Andreas Streicher
Im September 1782 verließ ein junger Musiker gemeinsam mit Friedrich Schiller heimlich Stuttgart. Andreas Streicher, 1761 dort als Sohn unbemittelter Eltern geboren, hätte eigentlich zu Carl Philipp Emanuel Bach nach Hamburg reisen sollen, um sich ausbilden zu lassen. Aus der Reise wurde nichts: Er blieb bei dem Freund, teilte mit ihm die Mannheimer Monate und gab dafür das Geld hin, das seiner eigenen Ausbildung zugedacht war.
Später ging er über München nach Wien, arbeitete dort als Klavierlehrer und führte mit seiner Frau Nannette, einer geborenen Stein aus Augsburg, deren Klavierbauwerkstatt weiter; Beethoven zählte zum Freundeskreis. Streicher starb 1833 in Wien.
Sein einziges Buch schrieb er als alter Mann, etwa zwischen 1828 und 1830. Zwei abgedruckte Briefe zeigen den Antrieb: 1826 befragte er Schillers Schwester Christophine nach den frühen Jahren, 1829 legte er Körner den Plan dar, den Ertrag der Schrift für ein Grabmal und für eine Stiftung zugunsten des besten Schauspiels aus deutscher Geschichte zu verwenden. Gedruckt wurde »Schillers Flucht von Stuttgart und Aufenthalt in Mannheim von 1782 bis 1785« erst 1836, drei Jahre nach seinem Tod, herausgegeben von den Hinterbliebenen. Die Neuausgabe besorgte J. Wychgram 1905 bei Philipp Reclam jun. in Leipzig.
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