Die drei ??? Nacht in Angst

André Marx · Kapitel 1 von 1 · Teil 4/4

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Die drei ??? Nacht in Angst

19.00 Uhr - Der gewagte Plan

Dieses Kapitel ist lang und deshalb in 4 Teile geteilt.

»Nein, nein, Beth, lass den Jungen reden. Diese Burschen sind zehnmal schlauer als ihr alle zusammen, sonst hätten sie euch nicht so lange an der Nase herumführen können. Ich möchte hören, was er zu sagen hat.« Beths Gesicht verfinsterte sich, doch sie schwieg. »Also, erzähl mir, was in deinem Kopf vor-geht.«

»Na ja«, begann Bob zögernd, »die Stimme hat Ihnen den Auftrag gegeben, das Feuer des Mondes zu stehlen, weil sie wusste, dass fünf Menschen nötig sind, um überhaupt ins Museum zu kommen. Fünf Menschen bedeuten aber auch fünffa-che Bezahlung. Da ist es doch viel einfacher, einen aus der Gruppe zu beauftragen die anderen zu hintergehen. Man muss ihm zwar mehr Geld bieten, aber das ist immer noch besser als fünf Leute zu bezahlen.«

»Aber wir hatten einen Übergabeort mit der Stimme vereinbart«, sagte Ernie.

»Ich auch«, bekannte Dog. »Einen Tag früher. Der Plan war, dass ich versuche den Stein an mich zu nehmen und die Stimme zu treffen, bevor ihr es tut. Sie wäre dann zum ver-abredeten Zeitpunkt gar nicht erschienen.« Alpha schnaufte wütend. »Diese zahllosen unvorhergesehenen Zwischenfälle haben es dir natürlich leicht gemacht. Aber ab jetzt wird es keine Zwischenfalle mehr geben. Und was dich angeht, Dog, so werde ich mir noch sehr genau überlegen, wie ich auf deinen Verrat reagiere. Und dann werde ich mir eine nette Über-raschung für den Mann überlegen, der hinter der Stimme steckt. Vorher aber will ich das Feuer des Mondes endlich in meinen Händen halten. Wo hast du den Diamanten versteckt?« Als Dog nicht sofort antwortete, packte Alpha wieder fester zu und schrie ihn an: »Wo, Verräter?«

»Auf der Toilette«, sagte Dog kleinlaut. »Im zweiten Stock.

Der Wasserkasten in der zweiten Kabine von rechts.«

»Sehr geschickt von dir. Du hättest ihn dir wahrscheinlich in den nächsten Tagen als ganz normaler Besucher geholt.« Dog antwortete nicht. »Schön. Bern und Ernie, ihr lasst ihn nicht aus den Augen! Und die beiden Burschen auch nicht. Wenn ihr noch einmal versagt, wird diese Nacht auch für euch Konsequenzen haben! Ich hole mir jetzt den Stein.« Er warf allen Anwesenden noch einen scharfen Blick zu, dann verließ er das Büro und ging eilig den Gang hinunter. Kaum war er außer Sicht- und Hörweite, drehte sich Dog wütend zu Bob und Peter um. »Das habe ich euch zu verdanken !«, zischte er. Und plötzlich packte er den Zweiten Detektiv und holte zu einem Schlag aus. Peter konnte ihn gerade noch abwehren.

»Dog!«, schrie Ernie. »Lass ihn los!« Er ging dazwischen und trennte die beiden voneinander.

»Was soll das?«, fragte Dog zornig. »Auf wessen Seite stehst du, Ernie? Diese beiden Burschen haben uns den ganzen Ärger eingebrockt! Ohne sie —«

»Ohne sie wärst du mit deinem Verrat durchgekommen«, stellte Beth fest. »Und da fragst du noch, auf wessen Seite wir stehen.«

Der Streit ging weiter, doch Peter und Bob hörten nicht mehr zu. Sie überlegten fieberhaft, was Alpha tun würde, wenn er bemerkte, dass der blaue Diamant nicht dort war, wo er sein sollte. Er würde nie darauf kommen, dass Bob ihn in seiner Tasche hatte. Dog steckte in ernsten Schwierigkeiten. Es dauerte fünf Minuten, dann kam Alpha zurück. Nicht wut-schnaubend und mit schnellen Schritten wie erwartet, sondern ruhig und gelassen und mit einem Lächeln auf dem Gesicht.

»Zeig ihn uns!«, verlangte Beth. »Ich will wenigstens wissen, wofür wir den ganzen Ärger auf uns genommen haben. Ich hoffe, der Stein ist es wert.«

Alpha antwortete nicht. Er ging schnurstracks auf Dog zu und schlug ihm die Faust ins Gesicht, dass dieser stöhnend zu Boden ging. »Mach das nie wieder!«, knurrte Alpha und trat ihm in den Magen. »Nie wieder, hörst du? Wo ist der Stein? Und diesmal will ich die Wahrheit hören!«

»Aber was ist denn -«, begann Ernie.

»Er war nicht im Spülkasten. In keinem. Los, raus mit der Sprache!«

»Er muss da sein!«, keuchte Dog erschrocken und krümmte sich vor Schmerzen. »Wirklich, Alpha, ich habe ihn dort versteckt!«

»Die Wahrheit!«, knurrte Alpha, richtete die Waffe auf sein Opfer und entsicherte sie. »Du kennst das Spiel, Dog. Nur ist diesmal tatsächlich eine Patrone drin. Eins!«

»Ich schwöre es dir!«

»Zwei!«

Dog wimmerte nur noch. »Halt!«, rief Bob und trat einen Schritt vor. »Misch dich nicht ein, Junge«, fauchte Alpha ihn wütend an. »Ihr habt schon genug Ärger gemacht.«

»Ich habe den Stein! «Bob zog ihn aus seiner Tasche und hielt ihn Alpha unter die Nase.

Er starrte gebannt auf den schimmernden Diamanten. »Du«, flüsterte er, während Dog erleichtert aufatmete und sich langsam erhob. »Natürlich. Wie hätte es auch anders sein können.

Ihr verfluchten Burschen habt wohl in allem eure Finger. Wie seid ihr an den Stein gekommen?«

»Nun ja«, stotterte Bob, »wir dachten uns, dass Dogs Gang zur Toilette mehr als einen Grund hatte, und haben nachgesehen.«

Alpha blickte erst ihn schweigend und ausdruckslos an, dann Peter. Lange sagte er kein Wort. Bob wurde mulmig zu Mute.

Alphas Gedanken waren nicht zu erraten, doch sein Schweigen verhieß nichts Gutes. Schließlich fragte der Anführer leise:

»Wer seid ihr?«

»Was meinen Sie?«

»Wer seid ihr? Das alles ist doch kein Zufall.«

»Ich... verstehe nicht.«

»Ihr taucht hier auf, obwohl ihr gar nicht hier sein dürftet. Ihr lasst meine Leute wie einen Haufen Vollidioten durch dieses Museum stolpern und habt das Spiel durchschaut, bevor ich überhaupt darauf gekommen bin, dass es ein Spiel ist. Was steckt dahinter?«

»Äh... nichts. Zufall.«

»Logik«, fügte Peter hinzu und dachte, dass Justus in seinem Versteck nun wahrscheinlich grinsen musste. Alpha war mit keiner der Anworten zufrieden, doch er stellte keine weiteren Fragen mehr. Wortlos griff er nach dem Feuer des Mondes.

Mit seiner Taschenlampe leuchtete er den Stein an und betrachtete ihn eingehend. Er drehte ihn hin und her und wog ihn prüfend in der Hand. Mit tonloser Stimme sagte er schließlich:

»Das ist nicht das Feuer des Mondes.«

»Wie bitte?«

»Das ist nichts weiter als ein Stück Glas. Eine Fälschung.«

23.07 Uhr - Nichts als die Wahrheit

»Eine Fälschung!«, rief Justus. Er traute seinen Ohren nicht.

Morton und er hatten alles mitverfolgt, was in den letzten zwanzig Minuten im Büro passiert war. Als Alpha die einge-schaltete Gegensprechanlage entdeckt hatte, hatte Morton die Dachluke schnellstmöglich geschlossen, um wenigstens auf den ersten Blick unentdeckt zu bleiben. Doch Alpha war nicht aufgetaucht, da Peter und Bob ihm schon vorher in die Arme gelaufen waren. Dabei hatte Justus ihnen ausdrücklich gesagt, sie sollten sofort verschwinden! Aber vielleicht war es ganz klug von ihnen gewesen, erst den Stein aus seinem Versteck zu holen. Das half ihnen jetzt leider nicht weiter. Im Eifer des Gefechts hatte Alpha die Sprechanlage eingeschaltet gelassen, da er ja glaubte, der Fahrstuhl sei verlassen. Zum Glück für Justus und Morton. So blieben sie nicht nur unbehelligt, sondern konnten die Ereignisse im Büro weiterhin verfolgen. Alphas Entdeckung machte Justus jedoch sprachlos. »Ich war es nicht!«, versicherte Dog schnell. »Das glaube ich dir sogar, auch wenn du mein Vertrauen gänzlich verloren hast«, antwortete Alpha. »Irgendjemand spielt ein ganz übles Spiel mit uns. Und ich habe das Gefühl, dass ihr Burschen wieder mehr wisst als ich«

»Wir?«, rief Peter erschrocken. »Nein!«

»Ist das der Stein, den du an dich genommen hast?«

»Glaube schon. Ich hatte mich schon gewundert, warum er so langweilig aussieht. Aber ich dachte, das liegt am Licht.«

»Und du bist sicher, dass du nicht mehr darüber weißt?«, hakte Alpha nach.

»Ja! Ich... wir sind doch absolut zufällig hier reingeraten!«, beteuerte Peter. »Ich weiß nichts von einer Fälschung!«

»Dann gibt es wohl nur einen, der uns Näheres darüber erzählen kann. Unser lieber Direktor.«

»Den Sie ausgeschaltet haben«, erinnerte Bob.

»Schnauze! Beth, geh runter und hol Wasser. Den Direktor kriegen wir schon wieder wach.«

Schritte verklangen, dann blieb es eine Weile still.

»Das Feuer des Mondes ist eine Fälschung«, überlegte Justus laut. »Irgendjemand muss den Stein ausgetauscht haben. Nur wer und wann und warum? Der Scheich, dem der Diamant eigentlich gehört, weil er den Sicherheitssystemen des Museums nicht vertraut? Die Museumsverwaltung aus den gleichen Gründen? Oder jemand von den Mitarbeitern, der sich mit dem echten Stein sofort in ein Flugzeug nach Rio gesetzt hat? Vielleicht war es tatsächlich Dog, der sehr hoch pokert oder aber seinen Chef so gut kennt, dass er weiß, dass Alpha niemals wirklich schießen würde. Ich wäre mir da allerdings nicht so sicher. Bob und Peter hatten den Stein zuletzt, aber sie können ihn nicht ausgetauscht haben. Woher sollten sie eine Fälschung nehmen?«

»Es gibt noch eine ganz andere Möglichkeit«, warf Morton ein, der Gefallen am Lösen dieses Falls gefunden hatte.

»Und die wäre?«

»Alpha hat gelogen und der Stein ist echt.«

»Faszinierende Idee, Morton«, lobte Justus. »Vielleicht will Alpha nun seine Leute hintergehen und so tun, als sei der Stein wertlos, um ihn für sich zu behalten. Aber warum sollte er dann den Direktor wecken?«

»Um die Täuschung zu perfektionieren.«

»Ich hoffe nur, dass Alpha nicht wieder ausrastet. Ich halte ihn durchaus für fähig jemanden zu erschießen. Was er wohl mit Bob und Peter vorhat, wenn das alles überstanden ist?«

Genau diese Frage stellten sich auch der Zweite und dritte Detektiv, während sie schweigend auf Beths Rückkehr warteten. Der Direktor lag seit zwei Stunden bewusstlos am Boden. Bob hoffte, er würde überhaupt aufwachen. Vielleicht lag er ja auch im Koma und musste sofort ins Krankenhaus.

Alpha wanderte wieder unruhig im Raum auf und ab, Dog und Ernie vermieden es, ihn direkt anzusehen. Wahrscheinlich wussten sie, wann es besser war zu schweigen. Nach fünf Minuten kam Beth zurück. In der Hand trug sie einen Eimer Wasser. Ohne zu zögern, griff Alpha danach und schüttete Mr Peacock den Inhalt ins Gesicht. Mit einem erschrockenen Keuchen fuhr der Direktor hoch und blickte sich verwirrt um.

»Mein lieber Herr Direktor«, sagte Alpha mit samtweicher Stimme. »Wie schön, Sie wieder im Diesseits begrüßen zu dürfen. Sie werden doch nicht etwa schon die ganze Zeit über wach gewesen sein und uns belauscht haben?«

»Ich...«, japste er, »ich weiß nicht... wovon Sie sprechen.

Nein, überhaupt nicht.«

Das nahm selbst Bob ihm nicht ab. Denn der Direktor war nicht im Mindesten überrascht Peter zu sehen. Dabei hätte er davon ausgehen müssen, dass der Zweite Detektiv noch frei im Museum herumlief.

»Na schön, dann werde ich es Ihnen erklären«, fuhr Alpha fort, während Peacock sich aufrappelte und sein Gesicht mit dem Taschentuch abtrocknete. »Wir haben Fortschritte gemacht in den letzten zwei Stunden. Sehen Sie!« Er hielt ihm den falschen Diamanten vor die Augen. »Das Feuer des Mondes!«, flüsterte Mr Peacock ehrfurchtsvoll. »Was wollen Sie noch von uns? Sie haben den Stein doch.«

»Eben nicht«, widersprach Alpha. »Und das wissen Sie so gut wie ich. Jeder, der auch nur einen Funken Ahnung von Edelsteinen hat, erkennt dieses Ding als billige Imitation.«

»Eine Imitation? Ausgeschlossen! Ganz unmöglich!« Alpha lächelte und drückte dem Direktor den Stein in die Hand. »Sie dürfen sich gern selbst überzeugen.« Mr Peacock betrachtete den Stein eingehend, drehte ihn zwi-sehen den Fingern und hielt ihn gegen das Licht der Taschenlampe. Dann schüttelte er den Kopf. »Das ist das Feuer des Mondes, ja, ganz bestimmt sogar«, beteuerte er. »Seine blaue Färbung lässt den Diamanten unscheinbarer wirken als er ist.

Sehen Sie, er sieht trüber aus als ein weißer Diamant, aber ohne Zweifel ist der Stein echt. Ganz ohne Zweifel, wirklich!«

Noch immer lächelnd nahm Alpha ihm den vermeintlichen Diamanten aus der Hand und sagte: »Dann möchte ich Ihnen etwas demonstrieren.« Er wirbelte herum und schleuderte ihn haarscharf an Peters Kopf vorbei gegen die Betonwand. Der Stein zerbarst mit einem lauten Knall und unzählige kleine Splitter flogen durch die Luft.

Entsetzt starrte Peacock den Anführer der Bande an. »Sind Sie wahnsinnig geworden?«

Alphas Gesicht verfinsterte sich. »Schluss mit dem Spiel, Herr Direktor. Wenn sie behaupten einen Diamanten von einem Stück Glas unterscheiden zu können, wissen Sie auch, dass ein Diamant niemals zerbrechen würde. Er würde nicht den kleinsten Kratzer davontragen. Das war eine Imitation, noch dazu eine schlechte. Wo ist der echte blaue Diamant?«

»Eine Imitation?« Mr Peacock blickte verwirrt zu Bob und Peter hinüber, dann wieder zu Alpha. »Aber das kann unmöglich sein! Der Scheich hat uns den Stein persönlich gebracht!

Er muss -«

»Ich glaube Ihnen kein einziges Wort!«, knurrte Alpha, stieß Mr Peacock unsanft zurück, so dass dieser gegen den Schreibtisch prallte. »Sie stecken dahinter! Ich weiß nicht, wie oder warum, aber Sie sind der Schlüssel zum Ganzen!«

»Ich? Aber ich bin doch nur der Direktor dieses Museums! Ja, nur der Direktor, und das ist weniger, als Sie vielleicht glauben, wissen Sie. Wieso sollte ich der Schlüssel zu irgendetwas sein? Ja, wieso, na?«

Zum wiederholten Male zückte Alpha seine Waffe und richtete sie auf Mr Peacock. Bedauernd schüttelte er den Kopf.

»Ich mache Ihren schönen Anzug wirklich nicht gern schmutzig, mein lieber Direktor, aber ich befürchte, dass ein paar hässliche rote Flecken nicht zu vermeiden sind, wenn Sie mir nicht sofort die Wahrheit sagen.«

»Was für eine Wahrheit? Ich kenne keine Wahrheit! Ich weiß überhaupt nicht, wovon Sie reden! Ich habe nicht die geringste Ahnung, nein, wirklich nicht! Was wollen Sie denn von mir, verflucht noch mal! Warum verdächtigen Sie Unschuldige?

Ich kann doch nichts dafür, dass der Stein nicht echt ist! Das müssen Sie mir glauben! Ich -«

»Die Wahrheit!«, brüllte Alpha. »Kein hysterisches Gestam-mel!« Klickend entsicherte er die Pistole. »Sie haben drei Sekunden. Eins!«

»Schon gut!«, rief Mr Peacock mit sich überschlagender Stimme. »Schon gut, schon gut! Ich werde es Ihnen sagen!«

Alpha nahm die Pistole weg und lächelte zufrieden. »Das wollte ich hören.«

»Sie?«, rief Peter ungläubig und erntete dafür einen Rippen-stoß von Bob. Doch der Zweite Detektiv ließ sich nicht zum Schweigen bringen: »Sie haben tatsächlich etwas damit zu tun?«

Mr Peacock nickte zerknirscht. »Ja. Ich habe den Stein ausgetauscht.«

»Warum?«

»Das Museum... ist nicht so sicher, wie die meisten glauben.

Nicht halb so sicher. Die Alarmanlage ist hoffnungslos veral-tet. Mit moderner Technik und den nötigen Kenntnissen ist es nicht so schwierig, hier einzubrechen, nein, gar kein Problem.

Aber das wissen wir ja inzwischen.«

»Und?«, fragte Alpha ungeduldig, als der Direktor nicht wei-tersprach.

»Ich hatte zu viel Angst. Das Feuer des Mondes ist das wertvollste Ausstellungsstück, das das Steadman-Museum jemals hatte. Noch dazu klein genug, um es leicht stehlen zu können.

Also habe ich es ausgetauscht, um kein Risiko einzugehen. Ein Diebstahl in diesem Haus, diesen Skandal hätte das Museum nicht verkraftet, nein, niemals!«

»Aber das hätte doch sofort jemand gemerkt, der Ahnung von der Sache hat«, meinte Peter.

»Ich glaube nicht. Kein Besucher kommt näher als einen Meter an den Schaukasten heran und die Beleuchtung verfälscht den optischen Eindruck. Es wäre vielleicht niemandem aufgefallen, nicht einmal einem Experten oder dem Scheich selbst. Nein, nicht einmal dem.«

»Dann sind wir also die ganze Zeit hinter einer wertlosen Imitation hergelaufen«, stöhnte Beth. »Die Stimme wird uns das nicht glauben! Wir müssen den echten Stein finden!«

»Ganz richtig, liebe Beth«, sagte Alpha. »Wo ist er?« Mr Peacock antwortete nicht.

Alpha hob wieder die Waffe. »Kommen Sie schon, Herr Direktor. Mein Drei-Sekunden-Angebot gilt noch immer.«

»Schon gut, schon gut. Ich sage es Ihnen. Er ist... nicht hier.«

»Sondern wo?«

»Bei mir zu Hause. In meinem Safe.« Seufzend ließ Alpha die Schultern sinken. »Na schön. Dann brechen wir am besten sofort auf.«

»Sie... Sie wollen zu mir?«, rief Mr Peacock und wischte mit dem nassen Tuch über die schweißglänzende Stirn. »Was haben Sie geglaubt? Dass ich nach Hause fahre?« Er wandte sich um und gab Beth und Ernie ein Zeichen. »Nehmt ihn mit. Und Dog auch. Passt auf, dass er nicht abhaut. Unsere Rechnung ist noch nicht beglichen.«

»Und was ist mit uns?«, fragte Bob zaghaft, da er nicht die Hoffnung hatte, dass Alpha sie ganz einfach vergessen würde.

»Ihr kommt ebenfalls mit.«

»Aber... aber was haben Sie denn mit uns vor?«, wollte Peter wissen. »Das werde ich mir noch überlegen. Auf der Fahrt habe ich Zeit genug. Los, Bewegung! Ceewee wartet schon seit einer halben Ewigkeit unten vor dem Ausgang.« Er dirigierte seine Gefangenen aus dem Raum.

»Ich muss noch den Cheftimer aus meinem Büro holen!«, fiel Mr Peacock ein, während er in der Tür stand. Alpha schüttelte lachend den Kopf. »Seien Sie nicht albern. Morgen werden Sie ohnehin ganz andere Termine haben.«

»Aber er ist wichtig! Ich brauche ihn dringend, furchtbar dringend, ganz ungeheuer dringend!«

»Sie brauchen ganz ungeheuer viel Glück, wenn ich ent-schiedenhabe, was mit Ihnen passieren soll!«, rief Alpha ver-

ärgert. »Los jetzt!«

Sie gingen den Gang entlang zur Haupttreppe. Bob und Peter spürten die Waffen wie Blicke, die auf sie gerichtet waren. Es war zu spät für eine Flucht. Alpha und seine Leute würden sich nicht noch einmal von ihnen hereinlegen lassen, selbst wenn sie nun doppelt so viele Gefangene zu bewachen hatten.

Aber es gab noch eine Hoffnung: Morton und Justus hatten alles mitgehört. Jetzt kam es nur noch darauf an, dass sie aus der Fahrstuhlkabine befreit wurden. So beiläufig wie möglich fragte Bob über die Schulter hinweg: »Werden Sie den Strom jetzt wieder einschalten?«

»Wozu? Es reicht, wenn wir einfach abhauen«, gab Alpha zurück.

Mist!, fluchte Bob innerlich. Wie bringe ich ihn dazu, es doch zu tun? Einen weisen Rat von mir wird er kaum annehmen.

Doch dann kam ihm ein Gedanke: Er konnte dafür sorgen, dass Alpha glaubte, die Idee käme von ihm selbst. Bob beugte sich zu Peter hinüber und flüsterte so laut, dass Alpha ihn gerade noch hören konnte: »Vielleicht kommt der städtische Wachdienst und merkt, dass kein Licht brennt.« Der Zweite Detektiv hatte Bobs List nicht begriffen und warf ihm einen warnenden Blick zu. »Pst!«, zischte er. Doch Bob grinste zufrieden. Wenn er Glück hatte, biss Alpha an.

Sie gingen die Treppe hinunter und erreichten das Foyer. »Da seid ihr ja endlich!«, rief Ceewee, der durch die Halle patroulliert war. »Was ist denn bloß los gewesen?«

»Eine Menge«, entgegnete Beth knapp. »Dog? Du guckst so komisch. Was-«

»Schnauze!«, fuhr Dog seinen ehemaligen Kollegen an. »Habt ihr den Stein?«

»Später, Ceewee!«, mahnte Alpha. »Wir erzählen dir alles auf der Fahrt. Jetzt müssen wir erst mal raus hier!« Die Gruppe setzte sich wieder in Bewegung. Als sie die Fahrstuhltür passierten, stolperte Bob plötzlich und fiel auf die Knie.

»Los, steh auf«, fuhr Beth ihn an.

»Ja ja, schon gut«, murmelte Bob und rappelte sich so umständlich wie möglich wieder hoch. Er klopfte seine Hose ab und zupfte an seinem Anzug herum. »Setz dich in Bewegung!«

Bob ging weiter. Sie kletterten über das Metallgeländer an der Kasse, erreichten die gläsernen Schiebetüren und Ceewee machte sich daran, sie zu öffnen. Kühle Nachtluft schlug ihnen entgegen. Auch wenn sie sich immer noch in Gefangenschaft befanden, war Peter froh endlich aus diesem Gebäude raus zu sein. Nur das Fehlen seiner Schuhe störte ihn auf den kalten Steinplatten vor dem Eingang. Kein Mensch war zu sehen, nur von der Straße hörten sie das Rauschen der Autos. In Los Angeles war noch viel Betrieb, aber es war auch noch nicht sehr spät. Der Zweite Detektiv hatte das Gefühl, tagelang im Museum gewesen zu sein, dabei war es gerade mal drei Stunden her, dass sie das Gebäude betreten hatten. Seine Mutter würde ihn noch nicht vermissen, denn Peter hatte angekündigt, dass es später werden könnte, wenn sie mit etwas Glück noch auf der Premierenfeier des Films landeten. Der geplatzte Kinobesuch schien Wochen zurückzuliegen. »Wir sollten den Strom wieder einschalten«, sagte Alpha,

»bevor jemand einen Blick durch die Glastür wirft und sich wundert, warum die Nachtbeleuchtung aus ist.«

»Aber wir sind nur noch zu viert«, warf Beth ein und bedachte Dog mit einem finsteren Blick.

»Die Schaltstellen für die Verbindungen zwei und drei liegen direkt nebeneinander«, erinnerte Alpha. »Dog wird uns noch einmal helfen, wenn er lebend aus der Geschichte heraus-kommen will.« Sie verglichen die Uhren auf die Sekunde genau und vereinbarten einen Zeitpunkt, zu dem alle Strom-verbindungen wieder hergestellt werden sollten. Beth, Ceewee und Ernie verschwanden in der Dunkelheit, während Alpha mit seinen Gefangenen zu zwei Stromkästen ging, die dicht beieinander in der Nähe standen. Sie ließen sich leicht öffnen und mit einem Blick auf ihre Uhren drückten Alpha und Dog gleichzeitig zwei Schalter. Die schwarzen Fenster des Museums flackerten und leuchteten schließlich in trübem Grau. Kurz daraufkamen die anderen zurück. »Das wäre erledigt. Los, zum Wagen!« Auf dem Parkplatz stand ein dunkel-blauer Lieferwagen. Ceewee und Ernie stiegen zusammen mit ihren Gefangenen hinten ein, während Alpha und Beth vorn Platz nahmen. Niemand achtete auf den Rolls Royce, der ganz in der Nähe geparkt war.

23.29 Uhr - Nie wieder Fahrstuhl

Ein Ruck ging durch die Kabine, dann war ein ganz leises e-lektrisches Summen zu hören. »Was ist das?«, flüsterte Justus.

»Sieht aus, als hätten wir wieder Strom. Zumindest Teile des Gebäudes.«

»Warum rührt sich dann nichts? Es ist immer noch dunkel.«

»Nun, das könnte daran liegen, dass ich die Glühlampen nicht wieder eingedreht habe«, erinnerte Morton. Justus schlug sich mit der flachen Hand gegen die Stirn. »Aber natürlich! Trotzdem müssten wir uns bewegen. Spüren Sie was?«

»Nein. Aber etwas ist anders als vorher.«

»Könnten Sie vielleicht wieder Licht machen?«

»Selbstverständlich, Justus.« Morton erhob sich und machte sich tastend an die Arbeit.

Wenige Augenblicke später erstrahlte eine der Glühlampen, die an einem losen Kabel baumelte. Das plötzliche Licht blendete den Ersten Detektiv für einen Moment schmerzhaft, doch es war der schönste Schmerz, den er sich vorstellen konnte. Er lächelte erleichtert. »Schön, Sie wieder zu sehen, Morton.«

»Ganz meinerseits.«

»Licht haben wir also. Warum bewegt sich dieser verfluchte Fahrstuhl dann nicht?« Justus drückte auf einen der Knöpfe, doch noch immer rührte sich nichts.

Morton räusperte sich. »Gestattest du?«, fragte er und griff an Justus vorbei an das Bedienungsfeld. Dort kippte er einen Schalter. Es war der ›Stopp‹-Schalter, den Justus vor drei Stunden hektisch bearbeitet hatte. Augenblicklich setzte sich der Aufzug in Bewegung und glitt nach oben. Der Erste Detektiv lächelte entschuldigend. »Darauf hätte ich auch selbst kommen können. Endlich geht es weiter!«

»Wir fahren nur in die falsche Richtung.« Justus schüttelte den Kopf. »Die Richtung stimmt. Ich möchte mich noch etwas umsehen.«

»Sollten wir denn nicht so schnell wie möglich die Polizei alarmieren, Justus?«

»Sofort«, stimmte er dem Chauffeur zu. »Aber ich brauche noch einen Beweis für meine Theorie.« Der Fahrstuhl kam zum Stehen und die Türen öffneten sich lautlos. »Bloß raus hier!«, stöhnte Justus und sprang aus der Kabine, als befürch-tete er, sie könnte sich im letzten Moment wieder schließen.

»Was für eine Theorie?«

Justus antwortete nicht. »Haben Sie eine Ahnung, wo das Büro des Direktors ist?«

»Ganz oben bei all den anderen Büros«, antwortete Morton und wies auf die kleine, abgesperrte Treppe. »Was willst du denn da?«

»Das erkläre ich Ihnen, wenn ich gefunden habe, was ich suche«, erwiderte Justus geheimnisvoll und kletterte über das Seil.

»Ich werde dich nicht begleiten können«, sagte Morton und wies auf sein Bein.

»Schon gut, ich bin gleich zurück!« Justus hastete die Treppe hinauf und suchte die Türschilder im oberen Gang nach dem Namen des Direktors ab. Bald wurde er fündig, doch die Tür war verschlossen. »Wenn Peter jetzt hier wäre und seine Diet-rich-Sammlung dabei hätte, wäre das kein Problem«, murmelte er. Aber so hatte er keine Chance die Tür zu öffnen. Enttäuscht kehrte er zu Morton zurück. »Fehlanzeige«, sagte er knapp.

»Wir können verschwinden.« Justus ging auf die Haupttreppe zu, doch Morton sagte: »Ich befürchte, ich muss wieder den Fahrstuhl nehmen.«

»Schön. Wir treffen uns unten. In dieses Ding kriegen mich keine zehn Pferde mehr hinein.« Der Erste Detektiv bewies sportlichen Ehrgeiz, als er versuchte schneller zu sein als der Aufzug, doch der Chauffeur erwartete ihn bereits im Foyer, als er die letzten Treppenstufen hinuntersprang. »Bob hat uns ein kleines Geschenk hinterlassen«, sagte Morton und hielt einen klimpernden Schlüsselbund in die Höhe. »Er lag direkt vor der Tür.«

»Gut gemacht, Bob«, grinste Justus und nahm den Schlüssel in die Hand. »Nur muss ich jetzt noch mal kurz nach oben.«

»Wie du meinst.«

Er wandte sich der Treppe zu, erinnerte sich an die dreieinhalb Stockwerke und zögerte. Der Fahrstuhl war zu verlockend.

»Nein«, ermahnte er sich selbst. »Nie wieder!« Seufzend machte er sich an den Aufstieg. Als er völlig außer Atem die Bürotür des Direktors erreichte, probierte er alle Schlüssel durch, bis er den richtigen gefunden hatte. Im Schein der De-ckenbeleuchtung dauerte es nur Sekunden, bis er entdeckte, was er gesucht hatte. Er verließ den Raum und lief wieder nach unten. »Genug für heute!«, stöhnte er. »Ich kann keine Treppen und Fahrstühle mehr sehen. Raus hier!«

»Bist du fündig geworden?«

»Ja«, antwortete Justus stolz und hielt Mr Peacocks Cheftimer in die Höhe.

»Wie kommen wir jetzt hier heraus?«

»Durch den Seiteneingang. Damit werden wir zwar den Alarm auslösen, aber die Polizei muss sich sowieso ansehen, was hier geschehen ist. Nur sollten wir dann nicht mehr da sein. Erklä-rungen können wir später abliefern. Wir müssen so schnell wie möglich zu Mr Peacock.«

Sie gingen am Diplodocus vorbei zu der kleinen Tür und verließen die Halle. Bald hatte Justus den richtigen Schlüssel für die Außentür gefunden und sie traten ins Freie. »In dreißig Sekunden geht der Alarm los«, erinnerte der Erste Detektiv.

»Bis dahin sollten wir im Rolls Royce sitzen. Und dann geben Sie Gas, wir müssen die anderen einholen.« Sie liefen zum Wagen, so schnell Mortons Gipsbein es erlaubte, und sprangen hinein. Gerade als der Chauffeur den Motor startete, heulten die schrillen Alarmsirenen los. Der Wagen schoss über den Parkplatz auf die Straße.

Die Fahrt im Lieferwagen verlief schweigend. Wenn Bob, Peter und Mr Peacock etwas sagen wollten, wurde ihnen durch einen scharfen Befehl das Wort abgeschnitten. Besonders der Museumsdirektor versuchte es immer wieder, doch Ernie und Ceewee brachten ihn durch bedrohliches Hantieren mit ihren Waffen zum Schweigen. Je näher sie seinem Haus kamen, desto nervöser wurde Mr Peacock. Immer häufiger tupfte er über seine Stirn und versuchte in dem winzigen Laderaum auf und ab zu laufen. Dog hingegen starrte nur finster vor sich hin.

Die Fahrt dauerte gut zwanzig Minuten, dann erreichten sie das einsam gelegene Haus nahe Beverly Hills. Hier war es um diese Zeit schon ziemlich ruhig, nur noch wenige Autos fuhren auf den Straßen. Kein Mensch war zu sehen, als der blaue Lieferwagen in die von einer Hecke überwucherte Einfahrt fuhr.

Die Tür wurde geöffnet und Alpha winkte alle Insassen heraus.

»Keinen Mucks!«, warnte er. »Sonst knallt's!« Schweigend stiegen sie aus und gingen auf die Haustür zu. Mr Peacock hatte keinen Bewegungsmelder, es blieb dunkel. Selbst wenn in diesem Moment jemand am Haus vorbeigegangen wäre, hätte er keinen Verdacht schöpfen können, denn der unge-pflegte Garten versperrte jeden Blick von der Straße auf das Haus.

»Nun machen Sie schon die Tür auf, Herr Direktor!«, zischte Alpha. »Oder sollen wir ewig hier draußen stehen?« Mr Peacock tastete die Taschen ab. »Ich finde meinen Schlüssel nicht«, sagte er nervös. »Er ist weg, einfach weg!« Alpha schaltete schnell. »Natürlich ist er weg. Du hast ihn.« Er wandte sich Bob zu. Dem dritten Detektiv schoss das Blut in den Kopf. Er wühlte

in seinen Taschen, obwohl er genau wusste, dass er nichts finden würde. »Ich habe ihn nicht mehr. Muss ihn wohl verloren haben, als ich gestolpert bin, in der Halle.« Alpha sah ihn scharf an, dann tastete er ihn ab. »Auch wenn ich dir kein Wort glaube, macht das jetzt keinen Unterschied mehr.« Er griff in seine Jacke und holte einen schwarzen Zylinder hervor, den er auf den Lauf des Revolvers schraubte: ein Schalldämpfer. Mit einem gezielten Schuss, der nur als dumpfes Pfeifen zu hören war, ließ er das Holz zersplittern und stieß die Tür auf. »Wo ist der Safe?«

»In meinem Arbeitszimmer im ersten Stock, da oben«, antwortete Mr Peacock und wies die Treppe hinauf. »Na schön, dann besichtigen wir doch alle mal Ihr schönes Arbeitszimmer.«

Sie stiegen empor und betraten einen dunklen Raum. Die De-ckenbeleuchtung funktionierte nicht, doch Mr Peacock ging zum Schreibtisch hinüber und knipste eine kleine Lampe an, die grünliches Dämmerlicht verbreitete. Das Arbeitszimmer war voll gestopft mit Büchern und Akten. Es war fast zu klein für acht Menschen. Doch keiner der Anwesenden hatte vor, sich hier länger als nötig aufzuhalten. »Ich nehme an, der Safe befindet sich hinter diesem Bild«, vermutete Alpha und ging zur gegenüberliegenden Wand, ohne eine Antwort abzuwarten.

Er nahm das Bild ab und dahinter kam tatsächlich ein eingebauter Tresor zum Vorschein. Das Zahlenrädchen blitzte sie auffordernd an. »Öffnen Sie ihn!« Mr Peacock ging zum Safe und berührte das Rad, jedoch ohne es zu drehen.

»Nun machen Sie schon!«

»Ich... ich kann nicht«, stotterte der Museumsdirektor.

»Was soll das heißen?«

»Ich weiß die Kombination nicht.«

»Ich denke, das ist Ihr Safe!«, knurrte Alpha wütend. »Da werden Sie ja wohl die Kombination wissen.«

»Ich kann mir keine Zahlen merken!«, verteidigte sich Peacock. »Die Welt ist voll mit Zahlen! Der Sicherheitscode im Museum ist die einzige Zahl, die ich mir nach jahrelangem Training merken konnte. Aber dann sind da noch die Geheim-nummern für meine Konten, die Telefonnummern meines Bruders, meiner Schwester, meiner Nichte, meiner Freunde und meiner Kollegen, der Code für das Zahlenschloss meines Aktenkoffers, die Geheimnummer fürs Telefonbanking und für den Computer, die Vorwahlen der verschiedenen Telefonge-sellschaften, die Nummern der Lieblingsstücke auf meinen CDs, die Zahlenkombinationen meiner Sozialversicherung, die

-«

»Das interessiert mich alles nicht!«, brüllte Alpha. »Öffnen Sie den Safe!«

»Ich kenne die Kombination nicht!«, wiederholte Mr Peacock ungehalten. »Das habe ich Ihnen doch schon gesagt! Diese ganzen Zahlen kann sich kein normaler Mensch merken, keiner, wirklich niemand!«

Alpha stützte sich auf die Tischplatte und beugte sich bedrohlich vor. »Sie werden sie sich irgendwo notiert haben, nehme ich an.«

Mr Peacock schluckte. »Ja.«

»Dann holen Sie jetzt Ihre Notizen!«

»Das... geht nicht. Ganz unmöglich.«

»Und warum?«, schrie Alpha.

»Sie befinden sich in meinem Cheftimer. Und der ist... in meinem Büro im Museum.«

Sekundenlang herrschte atemlose Stille. »Das - darf- nicht -

wahr sein«, flüsterte Alpha und schloss die Augen. »Mein lieber Herr Direktor. Sie werden Ihr Spatzenhirn jetzt nach dieser Kombination durchsuchen, wenn Sie in fünf Minuten noch leben wollen. Haben Sie mich verstanden?«

»Ja, sicher, nur wird das nicht viel bringen. Ich öffne den Tresor höchstens einmal im Monat. Ich habe mir nie die Mühe gemacht die Zahl zu merken. Dazu bestand gar kein Grund, verstehen Sie, keinerlei Veranlassung, nicht die geringste.«

»Ich habe Sie verstanden!«, unterbrach Alpha ihn wut-schnaubend.

»Wir müssen wieder zurück«, schlug Beth vor. »Noch einmal ins Museum?«, fragte Ernie. »Das kann nicht dein Ernst sein.«

»Fällt dir was Besseres ein?«

»Dann können Sie gleich meine Schuhe mitbringen«, sagte Peter und biss sich sogleich auf die Lippen. »Halt's Maul!«, zischte Alpha. »Haltet alle euer Maul! Wir werden nicht zurückfahren.«

»Sondern?«

»Wir nehmen den ganzen Safe mit. Dazu müssen wir nur die Wand aufbrechen. Niemand drängt uns. Wir haben noch Stunden Zeit, bevor jemand von dem Einbruch Wind bekommt.

Das müsste reichen, um die Wand zu Staub zu zerschlagen.«

»Das wird nicht nötig sein«, sagte eine Stimme von der Tür.

Erschrocken fuhren alle herum. Dort stand Justus und wedelte lächelnd mit dem Cheftimer. »Ich habe, was Sie brauchen.«

0.00 Uhr - Enthüllungen um Mitternacht

»Justus!«, rief Peter überrascht und erntete sogleich einen Tritt von Bob. »Wer bist du?«, rief Alpha und richtete seine Waffe auf den Ersten Detektiv. »Was hast du hier zu suchen? Woher kennst du die beiden Burschen?«

»Welche Frage soll ich zuerst beantworten?«, entgegnete Justus gelassen, zog dann jedoch eine Karte aus der Tasche und reichte sie dem Anführer der Bande.

Die drei Detektive

???

Wir übernehmen jeden Fall

Erster Detektiv

Justus Jonas

Zweiter Detektiv

Peter Shaw

Recherchen und Archiv

Bob Andrews

»Was geht hier überhaupt vor?« Alpha schnappte nervös nach Luft. »Wer seid ihr Jungs? Mit wem steckt ihr unter einer Decke? Etwa mit Dog?«

Justus schüttelte den Kopf. »Nein. Mit niemandem. Wir sind nur zufällig in die ganze Sache hineingezogen worden. Aber endlich fangen Sie an in die richtige Richtung zu denken und die richtigen Fragen zu stellen. Das hat ganz schön gedauert.

Es steckt nämlich tatsächlich weit mehr hinter dieser ganzen Geschichte, als Sie alle wissen.«

»Hör auf zu quatschen. Ich weiß nicht, wer du bist, aber im Moment interessiert es mich auch nicht. Rück das Buch raus!«

»Bitte sehr!« Justus hielt es ihm hin. Alpha entriss es seiner Hand und reichte es dem Direktor.

»Suchen Sie endlich die verdammte Kombination raus!«, befahl er.

»Die steht nicht mehr drin«, sagte Justus und sofort hielt Mr Peacock im Blättern inne. »Ich habe die Seite rausgerissen und vernichtet.«

»Wie bitte?«

»Keine Panik, bleiben Sie ganz cool. Ich habe mir die Nummer gemerkt. Aber ich werde sie nicht eher preisgeben, bis Sie mir zugehört haben.«

Alpha stürzte auf den Ersten Detektiv zu und packte ihn beim Kragen. »Hör zu, Dicker, ich -«

»Ich kenne Ihr Lieblingsspiel, Alpha. Eins, zwei, drei, schon klar. Aber ich falle nicht drauf herein. Sie werden mir erst zuhören!«

»Woher -«

»Ich war im Fahrstuhl und habe alles, was im Sicherheitsbüro besprochen wurde, mit angehört. Jedes einzelne Wort.« Nun hatte er die ungeteilte Aufmerksamkeit aller Anwesenden: Alpha, Beth, Ceewee, Dog, Ernie, Mr Peacock, Bob und Peter, sie alle starrten ihn an und warteten auf das, was jetzt kommen mochte.

Justus begann in ruhigen Worten mit seiner Geschichte und erzählte, wie er die Gespräche belauscht hatte. Nur Mortons Anwesenheit verschwieg er. »Im Fahrstuhl hatte ich genügend Zeit mir über das Gehörte meine Gedanken zu machen. Und ich habe herausgefunden, warum der wertvolle Diamant, das Feuer des Mondes, ausgetauscht wurde, warum Dog Sie verraten hat und wer hinter all dem wirklich steckt.« Er machte eine theatralische Pause und wartete so lange, bis Alpha wieder kurz vor einem Wutausbruch stand. Dann drehte er den Kopf und sah den Museumsdirektor an. »Sie, Mr Peacock!«

Alle Gesichter wandten sich ihm zu. »Ich?«, keuchte der Museumsdirektor. »Aber, Justus! Was redest du denn da! Das ist doch absurd, völlig absurd, verrückt, schwachsinnig!«

»Ganz im Gegenteil. Es ergibt alles einen Sinn«, fuhr der Erste Detektiv mit seiner Erklärung fort. »Sie sind die myste-riöse Stimme, die unseren lieben Freunden hier den Auftrag gegeben hat, den blauen Diamanten zu stehlen! Als ich hörte, dass ein Unbekannter alle Informationen über das Ausschallen der Sicherheitssysteme und das Unterbrechen der Stromzufuhr hatte, wurde ich das erste Mal stutzig. Damit war für mich klar, dass der Auftraggeber jemand sein musste, der sich im Steadman-Museum ungeheuer gut auskennt. Sehr wahr-

scheinlich ein Mitarbeiter, der zu allen geheimen Informationen Zugang hat.«

»Ich bitte dich, Justus! Das soll ich sein? In den vergangenen Jahrzehnten sind Dutzende - was sag ich, Hunderte von Mitarbeitern gekommen und gegangen! Ausgerechnet mich zu verdächtigen, das ist doch lächerlich, absolut lächerlich, jawohl!«

»Bis zu diesem Zeitpunkt war es nur ein Gedankenspiel«, fuhr Justus fort. »Konkret verdächtigt habe ich Sie erst, als Sie sich verplappert haben. Sie wollten unbedingt Ihren Cheftimer mitnehmen, als Sie das Museum verließen. Ich kann ja verstehen, dass Sie abends extra noch einmal ins Museum fahren, um Ihren vergessenen Terminkalender zu holen. Aber wenn man sich stundenlang in der Gewalt einer Bande von Verbrechern befand, denkt man an alles Mögliche, nur nicht an seinen Cheftimer. Für mich klang es so, als wollten Sie auf gar keinen Fall Beweise am Tatort zurücklassen. Also bin ich in Ihr Büro gegangen, als der Strom wieder da war, um meinen Verdacht zu überprüfen. Ich habe Ihr heiliges Notizbuch gefunden und auf dem Weg hierher gelesen.« Mr Peacock wurde blass. »Du hast was?«

»Sie können sich keine Termine und Zahlen merken. Das sieht man Ihrem Kalender an, Mr Peacock, denn sonst hätten Sie die geheimen Treffen mit Dog und einen Tag später mit Alpha und den anderen nicht dort eingetragen. Ebenso wenig deren Telefonnummern. Deshalb wollten Sie den Kalender unbedingt mitnehmen.«

Alpha entriss dem Direktor das Buch und blätterte darin, bis er die entsprechenden Seiten gefunden hatte. »Tatsächlich! Aber das ergibt keinen Sinn!«

»Weil Mr Peacock den Stein bereits hatte? Doch, es ergibt einen Sinn. Er hätte niemals einfach so das Feuer des Mondes stehlen können. Früher oder später wäre es jemandem aufgefallen, dass sich im Museum eine Fälschung befindet, man hätte nachgeforscht und wäre ihm auf die Schliche gekommen.

Bei einem professionellen Einbruch jedoch wäre klar gewesen, dass jemand anders dahinter stecken muss. Alle wären auf der Suche nach Ihnen gewesen, nicht nach Mr Peacock. Und der hätte sogar doppelt kassiert: Er hätte den Stein selbst besessen und das Museum hätte wahrscheinlich Geld von der Versicherung kassiert, von dem Mr Peacock garantiert etwas in seine eigene Tasche hätte verschwinden lassen. Sie und Ihre Leute, Alpha, waren die ganze Zeit nur Köder für die Polizei, damit niemand Jagd auf den Direktor macht. Sie hatten zwar nur eine Imitation gestohlen, doch das hätte die Polizei Ihnen selbstverständlich niemals geglaubt. Und Geld hätten Sie für das Glasding nie bekommen, denn die Stimme alias Mr Peacock wäre am vereinbarten Übergabeort nie aufgetaucht.«

»Wir hätten ihn uns geschnappt«, knurrte Alpha, den Justus'

Geschichte inzwischen überzeugt hatte. »Irgendwie hätten wir seine Identität herausgefunden und dann wäre es ihm an den Kragen gegangen.«

»Falsch«, widersprach der Erste Detektiv. »Denn auch dagegen hatte Peacock eine Versicherung: das doppelte Spiel mit Dog. Wenn alles gut gegangen wäre, hätte Dog sich den Stein unter den Nagel gerissen. Sie wären hinter Dog her gewesen in dem Glauben, er hätte den echten Stein, und Dog hätte die Stimme gesucht, die ihn betrogen hat, während die Polizei Jagd auf Sie beide gemacht hätte. Und selbst wenn Sie Dog auf die Spur gekommen wären: Hätten Sie ihm geglaubt, dass der gestohlene Stein gar nicht echt war? Nein. Sie wären fest davon überzeugt gewesen, dass er Sie erneut betrügt. In diesem Durcheinander hätte niemand die Spur bis zu unserem Direktor zurückverfolgen können. Ein hervorragender Plan, der nur daran scheiterte, dass Sie zu früh die Fälschung erkannten.«

Ein Schweigen erfüllte den Raum, in dem jeder versuchte Justus' Ausführungen zu prüfen und zu beurteilen. Dann rief Mr Peacock plötzlich: »Ich konnte doch nicht ahnen, dass er sich mit Edelsteinen auskennt! Das konnte ich doch nun wirklich nicht, oder? Ich dachte, er sei ein gewöhnlicher Einbrecher, ein ganz normaler Dieb eben, kein Diamantenexperte!

Wie hätte ich das auch wissen sollen?«

»Dann stimmt es also«, sagte Alpha und funkelte den Direktor böse an.

»Jetzt kann ich es wohl nicht mehr leugnen, was? Nein, das geht jetzt nicht mehr, ganz unmöglich.« Alpha sprang auf Peacock zu und streckte ihn mit einem einzigen Schlag nieder.

»Ich verabscheue zwar Gewalt, aber das hätte ich an Ihrer Stelle wahrscheinlich auch getan«, sagte Justus gelassen.

»Dieses kleine Delikt der Körperverletzung wird Ihre Gefängnisstrafe vermutlich nicht wesentlich verlängern. Vielleicht werden die Richter sogar bereit sein, darüber hinweg-zusehen. Ach, das vergaß ich zu erwähnen: Die Polizei wird jeden Moment eintreffen.«

»Was sagst du da?«

»Haben Sie geglaubt, ich würde hier auftauchen, ohne mich abzusichern?«

»Wir müssen verschwinden, Alpha!«, schrie Beth hysterisch.

»Sofort!«

»Nicht ohne die Beute!«, rief er und war mit einem Satz wieder bei Justus. Er drückte ihm die Waffe gegen die Stirn. »Du kennst das Spiel, Dicker. Eins, zwei, drei. Sag mir die Kombination!«

»Damit kommen Sie nicht weit!«, entgegnete Justus äußerlich mutig. »Die Zahlen!«

»Zwölf, dreiundzwanzig, zwei, neunundfünfzig«, sagte Justus.

Wenige Sekunden später hatte Alpha den Tresor geöffnet und den blauen Diamanten in der Hand - das echte Feuer des Mondes. »Weg hier!«, rief Alpha und ehe sich die drei ??? versa-hen, war die Bande durch die Tür verschwunden. »Justus!«, rief Peter. »Warum hast du ihm denn die Kombination verraten?«

»Bist du blöd? Er hatte eine Waffe! Außerdem wird jeden Augenblick die Polizei eintreffen. Morton hat sie vom Autotelefon aus angerufen, sie müsste eigentlich längst hier sein!

Die Bande kommt nicht weit.«

»Los, hinterher!« Bob stürzte aus dem Arbeitszimmer und lief die Treppe hinunter. Alpha und seine Leute saßen bereits im Lieferwagen, der Motor heulte auf, dann raste der Wagen rückwärts auf die Straße. »Sie hauen ab!«, rief Bob. »Wir müssen etwas tun!«

Das Auto hatte gedreht und schoss die Straße entlang, als ihm plötzlich zwei Scheinwerfer entgegenkamen. Ein fremdes Fahrzeug stellte sich quer, der Lieferwagen bremste zu spät und prallte mit ihm zusammen. Alpha legte den Rückwärts-gang ein, doch da heulten Sirenen auf und blau-rotes Licht erhellte die Nacht. Die Polizisten versperrten dem Lieferwagen den Weg zurück und dann ging alles sehr schnell: Beamte sprangen aus den Autos, umstellten das Fahrzeug und zwan-gen Alpha und seine Bande zum Aussteigen. Die drei ??? liefen auf die Straße und erklärten den Polizisten schnell die Situation.

»Nehmen Sie sie fest! Alle! Oben im Haus ist noch einer, der darf auch nicht entwischen, falls er schon wieder aufgewacht ist.«

Zwei Männer verschwanden im Haus, Waffen wechselten den Besitzer und Handschellen klickten. In den Nachbarhäusern gingen die Lichter an und neugierige Menschen traten auf die Straße. Doch plötzlich schrie eine Stimme so laut, dass sie sogar das Fluchen von Alpha übertönte. »Nein! Das darf nicht wahr sein! Der Rolls Royce!«

»Morton!« Die drei ??? liefen auf den Chauffeur zu, der fas-sungslos vor der riesigen Delle stand, die der Zusammenstoß mit dem Lieferwagen in der Seite hinterlassen hatte. »Das haben Sie großartig gemacht!«

»Großartig? Der Wagen ist ruiniert! So etwas ist mir in meiner ganzen langen Dienstkarriere noch nicht passiert. Wie kann ich das jemals wieder gutmachen?« So aufgebracht hatten sie Morton noch nie erlebt. »Ach was, das ist doch nur ein Blech-schaden. Das kriegt man ganz schnell wieder hin«, versicherte Peter ihm, der sich mit Autos auskannte.

»Mr Gelbert von der Autovermietung bringt mich um!«

»Das wird er sicherlich nicht, wenn mein Vater für die Zeitung einen Artikel über den Fall schreibt und den Rolls Royce der Autovermietung Gelbert & Co lobend erwähnt«, beruhigte Bob ihn. »Keine Sorge!«

Ein Polizist kam auf sie zu. »Ihr habt uns also angerufen. Wür-det ihr nun freundlicherweise erklären, was das alles zu bedeuten hat?«

»Sehr gerne«, antwortete Justus. »Vorausgesetzt, wir können kurz unsere Eltern anrufen, damit sie sich nicht fragen, wo wir bleiben. Es wird nämlich eine längere Geschichte.«

Die Geschichte wurde in der Tat lang. Über eine Stunde erklärten die drei ??? und Morton, was in dieser Nacht alles geschehen war. Irgendwann wurde auch Mr Peacock in Handschellen aus dem Haus gebracht. Bei vollem Bewusstsein. »Mr Peacock!«, rief Justus und lief auf ihn zu. »Was ist denn?«, brummte dieser wütend. »Habt ihr noch nicht genug, wollt ihr noch was, noch mehr, na?«

»Also, mir reicht's dicke«, murmelte Peter. »Aber es gibt noch einen Punkt, den wir uns nicht erklären können.«

»Richtig«, fuhr Justus fort. »Warum wollten Sie unbedingt noch einmal zurück ins Museum? Sie wussten doch, dass Sie Alpha und den anderen dabei in die Arme laufen würden.«

»Das wusste ich eben nicht«, widersprach Mr Peacock. »Ich hatte ihnen am Telefon gesagt, sie sollten erst heute Nacht ins Museum einsteigen, nicht schon am frühen Abend! Mitternacht war abgemacht, jawohl, Punkt zwölf Uhr, nicht eine Sekunde früher! Aber diese Idioten haben sich nicht daran gehalten und mussten unbedingt vier Stunden früher zuschla-gen. Also war ich gezwungen so zu tun, als hätte ich von all dem keine Ahnung. Mir blieb keine Wahl.«

»Überhaupt keine Wahl«, fügte Justus grinsend hinzu. »Nicht die geringste Wahl«, ergänzte Peter und Bob setzte noch einen drauf: »Ganz und gar kein Schatten einer Wahl.« Die Polizei-wagen setzten sich in Bewegung und brachten die festgenom-menen Verbrecher aufs Präsidium. »In Ordnung, Jungs«, sagte einer der Beamten. »Ihr kommt morgen früh auf die Wache und gebt die ganze Geschichte noch einmal zu Protokoll, verstanden? Und Sie bitte auch, Mr Morton. Bringen Sie die drei nach Hause?«

»Selbstverständlich.«

Wenig später war es wieder ruhig auf der Straße. Erschöpft stiegen die drei ??? in den verbeulten Rolls Royce. »Und dabei wollten wir nur ins Kino«, stöhnte Peter, als sie zurück nach Rocky Beach fuhren.

»Beschwer dich nicht. Spannender als dieser Abend war der Film bestimmt nicht«, sagte Bob.

»Ohne Zweifel.«

»Und mir war es eine Ehre, mal hautnah einen Fall meiner drei Lieblingsfahrgäste mitzuerleben«, fügte Morton hinzu, der seine gute Laune inzwischen wieder gefunden hatte.

»Eine große Ehre.«

»Eine richtig große Ehre.«

»Eine gigantisch riesige Ehre.«

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Document Outline

19.00 Uhr - Der gewagte Plan

19.46 Uhr - Eine Premiere der anderen Art

20.28 Uhr - Stromausfall

20.46 Uhr - Ab durch die Mitte

21.01 Uhr - Erwischt!

21.14 Uhr - Fluchtversuche

21.20 Uhr - Lauschangriff

21.44 Uhr - Gest �nisse

22.03 Uhr - Unter Zwang

22.20 Uhr - Reingelegt!

22.36 Uhr - Das Geheimnis des Nachtw �ters

22.49 Uhr - Kreuzverh�A>

23.07 Uhr - Nichts als die Wahrheit

23.29 Uhr - Nie wieder Fahrstuhl

0.00 Uhr - Enth �en um Mitternacht

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Table of Contents

19.00 Uhr - Der gewagte Plan

19.46 Uhr - Eine Premiere der anderen Art

20.28 Uhr - Stromausfall

20.46 Uhr - Ab durch die Mitte

21.01 Uhr - Erwischt!

21.14 Uhr - Fluchtversuche

21.20 Uhr - Lauschangriff

21.44 Uhr - Gest �nisse

22.03 Uhr - Unter Zwang

22.20 Uhr - Reingelegt!

22.36 Uhr - Das Geheimnis des Nachtw �ters

22.49 Uhr - Kreuzverh�A> 23.07 Uhr - Nichts als die Wahrheit 23.29 Uhr

- Nie wieder Fahrstuhl 0.00 U

23.07 Uhr - Nichts als die Wahrheit

23.29 Uhr - Nie wieder Fahrstuhl

0.00 Uhr - Enth �en um Mitternacht

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André Marx

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