Alexander Ziegler
Die Frage, wer Amerika gedacht hat, bevor es jemand betrat, steht schon im Untertitel dieser Schrift von 1859: »Der geistige Entdecker Amerika's«. Verteidigt wird darin der Nürnberger Kaufmann und Kosmograph Martin Behaim, um 1459 geboren, Schüler des Regiomontanus, in portugiesischen Diensten unter Johann II., Ritter des Christusordens und Verfertiger jener Weltkugel von 1492, die zu Zieglers Zeit noch im Behaimschen Haus am Aegidienplatz stand. Der Beweisgang stützt sich auf vier Punkte: Zeugnisse spanischer und portugiesischer Autoren wie Herrera, Garcilasso de la Vega und Cordeyro, Hartmann Schedels Buch der Chroniken von 1493, den Globus selbst und Pigafettas Angabe, Magellan habe eine Karte Behaims gesehen. Ziegler geht dabei nicht so weit wie andere: Behaims falsche Breitenangaben räumt er ein, und Ricciolis vieldeutiges »indicio« übersetzt er mit Wink, nicht mit Wegweisung. Sein Anspruch bleibt, dass Behaim den Columbus in seinem Plan bestärkt habe. Gedruckt wurde das Buch in Dresden bei G. Heinrich und dem Germanischen Museum in Nürnberg gewidmet; die Widmung ist auf den 20. Juli 1859 in Ruhla datiert.
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