Ein treuer Diener seines Herrn

Franz Grillparzer · Kapitel 1 von 1

PDF-Seiten

Ein treuer Diener seines Herrn

(Er fällt. Die Anhänger des Prinzen werden…

(Er fällt. Die Anhänger des Prinzen werden nach dem Hintergrund gedrängt. — Bancbanus kommt, den Knaben an der Hand, fliehend aus dem Gange. Bald hinter ihm dringen ungarische Krieger, auf demselben Wege, heraus, und mischen sich unter die im Hintergrund Kämpfenden.)

Bancbanus (im Vorgrunde links).

Der Ausgang ist besetzt, und kein Entrinnen.

Man kämpft, man ficht. Wo berg ich meinen Schatz? Ei ja! duck dich, mein Herrlein! duck dich, Kind! Der Mantel da hat Raum für unser beide.

Und rühr dich nicht, und halt den Atem an.

(Er legt sich zu dem Knaben am Boden hin, und zieht seinen dunkeln Mantel über ihn und sich.—Das Gefecht, wieder nach vorn kommend, dauert fort.)

 

Fünfter Aufzug

Freie Gegend. Im Hintergrunde Hügel mit Aufgängen von beiden Seiten.

Bancbanus kommt auf einen Stab gestützt, den kleinen Bela an der Hand führend, von der rechten Seite. Herzog Otto mit bloßen Füßen, unbedecktem Haupte, und zerrißnen Kleidern folgt ihm in einiger Entfernung.

 

Bancbanus.

Verfolgst du mich auf jedem meiner Schritte?

Stieß ich nicht ein-und zweimal dich zurück?

Wie kamst du in das Laub, in meinen Weinberg? Wo triebst du dich herum in diesen Tagen?

Ich dachte längst, sie hätten dich gefunden,

Geschlachtet, abgetan, wie du's verdienst.

Rühr mich nicht an, sonst brauch ich meinen Stock! Du Wolf, du Hund, du blut'ger Mörder du!

(Zum Kinde.)

Was weinst du Herrlein!—ja, dein Füßlein blutet! Setz dich dorthin, und ruh ein wenig aus;

Nur kurze Frist, so heißt es weitergehn,

Die bösen Menschen sind uns auf der Ferse.

(Er hat das Kind auf einen Stein gesetzt. Otto wirft sich vor dem Kleinen auf die Knie, dessen Füße streichelnd und an seine Brust drückend.)

Was aber nun beginnen? Großer Gott!

(Zu Otto.)

Berührst du mir das Kind?—Ja so—Nu Herzog, Nehmt hier das Tuch, und trocknet ihm den Fuß, Und wo's geritzt, da drückt mir fein gelinde!

Du blut'ger Mörder, wär' ich alt und schwach nicht, Du solltest mir den Knaben nicht berühren!

Und dennoch, Mann des Unheils, schickt dich Gott! Laßt, Herzog, jetzt, und hört mich sorglich an.

(Otto, noch immer vor dem Knaben auf den Knien, wendet, auf die Fersen zurückgesetzt, das Gesicht horchend nach Bancbanus.)

Es gilt, das Kind den Meutern zu entziehn,

Die nach ihm suchen. Ich nun selbst vermag's nicht, Denn mühsam nur schleppt sich der alte Fuß.

Auch ruft die Pflicht mich nach der Stadt zurück. Dort will ich noch zum letztenmal versuchen,

Was Treue kann im Streit mit blinder Wut.

Nimm du das Kind, und flieh! Wenn sie dich fangen, So bist du tot. Dir zwar geschäh' dein Recht;

Doch meines Herren Söhnlein muß ich hüten.

Sorg also, daß du jenen Wald erreichst,

Der quer sich hinzieht zu den weitsten Fernen.

Dort harr, im Dickicht lauernd, meiner Botschaft. Und wenn sie dir nicht wird in dreien Tagen,

So halte mich für tot, und rette dich;

Vielmehr den Knaben rette, blut'ger Mörder!

Sonst klag ich dich vor jenem Richter an,

Wo schwarz du ohnehin bist, schwarz wie Kohle.

(Otto ist aufgestanden und hat den Knaben angefaßt.)

Bleib noch, du Mann des Bluts! Hört dies noch, Herzog! Rennt nicht in einem Lauf bis hin zum Walde.

Der Raum ist groß, und leicht gewahrt man Euch. Sieh an den Rebenhügeln hier und dort

Die Haufen Reisig, nahbei wilde Rosen,

Dort duck dich unter, bette dich in Dornen,

Mach deinen Leib zum Pfühl für dieses Kind.

Erst, wenn du rings gelauscht, ob alles ruhig,

Dann komm hervor, und flieh von Busch zu Busch, Bis euch der Wald umfängt. Verstehst du, Mörder? Nun, Herzog, nehmt das Kind, und seht Euch vor.

(Otto trägt das Kind auf den Armen. Bancbanus im Gehen.)

Ich dacht' Euch mir schon viele Meilen weit!

Dankt immer Gott, der Euch vergönnt ein Tröpflein Von Gut zu tun in Euer Meer von Bösem.

(Stehenbleibend.)

Der Knabe trägt in seinen Taschen Brot,

Das rührt nicht an. Das soll für ihn. Ihr selber

Sucht Beeren Euch, und fehlen die, so hungert.

Es ist Euch nütz, wenn Ihr den Leib kasteit.

Dort, Herzog, dort!

(Er weist ihn auf den Hügel, der links in die Szene führt.) Und seid Ihr auf der Höhe,

So lauft, was Ihr vermögt. Man kommt!—Macht fort!

(Ein Soldat tritt rechts im Vorgrunde auf, seinen Bogen spannend.)

Soldat.

Wer da? Halt!

(Otto entflieht.)

Bancbanus (am Fuße des Hügels, mit gehobenem Stocke drohend). Du, schieß nicht! Dein bißchen Leben

Wär' viel zu arm als Preis für solchen Schuß!

(Näher zu ihm tretend.)

Wer bist du? und wer hat dich hergestellt?

Soldat.

Die Vorwacht halt ich und—gebt Euch gefangen!

Bancbanus.

Gefangen, ich? Gib du dich selbst gefangen!

Du Schelm! Die Vorwacht hältst du? Und für wen? Für jene Meuter, Friedensstörer?—Räuber,

Mein guter Schurke, stellen Kundschaft aus,

Nicht Vorwacht, so wie ehrlich wackre Krieger.

Vorwacht!—Wie heißt denn Euer Losungswort? Wirst du nicht reden? Schurke, kennst du mich? Ich bin Bancban, der Diener deines Herrn.

Wie heißt die Losung?—Kehrt mein König heim, So laß ich dich in hundert Stücke schneiden.

Wie heißt das Losungswort?

Soldat.

Ungarn und Ruhm!

Bancbanus.

Ungarn und Ruhm. Ein altes, wackres Paar!

Ihr trenntet sie, doch nicht auf lange, hoff ich.

Geh wieder nur auf deinen Platz und schweig!

Vielleicht, daß diese Stunde dir noch frommt.

(Er wendet sich nach dem Mittelgrunde rechts, um fortzugehen. Ein Hauptmann mit Soldaten tritt heraus.)

Hauptmann.

Wer da?

Bancbanus (vor sich hin).

Ei frag den Henker du!

Hauptmann.

Wer da?

Bancbanus.

Ungarn und Ruhm. Wenn's nur denn sein doch muß!

Hauptmann.

Bancbanus!—Herr, ich weiß nicht, darf ich Euch Einlassen nach der Stadt?

Bancbanus.

Indes Ihr zweifelt,

Geh ich nur meines Wegs!

(Graf Peter erscheint im Hintergrunde rechts, auf der Anhöhe mit Begleitung.)

Peter.

Bancban!

Bancbanus.

Noch einer?

Das ist wohl gar eines Verräters Stimme.

(Hinaufblickend.)

Lauf, Peter, lauf! Du kommst wohl noch ans Ziel. Pfui, über alle Schelmen! (Er geht.)

Hauptmann.

Soll ich, Herr!

Zurück ihn halten?

Peter (der herabgekommen ist).

Laß ihn! Daß er recht hat!

Daß ich mir's selbst in meinem Innern sage!

Ein Schurk' und ein Verräter! Großer Gott!

Ein Mörder noch dazu.—O meine Hände!

Hauptmann.

Allein, der Herzog, laßt ihn uns verfolgen!

Des Königs Sohn ist uns ein teures Pfand,

Als Geisel wichtig, kehrt der Vater wieder.

Peter.

Tut, was Ihr wollt, nur laßt mich.

Hauptmann.

Seht, dort drüben,

Dort läuft ein Mann, er trägt, so scheint's, ein Kind. Der Herzog ist's. Man folgt ihm.—Jetzt und jetzt! Sie haben ihn! Noch nicht!—Eilt ihr hinauf,

Verrennt ihm hier den Weg!—Nun aber—halt!

Er springt.—Er sprang vom Felsen.—Walt' es Gott!

Peter.

Schnell hin, und seht und sorgt. Mein bestes Habe Dem, der mir sagt, sie blieben unverletzt.

(Graf Simon kommt von der linken Seite.)

Peter (ihm entgegen).

Hast du gesehn?

Simon.

Du auch?

Peter.

Der Herzog stürzte.

Simon.

Laß stürzen! Anderes gibt's nun zu schauen.

Der König kommt.

Peter.

Der König?

Simon.

Samt dem Heer!

Ich sah im Tal schon ihre Speere blitzen.

Bancbanus ist bei ihm.

Peter.

Bancban?

Simon.

So heißt's.

Peter.

Er ging nur eben nach der Stadt.

Simon.

Und du,

Du ließest ihn?

Peter.

Warum?

Simon.

Daß uns sein Wort

Die furchtsamen, die wankenden Gemüter

Abwendet völlig, da der König nah?

(Zum Hauptmann.)

Eilt Ihr zur Stadt, und trefft Ihr meinen Bruder,

Bringt ihn zurück, mit Güte, mit Gewalt.

(Der Hauptmann geht ab.)

Der König also naht.

Peter.

Wir sind verloren.

Simon.

Bist du verloren? Ich, ich bin's noch nicht.

Noch bleibt uns diese Stadt, im Lande mancher,

Den gleiche Schuld auf gleichen Bahnen hält.

Der König mag Verzeihung erst gewähren,

Dann öffnen wir die Pforten, eher nicht,

Und Krieg mag wüten, Krieg—

(Trompetenstoß von der linken Seite.)

Peter.

Horch!

Simon.

Seine Boten, Des Königs Boten. Bruder, Fassung nun!

(Ein Befehlshaber des Königs tritt links auf. Vor ihm ein Trompeter.)

Befehlshaber (zu einigen Kriegern, die auf der Seite seines Auftrittes stehen).

Unglückliche! Verblendete! Verlockte!

Simon.

Zu jenen nicht, zu mir mit Euren Worten!

Sie folgen, wie zum Streit, mir zum Vergleich.

Befehlshaber.

Doch seh ich Reue hier, bei dir nur Trotz.

Simon.

Ich liebe, daß man vor der Tat erwäge,

Nachher ertrage, was die Folge beut.

Wen reut, was er getan, fehlt zweimal:

Weil er's getan, und dann, weil's ihn gereut.

Doch will ich wohl mich auf Bedingung geben,

Ein neuer Umstand ändert den Verhalt.

Ich zog das Schwert, weil man mir Recht verweigert, Spricht uns der König Recht, so steck ich's ein.

Fürs erste also: Strafe jener Tat,

Die blutig lebt in jedes Manns Gedenken.

Befehlshaber.

Habt Ihr mit Blute Blut nicht aufgewogen?

Und dann: heißt Euer König der Gerechte

Und hast du doch gezittert um dein Recht?

Simon.

Demnächst Verzeihung, unbedingt und völlig,

Für jeden, der das Schwert in unsrer Sache zog.

Befehlshaber.

Der König aber fordert Unterwerfung,

So unbedingt und völlig als das Wort.

Wem zu verzeihn, wird seine Huld entscheiden.

Simon.

So wisse denn: Eh' feig wir uns ergeben,

Und anders, denn auf billigen Vergleich,

Eh' soll mein Haupt, wie dieser schlechte Filz

(Er wirft seine Mütze auf den Boden.)

Hinkollern auf den Boden, so gestoßen;

Eh' soll mein Schwert, (er zieht es) von meinem Blute naß, Zur Scheide haben dies mein Eingeweide,

Einstürzen jene Stadt mit ihren Zinnen,

Vom Brande schwarz, von Hunger menschenleer Auf unser Haupt und auf der Unsern Häupter;— Eh' soll—

(Der Bancbanus nachgesendete Hauptmann ist zurückgekehrt, und tritt jetzt zu Simon hin.)

Hauptmann.

Ach Herr, mein Herr!

Simon.

Wer stört mich? Willst du sterben?

Hauptmann.

Ach, Wichtiges—

Simon.

Was ist nun wichtig sonst?

Hauptmann.

Im Innern Eurer Stadt—

Simon.

Sprich leise!

Hauptmann.

Brütet Gärung.

Des Königs Ankunft, furchtsam Gerüchte.

Simon.

Wo ist Bancban?

Hauptmann.

Die Euren haben ihn.

Sie fingen ihn am Markt. Allein das Volk,

Zu dem er rief, wogt tobend um ihn her,

Und wehrt Ihr nicht, sie machen ihn noch frei.

Simon.

Er oder ich. Es gilt das Äußerste.

(Zu Peter.)

Geh du mit diesem. Laß von ihm dir sagen.

Bald folg ich selbst. Und eh' Bancban du losgibst, Hab ihn das Grab, dich, mich, uns alle!

(Graf Peter geht mit dem Hauptmann ab. Simon zum Abgesandten.)

Man meldet mir—und doch, wozu der Lüge?

Was auch geschehn, und was der Pöbel meint,

Der Entschluß bleibt der größern, bessern Menge, Und der heißt Krieg, heißt Widerstand, wenn ihr Verzeihung nicht gewährt, vollgült'ge Gnade.

Befehlshaber.

Dir Gnade mit dem Schwert.

Simon.

Nun denn, so habt's!

(Zu den Seinen.)

Zieht euch zurück, und keiner trete vor,

Und keiner spreche hier mit diesem Mann.

Zurück! Wer vorgeht, fühlt mein scharfes Eisen. Ich will die Nachhut halten, und mein Säbel

(zum Abgesandten)

Soll dir den Abstand zeigen, der sich ziemt

Für einen Boten, der du bist, der Schande.

Nur fort, mit raschem Schritt.—Du bleib zurück.

(Die Aufrührer ziehen sich nach der rechten Seite hin zurück, Graf Simon der letzte, mit vorgehaltenem Säbel die Annäherung des königlichen Befehlshabers abhaltend. Alle ab. König Andreas tritt von der linken Seite auf mit Gefolge.)

König.

O schmerzenvoller Anblick! Meine Kinder,

Sie fliehn vor mir, sie fliehn vor ihrem Vater.

(Im Hintergrunde schickt sich ein Haufe an, die Feinde zu verfolgen.)

Halt ein! Zu viel! Schont eurer Brüder Blut!

Bis alles erst versucht, das Letzte fruchtlos.

Bin ich in meinem Land? Ist dies mein Volk?

Wenn sonst ich heim aus fernen Kriegen kam,

Wie drängte sich der Schwarm in meinen Weg,

Mit Jubelruf, mit Dank—mit Freudentränen;

Und wessen Aug' des Königs Auge traf,

Der war ein Glücklicher, der Neid der andern.

Nun schließen sie das Tor, und von den Zinnen

Blinkt Speer an Speer mir seinen trotz'gen Gruß. Hier war der Ort, da kam sie mir entgegen,

Mit ihrem Sohn, mein Weib, mein teures Weib!

Nun ist sie tot, und ungewisses Bangen

Wird mir als Antwort, frag ich um den Sohn.

Bancban, Bancban, wie hast du mich getäuscht

Um mein Vertraun, das ich auf dich gewendet!

Und haben sie das Ärgste dir getan;

Ich dachte dich, den Mann, zu stehn dem Ärgsten.

(Er starrt vor sich hin.—Der Befehlshaber, der den Aufrührern gefolgt ist, kommt zurück. Die Umstehenden bedeuten ihn, auf den König zeigend, sich stille zu halten.)

Wer kommt? Was ist?—Hast den Rebellen du

Mein Wort verkündet?

Befehlshaber.

Ja, o Herr!

König.

Wie nun?

Befehlshaber.

Sie weigern sich. Verzeihung fordern sie.

König.

Verzeihung? Mit den Waffen in der Hand?

Wer sie nicht ablegt, ist ein Mann des Todes.

Ergebung fordr' ich, voll und unbedingt.

Dann soll, wie Gottes Stimme in dem Garten,

Die Gnade wandeln durch gebückte Reihn,

Nur zögernd strafen, und, wie gern, verzeihn.

Sie wollen nicht? Nun denn, so laßt sie müssen! Stellt die Ballisten auf, das Sturmzeug ordnet!

Mit wiederholtem Stoß bedrängt die Stadt,

Bis ihre Steine ächzen, Türme nicken,

Und die Erweichung allgemach und endlich

Sich fortpflanzt bis in ein Empörerherz.

Wenn morgen hoch die Sonn' im Mittag steht,

Will ausruhn ich im Innern jener Mauern.—

Was habt Ihr sonst erforscht?

Befehlshaber.

Es war nicht möglich

Mehr zu erkunden, denn man stand nicht Rede.

Doch heißt es, daß im Innern ihrer Stadt

Entzweiung herrsche. Auch, den Mauern nah

Vernahm ich Lärm von Stimmen, welche stritten, Ja, selbst Geklirr von Waffen.

König.

Und Bancbanus,

Wo weilet er?

Befehlshaber.

Verschieden geht die Rede.

Die einen nennen ihn gefangen, tot;

Die andern lassen ihn, als Haupt des Aufruhrs,

Sich stellen selbst an der Empörer Spitze,

Und glaublich scheint es fast, wenn man bedenkt—

König.

Ich aber sage: Nein! und zweimal: Nein!

Bancbanus ein Verräter? Schlimm genug, Wenn er nicht wehrte, wo die andern taten;

Doch er Verräter? Nun, dann bin ich's auch,

Dann sind wir's alle. Nein, Bancbanus nicht!

Befehlshaber.

Befehlt Ihr sonst—?

König.

Bereitet euch zum Angriff!

Ist sonst noch jemand?—Wer sind diese hier?

Zweiter Anführer.

Zwei Ritter vom Gefolge Herzog Ottos,

Eu'r Gnaden Schwager, suchend ihren Herrn.

König.

O heißt sie gehn, die fert'gen Schuldgenossen

Von seiner lasterhaften Jugend. Fort!

Wie gräbt Erinnerung mit blut'gen Zügen,

Und zeigt, was ich versehn, wie ich gefehlt.

Unsittlichkeit! Du allgefräß'ger Krebs,

Du Wurm an alles Wohlseins tiefsten Wurzeln,

Du Raupe an des Staates Lebensmark!

Warum ließ ich beim Scheiden dich zurück?

Warum zertrat ich nicht, verwies dich?

Wie schlecht verwahrtes Feuer gingst du auf

Und fraßest all mein Haus, mein Heil, mein Glück! Ich will nicht strafen, heißt sie kehren heim,

Nie mehr dies Land entweihn mit ihrem Fuß.

Zweiter Anführer (der auf einen Hügel gestiegen ist). Ach Herr, mein Herr! Der Feind tut einen Ausfall.

König.

Bist du nicht klug?

Anführer.

Ich seh das Tor geöffnet,

Und Mann an Mann, mit Lanzen, Fackeln, Herr! Es gilt dem Sturmgerät. Seht Ihr nicht vor, So stecken sie's in Brand.

König.

Nun denn, es sei!

Führt sie ihr Unsinn selber ins Verderben.

Anführer.

Noch immer fort. Ein endlos dichter Haufen.

Die Vordersten verbirgt der Hohlweg schon;

Doch stets erneut, strömt's aus den offnen Pforten.

König.

Bleibt Ihr zurück! Mir widert's, die Verworrnen

Dahinzuschlachten, ihrer Torheit Opfer.

Ich will mich ihnen stellen, ich, ihr König,

Und wer es wagt, der mag mein Gegner sein!

Bleibt Ihr zurück, ich will's.

(Er geht gegen den Hintergrund.)

Doch ha! steht ihnen

Die Hölle bei mit ihren dunkeln Geistern?

(Er kommt wieder nach vorne. Rechts, im Hintergrunde, tritt, von einigen Gewaffneten geleitet, ein Zug schwarzgekleideter Frauen auf.)

Das sind die Weiber meiner hingeschiednen Frau. Ihr Toren, stachelt ihr noch auf die Rache?

(Ein gleicher Zug schwarzgekleideter Personen kommt und geht, gleich den vorigen im Hintergrunde vorüber.)

Noch mehr der Trauer? Wer sind diese da?

Anführer.

Bancbanus' Farben trägt man ihnen vor.

Auch seine Frau ward—Sie ist auch gestorben.

König.

Ich weiß, ich weiß!—O himmlischer Vergelter!

Kann ich nicht zürnen? und bin so verletzt!

(Von einem zahlreichen Haufen Volks, jeden Geschlechts und Alters gefolgt, kommt Bancbanus. Zu seinen beiden Seiten, etwas nach rückwärts, gehen die Grafen Simon und Peter, ohne Waffen, Ketten an den Händen. Graf Peter und alles Volk kniet.)

Bancbanus.

Knie nieder, Simon!—Simon, beug dein Knie!

Es ist dein Herr, du kannst es ohne Schande.

(Simon kniet nieder.)

Mein königlicher Herr, und mein Gebieter!

Wir nahen dir, die Bürger einer Stadt,

Die ihrer Pflicht vergaß zu diesen Stunden,

Doch schnell zur Reu', und rasch zurückgekehrt, Die Pforten öffnet, in den Staub sich beugt.

Zu deiner Gnad' und Ungnad' sich ergebend.

Aus liefert auch die Häupter der Empörung,

Hier, Grafen Simon, der mein Bruder war—

Nein, ist, noch immer ist, mein teurer Bruder,

Und Grafen Peter, meiner armen Erny—

Den Bruder meines früh verblichnen Weibs.

Dich bittend auch—

(Näher tretend.)

Wir haben viel gelitten,

Seit du nicht bei uns warst, mein Herr und König. Dahingegangen sind der Lieben viele;

Und eh' ich weiterrede, so erlaub,

Daß ich, das Aug' gedrückt an deine Knie,

In Tränen derer denke, die gewesen.

(Er fällt vor ihm nieder und umfaßt seine Knie.)

König (nach einer Pause, zurücktretend).

Bancban, Bancban! Du ungetreuer Knecht!

Wie hast du deines Herren Haus verwaltet?

Bancbanus (der aufgestanden ist).

Herr, gut und schlimm, wie's eben möglich war.

König.

Ich gab mein Land dir ruhig und in Frieden.

Bancbanus.

Nu, Herr! Beruhigt geb ich's Euch zurück.

König.

Wo ist mein Weib?

Bancbanus.

Daß Gott! die kehrte heim.

Sie wollte sehn, wie's meinem Weib erging!

König (ihm näher tretend und die Hand auf seine Schulter legend). So stehen wir als Witwer beide denn!

Doch noch ein Punkt furchtbarer Ähnlichkeit!

Du hattest nie ein Kind. Wo ist das meine?

Bancban, wo ist mein Sohn?

Bancbanus.

Ich glaube, Herr

Das Knäblein ist gerettet.

König.

Ha, du glaubst? du glaubst?

Bancban, ich glaub, du bist ein Ehrenmann,

Ich glaube, daß du treu an deinem König hältst,

Ist's darum wahr?

Bancbanus.

Ich gab ihn, Herr, dem Mann,

Der ihn nächst Gott am treuesten beschützt,

Dem er das letzte Band an dieses Leben,

Schutz vor Verzweiflung ist und Selbstverwerfung. Es hat ihn Euer Schwager von Meran,

Der Mörder meines Weibs und Eures Weibes.

Schon sandt' ich Boten und sie finden ihn

An jenen Hügeln dort am Saum des Waldes.

(Auf den Wink des Königs gehen einige.)

Sei sicher, daß dein teures Knäblein lebt.

Doch bis sie wiederkehren, im Gefühl

Noch des Verlusts, die Vaterangst im Herzen,

Wend ich dein Aug' nach jenen beiden hin.

Sie haben auch das Teuerste verloren;

Mit ähnlichem Gefühl in ihrer Brust

Umstanden sie die Leiche ihrer Schwester.

Den ungestraften Trotz des Mörders sahn sie,

Da wich der gute Geist von ihnen, und—

Sie taten, was nicht recht. Sei mild, o Herr!

König.

Den Mördern meines Weibs?

Bancbanus.

Sie waren's nicht;

Der Zufall tat's, des höchsten Gottes Bote.

König.

Aufrührer!

Bancbanus.

Nun, sieh hin, o Herr! Sie knien.

König.

Und jetzt, da noch der blut'ge Zweifel schwebt!

Ob nicht mein Weib nur, ob mir auch den Sohn

Ihr Frevel stahl—

Bancbanus.

Ach, jetzt, und eben jetzt!

Sei ganz wie Gott, o König! Straf den Willen,

Und nicht die Tat, den launischen Erfolg.

Nur kurze Frist, so hast du deinen Sohn,

Schon sind gesendet jene, die ihn suchen.

O raube nicht der Huld den schönsten Schmuck! Jetzt, mit der Vaterangst in deinem Herzen,

Sei mild und gütig, daß auch Gott dir's sei.

Laß in Verbannung sie ihr Leben enden;

Befleck dich nicht mit Blut!

König.

Du forderst viel; doch sei's!

Und auf zu Gnaden nehm ich eure Stadt.

Doch nun—

(Freudengeschrei in der Ferne.)

Bancbanus.

Hörst du der Engel Chor! Beglückter Vater,

Sie bringen jubelnd dir den Sohn zurück.

Nie bringt ein Engel mir mein Weib.

Beglückter Vater, siehst du deinen Sohn?

(Herzog Otto stürzt herein, in der rechten Hand ein zerbrochenes Schwert, auf dem linken Arm den kleinen Bela tragend. Hinter ihm jubelnd Krieger und Landleute.)

Otto.

Bancban, sie rauben mir dein Kind!

(In die Mitte der Bühne gekommen, erblickt er den König. Er steht einen Augenblick still, dann fällt er, das Kind in den Armen, auf die Knie. Der Kleine läuft zu seinem Vater. Herzog Otto liegt auf dem Angesicht am Boden.)

König.

Mein Sohn!

Mein wieder mir geborner, teurer Sohn!

(Er hält ihn in den Armen.)

Bancbanus (auf der andern Seite).

Nu, herzt euch satt, und ich muß trocken stehn.

Kann nicht einmal den Mund an seinen legen.

König (den Knaben emporhaltend).

Hier, euer Fürst! Hier euer künft'ger König!

Verzeihung jedem, was er auch gefehlt;

Des Frevels Häuptern selbst, doch fern vom Lande.

Säh' uns mein Weib aus weit entlegnen Fernen,

Sie winkte: Ja! nachtönend: Ich verzeih!

(Zum Gehen gewendet.)

Bancbanus (auf Otto zeigend).

Hier ist noch einer, der gar bitter harrt.

König.

Steht, Herzog, auf! Steht auf vom Boden!

(Otto steht auf.)

Ihr habt ein kleines Gutes hier getan,

Zu schwach, um zu vergelten so viel Böses.

Doch streck ich nicht die Hand als Richter aus,

Wo Sünde selber straft, braucht's da noch Strafe? Für meinen Teil entlaß ich Euch der Schuld.

Doch hier ist einer, dem Ihr mehr getan.

Geht hin, und fragt ihn, was ihn mag versöhnen?

(Otto zu Bancbanus gewendet.)

Bancbanus.

Du guter Mörder, gib mir deine Hand!

Und doch—war sie es nicht, die meiner Erny—

Fort, Mörder, fort! und laß mich dich nicht schaun!

König.

Er wendet sich von Euch. Laßt ab!

Simon (vortretend).

Und doch! Noch eins!

Mein König, und mein hoher Herr! Verzeiht,

Wenn Euch ein Mann, der selbst dem Recht verfallen, Und kaum begnadigt, angeht um sein Recht;

Doch ist's der Lohn für dieses Mannes Treue,

Und unsers Hauses Ehre fordert's laut.

Befehlt, daß Euer Schwager von Meran,

Vor Euch, des Landes Herrn und höchstem Richter, Mir Rede steh, antwortend, wenn befragt.

König.

Ihr hört, was man begehrt. Gebt Antwort denn!

Simon (zu den Versammelten).

Ihr aber lauscht, und zeugt vor allem Land!

(Zu Otto, auf Graf Peter und Bancbanus zeigend.) Hat dieses Mannes Schwester, seine Frau,

Euch Anlaß je gegeben, Grund und Ursach',

Sie zu verfolgen mit verbotner Werbung?

Otto.

Sie tat es nie.

Simon.

Hat sie sich sonst vergangen

An Euch und Eurer Schwester, sonst und wie?

So, daß ihr Tod die Strafe des Vergehens?

Otto.

Niemals.

Bancbanus.

O hört Ihr's? Niemals! Nie!

Ihr Innres weiß, so weiß als ihre Hand.

Simon.

Und wer vollbrachte jene Tat des Bluts! Wart Ihr's?

Otto.

Sie tat es selbst.

Simon.

Dir zu entgehn?

Otto.

So war's!

Bancbanus.

Mein Kind! Mein Kind! Laßt mich, ich will nach Hause!

König.

Bancbanus, bleib!—Euch, Herzog, halt ich nicht! Kehrt heim, und merkt, wie man in diesem Land, Das Ihr verachtet einst, Beleid'gung rächt.

Glimmt noch ein Funke einer bessern Glut

In Eurer Brust, so facht ihn sorglich an,

Und tilgt durch Reue, mildert Eure Schuld.

Zieht hin, mit Gott! Kein Fluch sei über Euch!

(Otto macht einen Schritt gegen den König. Dieser zieht sich zurück. Da beugt sich Otto tief, und geht, in der Mitte zweier Begleiter, die während des Vorigen vorgetreten sind, und ihm von rückwärts einen dunkeln Mantel umgeworfen haben, ab.)

Man geb' ihm das Geleit bis an die Grenze,

Und sorge, daß kein Unfall ihn verletzt.

(Zu Bancbanus.)

Wie aber soll ich dir die Treue lohnen,

Zum Teile nur vergelten, was du tatst,

Was du erlittst im Dienste deines Herrn?

Der Erste sei nach mir in meinem Reich,

Dein Wort dem Worte deines Königs gleich,

Und so ernenn ich dich—

Bancbanus.

Halt ein, o Herr!

Ich bin ein alter Mann, dem Tode reif;

Laß ruhig sein mich harren!—Mich belohnen?

Darf ich doch frei den Kummer wieder tragen,

Die Trauer um mein Weib. Darf jeden ansehn,

Die Antwort lesen, ach! in jedes Auge:

Unschuldig war sie und gerecht. Ei Lohns genug! Der Glanz, womit du deinen Diener schmücktest, Er hat als unheilvoll sich mir bewährt.

Gebeut nicht, daß aufs neu ich Gott versuche!

Mein Arm wird schwach, dies Haupt neigt sich zur Ruh'. Und so entkleid ich denn, mit deinem Urlaub,

Mich all der Würden, Ämter und Gewalt,

Die deine Huld an deinen Knecht verschwendet; Dich bittend, daß du gnädig mir vergönnst, Auf meiner Väter Schloß, bei meinem Weib

Bei meines Weibes Leiche still zu harren,

Bis zwei der Leichen liegen in der Gruft.

Wenn des dir Botschaft wird, und eine Träne,

Wie jetzt, o Herr, in deinem Auge schimmert,

Dann hat dein Diener fruchtlos nicht gelebt,

Braucht andre Grabschrift nicht, noch güldne Zeichen. Und wenn du ja in deinem hohen Sinn,

Belohnung jetzt schon rätlich glaubst und gut,

Ach so erlaub, daß jenes edle Kind,

Für dessen Heil ich auch mein Schärflein bot,

Daß ich sein Händlein drück an meinen Mund,

Mich Überzeugend, daß es lebt und atmet.

(Kniet vor dem Kinde.)

Glück auf! Glück auf! Du hohes Fürstenkind,

Bestimmt, dereinst zu herrschen hier im Lande!

Ein alter Mann, der lang dann nicht mehr ist,

Wenn du als Fürst gebeutst in diesem Lande,

Er heißt willkommen dich, und ruft dir zu:

Sei mild, du Fürstenkind, und sei gerecht!

Auf dem Gerechten ruht des Herren Segen.

Bezähm dich selbst, nur wer sich selbst bezähmt, Mag des Gesetzes scharfe Zügel lenken.

Laß dir den Menschen Mensch sein, und den Diener Acht als ein Spargut für die Zeit der Not.

Gedenk als Mann der Zeit, da du ein Kind,

Und hilflos lagst in eines Mörders Armen.

Wie da der Aufruhr an die Pforten pochte

Und jeder Rat und jede Hilfe fern;

Da tat ein alter Mann, was er vermochte.

I nu! Ein treuer Diener seines Herrn!

(Er neigt sein Haupt auf die Hand des Knaben.)

 

Ende dieses Projekt Gutenberg Etextes Ein treuer Diener seines Herrn, von Franz Grillparzer.

Sie haben Ein treuer Diener seines Herrn zu Ende gelesen

Franz Grillparzer

Bücher wie dieses

Nach dem Buch

Seiten, die zu dieser Ausgabe gehören, hier zum Nachschlagen.

Hinweis von Project Gutenberg

End of the Project Gutenberg EBook of Ein treuer Diener seines Herrn by Franz Grillparzer

*** END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK EIN TREUER DIENER SEINES HERRN ***

This file should be named 9058-8.txt or 9058-8.zip

Produced by Mike Pullen and Delphine Lettau.

Project Gutenberg eBooks are often created from several printed editions, all of which are confirmed as Public Domain in the US unless a copyright notice is included. Thus, we usually do not keep eBooks in compliance with any particular paper edition.

We are now trying to release all our eBooks one year in advance of the official release dates, leaving time for better editing. Please be encouraged to tell us about any error or corrections, even years after the official publication date.

Please note neither this listing nor its contents are final til midnight of the last day of the month of any such announcement. The official release date of all Project Gutenberg eBooks is at Midnight, Central Time, of the last day of the stated month. A preliminary version may often be posted for suggestion, comment and editing by those who wish to do so.

Most people start at our Web sites at: http://gutenberg.net or http://promo.net/pg

These Web sites include award-winning information about Project Gutenberg, including how to donate, how to help produce our new eBooks, and how to subscribe to our email newsletter (free!).

 

Those of you who want to download any eBook before announcement can get to them as follows, and just download by date. This is also a good way to get them instantly upon announcement, as the indexes our cataloguers produce obviously take a while after an announcement goes out in the Project Gutenberg Newsletter.

http://www.ibiblio.org/gutenberg/etext03 or

ftp://ftp.ibiblio.org/pub/docs/books/gutenberg/etext03

Or /etext02, 01, 00, 99, 98, 97, 96, 95, 94, 93, 92, 92, 91 or 90

Just search by the first five letters of the filename you want, as it appears in our Newsletters.

 

Information about Project Gutenberg (one page)

We produce about two million dollars for each hour we work. The time it takes us, a rather conservative estimate, is fifty hours to get any eBook selected, entered, proofread, edited, copyright searched and analyzed, the copyright letters written, etc. Our projected audience is one hundred million readers. If the value per text is nominally estimated at one dollar then we produce $2 million dollars per hour in 2002 as we release over 100 new text files per month: 1240 more eBooks in 2001 for a total of 4000+ We are already on our way to trying for 2000 more eBooks in 2002 If they reach just 1-2% of the world's population then the total will reach over half a trillion eBooks given away by year's end.

The Goal of Project Gutenberg is to Give Away 1 Trillion eBooks! This is ten thousand titles each to one hundred million readers, which is only about 4% of the present number of computer users.

Here is the briefest record of our progress (* means estimated):

eBooks Year Month

1 1971 July

10 1991 January

100 1994 January

1000 1997 August

1500 1998 October

2000 1999 December

2500 2000 December

3000 2001 November

4000 2001 October/November

6000 2002 December*

9000 2003 November*

10000 2004 January*

The Project Gutenberg Literary Archive Foundation has been created to secure a future for Project Gutenberg into the next millennium.

We need your donations more than ever!

As of February, 2002, contributions are being solicited from people and organizations in: Alabama, Alaska, Arkansas, Connecticut, Delaware, District of Columbia, Florida, Georgia, Hawaii, Illinois, Indiana, Iowa, Kansas, Kentucky, Louisiana, Maine, Massachusetts, Michigan, Mississippi, Missouri, Montana, Nebraska, Nevada, New Hampshire, New Jersey, New Mexico, New York, North Carolina, Ohio, Oklahoma, Oregon, Pennsylvania, Rhode Island, South Carolina, South Dakota, Tennessee, Texas, Utah, Vermont, Virginia, Washington, West Virginia, Wisconsin, and Wyoming.

We have filed in all 50 states now, but these are the only ones that have responded.

As the requirements for other states are met, additions to this list will be made and fund raising will begin in the additional states. Please feel free to ask to check the status of your state.

In answer to various questions we have received on this:

We are constantly working on finishing the paperwork to legally request donations in all 50 states. If your state is not listed and you would like to know if we have added it since the list you have, just ask.

While we cannot solicit donations from people in states where we are not yet registered, we know of no prohibition against accepting donations from donors in these states who approach us with an offer to donate.

International donations are accepted, but we don't know ANYTHING about how to make them tax-deductible, or even if they CAN be made deductible, and don't have the staff to handle it even if there are ways.

Donations by check or money order may be sent to:

Project Gutenberg Literary Archive Foundation

PMB 113

1739 University Ave.

Oxford, MS 38655-4109

Contact us if you want to arrange for a wire transfer or payment method other than by check or money order.

The Project Gutenberg Literary Archive Foundation has been approved by the US Internal Revenue Service as a 501(c)(3) organization with EIN [Employee Identification Number] 64-622154. Donations are tax-deductible to the maximum extent permitted by law. As fund-raising requirements for other states are met, additions to this list will be made and fund-raising will begin in the additional states.

We need your donations more than ever!

You can get up to date donation information online at:

http://www.gutenberg.net/donation.html

 

***

If you can't reach Project Gutenberg, you can always email directly to:

Michael S. Hart <hart@pobox.com>

Prof. Hart will answer or forward your message.

We would prefer to send you information by email.

 

**The Legal Small Print**

 

(Three Pages)

***START**THE SMALL PRINT!**FOR PUBLIC DOMAIN EBOOKS**START*** Why is this "Small Print!" statement here? You know: lawyers. They tell us you might sue us if there is something wrong with your copy of this eBook, even if you got it for free from someone other than us, and even if what's wrong is not our fault. So, among other things, this "Small Print!" statement disclaims most of our liability to you. It also tells you how you may distribute copies of this eBook if you want to.

*BEFORE!* YOU USE OR READ THIS EBOOK By using or reading any part of this PROJECT GUTENBERG-tm eBook, you indicate that you understand, agree to and accept this "Small Print!" statement. If you do not, you can receive a refund of the money (if any) you paid for this eBook by sending a request within 30 days of receiving it to the person you got it from. If you received this eBook on a physical medium (such as a disk), you must return it with your request.

ABOUT PROJECT GUTENBERG-TM EBOOKS This PROJECT GUTENBERG-tm eBook, like most PROJECT GUTENBERG-tm eBooks, is a "public domain" work distributed by Professor Michael S. Hart through the Project Gutenberg Association (the "Project"). Among other things, this means that no one owns a United States copyright on or for this work, so the Project (and you!) can copy and distribute it in the United States without permission and without paying copyright royalties. Special rules, set forth below, apply if you wish to copy and distribute this eBook under the "PROJECT GUTENBERG" trademark.

Please do not use the "PROJECT GUTENBERG" trademark to market any commercial products without permission.

To create these eBooks, the Project expends considerable efforts to identify, transcribe and proofread public domain works. Despite these efforts, the Project's eBooks and any medium they may be on may contain "Defects". Among other things, Defects may take the form of incomplete, inaccurate or corrupt data, transcription errors, a copyright or other intellectual property infringement, a defective or damaged disk or other eBook medium, a computer virus, or computer codes that damage or cannot be read by your equipment.

LIMITED WARRANTY; DISCLAIMER OF DAMAGES But for the "Right of Replacement or Refund" described below, [1] Michael Hart and the Foundation (and any other party you may receive this eBook from as a PROJECT GUTENBERG-tm eBook) disclaims all liability to you for damages, costs and expenses, including legal fees, and [2] YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE OR UNDER STRICT LIABILITY, OR FOR BREACH OF WARRANTY OR CONTRACT, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR INCIDENTAL DAMAGES, EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH DAMAGES.

If you discover a Defect in this eBook within 90 days of receiving it, you can receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending an explanatory note within that time to the person you received it from. If you received it on a physical medium, you must return it with your note, and such person may choose to alternatively give you a replacement copy. If you received it electronically, such person may choose to alternatively give you a second opportunity to receive it electronically.

THIS EBOOK IS OTHERWISE PROVIDED TO YOU "AS-IS". NO OTHER WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, ARE MADE TO YOU AS TO THE EBOOK OR ANY MEDIUM IT MAY BE ON, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR A PARTICULAR PURPOSE.

Some states do not allow disclaimers of implied warranties or the exclusion or limitation of consequential damages, so the above disclaimers and exclusions may not apply to you, and you may have other legal rights.

INDEMNITY You will indemnify and hold Michael Hart, the Foundation, and its trustees and agents, and any volunteers associated with the production and distribution of Project Gutenberg-tm texts harmless, from all liability, cost and expense, including legal fees, that arise directly or indirectly from any of the following that you do or cause: [1] distribution of this eBook, [2] alteration, modification, or addition to the eBook, or [3] any Defect.

DISTRIBUTION UNDER "PROJECT GUTENBERG-tm" You may distribute copies of this eBook electronically, or by disk, book or any other medium if you either delete this "Small Print!" and all other references to Project Gutenberg, or:

[1] Only give exact copies of it. Among other things, this requires that you do not remove, alter or modify the eBook or this "small print!" statement. You may however, if you wish, distribute this eBook in machine readable binary, compressed, mark-up, or proprietary form, including any form resulting from conversion by word processing or hypertext software, but only so long as *EITHER*:

[*] The eBook, when displayed, is clearly readable, and does *not* contain characters other than those intended by the author of the work, although tilde (~), asterisk (*) and underline (_) characters may be used to convey punctuation intended by the author, and additional characters may be used to indicate hypertext links; OR

[*] The eBook may be readily converted by the reader at no expense into plain ASCII, EBCDIC or equivalent form by the program that displays the eBook (as is the case, for instance, with most word processors); OR

[*] You provide, or agree to also provide on request at no additional cost, fee or expense, a copy of the eBook in its original plain ASCII form (or in EBCDIC or other equivalent proprietary form).

[2] Honor the eBook refund and replacement provisions of this "Small Print!" statement.

[3] Pay a trademark license fee to the Foundation of 20% of the gross profits you derive calculated using the method you already use to calculate your applicable taxes. If you don't derive profits, no royalty is due. Royalties are payable to "Project Gutenberg Literary Archive Foundation" the 60 days following each date you prepare (or were legally required to prepare) your annual (or equivalent periodic) tax return. Please contact us beforehand to let us know your plans and to work out the details.

WHAT IF YOU *WANT* TO SEND MONEY EVEN IF YOU DON'T HAVE TO? Project Gutenberg is dedicated to increasing the number of public domain and licensed works that can be freely distributed in machine readable form.

The Project gratefully accepts contributions of money, time, public domain materials, or royalty free copyright licenses. Money should be paid to the:

"Project Gutenberg Literary Archive Foundation."

If you are interested in contributing scanning equipment or software or other items, please contact Michael Hart at: hart@pobox.com

[Portions of this eBook's header and trailer may be reprinted only when distributed free of all fees. Copyright (C) 2001, 2002 by Michael S. Hart. Project Gutenberg is a TradeMark and may not be used in any sales of Project Gutenberg eBooks or other materials be they hardware or software or any other related product without express permission.]

*END THE SMALL PRINT! FOR PUBLIC DOMAIN EBOOKS*Ver.02/11/02*END*