Fall 01

Adrian Remke · Kapitel 1 von 5

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Fall 01

Teil 1 - Das Geheimnis des verschlossenen Zimmers

Teil 1 - Das Geheimnis des verschlossenen

Zimmers

Gerade ging die Sonne hinter den hohen Gebäuden der Innenstadt auf, als der Polizeiwagen mit quietschenden Reifen vor der monströsen Villa „Grauwacht“ zum stehen kam. Das zwanzigstöckige Gebäude war im modernen Stil gestaltet. Prunkvoll blickte es in den Roten Sonnenaufgang. Mit der weinroten Fassade und den dunkelblauen Fensterumrandungen passte es überhaupt nicht in die graue Betonatmosphäre, die die Innenstadt vollständig domestizierte. Hunderte Meter hohe Kolosse umringten das Gebäude, starrten wortlos und starr, sodass es kleiner wirkte als es eigentlich war. Es war der Morgen des 14. April. Matthew Riley und Rebecca Johnson stiegen aus dem Auto, sogen die Abgas durchtränkte Luft ein und blickten den Weg der Villa hinauf. Der Garten war ebenso modern, schrill und kitschig gehalten wie die Villa selbst. Kugelförmig geschnittenes Buschwerk, sämtliche Gartendekorationen, wie weiß gestrichene Bänke, Findlinge und Blumenbeete, Pavillons und einen großen Brunnen. Er hatte kreisförmig angeordnete Düsen, die hohe Fontänen in die Luft spien. "Luxus, auch für den kleineren Geldbeutel." Grinsend sah Rebecca Matthew an. "So wird es zumindest propagiert." erwiderte er mürrisch. Rebecca schüttelte den Kopf. "Störrischer Alter..." - "Alter WAS? Becca, Luxus ist unnütz. Es ist nur materielle Gier und Ballast und herausgeworfenes Geld." Matthew sah sie gerade heraus an. "Menschen sollte nie etwas besitzen was sie nicht brauchen. Und auch nichts, was zum glücklichen Leben überflüssig ist." Rebecca lächelte. Genau das bewunderte sie so an ihm. Seine Einstellung zum Leben. Schätze was Du hast, erreiche was Du willst, wachse über dich hinaus, aber nehme nie was Du nicht gebrauchen kannst. Das hatte er egal zu ihr gesagt, als sie sich kennenlernten. Er hat alle Beförderungen ausgeschlagen. Er hätte ein schönes Haus haben können. doch er wollte nicht. Er war mit dem zufrieden was er hatte. Matthew setzte sich in Bewegung. "Traurig, dass die Menschheit überhaupt Sicherheitsanlagen benötigt. Die Angst der Menschen vor Menschen. Ich werde Kriminalität und Mord wohl nie verstehen." Rebecca joggte zu ihm und hakte sich in seinen Arm ein. "Du bist zu verbissen, Matt." Matthews Gedanken lagen auf Eis. Rebecca war ihm so nahe. Der betörende Geruch ihres nach Kokos duftenden Haares umfing ihn. 'Alles gut, Matt.' dachte er sich. 'Ihr seid lediglich Kollegen.'

Rebecca bugsierte ihn sanft durch den Vorgarten auf die moderne elektrische Tür zu. Breit auslaufende Stufen aus weißem Marmor führten zu ihr hin und endeten rechts und links in fein verzierten Platten, aus denen gewundene Säulen entsprangen und sich mit dem Übergang verbanden. Die Lobby des Hotels bestand aus dem selben Marmor wie die Treppe, die sie eben herauf gekommen waren. Rechts und Links befanden sich eine Reihe Fahrstühle. Weiter hinten führte eine wuchtige Treppe in die obere Etage. Neben rot gepolsterten Sitzbänken, Bücherregalen und kleinen Eichenholztischen befanden sich im hinteren Teil auch die Ein- und Ausgänge der Bar, des Clubs, des Schwimmbades und des kleinen Kinos. Anschließend auf der linken Seite war die Rezeption, hinter der eine sehr hübsche, junge Frau gerade telefonierte. Matthew und Rebecca traten an das Pult. Die Frau nahm sie nickend zur Kenntnis, stach einige unverständliche Worte in den Hörer, legte auf und lächelte sie strahlend an. "Herzlich Willkommen im Hotel 'Grauwacht'. Wie kann ich Ihnen helfen?" Matthew beuge sich zu ihr vor. Er griff in seine Jackentasche und holte seine Polizeimarke hervor und zeigte sie ihr. "Wir sind von der zentralen Polizeidirektion und wurden beauftragt die Sicherheitsanlagen zu überprüfen." Die Angestellte warf einen Blick auf die Marke, nickte dann und bedeutete ihnen mitzukommen. Gemeinsam gingen sie einem der Fahrstühle. Sie betraten ihn und die Angestellte streckte einen Schlüssel in einen Schlitz, drehte ihn und drückte auf einen Knopf. U3 stand darauf. Die Türen schlossen sich und der Fahrstuhl setzte sich in Bewegung. Matthew sah aus den Augenwinkeln auf das Schild der Angestellten. S. Grand stand in verschnörkelten Buchstaben darauf. "Misses Grand, ich..." fing er an, doch sie unterbrach ihn. " Miss, bitte. Ich bin unverheiratet. Sie können mich auch Suzanna nennen." Matthew kratzte sich am Kopf. "Verzeihung, Miss. Was genau ist das hier für eine Sicherheitsanlage?" Suzanna machte eine unbestimmte Handbewegung. "Die Anlage besteht aus mehreren Teilen. Chipkarten für die Türen mit spezifischem Sicherheitscode. Mitarbeiterüberwachung. Zudem haben wir Sicherheitskameras. In jedem Stockwerk sind vier Stück angebracht. Das aufgenommene Videomaterial wird an die Sicherheitszentrale gesendet, die hier im dritten Untergeschoss sitzt und in Echtzeit die Bilder entwertet." Matthew runzelte die Stirn. "Vierundzwanzig Stunden? Jeden Tag?" Suzanna nickte. " Jede Stunde an 365 Tagen im Jahr." Matthew konnte es nicht fassen. Sein Gesichtsausdruck schien ihn verraten zu haben. "Dieses Hotel", sagte Suzanna. "Blickt auf einige Diebstähle zurück. Wir haben es uns zum Standard gemacht, eine hervorragende Anlage zu schaffen und besitzen zur Zeit eines der besten Systeme." Die Fahrstuhltür öffnete sich und blickten auf einen von diffusem blauen Licht erhelltem Gang, der einheitlich schwarz gefliest war und eine seltsam bedrückende Stimmung vermittelte. Ein Rundgang führte um eine große Halle, in der es von Technikern wimmelte. Alle hatten Kopfhörer auf und starrten stumm an eine monumentale Leinwand, die in 100 kleinere Bilder unterteilt war. Jedes dieser Bilder zeigte eine Kameraaufnahme. Eine Glaswand trennte den Rundgang von der rechts liegenden Überwachungszentrale. Auf der anderen Seite des Ganges zweitens mehrere Türen ab. "Das sind Archive, Karteien und die Leitungsbüros. Rechter Hand ist Jenny. Der Name wurde der Rechnereinheit gegeben. Jenny hat die Möglichkeit selbstständig verdächtiges Videomaterial zu filtern und zu analysieren." Matthew starrte auf den gigantischen Bildschirm. "Wahnsinn. Und Sie sind also Hotelangestellte?" Suzanna blickte träumerisch auf die Monitore. "Ich bin Leiterin dieser Sicherheitsanlage." Matthew sah sie überrascht an. "Und warum trifft man sie dann mitten um Geschehen?" Suzanna wandte den Blick vom Monitor ab und sah Matthew direkt in die Augen. "Ungesehen im Geschehen. Das ist die beste Observation." Matthew blickte sie fasziniert an. Sie rückte mir dem Kopf zur Seite in Richtung eines der Archive. Gemeinsam gingen sie auf die Tür zu. Sie nahm eine Chipkarte und schob sie in die Tür, an die Stelle wo sonst das Schlüsselloch wäre. Es piepte und eine rote LED verwandelte sich in eine grüne. Suzanna drückte die Klinke und ging voraus. In dem dahinterliegendem Raum herrschte Chaos. Wo man auch hinsah verliefen Kabel. Schränke pfiffen und summten und ein elektrisch durchtränkter Gestank hing in der Luft. "Das", erklärte Suzanna. "Sind unsere Archive. Hier kann Datenmaterial von bis zu einem Jahr gespeichert werden. Jenny übernimmt das Cutting für uns. Abschnitte, wo absolut nichts passierte werden herausgenommen. Dennoch ist die Datenmenge so groß, dass wir diesen Raum dazu verwenden mussten." Rebecca, die die ganze Zeit noch kein Wort gesagt hatte, räusperte sich nun. "Wie wir sehen ist die Sicherheit hier in tadellosem Zustand." Suzanna geleitete sie wieder aus der Anlage in die Lobby. Matthew blieb an dem Rezeptionstresen stehen. Wie ist der Zustand der Kameras?" Suzanna deutete in eine Ecke, in der sich eine hin und her schwenkende Kamera befand. "Neueste Modelle. Hochauflösende Technik. Jeden Monat kommt ein Techniker und prüft die Kameras auf Funktionalität und Effizienz." Matthew nickte anerkennend. "Dann sind wir hier fertig denke ich. Wenn es sonst nichts mehr gibt würden wir..." Ein kratzendes Geräusch ließ ihn verstummen. "Objektnummer 15-3 meldet seltsame Vorkommnisse. Zimmer 1504." Die Stimme kam von einem Walkie-Talkie, welches in Suzannas Gürtel steckte. Sie nahm es an den Mund und sprach hinein. "Genauere Informationen bitte." Die Stimme antwortete sofort. "Ein Dienstmädchen wollte das Zimmer 1504 reinigen, aber keiner ist in dem Zimmer." Suzanna überlegte kurz. "Und die Aufenthalts-ID?" - "Negativ. Er hat gestern Abend das Hotel betreten und es seitdem nicht wieder verlassen. Auch alle Orte des Hotels fielen negativ aus. Da ist aber etwas Merkwürdiges. Er hat sein Zimmer gestern Abend nicht betreten. Theoretisch muss er sich irgendwo im Hotel aufhalten." Suzanna runzelte die Stirn. "Okay ich sehe mir das mal an. Danke für die Information. Ende." Sie schaltete das Walkie-Talkie aus. Dann wandte sie sich an Matthew und Rebecca. "Unsere ID's der Chipkarten besitzen allesamt Ortungschips." Matthew hob die Hände. "Moment mal. Sie überprüfen die Gäste? Das verstößt gegen einiges an Richtlinien." Suzanna schüttelte den Kopf. "Nein, die Ortungsdienste sind anders aufgebaut. Sie geben uns lediglich den Hinweis darauf, wer wann durch welche Tür ein und aus gegangen ist. Die Chips haben Sender und die Türen die dementsprechenden Empfänger. Gelangt der Sender an dem Empfänger vorbei, wird das registriert. Beispielsweise die Zimmertüren, Hotelausgang und die Attraktionen im Hotel sind mit diesen Sendern ausgestattet. Das erleichtert die Ortung im Falle eines Ereignisses. Im Beispiel jetzt haben wir ein Problem. Die ID des Gastes aus Zimmer 1504 scheint nicht richtig zu funktionieren." Matthew sah Suzanna skeptisch an. "Woher wollen Sie das wissen?" - "Er ist gestern Abend ins Hotel gegangen, hat keine Attraktion genutzt und kein Zimmer betreten. Wo soll er denn die ganze Nacht gewesen sein? Irgendetwas stimmt da nicht. Ich nehme an, dass seine Chipkarte den Eintritt in sein Zimmer nicht registriert hat." Sie schickte sich an zu gehen. Doch Rebecca trat vor. "Wir kommen mit." Gemeinsam eilten sie zum Fahrstuhl. Lautlos öffneten sich die Türen und sie traten ein. Suzanna drückte auf die Nummer 15. Es ging aufwärts, während die Zahlen der Reihe nach aufblinkten. Bei der 15 ertönte ein Gong und die Türen gingen wieder auf.

Direkt vor ihnen befand sich Zimmer 1504. Sie gingen zur Tür und klopften. Sie warteten mehrere Minuten. Es rührte sich nichts. "Vielleicht schläft er einfach noch?" fragte Rebecca. Suzanna lachte trocken. „Oh nein, das glaube ich nicht. Dieses Zimmer bewohnt ein gewisser Michael Clarksson. Er ist ein Frühaufsteher wie er im Buche steht. Ich weiß nicht genau als was er arbeitet, aber für diversen Luxus reicht es aus. Er geht jeden morgen um fünf aus dem Haus, kommt um sechs kurz wieder und geht dann wieder halb sieben. Er war ein seltsamer Zeitgenosse. Er lebt hier mit seinem Sohn.“ Matthew trat vor und hämmerte gegen die Tür. „Mr. Clarksson. Mr Clarksson! Hier spricht die Polizei. Öffnen Sie bitte umgehend die Tür, sonst sehen wir uns gezwungen sie mit Gewalt aufzubrechen! Mr. Clarksson!“ Wieder verstrichen einige Minuten. Dann wandte er sich an Suzanna. „Haben Sie einen Generalschlüssel für diese Tür?“ Suzanna nickte und nestelte an ihrem Schlüssel, an dem eine knall orangene Chipkarte befestigt war. Sie schob sie in die Tür, es piepte und die LED sprang von rot auf grün. Sie betraten das Zimmer. Suzanna räusperte sich. „Mr. Clarksson? Wir wollten Sie nicht stören. Aber Sie haben nicht geöffnet und deswegen wollten wir mal nach dem Rechten sehen.“ In dem Zimmer war niemand. Dafür fiel einem sofort das Fable des Bewohners auf. Rote Samtbehänge zierten jeden Winkel des Zimmers, der Tisch war nur etwa 30 Zentimeter hoch und um ihn herum waren keine Tische sondern Sitzkissen angeordnet. Überall standen Räucherstäbchen, Duftkerzen und kleine Miniaturtempel. In einem Bücherregal an der rechten Wand fand man hunderte Bücher in der japanischen Sprache. Groß und wuchtig hing ein Bild einer Geisha an der Wand, die sie misstrauisch beäugte. Kleine verbeult aussehende Bäume, Topfpalmen und Zierrat bevölkerte den Rest und gab dem Zimmer einen seltsam botanischen Anblick. Zwei Türen führten in die Toilette der Wohnung und in die Schlafzimmer der Bewohner. An diese Tür klopften sie jetzt und waren nicht überrascht, dass keine Reaktion gezeigt wurde. Suzanna öffnete langsam die Tür und warf einen Blick in das Zimmer. Ihre Augen weiteten sich mit Entsetzen, als ihr Blick an die Decke fiel. Sie stieß einen markerschütternden Schrei aus und stolperte rückwärts. Matthew spähte durch den Spalt und ihm schauderte es. An einem kleinen Kronleuchter hing, bewegungslos und steif, der Körper von einem Mann. Sein Hals steckte in einer Schlaufe eines Seils, das am Kronleuchter befestigt war. In der hinteren Ecke des Zimmers lag eine weitere Person. Sie lag bewegungslos da. Einzig die roten Flecken auf dem Boden und auf dem Bauch ließen erahnen, was mit ihm geschehen war.

„Becca, passe bitte auf Suzanna auf. Setze sie hin und bringe ihr ein Glas Wasser und beruhige Sie. Ich sehe mich um!“ Rebecca gab ihr Einverständnis und geleitete die blasse Sicherheitsbeauftragte zu einer Ansammlung weicher Sitzkissen. Matthew derweil ging in den Raum mit den zwei Leichen. Zuerst ging er zu dem am Boden liegenden Mann in der Ecke und maß seinen Puls. Er war bereits tot. Matthew sah sich den Mann genauer an. Er hatte braune schulterlange Haare und markante Gesichtszüge. Er glich eher einem Skelett als einem Mann. Er schien vielleicht Anfang 30 Jahre alt zu sein. Er hatte normale Kleidung an, nicht ungewöhnliches war feststellbar. Das Messer, welches in seiner Brust steckte dagegen war seltsam. Goldene Verzierungen bedeckten den Griff und hatte ein Wappen auf dem Knauf. Zwei in sich verschlungene Ranken, die Schlangen ähnelten. Matthew wandte seinen Blick auf die nähere Umgebung. Ein nasser Fleck auf dem Boden, ein umgestürzter Tisch und auf dem Bücherregal herausgefallene Bücher hinter dem Toten. Offensichtlich hatte hier ein Kampf stattgefunden. Er wollte sich gerade abwenden, als ihm ein zusammengeknüllter Zettel in der linken Hand des Opfers auffiel. Er speicherte die Information für später ab. Er durfte am Tatort nichts verändern. Er ging zu dem Erhängten. Schlaff hing er da, keine Anzeichen von Leben. Zu seinen Füßen lag ein kleines Modellauto, ein Porsche Cayenne. Das fand Matthew ziemlich seltsam. Es passte einfach nicht in die sonstige Atmosphäre. Direkt daneben befand sich eine kleine Karte. Er sah genauer hin und erkannte einen Schriftzug. 'Rote Meile. Was hat das zu bedeuten?' Matthew ging zurück zu den anderen. Suzanna hatte sich bereits hingesetzt. Rebecca saß neben ihr und sprach leise auf sie ein. Matthew ging zum nahegelegenen Balkon und sah hinaus. Eine glänzende Chipkarte lag da auf dem Boden. Als er genauer hinsah sah er die typische Schrift des „Grauwacht“-Hotels. Was war hier nur geschehen?

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Hauptkommissar Cole von der städtischen Direktion für Sicherheit sah sich den Ort des Verbrechens genauestens an. Er war fünfzehn Minuten nachdem Matthew ihn informiert hatte mit Sirenen vorgefahren und hatte dabei allerlei Rummel verursacht. Dutzende Schaulustige lugten aus ihren Zimmern und einige wollten sogar das Zimmer 1504 betreten und sehen, was geschehen war. Wenn Matthew eines hasste, dann war es das Auftreten des Hauptkommissars. Cole wandte sich an Matthew. „Ah, der verehrte Herr Riley, zur Stelle wenn sich Menschen zerfleischen. Sie scheinen ja auch ein unheimlicher Magnet für den Tod anderer zu sein, habe ich recht?“ Er lachte schallend über seinen eigenen Witz. Danach wurde er wieder ernst. „Ich habe soeben die Leiterin für Sicherheit des Hotels befragt. Aus ihr kann man nichts bekommen, sie ist wie ein Igel, der sich zurückgezogen hat. Mit Miss Johnson habe ich ebenfalls schon gesprochen. Nun muss ich Sie noch über die Geschehnisse befragen, bis zum Zeitpunkt, an dem ich hier eintraf.“ Matthew kannte die Vorschriften. Er seufzte. „Okay. Wir erschienen hier vor circa einer Stunde. Wir hatten den Auftrag erhalten nach der Sicherheit in diesem Gebäude zu sehen. Normalerweise ist dafür eine Sicherheitsfirma zuständig, aber da diese Anlage direkt mit dem Notfallzentrum der Polizeidirektion gekoppelt ist, überprüfen wir das gleich mit. Wir haben uns mit Miss Grand getroffen und die örtlichen Sicherheitsvorkehrungen angesehen. Danach bekam Miss Grand eine Information von einem Dienstmädchen, dass ein Gast das Hotels auf mehrmaliges Klopfen hin nicht öffnete. Wir gingen zusammen nach oben und öffneten die Tür mit einem Generalschlüssel. Dort fanden wir dann die zwei Leichen.“ Hauptkommissar Cole nickte. „Ich möchte, dass Sie sich mit Miss Johnson und Miss Grand im Zimmer 1507 treffen. In fünf Minuten. Wir müssen da noch einige Punkte besprechen.“ Fünf Minuten später wurde die Tür des besagten Zimmers geöffnet und Matthew hereingelassen. Die anderen waren schon versammelt. Suzanna sah bleich und verängstigt aus, Rebecca war gefasst und zeigte keine Regung. Hauptkommissar Cole wandte sich an die Anwesenden. „Laufe des Gesprächs werde ich zusätzliche Informationen zu den Verstorbenen erhalten. Bis es soweit ist, habe ich einige Fragen. Besonders an sie, Miss Grand. Mr. Riley und Miss Johnson haben mir ihre Version der Geschichte berichtet und sie stimmt mit der Ihrer überein. Dennoch, zur Vollständigkeit halber: Sie sagten, Sie haben in der Lobby des Hotels an der Rezeption gesessen, obwohl Sie Sicherheitsbeauftragte des Hotels sind. Warum taten Sie dies?“ Suzanna blickte ihn an. „Meines Erachtens ist für eine ausreichende Sicherheit immer jemand vonnöten, der mitten im Geschehen sitzt und es aus dieser Weise beobachtet.“ Cole nickte zustimmend. „Okay, Sie sagten, dass die Tür mit einem Generalschlüssel geöffnet werden kann. Wer besitzt alles so einen Schlüssel?“ Suzanna überlegte. „Es existieren lediglich zwei Generalschlüssel wie ich ihn verwende. Den ersten besitze ich selbst und den zweiten der Geschäftsführer, der seit einigen Wochen außer Landes ist.“ Cole wechselte einen Seitenblick mit Matthew. „Also mit anderen Worten: niemand hätte ohne den Besitzer in das Zimmer herein oder herauskommen können?“ Suzanna nickte zustimmend. „Das ist richtig.“ Cole begann auf und ab zu laufen. „Die Karte haben wir gefunden. Sie lag auf dem Balkon. Die Wohnung war von außen hermetisch abgeriegelt. Alle Türen waren verschlossen, die Fenster ebenfalls. Das gleiche gilt für die Balkontür.“ Er machte eine kurze Pause. „Wie gut kannten Sie das Opfer beziehungsweise die Opfer?“ Suzanna schien einen Moment nachzudenken. „Die Besitzer kenne ich. Sie sind seit etwa zwei Jahren unsere Gäste. Es war keine freundschaftliche Beziehung. Man sieht sich ab und dann auf der Straße, halt ein kurzes Gespräch und ansonsten ist man sich fremd.“ Cole blieb stehen. „Was können Sie uns über das Opfer sagen? Gewohnheiten, Besuch. Alles was uns weiterhelfen könnte.“ Suzanna holte tief Luft. „Viel gibt es da nicht. Ich weiß, dass seine Frau gestorben ist. Bei einem Seeunglück. Er selbst hat die Angewohnheit immer vor Arbeitsbeginn um fünf vor die Tür zu gehen, um sechs wieder zukommen und halb sieben wieder zu gehen. Dann bleibt er meist den ganzen Tag weg, und kommt erst um sechs Abends wieder zurück. Er liebte es in die Bar zu gehen und sich mit den anderen Hotelgästen zu unterhalten. Mehr kann ich leider nicht sagen.“ Cole ließ die Worte einige Momente auf sich wirken. „Gut, das soll erst einmal genügen fürs erste. Ich werde einige Worte mit den anderen bereden, wenn Sie sich solange hinlegen möchten ist das kein Problem. Aber bitte seien Sie auf Abruf bereit. Suzanna murmelte ein danke, ging zur Tür, und schloss sie hinter sich. „Hauptkommissar Cole. Was gibt es neues?“ fragte Matthew nun frei heraus. Cole ging zum Fenster, blickte in die Tiefen der verschlungenen Stadt und schwieg zuerst. Aber nach einer Weile regte er sich wieder. „Officer Riley, was sagen Sie zu dem jetzigen Standpunkt. Wie ich hörte haben Sie sich schon genauestens den Tatort angesehen. Und da Sie für Ihre besonderen Schlussfolgerungen und der logischen Denkweise bekannt sind, würde ich mir gerne Ihre Version der Ereignisse anhören.“ Matthew sah Rebecca überrascht an und wandte sich dann wieder an Cole. „Okay. Ich habe bereits eine These aufgestellt, wie es hätte ablaufen können. Aber das sind nur vage Vermutungen. Ich muss diese erst kräftigen.“ In diesem Moment klopfte es an die Tür. Cole öffnete sie. Ein Mann flüsterte Cole etwas ins Ohr. Cole dankte ihm und schloss die Tür wieder. „Sie wollen Informationen? Okay. Die sollen Sie bekommen. Der erstochene Mann heißt Stanley Clarksson. 25 Jahre alt und von Beruf Elektroniker in einer recht großen Firma, der Howard Laewis Industries. Der andere Mann ist sein Vater, Michael Clarksson, 46 Jahre alt, beruflich tätig als Besitzer eines Autohauses und einer integrierten Werkstatt zur Reparation. Eine Frau Clarksson gibt es nicht. Sie starb vor 4 Jahren bei einem Seeunglück.“ Matthew nickte. „Gut, dürfte ich mir den Tatort noch einmal ansehen?“ Cole machte eine Handbewegung zur Tür. Gemeinsam gingen sie zum Zimmer 1504. Dort hatte sich einiges verändert. Im Zimmer der Verstorbenen waren mehrere Leute der Spurensicherung, die alles abfotografierten, eintüteten und nach Hinweisen absuchten. Kleine Schilder standen an potenziellen Beweisstücken, darunter das Kärtchen und das Modellauto. Cole überblickte das Schauspiel. „Nun, schießen Sie los.“ Matthew blickte zu dem Körper des Sohnes. „Zuerst muss ich wissen, was auf dem Zettel stand, den der Sohn in der Hand hatte.“ Cole rief einen Mann der Spurensicherung heran. „Würden Sie mir bitte den Zettel zeigen, den Sie in der Hand des Toten Stanley Clarksson gefunden haben?“ Der Mann holte eine Tüte hervor und zeigte sie Matthew. Dieser stutzte. Kein Wort, kein Zeichen oder sonstiges standen auf dem Papier. Es war komplett leer. Matthew überlegte fieberhaft. Cole beobachtete ihn von der Seite. Matthew ging in das Wohnzimmer und sah zum Balkon. Dieser stand offen und ein Mitarbeiter suchte gerade alles auf Blutspuren ab. Matthew ging zu ihm. „Entschuldigen Sie bitte, hier draußen lag eine Chipkarte. Können Sie mir sagen, was das genau war“ Der Mann lachte. „Ja das kann ich gewiss. Es war die Karte zum ein und ausgehen der Hotelzimmer. Die Keycard.“ Matthew dankte ihm. Stumm ging er zurück zum Tatort. Er war so in Gedanken versunken, dass er Rebecca gar nicht bemerkte die seinen Namen rief. Als sie ihn dann anstupste, zuckte er zusammen. „Das Nachdenken schadet dir.“ Besorgt sah sie ihn an. Matthew ignorierte sie. „Nein. Ich kann nicht eher ruhen bis alles geklärt ist.“ Matthew ging wieder zu Cole. „Sagen Sie mir“, sagte Matthew. „Wie war das Verhältnis zwischen Vater und Sohn?“ Coles Miene verfinsterte sich. „Denkbar angespannt. Dauernd lebten sie im Streit. Die Nachbarn redeten von wüsten Auseinandersetzungen.“ Matthew nickte wissend. „Das dachte ich mir. Einige Sachen fehlen mir trotzdem noch. Die Tatzeit, Verdächtige und möglicherweise Zeugen.“ Cole hob die Hände. „Eins nach dem anderen. Zuerst fragten Sie nach der Tatzeit. Da die Leichenstarre bereits schon vor einer Weile eingetreten ist, können wir noch nicht mit Bestimmtheit sagen, wann es passierte. Wir gehen von heute früh aus. Zeugen gibt es keine. Es muss so früh passiert sein, dass noch niemand wach war. Und Verdächtige...“ Er machte eine Pause. „Ich glaube wir brauchen keine Verdächtige. Allem Anschein nach wurde der Sohn vom eigenen Vater erstochen, der sich in Folge der Tat das Leben nahm.“ Matthew war überrascht. „Wie kommen Sie zu der Vermutung?“ Cole deutete auf die Tür. Die Türen hier haben hochmoderne Schlösser mit Chipkarten. Niemand kann hier ein und aus gehen wie ihm beliebt. Es gibt überall Kameras, die etwas aufgezeichnet haben. Seit gestern Abend hat sich niemand dem Zimmer auch nur genähert. Des Weiteren haben wir in der Aktentasche von Michael Clarksson einen Abschiedsbrief gefunden, wo er seine Tat bedauert und nicht weiter mit dem Wissen leben kann, seinen eigenen Sohn getötet zu haben.“ Matthew war baff. Doch noch zu viele Dinge waren ungeklärt. „Aber das ergibt doch keinen Sinn, welcher Vater bringt seinen eigenen Sohn um? Welches Motiv hätte er denn?“ Cole sah Matthew traurig an. „Es gibt eine Hintergrundgeschichte dazu. Diese Handelt von der Familie Clarksson. Zum 43. Geburtstag schenkte der Sohn der Clarkssons den Eltern eine mehrtägige Reise in einer gemieteten Yacht. Allerdings verletzte sich sein Vater und konnte nicht mit. Daher ist Stanley Clarksson selbst mitgefahren. Ein Sturm zog auf und der Sohn am Steuer rammte ein anderes Boot, beide gingen unter. Nur die Mutter ertrank und starb. Auf dem anderen Boot fuhr ein gewisser Ethan Miles. Michael Clarksson machte ihn darauf hin für den Tod seiner Frau verantwortlich. Er fing an zu trinken und zu spielen. Er verlor nach und nach immer weiter sein Geld. Irgendwann fing er an Firmengelder zu veruntreuen, um seine Sucht irgendwie abbezahlen zu können. Der Sohn kam ihm auf die Schliche und erpresste ihn damit. Als es zur Eskalation kam muss Michael Clarksson seinen Sohn im Affekt getötet haben.“ Matthew war überwältigt von der Geschichte. Sein Blick fiel zu Boden und er blieb an dem Kärtchen hängen. „Die Rote Meile.“ murmelte er vor sich hin. Dann durchfuhr ihn ein Schlag. Er starrte Cole an. „Wie hieß der Fahrer des zweiten Bootes bei dem Unglück vor vier Jahren?“ Cole überlegte. „Ethan Miles war sein Name.“ Matthew lächelte grimmig. „Ich wusste es. Als was arbeitet er, wissen Sie das?“ Cole kratzte sich am Kopf. „Ich glaube er ist in einem Krankenhaus angestellt, aber sicher bin ich mir nicht.“ Matthew lachte. „Zu diesem Mann müssen wir. Er muss uns einige Fragen beantworten.“ Cole sah ihn verständnislos an. „Was meinen Sie?“ Matthew deutete auf das Kärtchen zu den Füßen des Verstorbenen. „Die Rote Meile. The Red Mile. Verstehen Sie? Es ist eine direkte Botschaft auf Ethan Miles.“ Coles Augen funkelten auf. „Das ist hervorragend.“ Matthews Hochgefühl bekam eine kleine Dämpfung. „Aber es sind noch so viele seltsame Dinge, die mich beschäftigen. Hat Michael wirklich Selbstmord begangen? Wenn nein, wie hat der Täter es angestellt in einen verschlossenen Raum zu gelangen und unbemerkt wieder zu verschwinden? Der Raum war hermetisch abgeriegelt. Die Tür war verschlossen, die Fenster und die Tür zum Balkon ebenfalls. Was bedeutet das Modellauto auf dem Boden? Und vor allem“, er deutete auf den Balkon. „Wie kommt die Chipkarte hinaus auf den Balkon.“

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Kurz bevor Hauptkommissar Cole zusammen mit Matthew und Rebecca zu Ethan Miles fuhren, wollte sich Matthew noch von Suzanna verabschieden. Deswegen ging er noch einmal zu ihr an den Empfangstresen. Sie unterhielt sich eben mit einem älteren Mann. Matthew lächelte ihr zu. „Ich danke, dass Sie ihre Zeit in Anspruch genommen haben. Ich möchte mich nun verabschieden.“ Suzanna wischte sich Tränen aus den Augenwinkeln. „Ja, danke.“ sagte sie zittrig. „Das hier“ sie deutete auf den älteren Mann. „Ist der Nachbar von Herrn Clarksson.“ Matthew schüttelte die Hand, die ihm angeboten wurde. „Guten Tag, Matthew Riley mein Name.“ Der Mann hatte eine kratzige, verrauchte Stimme. „Charles Fisher, sehr angenehm. Sie sind also Officer?“ Matthew nickte. „Das ist korrekt.“ Mr. Fisher deutete auf einen der Fahrstühle. „Dürfte ich Sie zu einem Kaffee einladen?“ Matthew blickte zur Eingangstür. „Okay, aber viel Zeit habe ich leider nicht.“ Gemeinsam fuhren sie nach oben. Aus den Augenwinkeln beobachtete Matthew den Mann. Er war etwa 1,60 groß, 60 Jahre alt und trug einen grauen Anzug und feine Herrenschuhe. Er hatte einen ebenfalls grauen Schnauzbart, eine wuchernde Haarmähne und ein paar kreisrunde Brillengläser. Alles in allem machte er den Anblick eines in die Jahre gekommenen verrückten Professors.

Ein Gong ertönte und sie stiegen aus. Mr. Fisher steckte die Chipkarte in die Tür mit der Aufschrift 1506. Es klickte und die Tür schwang auf. Drinnen herrschte eine unbeschreibliche Hitze. Mr. Fisher ging schnurstracks zum Balkon, stellte seine Tasche auf den sonnenüberfluteten Balkon und lief zur Küche zur Kaffeemaschine. Matthew sah sich in der Wohnung um. Es war ein Gegensatz von Tag und Nacht, wenn man das Zimmer des Tatorts noch vor Augen hatte. Während jeder Zentimeter in der 1504 mit japanischen Artefakten und Dekorationen bestückt war, sah die Wohnung von Mr. Fisher fast leer aus. „Sehr minimalistisch leben Sie hier, Mr. Fisher.“ Er lachte. Ja, das Durcheinander behagt mir nicht. Ich habe lieber ein aufgeräumtes Zimmer, in dem nicht zu viel unnützes Zeug herum steht und eine gewisse Automation.“ Matthew sah zur Tasche. „Wie ihren Koffer jedes Mal, wenn Sie zur Tür hereinkommen, auf den Balkon zu stellen?“ Mr. Fisher lachte erneut. „Sehr scharfsinnig. Das ist gut. Tatsächlich ist das eines meiner Rituale. Ich muss spät anfangen zu arbeiten und hole mir immer die Tägliche Zeitung, die ich dann bei einem Kaffee auf dem Balkon genieße.“ Er ging zu einer Kommode und griff zu einer Fernbedienung. „Höchste Zeit, dass ein Techniker mal vorbei kommt. Die Klimaanlage funktioniert nicht mehr richtig.“ Er stellte sie einige Grad herunter. „Das Programm scheint defekt zu sein. Ich liebe ja einen warmen Schlaf und kalten Tag.“ Er lachte herzhaft. Matthew jedoch fiel aus allen Wolken. „Man kann die Anlage programmieren?“ Mr. Fisher brachte eine Kanne und zwei Tassen aus der Küche. „Ja natürlich. Je nach Befinden. Voraussetzung ist, dass es an volle Zeitstunden gebunden ist. Ansonsten kann man der Anlage zuweisen, wann sie die Wohnung wie warm machen soll.“ Mr. Fisher stellte das Tablett auf den Wohnzimmertisch, gefertigt aus sehr altem Eichenholz. Er goss Kaffee ein und sie setzten sich hin. Mr. Fisher beugte sich verschwörerisch vor. „Ich habe Sie eingeladen um Sie zu warnen.“ Matthew blickte ihn verdutzt an. „Warnen? Wovor? Und warum?“ Mr. Fisher nippte an seinem Kaffee. „Der verstorbene Mann, Michael Clarksson. Er hat sich mit einigen fiesen Männern zusammengetan. In regelmäßigen Abständen besuchen sie ihn. Und immer wenn das passiert sieht er immer sehr verstört aus und blickt immer umher, als würde er verfolgt werden. Und immer brabbelt er vor sich hin. 'Geld...' und 'Bezahlen...'. Ich weiß nicht was da vor sich geht, aber ich denke er hat sich irgendwo bei einigen schrägen Vögeln Geld geliehen.“ Er lachte wegen seinem eigenen Witz. Matthew aber war nachdenklich geworden. „Erzählen Sie, Mr. Fisher. Haben Sie gestern Abend etwas ungewöhnliches bemerkt? Waren die Männer da?“ Mr. Fisher überlegte. „Nein gestern war außer einem Mann mit langen Haaren am späten Abend niemand da. Zumindest habe ich nichts mitbekommen.“ Matthew seufzte. Es wäre auch zu einfach gewesen. Mr. Fisher lachte wieder. „Obwohl, wenn ich genauer nachdenke... Ein Obdachloser hat mich gestern im Foyer doch tatsächlich angerempelt. Eine Frechheit.“ Er lachte wieder. Matthew schaltete sofort. Ein Konstrukt begann sich in seinem Kopf zusammenzusetzen. Er trank schnell seinen Kaffee aus, bedankte sich und verließ das Zimmer schnellstmöglich. Konnte es möglich sein? Aber wie hätte der Täter das mit der Chipkarte bewältigen sollen? Der Lösung des Falles nachhängend kam er wieder im Foyer an. Rebecca und Cole warteten bereits. Rebecca kam ihm entgegen. „Wo warst du denn?“ Matthew grinste. „Ich bin der Lösung des Falls auf der Spur. Nur wenige Dinge sind noch ungeklärt. Aber die bekomme ich auch noch heraus.“ Cole sah ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an. „Und was ist nun die Lösung des Rätsels?“ Matthew blickte ihm direkt in die Augen. „Die Lösung ist, dass es Mord war. Jemand, hat Vater und Sohn kaltblütig ermordet!“