
Einführung in die Hauptgesetze der zeichnerischen Darstellungsmethoden
Artur Schoenflies, Professor der Mathematik in Königsberg, will das räumliche Vorstellungsvermögen kräftigen. Er setzt beim Auge selbst an: alle Sehstrahlen laufen durch einen festen Knotenpunkt, Netzhautbild und Zeichnung sind Schnitte desselben Strahlenbündels. Daraus entwickelt er das physiologische Grundgesetz und danach Spurpunkt, Horizont, Fluchtpunkt, Zentral- und Parallelprojektion, Grundriß und Aufriß, Axonometrie und die stereographische Projektion. Zwischendurch erzählt er von Steiner, der als sechsjähriger Knabe auf die Bemerkung, drei Ebenen bestimmten eine Ecke, sofort rief: es gibt ja acht. Für alle anderen bleibt das Auge der oberste Richter. Die Figuren, meist von stud. math. Bluhm gezeichnet, ließ er bewusst ungleich, damit der Leser selbst urteilt.
