
Aus dem Leben eines Taugenichts
von Joseph von Eichendorff

Katja Müller, fünfzehn, neunte Klasse der einzigen Realschule der Stadt, hält sich mit Natalie und Rosalin über Wasser, weil zu Hause der neunzehnjährige Bruder Andrew der Stolz der Familie ist und sie selbst kaum vorkommt. An einem Donnerstag im Januar holt Andrew sie angetrunken von der Bushaltestelle ab, verliert auf der glatten Straße die Kontrolle, und ein zweiter Wagen fährt in sie hinein. Katja wacht in einem leeren weißen Raum auf, wo Emanuel, der Gehilfe Gottes, ihr erklärt, sie sei die vorhergesagte Legende. Dazu die zwei Sätze, die alles umstoßen: sie wurde adoptiert, und ihr wirklicher Zwillingsbruder heißt Maximilian Schmidt. Nach einer Woche wacht sie im Krankenhaus auf und hört die Gedanken ihrer Freundinnen.