without you my life has to change, Bis(s) in ein neues Leben

without you my life has to change

Dieses Kapitel ist lang und deshalb in 3 Teile geteilt.

"Wie meinst du das?" Felix blieb äußerst höflich und klärte mich weiter über den Sachverstand auf.

"Nehmen wir einmal an jemand wollte sie angreifen. Dann setzt sie ihre Gabe ein und der Angreife wird verwirrt. Er vergisst wo er hin wollte und schlägt eine komplett andere Richtung ein. Sie wird dann sozusagen unsichtbar."

"Und deshalb ist sie immer bei Aro, da er oft Zielscheibe von Angriffen ist.", sagte Jane, die sich gelangweilt fühlte. "Sie ist dir gegenüber misstrauisch, da du in der Lage wärst Aro etwas anzutun. Durch deinen Schutzschild und deiner momentan noch stärkeren Kraft bist du unverwundbar.", sagte Felix noch immer höflich.

Während Jane und Aro nun weiter in ihr Gespräch vertieft waren redete ich weiterhin mit Felix.

"Wo ist eigentlich Demetri?",fragte ich ihn. Felix' Miene verdunkelte sich etwas, aber er ließ sich nichts anmerken. "Er trifft die nötigen Vorbereitungen für die Suche nach Ina's Schöpfer. Er wird später noch zu Ina müssen, er benötigt noch den Geruch, obwohl er auch ohne ihr auskommen dürfte. Allerdings erleichtert dies die Suche da Demetri die Gedanken von ihrem Vater nicht kennt.."

"Demetri ist ein Tracker so wie ich das mitbekommen habe, stimmt das?",fragte ich. Mittlerweile kam ich mir etwas dämlich vor da ich vieles nachfragen musste.

"Genau. Er spürt den Grundgedanken seines 'Opfers' auf und kann dieses auf der ganzen Welt finden. Aber wenn sein Opfer so eine Gabe besitzt wie du, dann wird dies kompliziert. Deshalb muss er noch einmal mit Ina reden."

Im gleichen Moment als Felix zuende gesprochen hatte, kam Heidi mit Begleitung von Demetri.

Caius lächelte gerissen und Marcus' gelangweilte Miene verbesserte sich sichtbar. Heidi rief:

"Arbeit" und lachte leicht. Neben Demetri kam eine weitere Person zum Vorschein. Ein Vampir. Er ähnelte Aro von dem langen schwarzen Haar, aber er hatte einen aggressiven Blick, seine Augen waren schwarz vor Durst.

Aro stand auf und ging auf den Vampir zu, er rief: "Was gibt es denn, mein Herr?" Demetri ließ ihn los und schubste ihn auf die Knie. Felix weichte von meiner Seite und gesellte sich zu Demetri. Demetri war mit Abstand der stärkste Vampir. Der fremde hatte keine Chance. "Es handelt sich hier um ein Missverständnis.", sagte der Fremde. Er schien keine Angst zu haben. Heidi lachte nur und erwiderte: "Tz. Missverständniss ist etwas anderes. Er hat innerhalb der Stadtmauern gejagt, zwei kleine Kinder. Es wird nicht lange dauern bis die Suche auf sie aufgenommen wird."

"Wie ist dein Name und woher kommst du?",rief Caius unbarmherzig. Der Fremde erwiderte nichts und Marcus sagte mit zuckersüßer Stimme: "Jane, liebes?" Ich zuckte vor dem lauten Schrei zusammen. Aro sagte:

"Also..?" Augenblicklich hörte err auf zu schreien und sagte schnell: "Kubilay, ursprünglich aus der Türkei aber ich bin auf der Durchreise."

Caius flüsterte gelangweilt: "Ein Nomade... Mal wieder."

"Dir ist im Klaren dass das Jagen in Volterra nicht gestattet ist, oder?",sagte Aro.

"Die zwei Kinder mehr oder weniger, was für einen Unterschied macht das bitte?",sagte Kubilay wieder munter. "Es geht nicht um den Unterschied, es geht um das Aufsehen. Zwei Kinder verschwinden nicht einfach.", erwiederte Caius, "Dafür gibt es keine Erklärung." Aro nickte und sagte bevor der Fremde antworten konnte:

"Damit hätten wir das Urteil. Zeigst du Einsicht?"

"Habe ich denn eine andere Wahl?",witzelte Kubilay weiter. Keine gute Idee denn Jane war wieder in ihrem Element. Dieses Mal erschrak mich der Schrei nicht obwohl er über 5 minuten ging. Als Jane gelangweilt aufhörte sagte er: "Nagut, ich zeige Reue!" Aro meinte:

"Da dein Tod gewiss ist",der Verurteilte zuckte zusammen,"können wir dir einen leichten Tod bescheren. Wie ich höre ist Alec auf dem Weg.. in Begleitung.."

Die riesige Tür ging auf und Alec erschien mit Ina im Saal. Ina sah sich etwas irritiert um und blieb kurz stehen. Aro erklärte ihnen die Lage und bat Alec den Fremden für die Vollstreckung zu betäuben. Und plötzlich veränderte sich der Blick des Todeskanditaten. Er holte tief Luft und seine Augen verengten sich. Ina steuerte auf mich zu und dann ging plötzlich alles schnell. Da Demetri und Felix nicht damit rechneten, sprang Kubilay schnell auf und rannte auf Ina zu. Ina blieb perplex stehen und der tödliche Vampir bleckte die Zähne. Ohne zu überlegen rannte ich ebenfalls los. Ich schleuderte Ina aus dem Weg, das Mädchen knallte gegen die Wand, schien sich aber nicht ernsthaft verletzt zu haben. In Mitte des Raumes traf ich mit ihm zusammen. Da erst ein sechstel einer Sekunde vergangen war standen Demetri und Felix noch immer da. Jane schien ebensoschnell zu handeln und Kubilay brach zusammen. Gerade als Felix auf ihn springen wollte, schlug ich zu. Die nächsten 2 Sekunden herrschte Stille. Ich stand auf und sah mich um. Aro stand noch genauso da wie vor 3 sekunden, er schien sich nicht einmal die Mühe gemacht zu haben um Ina zu beschützen. Doch der Schein trügte. Kubilay musste ein Neugeborener gewesen sein, da ich selbst eine war, war ich die einzige die genauso schnell war. Caius und Marcus standen etwas perplex da, doch als sie sahen dass es schon vorüber war, setzten sie sich wieder hin. Jane und Alec gingen zu der noch am Boden liegenden Ina. Demetri kam zu mir und trug den abgetrennten Kopf aus dem Saal, ebenso wie Felix den beweglosen Körper wegtrug. Aro klatschte begeistert in die Hände und rief: "Bravo! Das wird eine interessante Zeit!" Ich stand noch immer völlig entsetzt an der Stelle wo ich dem Fremden Vampir den Kopf abgeschlagen hatte. Ich war wenige Tage alt und hatte meinen ersten Kampf hinter mir. Ich spürte wie meine Knie den Boden berührten. Dann wurde mir klar dass ich nuun zu den Volturi gehörte, es war eine Frage der Zeit bis so etwas geschehen würde. Aber ich schämte mich trotzdem. Unwirkürlich musste ich an Carlisle denken. Den blonden, schönen und immer netten Vampir aus meinen verblassten Menschenerinnerungen. Er hatte nie jemanden etwas böses gewollt. Als mich vor knapp einem Jahr der Tracker James vefolgt hatte als ich noch schwach war, als ich noch ein Mensch war. Carlisle wollte den sadistischen Vampir nicht töten, er wollte seine Existenz nicht auslöschen. Die Anderen hatten ihn getötet, nur um mein kleines armseliges Menschenleben zu schützen. Carlisle hatte sich um mich gekümmert als ich wehrlos am Boden lag. Und ich wollte Ina beschützen. Obwohl sie ein Halbvampir war, schön und stark, konnte ich sie nicht einfach auf sich selbst gestellt lassen. Sie wirkte plötzlich so hilflos und zerbrechlich, von dem frechen Mädchen war in diesem Moment nichts zu sehen. Ich musste ihn töten um Ina zu helfen. Ich stand auf und drehte mich um, um nach Ina zu sehen. Jane und Alec hatten sich um das Mädchen versammelt. Ina stand da, sie schien sich nicht verletzt zu haben. Trotzdem sagte ich:

"Ina, es tut mir so leid. aber ich konnte dich nicht anders.." Sie unterbrach mich.

"Ist nicht weiter schlimm ich habe mich ja nicht verletzt. Mir gehts doch gut. Ich bin ja kein kleines Kind mehr also bitte." Jane kicherte etwas, es war noch immer ungewohnt den Vampir mit der schrecklichen Gabe, lachen zu sehen.

"Ist wirklich alles in Ordnung?",fragte Alec besorgt. "Ja, nur... Ähm ich hab Hunger oder besser gesagt Durst.",stotterte Ina verlegen. Heidi, die sich bis jetzt eher im Hintergrund aufgehalten hatte sprach nun:

"Wurde auch langsam Zeit. Willst du etwas lebendes oder doch lieber 'Menschennahrung'?" Das letzte Wort sprach sie mit großer Verachtung. Ina ignorierte es und sagte:

"Also wenn es keine Umstände macht dann würde ich mich gerne etwas austoben." Aro rief jetzt noch begeisterter: "Wunderbar! Heidi, kümmerst du dich darum?" Sie nickte und verschwand.

Natürlich war Aro Feuer und Flamme als sich Ina über einen Puma hergemacht hat. Bei ihr sah es geübter aus als bei mir vorhin, obwohl ich keinen einzigen Blutfleck auf meinen Klamotten hatte. Marcus sah weiterhin angewiedert aus und Caius unterhielt sich mit Jane. Nachdem Demetri und Felix die Überreste des Nomaden weggebracht und vermutlich verbrannt hatten, kamen sie wieder in den Saal. Felix gesellte sich erneut zu mir. Sein Interesse war kaum zu übersehen. Demetri fragte nun Ina wegen ihrem Vater aus: "Name? Genauer Ort? Aussehen?" Er schien ziemlich professionell zu arbeiten und auch die anderen hörten ihm nun zu. Ina's Miene härtete sich, Alec hielt sie an der Schulter. "Cielo Kantron. Ort weiß ich nicht, wir befanden uns immer im Wald im Osten Brasiliens. Dort gab es keine wirklichen Siedlungen, manchmal ein Paar Nomaden und Menschen. Mein 'Vater'", bei diesem Wort gelang Hass in ihre Stimme,"hat langes weißes Haar dass ihm bis zu Brust geht. Weißes Haar ist in dieser Gegend selten, du dürftest ihn nicht verfehlen. Natürlich rote Augen und falls es dir hiflt: Er trägt häufig Parfum um seinen Geruch zu überdecken. Er hat mehrere Feinde die ihn suchen."

"Das dürfte nicht schwer sein. Und mit deinen Geschwistern..." Demetri wurde von Ina schnell unterbrochen: "Wehe du krümmst ihnen nur ein Haar! Sie haben mit der Sache nichts zu tun!.. Also bitte lasse sie Inruhe." Ihre Stimme hatten einen aggressiven Unterton der sich am Ende jedoch legte. "Ich werde morgen aufbrechen. Wenn alles nach Plan läuft werde ich in spätestens 2 Tagen wieder da sein. Dann kannst du mit ihm 'reden'.", sagte Demetri.

"Das wird bestimmt aufregend.",säuselte Aro. Caius richtete sich nun auf und sah in meine Richtung.

"Ach bevor ich es vergessen sollte, was selten geschieht: Bella, möchtest du eigentlich das Kämpfen erlernen? Wenn du ausserhalb in Volterra deine Dienste leisten solltest könnte es durchaus zu Komplikationen kommen.." Bevor ich etwas erwiedern konnte sagte Felix:

"Ich bezweifle das Bella je in eine solche Lage kommen wird. Wenn Bella ausserhalb von Volterra sein sollte, dann sicherlich in Begleitung von Demetri, Jane und mir.. Wie sieht es eigentlich mit Ina aus? Alec begleitet uns auch häufig, würde Ina sich da auch anschließen?" Ina sah kurz zu Alec und zuckte dann mit den Schultern.

"Bestimmt. Irgenntwann wird es ja auch langweilig." Jane kicherte, Marcus rollte mit den Augen. Aro erhob sich und fragte mich dasselbe. Ich bejate seine Frage und somit war diese Sache geklärt. "Ich werde mich nun auf den Weg machen. Felix, begleitest du mich?",sagte Demetri. Felix und er sahen sich lange in die Augen als Felix antwortete: "Wie du willst, es wird ja nicht lange dauern. Ich denke dass wir keine weiteren Materialien benötigen werden." Die Beiden gingen zur riesigen Tür, verbeugten sich und traten hinaus. Ich sah noch wie mich die beiden im Augenwinkel fokussierten.

Ich wollte mich auf den Weg zu meinem Saal machen als mir etwas wieder einfiel. Ich drehte mich zu dem kleinen blonden Vampir und fragte:

"Jane? Hast du vielleicht ein Handy?" Jane drehte sich zu mir und sagte verwirrt:

"Nein, wir benötigen soetwas nicht. Abe du kannst gerne zu unserer Rezeption gehen. Gianna wird dir gerne das Telefon zur Vergügung stellen."

"Wozu brauchst du es wenn man fragen darf?", fragte Caius. Ich wollte ehrlich sein und antwortete:

"Ich möchte einen guten Freund anrufen. Ich möchte mich vergewissern dass niemand weiß wo ich bin." Caius schien es nicht wirklich zu interessieren. Da ich wusste wo ich endlang laufen musste, drehte ich mich um und ging.

In der Empfangshalle die ich vor einigen Stunden in Augenschein genommen hatte saß nun eine junge Frau an dem riesigen Tresen. Ein Mensch. Sie hatte einen dunklen Hautton und langes mahagonifarbenes Haar. Insgesamt war sie sehr schön. Sie konnte sich glücklich schätzen dass ich eine so gute Selbstbeherrschung hatte. Als sie mich sah stand sie auf und reichte mir die Hand. Sie zuckte keineswegs unter der Kälte meiner Hand zusammen, sie schien es gewohnt zu sein.

"Sie müssen die junge Bella sein. Mein Name ist Gianna, ich diene schon seit einigen Jahren für die Volturi. Ich hoffe dass Sie sich hier sehr wohl fühlen werden." Ich wunderte mich über ihre Aufrichtigkeit. Wusste se über Vampire bescheid? Sobald ich den Gedanken fertig gedacht hatte fiel mir eines wieder ein:

Natürtlich wusste sie Bescheid. Sie hatte sich weder über meine Kälte noch über meine Augenfarbe gewundert.

"Danke. Hätten Sie etwas dagegen wenn ich einen Anruf tätigen würde?", ich versuchte langsam und laut zu reden. Ich hatte ja keine Ahnung ob sie mich in meinem normalen Ton verstehen würde. "Natürlich. Wenn ich Sie.."

"Nennen Sie mich doch Bella, Gianna.", unterbrach ich sie. "Verzeihung Bella. Wenn ich dich bitten könnte hier Platz zunehmen? Neben dem Telefon liegt eine Liste mit den Ländervorwahlen, es dürfte kein Problem sein. Ich werde in Zwischenzeit Jane aufsuchen, du kannst dir Zeit lassen." Die junge Frau verschwand und ich setzte mich. Ich suchte die richtige Vorwahl heraus und nannte die Nummer aus meinem hervorragendem Gedächnis. Nach dem ersten Freizeichen meldete sich eine raue Stimme:

"Black?" Ich wusste sofort dass es die Stimmt von Billy war. Reflexartig verstellte ich meine Stimme und sagte: "Hey hier ist Sam, dürfte ich Jake sprechen?" Meine Imitation der Stimme von der Lichtung war geradezu grandios. Ich hoffte nur, dass nicht gerade Sam anwesend war, dass wäre unangenehm. "Ja Moment.. Jake? JACOB!! Jetzt beweg deinen Hintern aus dem Bett! Du hast schon genug geschlafen!"

Ich konnte das Quietschen der Rollstuhlreifen hören als Jacob seinen Vater wegschob.

"Ja Alter, was fällt dir ein...", sagte er schlaftrunken aber ich unterbrach ihn.

"Jake ich bins, Bella." Augenblicklich schien er zu erwachen denn er atmete erschrocken auf.

"Was ist? Wo bist du?", schoss er los. Ich machte mir keine Gedanken darüber ob Billy noch da sein könnte also erzählte ich ihm:

"Ich bin in Italien bei einem mächtigen Vampirzirkel."

"Bei den Volturi?",fragte Jake.

"Ja.. Woher weißt du davon?",fragte ich verwirrt. "Ich bin ein Werwolf, wir wissen sowas. Aber woher wusstest du das? Von deinen Bludsaugerfreunden?"

"Also wenn du die CULLENS", ich betonte den Namen stark,"meinst, dann ja. Sie haben sie einmal erwähnt, allerdings nicht näher. Ich habe in Port Angelas einen Halbvampir getroffen und wir sind hierher geflogen."

"Ja oke.. Das mit dem Halbvampir will ich ja ganricht so genau wissen, ist mir auch egal. Aber:

Woher hast du bitte das Geld für den Flug?", fragte er verwirrt. Ich musste lachen auch wenn es etwas hysterisch klang. Er machte sich Sorgen um Geld, aber nicht dass es eine neue Spezies gab? "Jake, ich bin ein Vampir. Ich kann überall einbrechen ohne Spuren zu hinterlassen. Das dürfte also kein Problem sein. Was ist jetzt mit Charlie?"

"Er denkt weiterhin dass wir beide druchgebrannt sind, auch wenn er nicht begeistert war. Aber mein Dad hat seine Rolle gut gespielt. Charlie hatte sich bei ihm gestern gemeldet und Billy hat mir rechtzeitig Bescheid gesagt damit ich mich verstecken konnte. Und stell dir mal vor wie ich mich in meiner Besenkammer verstecken soll!", sagte er und konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. "Alles Klar.. wenn etwas sein sollte dann weiß ich ja wie ich dich erreichen kann.. Also wir hören uns.", sagte ich und die Worte kamen nur kriechend aus meinem Hals.

"Ja bis dann Bella.. Und pass auf dich auf.",antwortete Jake und legte auf.

Ich legte den Hörer wieder auf die Telefonstation und stand auf. Als ich in Richtung des Thronsaales ging traf ich noch kurz Gianna die mich aufmunternt anlächelte.

Ich lächelte obwohl es mir elend ging. Ich würde Charlie nie wieder sehen können.

 

Mich selber vergessen? ..

Schon bevor ich die Tür zum Thronsaal öffnete hörte ich die leichten Schritte von Jane.

"Bella, Bella!",rief sie entzückt zu mir herüber. Ich konnte noch immer nicht glauben wie diese kleine Tyrannin so nett und lebensfroh sein konnte. Wenn ich nicht dieses Schutzschild hätte, dann würde ich Angst vor ihr haben. Ihre Gabe war zu mächtig. "Jane, Jane..",sagte ich ironisch und grinste sie an. Ich sah mich kurz im Saal um und bemerkte dass alle bis Jane und Heidi nicht mehr anwesend waren. Heidi sagte:

"Die Anderen haben sich in ihre Gemächer zurückgezogen. In den ganzen Jahren wird es langweilig hier, da finden sie gerne Beschäftigung. Aber Aro hat uns erlaubt etwas shoppen zu gehen, sobald es deine Selbstbeherrschung zulässt, wir wollen doch kein Aufsehen erregen."

"An meiner Selbstbeherrschung dürfte es nicht scheitern, aber ich bin der Meinung dass wir auch ohne dass ich Menschen angreifen werde Aufsehen erregen werden. Sehen wir mal von unserer Augenfarbe hinweg, wir alle sehen ziemlich gut aus. Menschen sehen in uns Götter, wie soll man so denn nicht aufallen?" Jane kicherte leicht und Heidi warf mir eine kleine Dose zu. Ohne sie genauer zu betrachten wusste ich, dass es sich um Kontaktlinsen handelte. Da sich in dem Saal kein Spiegel befand ging ich zu Jane und sah mich in ihren Augen. Als ich die erste Linse auf mein rotes Auge gelegt hatte sah ich, dass ich nun blaue Augen mit einem sehr leichten, violetten Schimmer hatte. Heidi bemerkte meine Irritation und antwortete:

"Ich habe solche ähnlichen wie du weißt, nur sind meine stärker violett. Aber ich denke dass dies so angenehm ist und wir nicht auffalen werden. Wie du sicher weißt wird das Gift in deinen Augen die Kontaktlinsen nach 3 Stunden auflösen. Die Shoppingtour wird etwas länger dauern, deshalb habe ich sie vorrätig dabei. Jane", sie warf dem kleinen Mädchen ebenfalls eine Dose zu und Jane machte ihre Kontaktlins in einer viertel Sekunde rein, sie musste Übung damit haben,"hier sind deine. Für dich habe ich dieses Mal blaue mitgebracht. Sieht doch gut aus, oder?" Ich sah Jane wieder in die Augen um meine zweite Kontaktlinse reinzumachen und sah die klaren blauen Augen. Sie haben keinen so eisigen Ton wie die von Ina, doch sie waren schön. Sie sahen zur Blässe sehr elegant aus. "Na dann können wir doch los. Ich geh mich schnell umziehen, Bella möchte dies sicher auch gerne.",sagte der kleinste Vampir und sah mich erwartend an. Ich nickte nur und rannte vorraus. Da ich den Weg schon kannte war ich recht früh in meinem vorläufigen Zimmer. Das Bild dass den Eingang verbergte hatte ich zu Seite gestellt, damit Jane es nicht noch einmal wegrücken musste. Als ich in dem Zimmer vor meiner Tasche stand, wusste ich nicht was ich anziehen sollte. Eine ungewohnte Situation, denn soweit ich mich an Menschenleben erinnern konnte, wusste ich dass ich noch nie wirklich an Mode interessiert war. Jetzt war ich überfordert. Ohne nachzudenken grinste ich. Es hatte sich zu viel geändert, was wäre, wenn Edward hier wäre? Dachte er überhaupt an mich, oder war ich nur ein unwichtige Nebencharakter in seinem Leben, der einfach ausgwechselt war? Hatte er eine neue Gefährtin? Eigentlich wollte ich keine Antworten auf diese Fragen, denn eines war klar: Selbst wenn er mich blutent allein gelassen hat, ich wollte dass er glücklich ist. Auch wenn ich meien Visionen von ihm nicht deuten konnte, ich musste damit abschließen..

"Na Kleine?", hörte ich Heidi neben mir sagen. In Gedanken verloren hatte ich sie nicht kommen hören.

Ich sah die wunderschöne Vampirdame an und grinste erneut. "Stell dir vor Große, mit meinen 1,60 meter bin ich genau im Druchschnitt."

"Wie auch immer, also was möchtest du anziehen?" Und damit wären wir wieder beim Hauptproblem.

"Ich habe keine Ahnung, meine Tasche bietet nicht viel." Ich betrachtete sie etwas genauer. Heidi trug nun eine schwarze Leggins mit einem grauen Trägerkleid, dass bis zu den Oberschenkeln ging. Um ihre Taille hatte sie einen breiten schwarzen Gürtel, der ihre weibliche Form noch mehr unterschrich. Ihre Nägel waren silbernd lackiert, sie musste dies in der Zeit gemacht haben als ich mit den Gedanken abwesend war. Ebenso hatte sie silberne High Heels an, in denen ich als Mensch mir sicher die Beine gebrochen hätte. Insgesamt waren ihre Kleidungsstücke und ihr Schmuck perfekt aufeinander abgestimmt und elegant. Heidi griff nach meiner Hand und zog mich in den Flur. Im Lauf sagte sie:

"Du kannst Sachen von mir haben, ich habe genug. Ich glaube wenn ich mich jeden Tag 3 Mal umziehen würde, dann würde ich mehrere Jahre auskommen ohne zu shoppen. Aber das würde ich ohnehin nie schaffen, also bedien dich." Sie öffnete eine ebenso riesige Tür und mir blieb der eigentlich unnötige Atem weg. Heidis Zimmer war ein Traum. Der Raum war hell und hatte wundervoll vergoldete Ornamente an der Wand, die perfekt mit der restlichen Einrichtung harmonierten. An der östlichen Seite befand sich eine gigantische Sofalandschaft in zarten braun und mokka Tönen. Sie erstreckte sich bis zur Mitte des Saales und auf ihr lagen hunderte von Kissen. Für Menschen musste dies sehr einladend gewirkt haben, doch für mich war es egal wie gemütlich es war, für mich war es auch angenehm wenn ich auf dem Boden nächtigen müsste. Die Sofalandschaft ersetzte das Bett, dass sowieso überflüssig gewesen wäre.

Auf der gegenüberliegenden Seite befand sich wieder ein riesiges Bücherregal das hunderte von Büchern enthielt. Alle Holzmöbel in diesem Raum waren sehr hell und hatten einen leichten Glanzschimmer. Von der Decke hinab hang ein goldener Kronleuchter, wie ich auch schon in Janes Zimmer gesehen hatte. Neben der Sofalandschaft befand sich ein riesiger Spiegel mit Goldrand. Daneben stand eine Holzkommode in der sich Kosmetiksachen befinden mussten. Auf der Kommode stand noch eine kleine Tasche. An den Wänden befanden sich noch unzählige Gemälde, die aus verschiedenen Jahrhunderten stammen mussten. Aber eines fehlte: Der Kleiderschrank. Heidi antwortete auf meine und unausgesprochene Frage:

"Wenn du mir folgen würdest, ich habe ein extra Einkleidezimmer. Ziemlich praktisch." Sie ging zur Seite mit dem Bücherregal und ich entdeckte die kleine Tür daneben.

Das Einkleidezimmer war fast so groß wie das eigentliche Zimmer. Überall waren Kleiderstangen und Regale mit Schuhen und Schmuck. Ich betrat es und wusste nun erstrecht nicht was ich anziehen sollte. Aber als ich Heidis Blick sah, musste ich nicht lange überlegen.

"Möchtest du mir vielleicht etwas herraus suchen?" Sobald ich die Frage ausgesprochen hatte, fingen Heidis Augen an zu glänzen. Aha, so machte man also einen weiblichen Vampir glücklich. Unwirkürlich musste ich an die kleine, zierliche und abgedrehte Alice denken, doch bevor mich die Welle der Leere wieder unter sich grub, ließ ich den Gedanken wieder fallen.

"Etwas elegantes oder lieber lässig-schick?",fragte sie. Ohne nachzudenken antworte ich:

"Lässig-schick, jedoch auch etwas elegant." Heidi lächelte und verschwand in einem Meer von Kleidern. Nach 3 1/2 Sekunden warf sie mir eine enge Löcherjeans zu. Ich fand keinen Grund sie nicht anzuziehen und zog meine Schuhe und Hose aus. Warum sollte ich mich schämen vor ihr umzuziehen?

Ich zog die Jeans an und als ich den Reißverschluss geschlossen hatte warf mir Heidi schon ein Trägertop zu. Es war schwarz und locker und hatte eine silberne Blume an der linken Brust angenäht. Ich zog es ohne zu Zögern an und wartete darauf dass mir Heidi noch passende Schuhe aussuchte.

"Deine Schuhgröße?",fragte sie hochkonzentriert. "37.. glaube ich zumindestens.", ich sah schnell auf meine Schuhsohle und fügte hinzu, "38."

Sie gab mir schwarze High Heels mit einem Absatz dass ich ersteinmal schlucken musste. Nichts desto trotz zog ich sie an und musste staunen dass ich in ihnen laufen konnte. "Ich mach dir noch schnell die Nägel. Und Schmuck brauchst du ja auch noch. Am besten ich lasse alles im schwarz Ton, dann sieht das mit der Blässe nicht so komisch aus." Sie ging schnell ins 'Hauptzimmer' und holte schwarzen Nagellack. Sie fasste meine Hände und lackierte sie mir im Stehen. Sobald der Lack auf den Nägeln war war er schon getrocknet.

"Spezieller Lack aus Sizillien, ein Geschenk von Demetri." Dann holte sie mehrere schwarze und silberne Armeifen aus einem Schubfach und reichte sie mir. Ich machte sie mir an die Arme. Heidi sah mich kurz mit einem prüfenden Blick an und nickte. "Ok, du bist Ausgehfertig. Jane?", sagte sie und sobald sie den Namen von der kleinen Blonden ausgesprochen hatte war Jane an meiner Seite. Sie trug eine blaue Röhrenjeans mit einem braunen Shirt und ebenfalls High Heels, nun war sie etwa 12 centimeter größer.

"Geld habe ich genug dabei, wir können nun los.", sagte Jane. "Nehmen wir den Porsche oder den BMW?",fragte Heidi. Ich wusste dass Heidi fahren würde, Jane hatte sicher keinen Führerschein selbst wenn sie fahren könnte. Sie sah einfach zu jung aus. "BMW, wir wollen doch 'versuchen' nicht aufzufallen, oder?",sagte ich. Es würde uns sowieso nicht gelingen, aber wir mussten ja nicht übertreiben. Jane und Heidi kicherten, schnappten sich ihre Handtaschen und wir gingen hinaus.

Ich konnte mir nicht vorstellen wie man in einer antiken Stadt wie Volterra shoppen konnte. Aber das war nicht der Fall, denn Heidi und Jane kannten sich hier bestens aus und fuhren mit 150 km/h durch die Straßen auf dem Weg zu einem gigantischen Einkaufszentrum, ca. 2 Stunden von Volterra entfernt. Genauer gesagt 2 Stunden wenn man in durchschnittlichen Tempo fahren würde.

Aber da dies ,fast selbständlich, nicht der Fall war, waren wir in einer halben Stunde angekommen. Den Wagen, es handelte sich um einen schicken Rennwagen, parkten sie vor dem Einkaufszentrum, ganz protzig. Ich sagte nichts dazu und folgte den beiden. Jane hackte sich bei Heidi ein und Heidi zog mich zu sich und ich tat das selbe.

Das was auf mich zu kam war nicht in geringster Weise mit Alice zu vergleichen. Jane und Heidi fraßen sich regelrecht durch jeden einzelnen der Läden, es waren Modemarken die ich nicht im Entferntesten kannte. Das lag nicht nur an meinem fehlenden Erinnerungsvermögen an die Zeit als Mensch. Ich war mir sicher, wenn ich noch ein Mensch wäre dann wäre ich niemals in dem Tempo von Jane und Heidi mitgekommen. Menschen würden dies als 'krampfhaft' bezeichnen, doch für mich hatte das Gelache von Jane und Heidi etwas tröstendes. Es gab mir nicht viel Zeit um über die traurigen Dinge nachzudenken. Das klaffende Loch, dass sich an der Stelle meines toten Herzens befand, erinnerte mich wieder daran, wie armselig mein Leben eigentlich war. Ich durfte mir nicht einbilden, dass ich mein Leben nun besser war als vorher, trotz dieser Kräfte. Auch wenn ich jetzt zu den Volturi gehörte, ich würde für alle Zeit die Zeit als Mensch vermissen. Allerdings nur eine Zeit.

Mir war klar, dass ich IHN vergessen musste, auch wenn es sich so schwer vorzustellen war. Jede einzelne Erinnerung an ihn könnte mich wieder in das einst so riesige Loch stürzen, aus dem ich nur schwer wieder herausgekommen war. Aber, war ich schon draussen? Oder klammerte ich mich nur verzweifelt an einem Felsenvorsprung, der mich zwar am Leben hielt, aber nicht für immer rettete? Wann würde das Seil kommen, an dem ich mich an die Oberfläche retten konnte? Wer würde es herrablassen.. "BELLA! WENN DU NICHT SOFORT...",schrie mich eine kleine, erzürnte Stimme an. Jane beendete den Satz mit Absicht nicht, sie wusste dass ich auch so zu ihr kommen würde. Jane und Heidi standen in einer Modeboutique, dessen Namen ich mir erst garnicht ansah. Jane hatte 2 Kleider auf ihrem Arm und sah mich erwartend an. Ich wusste was kommen würde. "Hmm.",seufzte ich,"nehme das schwarze Kleid." Heidi sah mich stirnrunzelnd an.

"Heidi ist aber für das rote. Sieht das schwarze echt besser aus?!",fragte mich das kleine Vampirmädchen. Ich seufzte erneut.

"Nehm doch beide, Geld habt ihr doch genug dabei.",sagte ich. Wozu dieser Aufstand?

"Stimmt eigentlich..." Jane zog Heidi am Arm und die beiden erkundschafteten die weiteren Läden.

Gerade als ich mich umdrehte um den beiden zu folgen, stieß ich mit jemanden zusammen. Die junge Frau fiel zu Boden und sah mich zornig an. Ein paar Kunden drehten sich kurz um, widmeten ihr Interesse jedoch gleich etwas anderem.

"Haben Sie keine Augen im Kopf?!",schrie sie mich mit einer teils zornigen und teils erschrockenen Stimme an. AUGEN! Schnell senkte ich meinen Blick auf meine High Heels und überlegte in Sekundenschnelle. Hatte sie meine Augenfarbe gesehen? Wir mussten uns schon über 3 Stunden hier befinden. "Ich bitte um Verzeihung. Haben Sie sich verletzt?",sagte ich mit verführerischen Stimme. Ich roch, wie ihr das Blut in die Wangen stieg und meine Kehle fing an zu brennen, doch ich ignorierte es. "Nein.. aber.. darf ich Sie etwas fragen?",stotterte sie. Sie wusste doch nicht..

"Natürlich, fragen sie.",antworte ich gekonnt selbstbewusst. Sie rappelte sich auf. Nun stand die Frau gegenüber meiner und sagte: "Könnten wir uns kurz in dem Café gegenüber unterhalten? Es wird nicht lange dauern." Jetzt war ich mir sicher. Den Blick noch immer auf dem Boden gesenkt sagte ich:

"Natürlich. Entschuldigen sie mich nur kurz, ich muss meinen Begleiterinnen Bescheid sagen. In fünf Minuten im Café." Ich nickte der Frau zu und verließ mit noch immer gesenktem Blick die Boutique.

"Jane, Heidi. Sofort hierher!",flüsterte ich wohlwissend, dass sie mich hören konnten. Nach 6 ewigen Sekunden klopfte mir Jane lächelnd auf die Schulter. Janes Augen waren frisch Blau, zu frisch. "Ja wir haben die Linsen schon ersetzt, was du übrigens auch mal tun solltest.", sagte Heidi und legte die kleine Dose in meine Hand. Ich drehte mich zu Heidi und machte mir die Kontaklinse so rein, dass mich niemand sehen konnte.

"Ok, wir müssen weiter. Wir haben noch einiges zu tun.",sagte Jane und zog Heidi und mich weiter.

"Habt ihr was dagegen wenn ich für eine Stunde meinen eigenen Weg gehe? Ich möchte noch etwas für Ina besorgen, und seit mir nicht böse, aber ich habe Angst dass ihr euch bei euch verplappert." Ein Stunde dürfte reichen.

"Hm.. Das geht in Ordnung. Hier hast du noch Geld, ich nehme an du besitzt nicht viel.",meinte Heidi und schob mir eine Geldrolle zu. Ich steckte sie in meine schwarze Handtasche. "In einer Stunde am Brunnen. Bis dann.", meinte Jane. Die beiden kehrten um und machten 'Jagd' auf die weiteren Läden.

 

Ist der einfache Weg immer der richtige?

 

Die Frau saß an einem Tisch für 2 Personen und wartete geduldig bis sie mich erblickte. Ihr Finger zitterten, ihr rechtes Beim wackelte zuckte unter dem Tisch, sie war eindeutig sehr nervös. Sie nickte mir zu und ich setzte mich.

"Darf ich den Damen etwas bringen?",fragte der Kellner. Sein Blick war auf mich gerichtet, ich lächelte verschmilzt. "Einen Kaffee bitte. Schwarz.",sagte die Frau und in ihrer Stimme lag noch Nervosität. Er schrieb es sich auf und fragte mich erneut, ob ich etwas bestellen wollte.

"Danke, nein.",sagte ich mit so bezaubernder Stimme, dass er den Weg zurück ins Café eher torkelte als lief.

"Worüber wollten Sie nun mit mir reden?",fragte ich und sah mir die Frau genauer an. Sie hatte längeres, kastanienbraunes Haar dass ihr lockig über die Schulter hing. Sie hatte einen südlichen Teint der natürlich zu der Region wo wir uns befanden passte. Ihre braunen Augen waren etwas verengt, noch immer war sie nervös. Insgesamt war sie äußert hübsch und attraktiv.

"Nennen Sie mich doch Charlotte, ähm..."

"Bella."

"Bella.. Sagen Sie.. Ich will nun wirklich nicht mit der Tür ins Haus fallen, aber.. Kennen Sie eine gewisse Gianna?..", ihre Hände zuckten bei jedem einzelnen Wort. Jetzt wusste ich es. Sie war nicht nervös, sie hatte Angst.

Vor mir.

"Was meinen Sie genau?",fragte ich mit etwas langsamer Stimme, jedoch nicht gehetzt. Wenn sie wirklich

bescheid wusste, dann durften Jane und Heidi auf keinen fall von diesem Treffen erfahren. Damit wäre Charlotte's Schicksal besiegelt. "Meine Schwester.. Sie hat eine neue Arbeitsstelle als Sekräterin gefunden. Ich weiß nicht wo, sie durfte von ihrem Arbeitgeber nichts sagen.. Aber als sie damals in eine Limosine abgeholt wurde, da saß eine

wunderschöne blasse Frau im Auto. Sie hatte dieselbe Blässe wie Sie. Als ich Sie gesehen habe, Bella, da habe ich mir wegen der Blässe nichts Besonderes gedacht, doch ihre Begleiterin, die große junge Frau..

Wissen Sie, es ist die gleiche Frau wie damals. Verstehen Sie was ich meine?"

Natürlich verstand ich es. Was sollte ich nur sagen? "Worauf wollen Sie hinaus?",fragte ich mit gespielt verwirrter Stimme.

"Wissen Sie etwas von meiner Schwester? Es ist mir sehr wichtig." Ihre Stimme war kaum mehr als ein Zittern. "Ich..",fing ich an doch ich wurde durch eine zuckersüße Stimme unterbrochen.

"Ach Bella, möchtest du uns nicht mit dieser Frau bekannt machen?",säuselte Jane, die neben mir stand. Wie konnte ich sie überhört haben? Warum war sie überhaupt schon hier? Charlotte zuckte zusammen und ich sah wie augenblicklich jede Farbe aus ihrem Gesicht wich. Mir wurde sofort klar, dass sie nun Bescheid wussten. sowohl Charlotte als auch Jane. Doch wo war Heidi? "Das ist Charlotte. Charlotte, wenn ich dir Jane vorstellen dürfte?",sagte ich mit etwas verstellter Stimme. Jane machte keine Anstalten ihr die Hand zu geben, stattdessen sagte sie nur: "Ihre kleine Schwester."

Ich versuchte auf ihre Taktik einzugehen und meinte wo denn unsere große Schwester sei. Vorteil als Vampir, man sah mir nicht an wenn ich log. Trotzdem fiel es mir schwer.

"Am Auto, sie meinte es wäre klüger wenn ich dich abhole, während sie unsere Einkäufe im Auto deponiert." Ich nickte nur. Was war nun mit..

"Ach Charlotte? Möchtest du uns nicht noch begleiten? Ich bin mir sicher dass es noch einen Platz im Wagen gibt..",setzte Jane an, doch ich konnte das nicht zulassen.

"Ich denke das wird nicht nötig sein, wir werden bereits erwartet und ausserdem ist Charlotte zu spät dran. Ihre Mittagspause endet in ein paar Minuten.",schmunkelte ich daher. Jane sah mich zu erst entsetzt an doch an dem verständnisvollen Blick von Charlotte gab es keinen Makel zu finden. Nicht einmal für einen Vampir. Zu Makellos.

"Dann wollen wir nicht weiter stören. War nett sie kennenzulernen.. Charlotte. Auf Wiedersehen.",sagte Jane und zog den letzten satz in die Länge, sie meinte ihn ernst.

Ich schenkte ihr ein kurzes Lächeln, was aber auch gleichzeitig als Warnung gemeint war. Ich hoffte inständig dass sie sie bemerkte. Als Jane und ich das Center verließen sagte Jane:"Sie roch süß. Sehr reines Blut, dass du da wiederstehen konntest und das als Anfänger.. Bemerkenswert."

Ich persönlich dachte nur eins:

Verflucht.

 

Zeit

Die Zeit verging. Sie verging zuerst langsam, die Tage und Nächte zogen sich hin. Ich hatte Ina verboten, mich ohne mein Einverständnis ins Land der Träume zu schicken, egal wie deprimiert ich aussah. Ich konnte meine Gefühle zwar meine Gefühle gut verbergen, doch Ina wusste wie sehr mir das alles zu schaffen machte. Es gab genug Ablenkung, Jane und Heidi gingen oft shoppen und mich zerrten sie oft mit sich mit, ich rede mit Gianna über ihre Familie und ich war bei jeder Bestrafung dabei. Letzteres machte mir am meisten zu schaffen. Meistens waren es Nomaden, die der Wache (es gab natürlich nicht nur Jane, Alec, Demetri und Felix als einzige Wachen), zufällig in die Arme rannten. Sie hatten in der Öffentlichkeit gejagt, Frauen verführt und anschließend getötet oder ihre Identität nicht gewahrt. Jeder Vertoß führte zum Tod, meistens aber nicht zum Schnellen. Wenn die "Angeklagten" ihre Schuld nicht sofort eingestehten, folterte sie Jane. Es schien ihr großen Spaß zu bereiten, beinahe jeder Vampir sollte die Qualen der Verwandlung nocheinmal durchleben. Aber wenn der Beschuldigte seine Schuld sofort eingestehte, lähmte Alec ihn und Aro vollzog das Urteil ohne, dass das Opfer etwas bemerkte. Ich stand immer neben Aro, auf der anderen Seite stand Renata. Renata konnte sie vom Weg abringen, ich konnte die möglichen Gaben von den Beschuldigten unschädlich machen. Aber bis jetzt kam kein talentierter Vampir. Aro würde einen Vampir mit einer äußerst nützlichen Gabe nicht töten, es sei denn, er würde sich ihnen nicht anschließen.

Die Wache hatte in den letzten Wochen (wieviel Zeit schon vergangen war, konnte ich nur erahnen) unsere Gemächer fertig gestellt. Meins sah bis auf einpaar Details genau so aus wie das Gästezimmer und Ina teilte sich nun eins mit Alec, selbstverständlich.

Wenn Demetri und Felix von ihrer Suche nach Inas "Vater" zurück sein würden, würden sie mir grundlegende Verteidigungsstratigien beibringen. Es konnte nicht scheinen und es würde den beiden sicherlich großen Spaß bereiten etwas anzugeben und Aro würde belustigt werden.

Vor diesem Ereignis fürchte ich mich schon jetzt. Nicht weil ich Angst vor ihrem Vater, Cielo, habe, sondern vor Ina. Ina hatte darauf bestanden, das Todesurteil zu vollziehen. Sie wollte ihn für alles, was er ihr und ihrer Mutter angetan hat, bestrafen. Ich hatte Ina in den letzten Wochen sehr lieb gewonnen, ich hatte nie das Bedürfnis gehabt, ihr die Kehle durchzubeissen, daran lag aber auch, dass meine brennende Kehle an Feuer verlor, bis es schließlich ganz verschwand. Wir redet viel über uns, über unsere Familien und unsere Vergangenheit. Ich konnte sie mir nicht als morddurstiges Mädchen vorstellen. Es war schon seltsam ihr bei der "Mahlzeit" zuzusehen. Wir bekamen alle 2 Tage etwas anderes, bislang wiederholte sich noch kein Tier und es sättigte uns jedesmal. Wenn die Volturi und ihre Wache ihre "Mahlzeit" in Empfang nahmen, verzogen sich Ina, Alec und ich jedes mal in unsere Gemächer. Alec hatte seit seiner Begegnung mit Ina kein Menschenblut getrunken, er bediente sich mitlerweile an den Tieren und seine stechend roten Augen bekamen einen brauen Stich. Es würde nicht mehr lange dauern, bis sie die gleiche Farbe wie.. die Cullens bekamen. Bei mir allerdings würde es noch eine Weile dauern. Meine Augen waren mittlerweile von einem hellen Braun, was jedoch in keinster Weise Gold schimmerte. Ich freute mich sogar etwas darüber. Ich dachte schon zu oft an die Familie, der ich früher so gerne angehören wollte, und jeder Blick in den Spiegel würde mich unweigerlich an sie erinnern. Mein Körper war zwar nun starkt, aber kein Gift der Welt konnte meine kaputte Seele retten.

Bislang telefonierte ich nur zweimal mit Jake. Ich hatte ihm soviel zu erzählen und er mir sicherlich auch, aber die Telefonate selber dauerten nur wenige Minuten. Ich hatte mir für den heutigen Tag vorgenommen, länger mit ihm zu sprechen. Als die Volturi und ihre Anhänger ihre Nahrung empfingen und Ina und Alec sich in ihr Gemach verzogen, ging ich zum Telefon in der Lobby und tippte die mir gewohnte Nummer. Nach 15 sekunden ging Jake ran. "Jacob?", rief ich in den Hörer obwohl ich wusste, dass er dran war. "Bella? Geht es dir gut?", rief er beinahe hysterisch. "Ja, warum sollte es mir nicht gut gehen?", fragte ich verblüfft. Die Aussage war war gelogen, aber das wollte ich nicht zugeben. "Sie sind wieder da." Das wars. Alles was ich mir vorgenommen hab, jeglicher Versuch sie zu vergessen schien nun nutzlos. "Jacob, red keinen Unsinn. Warum sollten sie zurück sein?"

"Sie sind nicht direkt wieder zurück, aber sie waren hier. Als ich letztens auf Streife war, habe ich ihren ekligen, süßen Geruch wahrgenommen. Er war ganz frisch, nicht einmal ein Tag alt. Es waren aufkeinen Fall andere Vampire, ich würde den Geruch der Cullens immer erkennen. Sie schienen an deinem Haus gewesen zu sein, an ihrer alten Schule und in ihrer alten Villa, überall dort ist dieser Geruch am stärksten. Ich irre mich nicht Bella, aber hast du eine Ahnung warum sie da waren?", fragte er verwirrt. "Nein.. Ich verstehe das nicht, sie wollte nie wieder kommen.. Bist du dir absolut sicher? Weißt du wieviele es waren?", fragte ich mit einem Hauch von Hysterie, den jedoch nur ein Vampir bemerken würde.

"Ja, absolut. Ich bin mir ausserdem sicher, dass es drei waren. Aufjedenfall war die Kleine dabei, wie hieß sie noch einmal..", rätselte er.

"Alice.", flüsterte ich und musste lächeln. All die Erinnerungen schmerzten, egal ob Alice sich nicht von mir verabschiedet hatte, ich würde sie immer lieben.

"Genau, die Kleine eben. Der Arzt war warscheinlich auch dabei, aber da bin ich mir nicht sehr sicher. Er und seiner Frau, die Mütterliche da, sie riechen sehr ähnlich. Und beim Dritten habe ich keine Ahnung." Beim Dritten hatte er keine Ahnung. Er kannte den Geruch anscheinend nicht genau, um das feststellen zu können. Als war er es nicht..

"Jake, was soll ich damit jetzt anfangen? Sie wissen doch wohl nicht, dass ich hier bin, oder? Hat es irgendeiner aus deinem Rudel ihnen erzählt?", fragte ich. Die kleine, zierliche und feenhafte Alice in der Nähe von diesen Monstern. Ihre Gabe.. Nein, sie durfte nicht hierher. "Erstens Bella, es ist nicht MEIN Rudel, es ist Sams Rudel. Zweitens, wenn einer der Jungs einen deiner Blutsauger sehen würde, würde er sie in Zwei reißen, Vertrag hin oder her. Und drittens, niemand weiß dass du hier bist. Es weiß nur ich und Sam. Ich konnte es erfolgreich vor den anderen verheimlichen.", sagte er beinahe streitlustig.

"Es sind auch nicht MEINE Blutsauger, du Hund! Vergiss es!", sagte ich zornig und knallte den Hörer auf, bevor Jake etwas erwiedern konnte. Ich sah mich verzweifelt um, und sank zu Boden. Warum mussten sie noch nach mir treten, wenn ich schon am Boden lag? All das war zu viel.

Ich wollte gerade aufstehen, als ich Demetri und Felix sah. Und ihn. Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Die beiden mächtigen und starken Wachen trugen einen großen Mann, mit etwas längeren blonden Haaren mit sich. Seine Gesichtszüge waren weich, jedoch markant, was trotz des Unterschiedes perfekt miteinander harmonierte. Und stechend rote Augen. Nicht nur normales Rot wie bei den anderen Vampiren hier, nein. Seine Augen waren rot vor Zorn. Und diese Augen passten nicht in das mir allzu vertraute Gesicht.

Ich flitzte zu Demetri und Felix, die mich mit jeweils mit einem Lächeln begrüßten, und fragte:

"Wer ist das?" Die Verblüffung in meiner Stimme war keinesfalls zu überhören.

"Das ist der Mann, auf den uns Ina angesetzt hat, Cielo Kantron.", antwortete Demetri übetrieben höflich, während Felix nur genervt die Augen verrollte.

"Ina? Was ist mit meiner Tochter? Auf mich angesetzt? Warum wurde ich hierher geführt?", zischte Inas Schöpfer. Ich zuckte unweigerlich zusammen, was den drei Vampiren nicht entging. Diese liebliche Stimme, die man trotz des bösen Tones erkennen kann.. "Wir werden ihn unverzüglich zu Meister Aro bringen. Ich höre kein schlagendes Herz im Thronsaal, Demetri. Bitte schicke Ina zu uns.", sagte Felix und zerrte Cielo mit sich mit. Während Demetri zu den Gemächern ging, folgte ich den anderen beiden Vampiren in den Thronsaal.

"Was sollen wir nur mit Ihnen machen, Cielo..", säuselte Aro vor sich hin. Marcus und Caius wollten ihn sofort töten, ohne eine Ansprache abzuwarten. Doch Aro ließ Cielo alles erzählen. Wirklich alles. "Einerseits hast du gegen Regeln verstoßen, anderseits hast du eine ernorme Willenskraft erwiesen, als du die Mütter deiner Kinder beim Liebesakt nicht getötet hast. Und dann auch noch diese verblüffende Ähnlichkeit mit..", wollte er sagen, doch ich unterbrach ihn. "Wie kann das sein? Das soll reiner Zufall sein? Warum bitte sieht er Carlisle so ähnlich, warum?", platze ich herraus. Er und Carlisle konnten Geschwister sein, doch ich wagte mir nicht das auch nur auszusprechen. Carlisle hatte nie Geschwister erwähnt, als er von seiner Vergangenheit sprach. Sein Vater war streng religiös, er hätte sich nie einen Seitensprung erlaubt. Und Carlisles Mutter starb bei seiner Geburt, Cielo schätzte ich älter als Carlise. "Ja Isabella, das ist wahr. Carlise hätte mir das erzählt, auch wenn er es nicht wollte, wie du weißt. Und dieser junge Mann hier, weiß auch nichts. Es wird wohl ein Rätsel bleiben.."

 

Fortsetzung folgt...

Texte: Copyright: Basis.Geschichte by Stephanie Meyer. Alle sonstigen Ideen stammen von mir (:

Bildmaterialien: Bild : aus dem Internet, alle Rechte des Bildes gehören mir nicht.

Alle Rechte vorbehalten.

Tag der Veröffentlichung: 11.05.2012

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Anna Re

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