André Gide
Gedruckt bei F. A. Lattmann in Goslar, in einer Auflage von 600 handschriftlich numerierten Exemplaren: So kam „Der König Candaules“ 1905 im Insel-Verlag Leipzig heraus, in der deutschen Umdichtung von Franz Blei. Das Drama in drei Akten greift die bei Herodot überlieferte Geschichte des lydischen Königs auf, der sein Glück nicht für sich behalten kann und daran zugrunde geht; 1901 wurde es in Paris uraufgeführt. Gide, 1869 in Paris geboren und 1951 dort gestorben, erhielt 1947 den Nobelpreis für Literatur. Bekannt ist er vor allem für „Der Immoralist“, „Die enge Pforte“, „Die Verliese des Vatikan“ und „Die Falschmünzer“; an der Gründung der Zeitschrift „Nouvelle Revue Française“ war er beteiligt. Der Ausgabe vorangestellt ist sein Vortrag „Über die Entwicklung des Theaters“, in dem er die These vertritt, die Kunst sei aus dem Zwang geboren und sterbe an der Freiheit, und die Frage stellt, wo die Maske sitze: im Saal oder auf der Bühne. Er zitiert Racine, Balzac, Condorcet und Machiavelli und hält dem naturalistischen Drama vor, es habe keine Charaktere mehr. Die digitale Fassung stammt aus dem Project Gutenberg und wurde von Jana Srna erstellt.
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