigte mich zwar nicht, aber das Ende war nahe. Die Stimme von Edward in meinem Kopf berauschte mich. Ich hatte ihm versprochen nichts Waghalsiges zu tun, und damit würde ich das Versprechen auch halten. Mein letzter Gedanke auf dieser Welt sollte dieser sein:
'Edward ich liebe dich'
Ich spürte ein schmerzhaftes Reißen in meiner Kehle. Ich spürte wie sich meine Lunge mit Blut füllte und es gleichzeitig wieder entnommen wurde. Es tat weh, aber es war nicht so schmerzhaft wie die letzten Monate. Ich nahm den Schmerz gerne hin, wenn dafür mein Leben endlich ein Ende nehmen würde. Aber dann änderte sich der Schmerz. Er verbreitete sich. Mein ganzer Körper wurde von großflächigem Schmerz befallen. Es brannte. Nein, Brennen war im Vergleich dazu leichtes Kitzeln. Kitzeln mit einer Daunenfeder.
Im Vergleich dazu war jeder Schmerz den man empfinden konnte übersehbar.
Warum dauerte es so lange? Warum starb ich nicht endlich? Eigentlich war Tod doch so nah. War das der Himmel? Aber tat der Himmel so weh? Oder war das doch die Hölle? Hatte ich die Hölle wirklich verdient?
Und dann wurde alles schwarz...
"Bella? Bella!", rief eine bekannte Stimme. Die Person der die Stimme gehörte musste ungefähr 2 Meter von mir entfernt stehen. Das konnte ich durch die Schwingungen der Töne ausrechnen. Einen Moment mal. Was rede ich da eigentlich? "Bella? Geht es dir gut? Bist du ...", die Stimme brach ab, die Person kam jedoch auf mich zu. Ich schlug die Augen auf. Der Himmel war von einem dunkelrot dass darauf hindeutete, dass es Abend war. Auf den verblühten Blumen und Gräsern konnte ich jeden einzelnen Regentropfen erkennen, es musste vor wenigen Stunden geregnet haben. Die Luft roch auch nach Regen, sie war klar und rein. Wie ich es mochte. Ich konnte die Autos hören, die mehrere Kilometer von der Lichtung auf der Straße fuhren. Seid ich die Augen aufgeschlagen hatte war eine Sekunde vergangen. Mein Körper fühlte sich seltsam leicht an, ich spürte keinerlei Schmerzen oder sonstige Beschwerden. Nur eines, was ich erst jetzt wahrnahm.
Meine Kehle stand in Flammen. Wie konnte ich das erst jetzt bemerken?
"Sie hat sich verwandelt, Jacob. Jetzt sieh es doch endlich ein!", sagte eine sehr feste Stimme. Eine Stimme, die nur einem Anführer gehören konnte. Ich drehte mich um und sah meinen besten Freund. Jacob sah mich entsetzt an. Sein Gesicht hatte kantigere Züge als aus meinen verblassten Erinnerungen. Ich hatte Mühe, mich daran zu erinnern. Jacob hatte kein T-Shirt an, was mich aber nicht weiter beschäftigte. Aber die überwiegende Veränderung war, dass er sich die Haare abgeschnitten hatte. Seine langen, schwarzen Haare waren weg.
"Das sehe ich auch.", antwortete Jacob mit zittriger Stimme. Er sah mir tief in die Augen, "Aber sie ist immernoch Bella. Auch wenn sich meine Instinkte dagegen sträuben."
"Sie ist ein VAMPIR! Das kannst du nicht einfach so auf die leichte Schulter nehmen. Es ist nur eine Frage der Zeit bis sie dir in den Hals beißt.", schrie die fremde Stimme.
Ich bin ein Vampir? Ein Vampir! Aber woher wusste dieser Mann davon? War er etwa auch ein Vampir? Nein, dann würde er anders riechen. Ich konnte es nicht fassen, ich war ein Vampir. Obwohl ich so oft mit Vampiren zusammen war, (Dort wo sich mein Herz befinden sollte stach es), konnte ich es nicht glauben. "Sie wird mir nichts tun", flüsterte Jacob so leise, dass die andere Person ihn nicht hörte. Aber ich verstand es problemlos. In den nächsten 3 sekunden dachte ich folgendes. Ich war ein Vampir. Ich konnte es nicht fassen, aber das würde auch erklären, warum ich so schnell denken konnte, alles wahrnahm. Und dieses Brennen in der Kehle. Aber es war seltsam: Meine Gedanken kreisten sich nicht überwiegend über das Brennen meiner Kehle. Es war irgenntwie ... nebensächlich. Nicht so stark wie ich es mir immer vorgestellt hatte. Und ich wusste auch was ich jagen wollte. Ich hatte kein Problem mit dem Gedanken an Tierblut, der Gedanke war eher angenehm und beruhigte mich. Es gab ja auch ... andere Vampire die sich von Tierblut ernährten. Ich würde da nichts anderes machen. Das einzige was bei mir anders sein wird, ich würde allein sein.
Aber was wird aus Charlie? Renee? Jacob? Woher wusste Jacob von Vampiren? Er war doch nur ein Junge... Ich sah meinen besten Freund an. Ich hoffte jedenfalls dass er noch immer mein bester Freund war.
"Jacob.", sagte ich. Ich erschrak. Ich hatte nie damit gerechnet, dass meine Stimme ein deartig schönes Glockspiel sein könnte. Sie war samtig und kratzte nicht so wie früher.
"Bella. Was soll ich nur mit dir machen?", fragte er und grinste. Er grinste mein liebstes Jacob-Lächeln. Aber dann holte mich die Realität ein.
"Was ist mit Laurent?", fragte ich mit meiner Samtstimme. Er runzelte die Stirn.
"Wer?", entgegnete er. Was sollte ich sagen? "Laurent. Der Mann der vorhin...", ich beendete den satz nicht. Er würde es auch bestimmt so verstehen.
"Ach dieser Blutsauger? Wir wollten ihn angreifen und haben ihn in letzter Sekunde von dir abgerissen. Ich habe mich sofort um dich gekümmert und...", er wurde von mir unterbrochen. "Du hast ihn angegriffen?! Aber er ist doch ein Vampir!", schrie ich. Wie konnte er sich nur so in Gefahr bringen?
"Ich glaube hier müssen wir einiges klarstellen.", sagte der Mann. Ich hörte wie er auf uns zu kam. Dann sah ich den Mann, der vorher im Wald war.
Er groß. Sehr groß sogar. Sogar noch größer als Jacob, was ich nie für möglich gehalten habe. Er hatte die gleiche Hautfarbe wie Jacob, und auch die Haare waren so kurz wie seine. Und auch er trug kein T-Shirt. Eigentlich war es zu dieser Jahreszeit ziemlich kalt. Aber das genau konnte ich nicht wissen, mir war keineswegs kalt. "Bella, kannst du dich noch an die Geschichte der 'kalten Wesen' erzählen? Die, die ich dir vor etwa einem Jahr erzählt habe.", sagte Jacob und sah mich erwartungsvoll an.
Ich versuchte, mich daran zu erinnern. Bei dem Versuch daran wurde meine Sicht wie durch Nebel verschleiert. Aber ich konnte mich noch an einpaar wichtige Dinge erinnern. Und dann viel ws mir wie schuppen von den Augen.
"Das kann doch nicht sein!", schrie ich. Jacob hatte mir nichts erzählt. Ich dachte wir wären Freunde!
Jacob versuchte mich zu beruhigen. Ich schnellte hoch und wollte einen Schritt nachhinten gehen. Als ich meine Beine bewegte war ich innerhalb einer viertel Sekunde am anderen Ende der Lichtung. Hmm, das musste ich noch üben.
"Ich weiß dass du das nicht glauben kannst. Es ist genau so lächerlich wie die Existenz von Vampiren.", sagte der immer noch Fremde. Wer war dieser Mann? Und was erzählte er da über Vampire?
"Wer bist du eigentlich?", rief ich.
"Mein Name ist Sam Uley und ich bin der Anführer des Rudels.", antwortete er. 'Rudel', das wird ja immer besser. "Aber was...", ich konnte nicht weitersprechen, auch wenn ich mich so stark fühlte.
"Sie ist gefährlich, merkst du es nicht Jacob?!", sagte Sam. Eine Erinnerung kam hoch, eine menschliche... In jener Nacht, als mich ...Edward verlassen hatte, hat mich dieser Sam gefunden. Ich konnte mich noch an seinen warmen Körper erinnern. Aber meine Instinkte, dir mir auch als Vampir bei behalten wurden, verbieteten mir, an diese Nacht zu denken. "Willst du's nicht checken? Bella ist immer noch Bella, irgenntwie. Und sie hat ja noch niemanden weh getan.", erwiederte Jacob. Er verteidigte mich bis aus Blut. Und so wie ich das gerade sagte, so meinte ich das auch.
"Jacob, allein ihre Existenz ist ein Problem für uns." Was bildet sich dieser Kerl eigentlich ein? Will er mich etwa so reizen? Auch wenn ich meinen Durst unter Kontrolle hatte (was mich verwirrte), ich wusste nicht ob ich das gleiche von meiner Selbstbeherrschung sagen konnte.
"Sie würde mir nie etwas antun, auch wenn sie ein Vampir ist.", betonte Jacob. Bei dem Wort "Vampir" wurde seine Stimme leiser. Es war für ihn schlimmer, als er zugeben wollte. "Es ist trotzdem unaktzeptabel, dass sie hier ist. Wir können nicht zu lassen, dass sie mordet.", sagte dieser Mann. Mit jeder verdammten Sekunde wurde er mir unsymathischer.
"Ihr glaubt doch wohl nicht im Ernst, dass ich jemanden töten könnte.", rief ich.
"Bella kannst du bitte wieder nach vorne kommen?", fragte mich Jacob. Er sagte es nett, so wie immer. Innerhalb einer siebtelsekunde stand ich neben Jacob. Weil ich so nah neben ihm stand, konnte ich seine heiße Haut spüren, und sein warmes pulsierendes Blut dass durch seine Adern schoss. Obwohl es ein Brennen in meinem Hals hervorrief, ich konnte es mühelos ignorieren. Der Wille, keine Menschen (und schon garnicht erst meine besten Freund) zu töten, gab mir Kraft. "Bella", Sam trat einen Schritt vor, "du weißt was wir sind?" Mein Gehirn arbeite besser als je zuvor. Aber das Wort auszusprächen war schwer.
"Wölfe.", brachte ich heraus. Obwohl ich neben Jacob stand, wusste ich dass er die Augen verdrehte. Warum? "Wir bezeichnen uns lieber als 'Gestaltswandler' ", sagte Jake, " 'Werwölfe' würde es zwar auch gut bezeichnen, aber Gestaltswandler ist uns lieber."
"Aber ihr dürft uns 'Blutsauger' nennen?" sagte ich. Das war ungerecht, aber schmollen wollte ich nicht. "Könntest du bitte langsamer reden? Wir verstehen dich fast garnicht.", sagte Jacob leise. Er schien sich einen Lachanfall zu verkneifen. Redete ich so schnell? Ich dachte eher, sie sprachen zu langsam.
"Warum dürft ihr uns dann Blutsauger nennen?", sagte ich betont langsam. Es kam mir lächerlich vor.
"Das ist etwas komplett anderes.", erwiederte Sam. "Natürlich", murmelte ich. Wenn ich leise sprach, konnten sie mich nicht hören.
"Bitte?", fragte Jake. Als Mensch wäre ich zusammen gezuckt. "Jake, du hast damals gesagt, dass ihr nur von den 'Wölfen' abstammt. Warum könnt ihr euch jetzt 'verwandeln' ? Und wie geht das?", sagte ich zu Jacob. Ich drehte mich langsam (ich fühlte mich unwohl dabei) zu ihm.
"Seid die Blutsaug... Cullens wiedergekehrt waren, ist sozusagen das Gen wieder wach geworden. Vampire sind unsere Feinde, unsere einzigen. Ihre Existenz ist der Grund dafür, dass es uns gibt.", beantwortete Sam. Ich sah ihn zornig an, ich hatte Jake gefragt, nicht ihn.
"Moment. Der Grund dass es euch gibt? Wie meint ihr das? Etwa dass...", ich konnte nicht weitersprechen. Dass ging doch nicht... "Wenn du meinst, dass wir euch um die Ecke bringen können, dann ja.", sagte Sam kalt.
"Aber das geht doch nicht. Nur Vampire können Vampire umbringen.", schrie ich entsetzt. Deshalb verteidigte mich Jacob so stark. Er wollte nicht das mir etwas passiert. "Hüte deine Zunge. Wir wurden dafür 'geschaffen', um euch zu töten. Und so leid mir das auch tut, das müssen wir auch mit dir machen.", sagte Sam und ging in die Hocke, zum Sprung bereit. "Sam, nein!", schrie mein bester Freund. Sam sah ihn mit kleinen Augen an und sagte:
"Ich bin der Leitwolf Jake, du kannst mir nicht wiedersprechen."
"Eigentlich wäre ich der Leitwolf, vergiss' das nicht.", wiedersetzte sich Jake. Ich wusste nicht genau was sie meinten, aber ich hatte ein anderes Problem.
Sam wollte mich töten. Wie er es auch sicher mit Laurent getan hatte. Wenn ich jetzt wegrennen würde, würde er mich sicher einholen. Ich könnte auch kämpfen, aber ich hatte keine Erfahrung und er war meine persönliche 'Killermaschine'. Ich hatte keine Chance. Dieses Mal war mir das Ende gewiss.
"Das spielt keine Rolle. Willst du dich dem Rudel wiedersetzten und diesen Vampir laufen lassen, oder möchtest du deinem Rudel treu bleiben?" Dann glänzte die Erkenntnis in Jacobs Augen. Er hatte etwas bemerkt.
"Warte. Sie hat nicht gegen den Vertrag verstoßen. Sie hat niemanden gebissen.", beharrte Jacob. Welcher Vertrag? Meinte er dieses 'Abkommen' ?
"Das mag sein. Aber sie gehört nicht zu den Cullens. ", sagte Sam in einem Ton, der zeigen sollte dass alle die Mühe sinnlos war. Er hatte sich längst entschieden.
"Ich kann sie nicht sterben lassen. Auch wenn sie ein Monster ist, sie ist meine Bella.", flüsterte Jake. Auch wenn er flüsterte, seine Stimme war fester, als sie hätte sein sollen. Wenn ich weinen könnte, würde ich das jetzt tun.
"Dann kann ich für nichts garantieren.", knurrte Sam. Ich wusste dass er sich gleich verwandelte, mein Instinkt erkannte die Gefahr. In meinen Gedanken rief ich verzweifelt: "Nicht verwandeln. Bitte nicht! "
Wir standen ungefähr 20 sekunden da, nichts geschah. Jacob hatte sich komplett verkrampft. Sam schien sich zu konzentrieren, aber nichts geschah. Sam stand auf und brüllte: "Wie ist das möglich?!!", dann sah er mich an, "DU! Was machst du ?" In meinem Inneren brodelte es, ich befahl mir ruhig zu bleiben. "Ich mache nichts.", sagte ich ruhig und entspannt. Aber ich war mir sicher dass das nicht stimmte. Ich wollte dass er sich nicht verwandelte. Ich hatte mich darauf konzentriert dass er nicht seine Gestalt änderte...
Ich erstarrte. Konnte... konnte ich durch reine Willenskraft jemanden daran hindern, erwas zu tun? Das klang total absurd, aber wenn man einiges näher betrachtete, dann ergab es etwas Sinn. ...Edward konnte meine Gedanken nicht lesen, ich wollte dies nie. Alice und Jasper hatten einen Einfluss auf mich, weil er mir entweder gut tat oder mich schützte. Konnte ich etwa Gaben beeinflussen? Wenn dies stimmte, warum kann sich Sam dann nicht verwandeln? Klappte das etwa auch bei Wölfen. Ich hatte nur eine drittel sekunde nachgedacht. Jacob sah mich nun entsetzt an: "Bella, warst du das wirklich nicht?", fragte er.
"Nein, wie sollte ich das denn können.", erwiderte ich schroff. Ich war der Meinung, ich sollte sie vorerst nicht einweihen. Vor allem Sam nicht.
"Jedenfalls kann ich mich nicht verwandeln! SIE muss irgenntetwas machen.", schrie Sam erneut. Er ging mir tierisch auf die Nerven. Ich versuchte das Thema zu wechseln.
"Wie lange war ich ... weg?", fragte ich. Ich musste an Charlie denken.
"2 einhalb Tage. Wir haben uns mit der Wache von dir abgewechselt. Billy hatte sich geweigert, dass ich dich mit zu uns nehme.", sagte Jake. Nur so kurz? Aber lang genug um Charlie einen Schrecken einzujagen.
"Und was ist mit Charlie?", fragte ich mit zittriger Stimme. "Der denkt du bist mit Jake durchgebrannt.", sagte Sam schroff. Ich durchgebrannt mit Jacob? Ok, jetzt nicht los lachen. "Und das hat er geglaubt?", fragte ich Jacob. "Ja, Billy hat mit ihm geredet. Charlie war ausser sich, er wollte dich davor bewahren mit mir zu heiraten", Jake schmunzelte dann fuhr er fort, "aber er war beruhigt, dass dir nichts zugestoßen ist. Also das glaubt er jedenfalls. Aber Billy soll dir ausrichten, dass du dich bei ihm melden sollst."
"Charlie...", flüsterte ich. Ich wollte ihn nicht alleine lassen, auch wenn ich gefährlich für ihn war und anders aussah... Jacob schien auf den selben Gedanken gekommen zu sein. "Ach übrigens... Legt sich das mit deiner krassen Augenfarbe eigentlich?", fragte er und schien kurz vor einem Lachanfall zu sein. Meine Augen...
"So schlimm?", fragte ich ihn.
"Ich wusste nicht dass es so ein helles Rot überhaupt gibt.", sagte Jake und konnte sich das Lachen nicht mehr verkneifen. Ich grinste. "Für was wirst du dich entscheiden?", fragte Sam. Ich wusste sofort was er meinte.
"Ich möchte keinem Menschen das Leben nehmen. Also gibt es nur eine Alternative für mich.", antwortete ich voller Stolz. "Na dann hat sich das mit deiner Augenfarbe ja erledigt.", sagte Sam. Er schien immernoch verwirrt und verärgert zu sein, aber er schien nicht mehr mir die Schuld zu geben.
"Hm?", fragte Jacob. Auch hier wusste ich was er meinte. "Wenn Vampire sich von Tierblut ernähren, sind die Augen erst bernsteinfarbend und dann letzten Endes gold.", antwortete ich. Ich war überrascht wieviel ich noch wusste.
"Wie lange dauert das?"
"Ich weiß es nicht genau. Ich glaube ein paar Monate."
"Ich bin immer noch der Meinung, dass wir sie nicht laufen lassen können", sagte Sam und wie aufs Kommando knurrte Jake ihn an. Sam hob die Hand um ihn zum Schweigen zu bringen. Er gehorchte, aber in seinen Augen spiegelte sich Wut. "Jake, verdirb es dir wegen mir nicht.", flüsterte ich ihm zu. So wie ich das sagte meinte ich das auch. Nur weil mein Leben sich veränderte und ich weg musste, sollte Jacob keine Probleme haben. "Lass das mal meine Sorgen sein.", sagte Jacob mitfühlend. Ich merkte, dass er dachte dass ich als Vampir anders sein würde. Das dachte ich ... früher auch. Aber wir hatten uns beide geeirrt. Auch wenn ich äußerlich mich verändert hatte (Ich wollte mich nun endlich im Spiegel sehen), ich war immer noch Bella. Die Bella, mit den flammend roten Augen und dem entsetztlichen Durst. Aber der Durst war überraschender Weise kein Problem. Dann seufzte Sam. Er sah Jacob tief in die Augen und sagte: "Sie bedeutet dir sehr viel, oder?"
"Mehr als ich je vermutet habe. Auch wenn sie eigentlich mein Feind wäre, ich werde sie immer auf irgennteine weise lieben.", antworte Jake.
Sam nickte. Er drehte sich um. Dann sagte er: "Ich gebe euch 5 minuten. Wenn sie dann nicht weg ist kann ich für nichts mehr garantieren. Und damit meine ich nicht sie, Jacob.". Er ließ mich am Leben. Also, wenn man meinen Zustand als 'Leben' bezeichnen konnte.
Jacob drehte sich zu mir. Er nahm meine Hände in seine. Auf meiner Hand brannte es, aber ich konnte dies ebenfalls ignorieren. Er grinste mich an und sagte : "Na dann sollte wir wohl Lebe wohl sagen. Bevor Sam mich in kleine Stücke fetzt." Was sollte ich nun tun?
"Glaubst du, ich kann noch einmal Charlie sehen? Also ich ihn, nicht er mich." Sam knurrte.
"Ähm... sieht schlecht aus. Aber du kannst ihn doch anrufen?", sagte er mit zittriger Stimme.
"Ja natürlich. Ich muss nurnoch ein Handy auftreiben. Und neue Klamotten und den ganzen Kram.", schmunzelte ich. "Du schaffst das schon Bella. Und melde dich bei mir, du hast ja meine Nummer." Ich versuchte durch den Nebel zu blicken, aber etwas so unwichtiges wie eine Telefonnummer war nicht zu finden. Nur die von Charlie.
"Kannst du sie mir noch einmal sagen?", fragte ich ihn. Er verdrehte die Augen und gab sie mir. Ich war mir sicher, dass mein Vampirhirn sich das merken konnte.
"Wo ist eigentlich mein Transporter?", fragte ich. Das hatte ich komplett vergessen.
"Der steht in meiner Garage. Wenn du ihn orgenntwann mal brauchst, dann sag bescheid."
"Ok. Na dann...", stotterte ich.
"Na dann, mein kleines Monster.", neckte mich Jake. Ich grinste. Dann umarmte ich ihn einfach. Er erwiederte die Umarmung, auch wenn sie ihm etwas unangenehm zu sein schien. Meine Kehle brannte wie immer höllisch, aber das war mir egal. Auch dass mein Mund an seinem Hals lag störte mich nicht. Für nichts auf dieser Welt würde ich diesen Moment aufgeben. Und ich meinte 'wirklich' nichts. Aber dann spürte ich etwas scharfes in der Nase. Ich verzog angewiedert das Gesicht und sagte: "Gott, Jacob! Du stinkst ja wie die Pest!". Jacob konnte sich nicht mehr halten vor lachen. Er löste sich aus der Umarmung und hielt sich die Arme vor den Bauch. "Was denn?", fragte ich. Ein leichtes Kichern entfuhr mir. "Ich stinke? Du stinkst doch auch!", feixte er. Bitte? "Wie jetzt?", es fühlte sich komisch an nichts zu verstehen. "Du riechst süß. Zu süß. Richtig ekelig. Aber warte, wie rieche ich?", fragte er neugierig und grinste erneut, "Ich konnte ja noch keinen Vampir fragen." Sam schien sich etwas aufzuregen, wir hatten nicht mehr viel Zeit.
"Nach Tieren, ziemlich animalisch." Er prustete los. "Na dann müsste ich eigentlich ziemlich einladend auf dich wirken.", sagte er. Als er mich daran erinnerte stach der Durst wieder hervor. Ich versuchte mich wieder abzulenken, aber es ging nicht. Jake schien es zu merken.
"Jake... Es ist besser ich gehe jetzt... Es tut mir so leid.", flüsterte ich. Jacob schluckte schwer, ihm stiegen Tränen in die Augen. "Ich liebe dich Bella, vergiss das nie. Ich werde jemanden finden, der zu mir passt. Aber ich du wirst immer einen Platz in meinem Herzen finden.".
Bevor ich noch etwas sagen konnte, was ich später bereuen würde, drehte ich mich um. Ich hielt die Luft an und rannte weg. Wohin wusste ich nicht.
Fester Entschluss
Meine Schnelligkeit faszinierte mich. Ich rannte so schnell , dass ich die Schnelligkeit nicht ihn Einheiten definieren konnte. Ich hatte sie erst seid kurzem, aber ich liebte sie schon jetzt. Nach wenigen Minuten entschloss ich mich zu etwas sehr schwierigen. Und schmerzhaften. Ich wollte zu dem Haus der Cullens. Zum "alten" Haus der Cullens um genau zu sein. Ich wusste dass es mir weh tun würde, aber da musste ich durch. Irgenntwo müsste ich mein neues Leben beginnen. Diese Erinnerung war so sehr in meinem Körper verankert, dass ich das Haus ohne Problem finden konnte. Ich roch einen wohltuenden Durft, aber ich hatte in meinem neuen Leben noch keinen Vampir gerochen, deshalb konnte ich nur erahnen dass es sich um 'Vampridurft' handelte.
Ich sah mir das Haus nicht genau an. Ich ging einfach hinein und steuerte die Treppe zu, ich wusste genau wo ich hin wollte. Ich war nur einmal in diesem Zimmer gewesen, aber ich erkannte alles. Die zahllosen Bücher, den riesigen Schreibtisch, die vielen Bilder. Carlisle' Zimmer hatte sich kein bisschen verändert. Dann sah ich das Bild, worauf ich es abgesehen hatte: Das Bild, was sich riesig an der Wand hang. Die Männer im Vordergrund waren das Wichtige. Ich versuchte, mich an den letzten richtigen Abend mit Edward zu erinnern. Der Nebel war stark, aber ich konnte ihn etwas abschütteln. er hatte erzählt, dass die 3 die Anfüher der Volturi wären. Sie waren sehr mächtig, das sah man sogar an dem Bild. Ich musste nicht viel überlegen, mein Entschluss stand schon fest bevor ich hierher gekommen war.
Ich wollte zu diesen Volturi. Mich ihnen nicht anschließen, ich wusste eigentlich nicht genau was ich bei ihnen wollte. Selbst wenn ich bei ihnen sterben würde wäre es die Aufgabe wert gewesen. Wo sie genau wohnten, wusste ich nicht. Ich sah rechts unten in die Ecke. "Volterra." Kein Datum, kein Künstlername. Aber das interessierte mich auch nicht. Es ging mir um den Ort. Und diesen hatte ich gefunden. Was hinderte mich eigentlich noch? Charlie durfte ich mich nicht nähern, Reneé würde ich anrufen, Charlie musste sie längst informiert haben. Wie Jacob nur auf solche Ideen kam? Aber egal, die
Sache war geklärt. Aber ein Problem gab es noch. Früher hätte mich das nicht gestört, aber ich würde lange reisen. UND so konnte ich nicht loslaufen. Ich brauchte neue Sachen. Ob Alice... Nein, diesen Gedanken musste ich mir verbieten. Sie würde es merken, wenn ich mir von ihr Sachen ausleihen wollte... Ich erstarrte. Wenn Alice meine Zukunft noch immer überwachte, wusste sie dann von meiner neuen Gestalt? Würder sie nach mir suchen? Das musste ich verhindern. Wenn das mit meiner ... 'Gabe' stimmen sollte, dann konnte ich das vielleicht auch über größere Strecken? Konnte ich verhindern, dass sie mein Leben wieder zerstörte? Eigentlich war es ja
fies von mir, Alice Schuld zu geben. Aber sie hatte sich nicht bei mir verabschiedet, und das war schlimmer als ein 'glatter Bruch'. Schluss damit, ich wollte nicht mehr daran denken. Aber ich kontzentrierte mich darauf, dass Alice mich nicht mehr sah. Sollte sie doch denken, dass ich tot war. Stimmte ja auch gewissermaßen. Ich hoffte, das es klappte. Ich wusste nicht, ob dies wirklich meine Gabe war.
Aber wo sollte ich meine Reise starten? Ich musste erst recherchieren, wo genau Volterra lag. Ich vermutete, dass es in Italien lag. Und in Italien schien oft die Sonne... Ich zuckte erneut zusammen. Ich hatte noch nicht in den Spiegel gesehen! Woher sollte ich wissen, wie ich aussah. Ich machte kehrt und überlegte, wo das Badezimmer noch einmal lag.
Nach 2 sekunden hatte ich es gefunden. Bevor ich in den Spiegel sah, atmete ich tief ein und aus und machte mich auf meinen neuen Körper gefasst.
Es war ein Schock. Ich erkannte zwar das fremde Mädchen, aber sie war zu schön. Zu schön für mich. Die Locken waren von einem zarten Braunton, die sich leicht um die Schultern ringelten. Die Figur war schlank, nicht dünner aber wiederum auch nicht muskolös. Aber diese Sachen gerieten für mich in den Hintergrund, als ich in mein Gesicht sah. Auf die
zauberhaft schönen Wangen achtete ich nicht, die stechend roten Augen waren der 'Hingucker'. Sie durften nicht rot sein, sie sollten golden sein! Das Rot machte mir Angst, es war einfach entsetztlich, so konnte ich nicht weggehen. Jedenfalls nicht ohne Sonnenbrille oder Kontaktlinsen. Ich riss meinen Blick von dem Spiegel und rannte in den Raum,
der am süßesten roch. In Alice' Schlafzimmer angekommen sah ich mich hektisch um. Ich musste zwar weg hier, aber eines musste ich mitnehmen. Alice' würde es verstehen. Ich wühlte in den vielen Kleiderschränken herum, bis ich endlich das fand, worauf ich es abgesehen hatte: Eine Sonnenbrille. So könnte ich wengistens unter Menschen, ich wusste auch
dass ich sie nicht abschlachten würde. Aber um dies zu verhindern, musste ich mich jetzt dem Monster in mir widmen. Ich ließ alles in mir fallen und ließ meinen Instinkten freien Lauf...
Es war nicht schlimm im Sinne von "Wie ekelig." Ich hatte ein schlechtes Gewissen, ich hatte Tiere getötet. Ich verstand natürlich, dass ich keine Menschen töten durfte, aber Tiere waren doch auch Lebewesen? Die Menschen aßen doch auch Tierfleisch und dachten nicht an die vielen unschuldigen Tiere. Aber warum sollten Lebewesen sterben, damit mein Durst besänftigt werden konnte? Warum musste das nur so sein?
Ich versuchte, meine Gedanken auf anderes zu richten. Die Sonnenbrille hatte ich die Jadg über in meiner Jackentasche gesteckt. Aber die Jacke konnte ich wegwerfen, sie war komplett zerissen. Es war seltsam dass die Sonnenbrille die harten Krallen überlebt hatte. Ich zog die Jacke aus und schmiss sie in den Wald. Mir war nicht kalt, natürlich nicht. Meine Jeans waren ebenfalls etwas zefetzt, aber diese konnte ich nicht ausziehen. Ich würde in Port Angelas in eine Laden einbrechen, es war für mich kein Problem. Ich steckte die Sonnenbrille für das erste in meine Hosentasche.
Während meiner Jagd war ich ziemlich weit gerannt, es war nicht mehr sehr weit bis nach Port Angeles. Nach meiner kurzen Pause rannte ich weiter. Es war nicht schwer zu finden, es war zwar dunkel aber dies schädigte mein Augenlicht nicht im geringsten. Ich orientierte mich zum Teil auch an den unzähligen Lichtern der Stadt, die ich trotz der Entfernung
klar und deutlich sah. Ich höte die Schnellstraße, die wenigen Autos die in überhöhter Geschwindigkeit darüber rasten. Aber ich rannte schneller, mehrfach schneller. Ich raste an den vielen Bäumen vorbei, ein Mensch hätte sich nicht so genau erkannt wie ich. Ich konnte fast jede einzelheit ihrer Blätterstrucktur erkennen. Es war wie verhext., mein ganzes Leben hatte sich mit einem Schlag geändert. Mal wieder.
Dann war ich da. Es waren nicht mehr viele Menschen zu dieser Jahreszeit in der Stadt, ich würde nicht aufallen. Hoffte ich zumindestens.
Nach 3 minuten war ich in mitten der Stadt, es waren wirklich nicht mehr sehr viele Menschen unterwegs. Ihr Glück, das Brennen in meiner Kehle war zwar gelindert, aber nicht gestillt. Ich nahm die schwarze
Sonnenbrille aus meiner Hosentasche und setzte sie auf. Wo sollte ich zuerst hin? Ich sah mich kurz um und in einer viertel Sekunde sah ich etwa 525 meter entfernt einen Klamottenladen. In knapp einer sekunde würde ich dort sein, aber es waren trotzallem noch Menschen unterwegs, ich durfte nicht auffallen. In Menschengeschwindigkeit lief ich über die Strasse, es kam mir mehr als dähmlich vor. Nach ungefähr 5 minuten stand ich vor dem riesen Klamottenlabel. Ich sah kurz über meine rechte und linke Schulter. Es war niemand in Sicht. Ich brach mit meiner Hand das Schloss heraus, öffnete die Tür und ging herein. Dank meiner guten Augen brauchte ich kein Licht einzuschalten, was sicher Aufsehen erregt hätte. Ich ging nicht wirklich, ich sprang eher. Es könnten ja Bewegungsmelder installiert sein. Ich sprang und sauste an den Klamottenständern vorbei und schnappte mir wahlos irgenntwelche Sachen. Als ich einen Blick darauf warf, merkte ich sofort dass sie mir passten. Aus reinen Vergnügen ging ich in eine Umkleidekabine und zog mich in sekundenschnelle um. Ein dunkelblaue Jeans, einen grünen Pulli und Unterwäsche war meine 'Ausbeute'. Ich riss die Etiketten ab und nahm meine alten Sachen unter den Arm. Dann ging ich ruhig aus dem Laden. Als ich an einer Mülltonne
vorbei lief, überlegte ich ob ich sie wegschmeissen sollte. Ich musste von meinem alten Leben Abschied nehmen, also entschied ich mich dafür.
Ich lief in normaler Geschwindigkeit durch die Stadt. Es waren fast keine Läden mehr geöffnet, nur ein paar Cafés und Lokale. An einem blieb ich stehen (natürlich wollte ich nichts essen), aber ich kannte dieses Lokal. Das "Bella Italia". Es war Edward und mein Lokal. An der Stelle, wo sich mein Herz befinden sollte stach es. Ich wusste natürlich das dies nur
Einbildung war. Mein Herz schlug nicht, ich wusste nicht einmal ob ich eines besaß.
Im "Bella Italia" brannte noch Licht, es waren wenige Gäste im Lokal. Ich wollte schon weiter gehen, als ich etwas seltsames roch. Es roch süß... und normal. Das Herz hatte einen süßes, feuchten Klang der mir das Gift in dem Mund zusammenliefen ließ. 'Nicht die Kontrolle verlieren' sagte ich mir. Es war nicht schwer zu wiederstehen, aber ich musste reingehen. Dieses Herz schlug nicht so wie die der andern Menschen in diesem Raum. Ich musste wissen um wen es sich da handelte. Einen Vampir? Ein schlanker junger Mann kan auf mich zu, er hatte eine Schürze um die Taille. Die Bedinung. "Einen Tisch für eine Person?", fragte er. Er sah mich aufmunternt an, ich wiederstand dem Drang ihm die Kehle durchzubeissen. Ich sah mich so schnell um, dass Menschenaugen meine Bewegung nicht bemerkt hätten.
Drei Tische von mir entfernt saß ein etwa 14 Jähriges Mädchen. Sie saß mit dem Rücken zu mir, aber ihr dunkelbraunes lockiges Haar lag perfekt über ihrer Schulter, das Haar war etwa brustlang. Ihre Haut war mir ein Rätsel. Sie war keineswegs so durchscheinend wie die des Mannes vor mir, sie war vor jedem Schein geschützt. Ich sah den Mann wieder an und antwortete in zuckersüßer Stimme: "Ich bin mit dem jungen Mädchen da drüben verabredet." Er wurde rot und meine Kehle stand wieder in Flammen. Ich ignorierte es. "Ähm, dass ist ein Tisch für eine Person...", stotterte er. Ich lächelte. "Aber das dürfte doch kein Problem sein. Ich stelle mir einen Stuhl daneben."
"Wie sie wünschen. Kann ich ihnen etwas bringen?", sagte er verlegen.
"Nein danke.", antowortete ich und ging zu dem Tisch. Ich nahm mir einen Stuhl und setzte mich zu dem Mädchen. Sie sah geschockt auf . Sie hatte eisblaue Augen die nicht zu ihrem dunkelbraunen Haar passte. Sie musterte mich und nickte dann. "Du bist ein Vampir, oder?", flüsterte sie. Es war keine Frage, es war eher einen Feststellung. Meine Gesichtszüge entglitten mir und ich sah sie entsetzt an. Woher wusste sie das? Sie war kein Vampir, dafür waren die Augen zu blau. Keine Kontaktlinsen der Welt konnten diese Farbe herrvorrufen. Und das wichtigste: Ihr Herz schlug.
Ihre Augen wurden neugierig und sie fragte: "Wie alt bist? Wann wurdest du verwandelt? Wer war es? Kann ich deine Augen sehen?" Was sollte ich sagen. "Woher weißt du von Vampiren?", war das einzige was ihr heraus brachte. Sie lachte leise.
"Weil ich selbst einer bin. Also zum Teil jedenfalls..." Wie bitte? "Was meinst du damit?", fragte ich verdutzt. Ein Halbvampir? Das hätte Carlisle erwähnt.
"Kurzfassung. Meine Mutter war ein Mensch, mein Vater ein Vampir. Sie hatten etwas miteinander, und irgenntwie hat mein Vater es geschafft, sie dabei nicht umzubringen. Keine Ahung wie er das schaffte, ich meine ich könnte jetzt auch auf der Stelle die Menschen hier abschlachten. Aber wo waren wir stehen geblieben? Ach ja. Jedenfalls wurde meine Mutter schwanger", ihre Stimmte wirde etwas langsamer und trauriger, "Sie hat die Geburt nicht überlebt... Ich habe sie umgebracht. entweder ich wäre gestorben oder sie. Mein Vater hat sich für mich entschieden, da er mit ihr nichts mehr anfangen konnte. Wenn du mich fragst, war er ein ziemliches Arschloch."
"Du ... du bist ein Halbvampir?", stotterte ich. Ich wusste nicht dass ein Vampir so geschockt sein kann.
"Gut gefolgert. Ich habe mehrere Geschwister, aber ich habe es nicht mit ihnen und meinem Vater ausgehalten. Sie haben immer einen auf Spaß gemacht, wie lustig es ist Menschen zu töten..."
"Was isst du?", schoss es nur so aus mir herraus. Ich hatte Edward einmal Pizza essen sehen, dass war es schon. "Ich kann mich sowohl von Blut als auch von Menschennahrung ernähren. Blut ist angenehmer, aber es gibt vieles was mir auch schmeckt.", kicherte sie. Ich wusste nicht warum, aber sie war mir sympathisch.
"Wie.. wie alt bist du?", fragte ich sie. Das interessierte mich am meisten.
"Menschen denken ich bin 14. In Jahren gezählt bin ich 35. Aber ich bin für immer 17." Für immer 17 ...
"Du bist mit 17 für immer erstarrt?"
"Genau. Und wie alt bist du jetzt eigentlich?", fragte sie immer noch neugierig, "Ich habe bis jetzt nur einen richtigen Vampir gesehen, und das war mein Vater."
"Ich... ich bin erst heute 'aufgewacht'. Ich kannte Vampire, ich... ich war sogar mit einem zusammen." War es richtig ihr davon zu erzählen?
"Jetzt wirklich? Oh gott wie spannend. Erzähl!"
"Ich bin '18' .Ich habe in Forks gelebt. Also ich bin dort wieder hingezogen, zu meinem Vater. Dort gab es einen Vampirzirkel, der unter Menschen leben konnte. Sie ernährten sich von Tierblut, genau wie ich jetzt auch. Einer der Vampire hat sich in mich verliebt... dachte ich jedenfalls. Als sein Bruder mich an meinem Geburtstag dann fast getötet hat, ist er am nächsten Tag weggezogen. Ich wusste immer dass ich nicht gut für ihn war..."
"Wie heißt du eigentlich?" Die Frage passte eigentlich nicht, aber sie musste ja einmal kommen.
"Bella. Und du?"
"Ina. Ina Kantron. Eigentlich heißt du Isabella, oder?", antwortete sie. Woher wusste sie das?
"Ja. Woher..." Sie unterbrach mich.
"Meine Mutter hieß so. Immer wenn ich meinen Vater ausfragen wollte, sagte er immer nur 'Bella'. Ich hasse ihn. Ich will ihn nie wieder sehen.", sagte sie und in ihre Stimme lag blanker Hass. "Das tut mir leid.", flüsterte ich. Dann kam der Kellner und wendete sich Ina zu.
"Möchtest du noch etwas?"
"Ach nein. Wir gehen gleich." Sie lächelte. Er nickte und zog sich zurück.
"Was hast du jetzt vor?", fragte sie mich. Ich sagte ihr einfach die Warheit, vielleicht wusste sie etwas.
"Ich habe mal etwas von den Volturi gehört. Dort wollte ich hin. Weißt du vielleicht etwas über sie?" Ihre Augen glänzten. "JA! Ich weiß sogar wo genau sie leben. Ich wollte dorthin, um meinen Vater anzuzeigen, weil er soviele Halbvampire erschuf. Meine eine Schwester hat erzählt, dass sie mich sogar gebrauchen können, wegen meiner Gabe..."
"Du hast eine Gabe?", sagte ich etwas zu laut. Zum Glück merkte es niemand.
"Ich hab wohl vergessen, dir zu sagen dass ich schlafen kann. Mein Vater konnte das nicht. Kannst du schlafen?" Wie kam sie jetzt darauf?
"Nicht dass ich wüsste. Ich fühle mich nicht müde." Alle Vampire die ich kannte konnten nicht schlafen. Warum sollte es bei mir anders sein? Ina kramte in ihrer Hosentasche, legte einpaar Scheine auf den Tisch und stand auf. Sie zog sich ihre grüne Regenjacke an und ging zur Tür. Ich lief ihr hinterher.
Als wir draussen standen sah sie sich etwas hektisch um. Sie lief über die Strasse, ziemlich schnell. Aber ich konnte mühelos Schritt mit ihr halten.
"Wo willst du hin?", fragte ich. Was wollte sie machen? Sie blieb stehen. Wir standen hinter einem Haus, um uns herum war niemand zu sehen.
"Ich werde dir meine Gabe zeigen. Habe keine Angst, es wird nicht wehtun." Ich nickte. Dann schloss sie die Augen. In den ersten Sekunden passierte garnichts. Ich fragte mich schon, ob ich sie blockierte. Aber dann wurde mir schwarz vor Augen. Mein Körper fühlte sich schwach an. Ich war... müde. Ich wollte sagen, sie solle aufhören, ich wollte es blockieren, aber ich war schon zu schwach. Dann sank ich in tiefe Dunkelheit...
Erste Träume
Es war verwirrend. Nicht dunkel. Nicht hell. Bunt. Es war bunt. Vor meinen Augen tanzten wilde Farben, Farben die ich nicht kannte. Es war nicht normal... Es sollte aufhören...
"Bella? Bist du wach?", sagte eine mittlerweile bekannte Stimme. Moment mal. Wach?!
"Was zum Teufel...", sagte ich und stand auf. Ich bemerkte erst jetzt das ich auf dem Boden lag.
"Du hast geschlafen.", sagte sie und konnte sich vor lachen nicht mehr halten.
"Ich habe geschlafen? Aber Vampire können nicht schlafen!", schrie ich sie an.
"Das ist meine Gabe. Ich kann Menschen und Vampire zum schlafen bringen. Aber du bist schon nach 2 minuten aufegewacht, wie hast du das gemacht?", fragte sie neugierig. Jetzt bin ich an der Reihe. "Tja, das ist meine Gabe. Ich kann Gaben kontrollieren und blockieren.", sagte ich und grinste. Sie lachte lauter. "Na dann passen wir doch perfekt zusammen."
"Wenn du meinst.", ich war noch immer etwas durcheinander. "So, na dann ab nach Volterra. Hast du Geld?", sagte sie. Mir fiel auf, dass sie schnell von einem Thema zum anderen springen konnte.
"Nicht wirklich. aber das ist doch kein Problem für mich? Was glaubst du denn woher ich diese Klamotten habe?", antwortete ich. "Ok. Also Geld kein Problem. Du hast nicht zufällig einen Reisepass bei dir?".
Jetzt hatte sie mich erwischt. Ich hatte einen - in Forks bei Charlie. Woher sollte ich jetzt einen kriegen?
"Also nicht. Ok. Wir treffen uns in einer Stunde vor dem 'Bella Italia'. Ich besorge dir einen und du besorgst uns Geld.", sagte sie und drehte sich um. Mit einem Satz sprang sie auf das Dach eines verlassenen Hauses und war verschwand. Dieses Mädchen hatte eindeutig zu viel Adrenalin im Blut.
Nachdem das letzte bisschen Verwirrheit aus meinem Kopf verschwand, machte ich mich auf den Weg zum nächsten Geschäft. Ich blieb vor einem noblem Handtaschengeschäfft stehen. Die paar tausend Dollar würden ihnen nicht wehtun. Ich brach wie im letzten Geschäft das Schloss heraus und sprang zur Kasse. Sie war voller Geld, die Bestitzer müssten doch wissen dass so etwas schnell geklaut werden konnte.
Ich nahm etwa viertausend Dollar, steckte sie in meine Hosentasche und ging wieder. In den nächsten zwei Geschäften ließ ich einen grauen Rucksack und Wechselsachen für Ina mitgehen. Ich nahm mir eine schwarze Unmhängetasche, ebenfalls einpaar Wechselsachen, eine weitere Sonnenbrille und ein paar Bücher mit. Damit hätten wir alles. In dem Büchergeschäft hing eine Uhr, ich hatte noch ungefähr 20 minuten bis ich mich mit Ina wieder traf. Mit den vollbepackten Taschen setzte ich mich auf eine Bank. Ich war zwar nicht erschöpft, aber das was heute alles passierte musste ich verdauen. Ich selbst war ein Vampir, mein bester Freund war ein Werwolf und ich damit sein größter Feind. Charlie musste von mir ferngehalten werden. Und ich hatte vor einer Stunde einen Halbvampir kennengelernt. Ich war auf dem Weg zu königlichen Vampiren, die uns sogar umbringen konnten. Obwohl... Ina würde sie zum schlafen bringen, ich konnte ihre Gaben blockieren. Ina hatte vorhin erwähnt, dass sie uns gebrauchen könnten? Wenn es so weit wäre, wie würde ich mich entscheiden? Wollte ich für immer alleine sein, als mich 'Mördern' anzuschließen? Ich beschloss, dies zu entscheiden wenn es so weit war. Aus meiner Tasche kramte ich ein Buch heraus. Wie es der Zufall wollte, handelte es sich um "Ein Sommernachtstraum". Ich las ein paar Seiten darin, aber dann wurde ich gestört. Plötzlich saß Ina neben mir. Ihr Gesicht wirkte geschäftsmäßig, sie kramte in ihrer Hosentasche. Dann zog sie zwei Reisepässe heraus, den einen warf sie mir zu. Ich sah in mir an. Das Mädchen in dem Bild sah mir nur etwas ähnlich, es hatte helbraune Haare, die Gesichtszüge waren ungefähr wie die meinen als Mensch. Aber sie hatte grüne Augen. Das ging schon einmal nicht. "Du heißt für die nächsten paar Stunden Elena McCannes. Das mit den grünen Augen musst du selbst lösen", sie warf mir 3 Dosen zu,"da du mir deine Augenfarbe nicht gesagt hast, hab ich einfach diese hier mitgenommen. Probier sie jetzt aus." Ich setzte die Sonnenbrille ab und Ina sagte sofort: "Bleibt das mit den Augen so?". Diese Fage hatte ich vorhin
schon gehört. Ich erklärte ihr das selbe wie vorhin Jacob. Sie verstand es.
"Toll dass du genau so denkst wie ich. Menschen zu töten ist nicht fair.", sagte sie Gedanken verloren.
Ich probierte die erste Packung Kontaktlinsen aus, Ina schüttelte den Kopf. "Braun", sagte sie. Stimmte eigentlich... Bei der zweiten Packung nickte sie. "Perfekt."
Ich gab ihr den Rucksack und sie bedankte sich. "Wieviel Geld hast du?", fragte sie.
"Viertausend Dollar. Woher hast du eigentlich den Pass.", fragte ich sie.
"Ich habe da meine Leute. Ich hatte ja kein Foto von dir, also musste ich ein Musterbild nehmen. Aber es passt ja, du musst nur sagen dass du dir letztens deine Haare gefärbt hast." Sie sprang auf und rief "Taxi!" Ein Auto blieb an dem Straßenrand stehen. Ich ging ihr hinterher und setzte mich nach hinten.
"Zum Flughafen bitte.", sagte Ina mit zuckersüßer Stimme. Der Mann am Steuer runzelte die Stirn.
"Zum Flughafen? Da gelten aber andere Preise, mein Fräulein." Ich beugte mich nach vorne, legte meinen Kopf auf Ina's Rückenlehne. Ich konnte das Blut in dem Hals des Mannes spüren, aber es war kein Problem es zu verdrängen.
"Ich denke das ist kein Problem", sagte ich. Der Mann wurde noch röter als der Kellner im Lokal. Meine Kehle brannte noch schlimmer. Ich lehnte mich wieder nach hinten und der Mann trat aufs Gaspedal. Ina lachte fröhlich und ich sah aus dem Fenster. Ich nahm erneut Abschied. Vielleicht für immer...
Sonniger Empfang
Wir mussten uns ziemlich beeilen. Als wir am Flughafen ankamen, hatten wir noch 10 minuten um unseren Flug zu erreichen.
Wir hätten rennen können, aber dann wären wir aufgefallen. Ich sagte zu Ina, dass wir alle Zeit der Welt hatten, aber sie wollte nicht warten. Und ich konnte sie nicht gehen lassen, ich brauchte sie um Volterra zu finden. Ausserdem mochte ich dieses Mädchen. Sie verbreitete gute Laune, hatte immer einen frechen Spruch auf den Lippen und mit ihr wurde es nicht langweilig. In dieser kurzen Zeit in der ich sie kannte, mochte ich sie schon sehr. Am Check-In Schalter sahen die Mitarbeiter mich komisch an. An meinen Augen dürfte es eigentlich nicht liegen, die Kontaktlinsen müssten ein paar Stunden halten. Sie waren lästig, sie trübten meine Sicht, aber es war besser als dass alle mich anstarrten. Erst als Ina kicherte merkte ich, dass die Mitarbeiter über meine 'Schönheit' beeindruckt waren. Ich fühlte mich sogar etwas geschmeichelt. Immer wenn ich Edward oder Alice sah, war ich jedes Mal über ihre Schönheit hinweg. Ich müsste eigentlich wissen, wie ich auf andere wirkte.