Fundstuecke

Adi Bachmann · Kapitel 1 von 1 · Teil 2/4

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Fundstuecke

Fundstuecke

Dieses Kapitel ist lang und deshalb in 4 Teile geteilt.

Ich bin inzwischen 67.

 

Da lachte das Kamel. Und ging.

„Warum“, fragte mich das Kamel, „warum tragen die kretischen Schäfer so hohe und oben so weite und so feste Stiefel?“ „Du weißt, dass ich vier Jahre auf Kreta gelebt habe?“ „Ja – du hast es mir selbst erzählt.“

„Hm.“

„Wen, wenn nicht dich, könnte ich sonst fragen?“ „Hm.“

(Pause)

„Hm. Also, du willst wissen, warum die kretischen Schäfer so hohe und oben so weite und so feste Stiefel tragen? Du musst wissen, das sind Lederstiefel. Normalerweise handgenäht. Aus gutem Leder und mit guten Nähten. Mit gutem, gewachsten Zwirn genäht. Zweifach. Sie tragen sie deshalb, weil ... weißt du ... sie nehmen das Schaf ... Und stecken es mit den hinteren Läufen in die Stiefel. Einen Lauf links. Den anderen rechts.“

„Warum?“

„Damit es beim Ficken nicht davonlaufen kann!“ Da lachte das Kamel, und ging.

 

Das Absurde im Allgemeinen und ueberhaupt

absurd

(lat. „misstoenend“, „sinnlos“), allg.: unsinnig, widersinnig (>ad absurdum);

ad absurdum

(lat.), etwas ad a. fuehren, die Widersinnigkeit beweisen, z.B. eine Behauptung dadurch, dass man aus ihren Praemissen mit logischen Mitteln eine gegenteilige Folgerung zieht, sodass dadurch die Behauptung selbst als absurd erwiesen wird. (aus Brockhaus Enzyklopaedie, 1986)

Also, schon die alten Roemer gingen davon aus, dass es etwas gibt, das als wohltoenend beziehungsweise als sinnvoll gilt und zu gelten hat. Diese alten Roemer kamen nie bis Bali. Deshalb lernten sie auch die misstoenende Gamelanmusik nicht kennen und das sinnlose Streben, einerseits mit den Touristen Geld auf die Insel zu locken und andererseits unbeeinflusst davon ihre Religion, Tradition und ihren Lebensstil weiterzupflegen. Fuer Balinesen wiederum, von denen viele bis heute nicht wissen, wo Italien und Rom auf dem Globus suchen sollten, sind ihre Musik und ihr Streben sowohl wohltoenend als auch sinnvoll. Also, was nun? Und wer, bitte schoen, macht den Schiedsrichter? Absurd? Wir nehmen uns und alles um uns herum, uns und die Welt, sozusagen, nicht in ihrer ganzen Komplexitaet und Widerspruechlichkeit als ‚so seiend’ wahr. Wir erschaffen uns und die Welt mit jedem Blick auf uns und die Welt neu. Mit jedem Gedanken, mit jeder Gefuehlsregung und mit jedem unkontollierten oder konditionierten Reflex oder Triebregung oder instinktiven Entscheidung. Nach unseren Vorstellungen. Nach unserem Willen. Nach unseren persoenlichen Moeglichkeiten. Absurd? In einem umfassenden, komplexen ‚so Sein’ kann es keine Widersprueche geben. Nichts Wohltoenendes oder Misstoenendes -nur Toenendes. Nichts Sinnvolles oder Sinnloses – nur Etwas. Da gibt es nicht normal oder anormal, gut oder schlecht, nicht uebersichtlich und logisch geordnet oder chaotisch dem Zufall ueberlassen, nichts Sinniges oder Absurdes. Da ist alles einfach so, wie es ist und befindet sich in Balance, im Streit, im Miteinander, im Gegeneinander, im Fuereinander, in Aufnahmebereitschaft, im Widerstand und im Kampf mit all den nun wirklich nicht zaehlbaren Erscheinungen im Sein dieser Systeme von Universen. Die Welt, die Universen oder – traditionell ausgedrueckt - die Schoepfung an sich, sind leer und bedeutungslos. Wir geben diesen Strukturen und Phaenomenen Namen und Bedeutungen und versuchen mit unserem in aller Regel liniearen und kausalen Denken, wir nennen es logisch, ‚dem Ganzen’ auf seine Schliche zu kommen. Ob andere Seinserscheinungen das auch tun, wissen wir nicht - in anderen Welten vielleicht, spekulieren wir. Wir nennen sie, in Abgrenzung zu unserer ‚wirklichen Welt’, ‚Parallelwelten’. Wir bemuehen uns heftig, auch das herauszufinden. An dieser Stelle ist es ueberfluessig festzustellen, aber ich tu es selbstverstaendlich trotzdem, dass es fuer ‚das Ganze’ keinen uns bekannten Masterplan, keinen Netzplan, keine Zielvorgaben, keine Zeitachsen oder Halbwertzeiten und keinen Oberingenieur gibt, nichts, was das ganze Durcheinander zusammenhaelt. Da koennen die Kreationisten tausend Mal von einem allmaechtigen Weltenschoepfer und Weltenlenker oder Herren der Schoepfung sprechen.

Verglueht eine Sonne, leuchtet vielleicht eine andere umso heller oder stellt auch ihr Gluehen ein. Faellt ein Blatt von der Pflanze, waechst vielleicht ein anderes nach oder es war das letzte Blatt und die Pflanze verkommt. Stirbt ein Lebewesen, erblickte vielleicht ein anderes das Licht der Welt, vielleicht auch nicht. Das ist vielleicht das einzige, was wir vielleicht lernen und begreifen koennen. Alles scheint zu werden und zu vergehen. Absurd? Vielleicht. Damit es nicht zu kopflastig wird, moechte ich kurz etwas schildern, das ich als besonders absurd empfand:

In der Nacht vom dritten auf den vierten Maerz 2011 traeumte ich von einem Interview, das der frueher bekannte und verehrte Volksschauspieler Willy Millowitch einem Mitarbeiter der Kulturredaktion einer Tageszeitung gab. Es ging prinzipiell um Museumsbesuche und speziell um den Besuch des Museums Ludwig in Koeln, der Heimatstadt Millowitschs. Auf die Frage zu einem moeglichen Besuch des Museums Ludwig antwortete er: „Ein richtiger Koelner tut das nicht zu sich selbst.“ Das war Millowitschs Antwort, so, wie ich sie gleich nach dem Aufwachen niedergeschrieben habe. Ich habe Millowitsch und sein Theater nie gemocht.

Ein zweites, nicht weiter kommentiertes Beispiel: ‚Als das Telefon klingelte, war ich in der Küche, wo ich einen Topf Spaghetti kochte und zu einer UKW-Übertragung der Ouvertüre von Rossinis 'Die diebische Elster' pfiff, was die ideale Musik zum Pastakochen sein dürfte.’ - Haruki Murakami: Mister Aufziehvogel

 

Das Heidenkind

Ich traeumte: Vor der ganzen Grundschul-Klasse soll ich ein christliches Lied singen. Ich weigere mich lange, aber die Lehrerin setzt sich schliesslich durch und ich singe das Lied. „Na, da schau an, Du kannst ja sogar den ganzen Text ohne steckenzubleiben.“

„Ich bin zwar kein glaeubiger Christ, aber bloed bin ich auch nicht!“. Ende der Traumsequenz.

 

Das Leben als Eisberg ‚Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel’ ... das kennen wir schon. Tom Hanks hat es in Forest Gump bedeutungsvoll gesagt, und ‚man weiss nie, was drin ist’.

‚Das Leben ist wie ein Eisberg’, fuege ich dem nicht minder bedeutungsschwer hinzu, ‚nur ein Teil davon wird oeffentlich sichtbar, der weit groessere Teil spielt sich im Verborgenen ab’. Jetzt liegt Bali allerdings fernab von vereisten Polkappen. Es moegen die Gletscher an Nord- und Suedpol noch so heftig kalben, ihre Eisberge gelangen vielleicht gerade noch in die Sichtweite von Neuseeland, aber nie bis in die Bali Sea oder den Teil des Indischen Ozeans, den die Indonesier beharrlich den Indonesischen Ozean nennen.

Ja, Indonesien hat sich in seiner kurzen Geschichte so manches angeeignet. Widerrechtlich, wie die Betroffenen bis heute meinen. Eisberge waren nicht darunter. Aber weiss man, was noch kommen wird?

Das Schnitzen und Bemalen von Masken ist ein bedeutender Teil balinesischen Kunsthandwerkes. Masken werden bei vielen verschiedenen balinesischen Taenzen getragen. Das ist ein Teil der balinesischen Kultur. Die eigenen Wuensche, Absichten und Gefuehle hinter Masken zu verbergen, gehoert ebenfalls zum balineschen Menschen und zu seinem alltaeglichen Verhalten, so wie das Ei zur Henne oder der Slendang, das ist der Stoffguertel oder die Schaerpe, zum Sarong. Wobei ich hier sofort anmerken moechte, dass die Charaktermaske nicht ausschliesslich balinesich ist, sondern auf Asiaten im Allgemeinen, die Asiaten also, zutrifft. Aber nicht nur auf diese.

Meine bisherigen Erfahrungen mit Menschen aus Indonesien, Japan, der Volksrepublik China, aus Singapur, Malaysia, Taiwan, Thailand, den Philippinen oder Suedkorea werden statistischen Mindestanforderungen nicht gerecht. So etwas wie einen tief verwurzelten Hang zur Maskerade bei den Menschen aus diesen Laendern scheint es aber tatsaechlich zu geben. Was also ist es, was der Eisberg in den kalten Fluten der Ozeane verbirgt? Was ist es, was BalinesInnen ihren Mitmenschen vorenthalten? Was ist es, was sie uns weisshaeutigen, oftmals blonden oder rothaarigen Langnasen nicht zeigen wollen? Und warum?

Wer weiss das schon.

 

Das Universum und wir

Da wir gemeinhin davon ausgehen, dass das Universum so etwas ist wie ein Ausflugsziel fuer Einheimische und nicht Einheimische, wie der Staffelsee oder der Kleinhesseloher See zum Beispiel, oder die Kugleralm oder das Glockenspiel im Turm des Neuen Rathauses in Muenchen, vergessen wir darueber gerne, wie gross wir uns dieses Universum eigentlich vorzustellen haben und wie leicht darin alles Moegliche verlorengehen kann.

Da sagen uns jetzt aber andere, die von sich behaupten, sich im Universum so gut auszukennen wie unsereins in seinen Hosentaschen – manche dieser universumskompetenten Fachleute wollen uns also weissmachen, dass das Universum ein geschlossenes System sei und dass in einem geschlossenen System nichts, aber auch gar nichts verloren gehen kann. Jeder Furz, der eine halbwegs zivilisierte Abendessengesellschaft sprengen wuerde, jedes gute und jedes boese Wort, jede hilfreiche Geste und jedes Schurkenstueck, jede Luege und jede Vorenthaltung, fuer all die denkbaren und auch fuer die gar nicht erst auszudenkenden menschlichen Absonderungen in den zurueckliegenden 4,5 Millionen Jahren Evolutionsgeschichte gilt: Nichts, aber auch gar nichts ging und geht verloren. Das stinkt und miachtelt, das lallt und sabbert, das flucht und aechzt, das jammert und stoehnt, das schreit und fluestert, saeuselt, suessholzraspelt und weint da draussen vor sich hin und niemand kann den Stecker ziehen und es zum Schweigen bringen. Denn der sogenannte Kreator hat auf Funktionen wie ‚Maintenance’ oder ‚Stecker ziehen’ schlichtweg vergessen. Oder haben Sie jemals etwas in der Richtung gehoert? Deshalb geht es ja auch so wuest zu in seiner Schoepfung. Von wegen Selbstlaeufer! Mangelnde Folgenabschaetzung wuerde man ihm heute vorwerfen, dem Kreator. Durchaus anklagend und mit erhobenem Zeigefinger. Dr. Murkes gesammeltes Schweigen gegen Hitlers Reden an die deutschen Volksgenossen, die bescheidenen Toene der Mutter Teresa gegen die vollen Toene Richard Wagners, Jack Nickolson ueber dem Kuckucksnest und Hans Albers auf der Kanonenkugel, Willy Brandt im Wahlsonderzug und Angela Merkel beim Arbeitsessen mit Josef Ackermann - und dazwischen immer wieder frech und vorlaut, aber resigniert mit der Stimme des klugen, beissend spoettischen, mitfuehlenden, aber schlussendlich nicht sehr lebenstuechtigen Kleinkuenstlers Karl Valentin, der nach Wilhelm Busch und noch vor Gerhard Polt groesste Kenner (klein)deutschen Hirns und (klein)deutscher Seele. Was fuer ein Wortzirkus, was fuer ein Stimmensalat, was fuer eine Geruechte- und Geruechekueche, was fuer ein Anschauungsunterricht von Abdomen (Bauch) bis Zipfelschwingen in Hilpoltstein (Kreis Roth, Mittelfranken), und welche Klimaschwankungen sind da geboten in besagtem Universum zwischen Sahara- und Gobitrockenheiten und heissfeuchten Klimata in den Restbestaenden tropischer Regenwaelder auf Borneo und in Brasilien?

Ja, ja – der Mensch wird es nicht leicht haben da draussen. Es ist die Geschlossenheit des Systems, die uns fertigmacht. Wahrscheinlich. Vielleicht. Und ueberhaupt.

 

Dentales

(Lustvoll resigniert)

Wie es das Leben manchmal so schafft! Ueber die Jahrzehnte hinweg war beziehungsweise bin ich Patient von drei voellig unterschiedlichen und gleichzeitig besonders herausragenden Zahnarzt-Persoenlichkeiten: bei Herrn Dr. Dr. Joseph Kastenbauer in Altoetting/Oberbayern, bei Frau Gabriele Hueller in Caputh/Brandenburg und bei Ibu Dokter Gigi Hilda S. Juliawan in Singaraja/Bali, Indonesien.

„Gabriele Hüller ist die bekannteste ostdeutsche Wasserski-Sportlerin. Insgesamt siebenunddreissig nationale Titel hat Gabriele Hüller bereits gewonnen. Jüngst fügte die erfolgreiche Wasserski-Akteurin aus dem brandenburgischen Caputh am Schwielowsee ihrer Sammlung bei den deutschen Meisterschaften eine Bronzemedaille im Trick-Ski hinzu. Längst hat sich die Zahnärztin, Jahrgang ...., auf Material aus Carbon umgestellt. ‚Auf Holz-Ski würde ich ziemlich alt aussehen, wenn ich mich wieder umstellen müsste’, gesteht sie und wurde bei den Titelkämpfen vor der Haustür in Werder an der Havel zwangsläufig an alte, skurrile Zeiten erinnert, da Caputh als das Mekka des ostdeutschen Wasserski-Sports galt.“ Der in Burghausen, Oberbayern, geborene Doppeldoktor (legal erworbene Dr. med. und Dr. dent., nix copy and past!), der mit seiner Familie am Chiemsee lebt und in Altoetting, ebenfalls Oberbayern, eine gutgehende Praxis betreibt, hat seinen Berufsstand nicht auf dem Wasser, sondern mehr politsch in Verbaenden, Gremien und Auschuessen vertreten. Ausserdem vertritt er die Bundesrepublik Deutschland als Honorarkonsul in Afrika. Ueber zwei Jahrzehnte hatten wir viele Gespraeche und manche Diskussion – vor und nach der eigentlichen Behandlung. Allerdings, und das muss ich an dieser Stelle einmal loswerden, waren waehrend der Behandlung die Positionen oft unfair verteilt: Er, der Arzt, gross und schlank, stehend, entspannt, ueber mich gebeugt, haeufig laechelnd, eleoquent, mit wohltoenender Stimme. Ich, der Patient, gross, mal mehr, mal weniger schlank, liegend, angespannt, leicht veraengstigt, selten laechelnd, eleoquent, aber am Sprechen gehindert, weil meist mit einer grossen Spreizspange im Mund. So ein Dialog muss misslingen. Klar artikulierte Saetze seinerseits, die Brumm-, Grunz- und Stammellaute meinerseits. Ja, es gibt kaum Schlimmeres fuer einen eitlen und selbstverliebten Menschen, der sich nur zu gerne reden hoert, als dass seine wohldurchdachten und wohlformulierten Saetze auf animalischeBrumm-, Grunz- und Stammellaute reduziert werden. Das ist fast schmerzhafter als eine Fuellung mit vorausgegangener Bohrung. Auf Bali ist alles anders! Klar doch. Auch die Zahnarztbesuche unterscheiden sich von meinen frueheren Erfahrungen. Meine Zahnaerztin auf Bali ist Ibu (Frau) Hilda S. Juliawan, Dokter Gigi (Gigi bedeutet Zahn), eine chinesischstaemmige Indonesierin aus Jakarta, die zusammen mit ihrem Ehemann (Dr. Lee) und den gemeinsamen Kindern in Singaraja, Nordbali, lebt. Dort hat sie auch ihre Praxis. Dr. Hilda ist sehr beliebt, besonders auch bei den Auslaendern. Sie hat eine gute Ausbildung zu haben und mindestens zwei Fortbildungen in Europa absolviert. Ihre Praxis ist modern eingerichtet, alles ist peinlich sauber, die Mitarbeiter sind freundlich und gehen ihr gut zur Hand. In der Regel sehen wir uns zweimal im Jahr. Meine Frau und ich fahren zwar nicht nur wegen der Zahnbehandlung von Ubud nach Singaraja, aber wir verbinden unsere Besuche in Lovina mit einem faelligen Zahnarzttermin. Soweit, so gut. Aber was Dr. Hilda und die dentalen Termine bei ihr so aus dem Rahmen des ueblichen fallen laesst, ist der Umstand, dass sie bei ihrer Arbeit haeufig singt. Ja, sie singt. Da bleiben Radio, CD-Player und der Fernseher ausgeschaltet und Dr. Hilda singt mit zarter, aber ausdrucksstarker Stimme mir unverstaendliche Lieder vor sich hin. Zu ihrer eigenen und zur Erbauung ihrer Patienten. Einfach so. Ohne Aufpreis. Na, wenn das nicht aus dem Rahmen faellt.

 

Der Maurer im Haus erspart den Zimmermann

Problemlösungen, sagt man, sucht man meist da, wo man sich auskennt. In den Bereichen also, in denen man bereits Kenntnisse und Erfahrungen gesammelt hat und sich deshalb leichter zu helfen weiss.

Bald nach unserem Einzug hatte ich den Wunsch, in dem angemieteten Haus in Ubud einen an seiner Ostseite offenen Raum umzubauen und als dritten Ausstellungsraum für die geplante kleine Kunstgalerie zu nutzen. Dieser Raum war bis dahin Garage und Abstellraum gewesen, Kunstwerke werden ja oft geparkt und abgestellt. Als erfahrener Hobbyschreiner und Akzidenzzimmerer wollte ich eine Wand aus Holz und Faserplatten in einer leichten, aber soliden Ständerbauweise selbst aufrichten. Der Raum wäre dann an seinen vier Seiten abgeschlossen gewesen. Als Verbindung zum Eingangsraum haette ich dann eine Türöffnung ausgebrochen. Also doch die Maurer. Dann könnte ich die neue Wand auch gleich mauern lassen. Oder? Und ausserdem koennte die bestehende Aussenmauer auf der Nordseite, zum Enten-Nachbarn hin, um vier Steinreihen erhöht und anschliessend verputzt und gestrichen werden. Klingt auch logisch. Oder?

Tja – kommen erst einmal die Maurer ins Spiel, dann wird aus jedem kleinen, bescheidenen Do-it-Yourself-Projekt ein groesseres Projekt, zu dessen Durchfuehrung einige logistischer Probleme gelöst werden müssen. Auch auf Bali.

Der sogenannte ‚Human-Factor’ zuerst: Kenne ich einen Maurer? Auf Bali? Also ganz genau gesagt: Maurer auf Bali? Auf einer Insel, auf der fast alle heranwachsenden und volljährigen Männer von sich behaupten, alles zu können. In einem Land, in dem sich Arbeitsteilung fast nur auf die Bereiche Medizin bezieht, auf Bürokratie und Verwaltung, Polizei, Militär, Elektro- und Computertechnik. Aber sonst kann und macht ein Balinese tatsaechlich fast alles selbst. Oder er kennt jemanden, von dem er weiss oder annimmt, dass er es koennen koennte. Und vieles wird dann auch entsprechend. Da gibt es gute Arbeit zu bewundern, verblüffende Improvisationen und kreative Loesungen, aber auch viel Pfusch und Unzulänglichkeiten. Meist eine Mischung aus beidem, plus einer Mischung aus zu wenig Geld, Unfähigkeit, mangelnden und mangelhaften Werkzeugen und schlechtem Material.

Also nachgefragt: Kenne ich einen Maurer auf Bali? Der kleine Madé war eigentlich kein Maurer, sondern auf Grund seiner Persönlichkeit und seiner Intelligenz eher Bauleiter. Trotzdem – Madé hätte mir helfen können; zumindest weiterhelfen auf der Suche nach einem tüchtigen Maurer. Aber er hatte die Arbeit bei mir im Haus und in der Werkstatt von einem Tag auf den anderen aufgegeben, als er endlich die Dauerstellung in einem Hotel bekam, für die er sich bereits ein Jahr vorher beworben hatte. Eine Dauerstellung in einem Hotel. Und einigermassen gut bezahlt. Und mit der Moeglichkeit, Beziehungen mit Gaesten aus dem Ausland einzufaedeln. Solche Beziehungen zu haben ist wie ueber ein Sparkonto bei einer Bank zu verfuegen. Hat man sie, wird vieles moeglich. In Tagtraeumen und in Wirklichkeit.

Mit dem Madé also wird das nichts. Da Komang und ich neu sind in Ubud, haben wir erst wenige Kontakte, egal in welche Richtung und zu welchem Zwecke. Eine tragfaehige Infrastruktur aufzubauen gehoert zu den wichtigsten Dingen, die eine Neuer in moeglichst kurzer Zeit leisten muss. Tragfaehig, tief, breit, zuverlaessig, auf qualitativ gutem Niveau. Egal ob in Manerba, Kamilari, Ferch oder in Ubud. Aber das dauert. Und wir, vorrangig ich, wollten die Maurer moeglichst schnell im Haus haben.

Da kam Komang schliesslich der rettende Gedanke. Ueber einen ihrer Brueder erreichte sie ihren Vater, meinen sehr geschaetzten Schwiegervater Pak Gede. Er ist einige Jahre aelter als ich - das kommt davon, wenn man eine viel juengere Frau heiratet - und ist ein aeusserst gelenkiger und geschickter Mann. Komang musste kaum zuende sprechen, da sagte er auch schon zu. Bereits am uebernaechsten Tag kam er an, zusammen mit einem Kollegen, den er von verschiedenen Baustellen in Lovina her kannte. Mein Schwiegervater war, und ist es noch immer, ein erfahrener Bauarbeiter der balinesichen Art.

Die beiden fackelten nicht lange. Kaum hatten sie ihr Zimmer bezogen, den obligatorischen Morgenkaffee getrunken, sie trugen bereits ihre Arbeitskleidung, da wurde auch schon gemessen, diktiert, zusammengefasst. Komang, meines Schwiegervaters juengste Tochter, schrieb alles auf und dolmetschte und uebersetzte. Schliesslich wurde ich mit einer Liste zu einem Baustoffhaendler geschickt. Geld hatte ich einstecken. Nach dem Mittagessen bereiteten die beiden Maurer die Baustelle vor. Bald darauf kam auch schon ein Pickup mit dem bestellten und im Voraus bezahlten Material. Das alles ging ratz-fatz.

Fuenf Tage spaeter waren nicht nur die Mauern hochgezogen und der Eingang zu dem neuen Galerieraum durchgebrochen – nein, es war alles verputzt und bereits zum ersten Mal gestrichen. Den Bauschutt verwendeten wir, um eine kleine Terrasse im Hof anzulegen. Nach sieben Tagen war der Hofraum teilweise neu gepflastert und verschiedene kleine Mauer- und Putzschaeden am Haus ausgebessert.

In der zweiten Woche bauten wir zusammen eine drei Meter hohe Skulptur aus Beton. Eine stehende Welle, aehnlich der, die ich schon einmal aufgestellt hatte, wenn auch viel simpler und aus Holz: in Ferch am Schwielowsee, in der Naehe von Potsdam. Zusammen mit anderen Exponaten meiner damaligen Aegyptenausstellung. Damals hiess die Skulptur noch ‚River Nile’, aegyptisch eben. In Ubud heisst sie ‚Blue Wave’. Sollte die Skulptur einmal in Muenchen aufgestellt werden, wuerde ich sie umbenennen in ‚Isaria’ (die Reissende). In Wien hiesse sie selbstverstaendlich ‚Zur blauen D...’. Ganz einfach. Ja, so ist das mit den Fliesswaessern und Wellen: alles aendert sich, und das einzig Bestaendige ist die Skulptur. Die beiden Maenner mauerten einen soliden Sockel, dann hoben wir die Rohform besagter Welle darauf. Sie wurde verputzt, erhielt eine superfeine Deckschicht und ich strich sie zwei Mal mit einer UV-bestanedigen Fassadenfarbe. Da steht sie heute noch: gross, blau und unuebersehbar. Letztlich ueberlebt nur das Monumentale, pflegte Wolfgang Heinrichs zu sagen, mein unvergessener Meister und Mentor. Recht hat er. Man werfe nur einmal einen Blick auf die grossen Pyramiden.

Was soll ich sagen? Hast du einen zuverlaessigen Mauerer erst einmal im Haus, oder sogar deren zwei, gibt es fuer die eigene Kreativitaet kaum noch Grenzen. Da wird hochgezogen, weggeschlagen, ausgebessert, neu verputzt. Sogar einer der beiden Fischteiche konnte mit einer geschmeidigen, fetten Betonmischung endgueltig abgedichtet werden. Die kleineren der Fische muessen nun nicht mehr schnellstmoeglich wachsen, damit sie nicht in den Rissen und Hoehlungen ihres Teiches verschwinden. Da muss ein Hobbyschreiner und Akzidenzzimmerer Material und Werkzeug beiseite legen und ohne Scham oder Neid, sondern mit Ehrfurcht gestehen: gegen einen Maurer im Haus hat er nicht die geringste Chance.

Zu seinem Trost vielleicht diese nachgereichte Information: wegen seines hohen Gipsanteils im Zement wird der Beton in Indonesien nach etwa fuenfzehn Jahren muerbe und muss saniert werden. Allerdings: auch harte Hoelzer und nicht laminierter Bambus sind nach fuenfzehn Jahren den unablaessigen Termitenattacken, intensiven UV-Strahlen und tropischen Regenfluten nicht mehr gewachsen. Bambus hat uebrigens in seinem Zellgewebe einen hohen Zuckeranteil, und der Zucker ist es, den Ameisen und Termiten lieben. Wie wir Menschen auch. Alles ist eins, sagt der Philosoph. Besonders in den Tropen, sage ich.

Uebrigens fuhr vor einiger Zeit ein unaufmerksamer LKW-Fahrer mit seinem Truck gegen die ‚Blue Wave’ und beschaedigte sie erheblich. Ich hatte die Kollision vom Fenster meines Arbeitszimmer kommen sehen und rannte so schnell ich konnte vom ersten Stock auf die Strasse. Ich sprang vor den Laster, baute mich auf wie ein alter Gorilla und schrie auf den verdatterten Fahrer ein. Selbstverstaendlich in einem starken Muenchnerisch-Reischacher Dialekt. Ganz im Sinne von: Nutze die Kraft, die in deiner Muttersprache liegt. Genuetzt hat es nichts. Der Fahrer konnte und wollte keine Kompensation bezahlen – er habe keine Geld. Der Besitzer des LKW wollte auch nicht bezahlen: „Ich bin ja nicht gefahren.“ Ein als Entschaedigung zugesagter kostenloser Transport von Ubud nach Kalibukbuk/Lovina, nur den Diesel haetten wir bezahlen muessen, fand nie statt. Den LKW und seinen Fahrer aber haben wir in unserer Strasse nie wieder gesehen. Offensichtlich hat der Fahrer ein fruehkindliches Affentrauma. Wer weiss das schon?

Inzwischen habe ich ‚Blue Wave’ in eine blausilberne Plastikplane verpackt und diese mit einer kraeftig roten Plastikschnur umwickelt. Ja, Verpackungungskunst gibts nicht nur in Berlin. Auch Ubud verpackt nach dem Motto: ‚Was die koennen, kopieren wir schon lange.’

Soll ich sagen, wies kommen wird? Die rote Plastikschnur wird ausbleichen und die Farbe von waesserigem Schleckeis mit synthetischem Him- oder Erdbeergeschmack annehmen. Die silbrige Beschichtung der an sich blauen Plastiplane broeselt jetzt schon. Wir werden also in Zukunft damit beschaeftigt sein, von Zeit zu Zeit die Silberbroesel zusammenzukehren.

Und das alles nur deshalb, weil ich Sockel und Monument, entgegen der Ratschlaege und Warnungen meiner balinesischen Nachbarn, etwa einen halben Meter zu weit in die Strasse ragen liess. ‚When a huge truck comes ...’ - ‚Deppen, ihr habt doch keine Ahnung von grossen Trucks .... auf eurer Mickerinsel ...’ Und die Moral von der Geschicht’?

Manches Mal genuegt schon ein kleiner Truck ...

Der Suzuki-Adi

 

Lieber Karl.

Dir moechte ich die Neuigkeit auf keinen Fall vorenthalten: Seit gestern 12.05 Uhr bin ich stolzer Besitzer einer Suzuki Skywave; 125 ccm; zwei Stossdaempfer, speichenlose Felgen; tiefschwarz, mir roten Federn um die Stossdaempfer. Vom Zuendschloss aus kann ich die Sitzbank oeffnen. Der Motor schaltet sich automatisch aus, wenn ich den Staender ausklappe, und mit ausgeklapptem Staender kann ich die Maschine gar nicht erst starten. Ein heisser Kuebel. Nur einen Rueckwaertsgang hat er nicht. Das war's fuer heute. Liebe Gruesse an Dich und an alle.

 

Die Dreigroschenoper

Von Bertold Brecht

Der Mensch lebt durch den Kopf

Der Kopf reicht ihm nicht aus

Versuch es nur, von deinem Kopf

Lebt hoechstens eine Laus.

Denn fuer dieses Leben

Ist der Mensch nicht schlau genug.

Niemals merkt er eben

Allen Lug und Trug.

Ja, mach nur einen Plan

Sei nur ein grosses Licht!

Und mach dann noch 'nen zweiten Plan

Geh' n tun sie beide nicht.

Denn fuer dieses Leben

Ist der Mensch nicht schlecht genug.

Doch sein hoeh' res Streben

Ist ein schoener Zug.

Ja, renn nur nach dem Glueck

Doch renne nicht zu sehr!

Denn alle rennen nach dem Glueck

Das Glueck rennt hinterher.

Denn fuer dieses Leben

Ist der Mensch nicht anspruchslos genug Drum ist all sein Streben

Nur ein Selbstbetrug.

 

Die Gruene Revolution in Indonesien

Besonders wichtig ist die ‚Grüne Revolution’ für Indonesien, wo seit 1966 der Einsatz der Internationalen Reissorte 8 (IR8), die auf den Philippinen gezüchtet wurde, staatlich gefördert wird. Die Vegetationsperiode dieser Reissorte ist um ein Drittel kürzer als die herkömmlicher Reissorten, was 2-3 Ernten pro Jahr ermöglicht und der Körnerertrag der Pflanze ist deutlich höher. Hinzu kamen Maßnahmen wie der Ausbau der Bewässerungsanlagen, die Einrichtung von Beratungsstellen und besonders die Ansiedlung von Kreditunternehmen in den Dörfern (LPD’s). Verluste auf den Feldern und nach der Ernte wurden durch eine deutliche Verkürzung der Lagerzeiten um rund 15% vermindert; dies war möglich durch verbesserte Ernte-, Dresch-, und Mahltechniken. Das Ergebnis war eine beträchtliche Produktionssteigerung, wie im Falle von Java von 2,6 t/ha auf 5,4t/ha; d.h. eine Verdoppelung der Pro-Kopf-Produktion trotz weiter wachsender Bevölkerung. Anfang der 90er Jahre konnte sich Indonesien mit Reis vollkommen selbst versorgen. Durch die Grüne Revolution war es Indonesien ermöglicht, sich vom größten Reisimporteur Anfang der 80er Jahre zum beachtlichen Reisexporteur zu entwickeln. Die Grüne Revolution führt zu ökologischen, ökonomischen und sozialen Wandlungsprozessen, weshalb deren Bewertung eher kontrovers bleibt. Während Makroökonomen die Ertragssteigerungen und deren gesamtwirtschaftliche Bedeutung in den Mittelpunkt stellen, sehen Mikroökonomen und besonders Ökologen eher Probleme. So sind die Hochertragssorten sehr schädlingsanfällig. Besonders bedrohlich ist dabei die Braune Reiszikade, die früher kaum von Bedeutung war, da ihr Brutzyklus jährlich nach der Ernte durch Nahrungsmangel unterbrochen wurde. Bei drei Pflanzungen pro Jahr ist dies nicht mehr der Fall, was zu einer Explosion der Population dieser Zikade führte. Um dem entgegenzuwirken, wurden große Mengen an Schädlingsbekämpfungsmitteln eingesetzt, die über die Nahrungskette auch die Fischbrut in den Reisfeldern, sowie die Vögel, Ameisen und Spinnen dezimierten. Der Verlust an den natürlichen Fressfeinden macht einen noch stärkeren Pestizideinsatz nötig. Im Laufe der Zeit haben einige Insekten eine Resistenz gegen die Bekämpfungsmittel entwickelt. Diesem Problem konnte man jedoch durch den Mischanbau mit traditionellen Reissorten erfolgreich begegnen, ohne dass dabei die Produktion sank. Trotz der Grünen Revolution stößt die Reisproduktion in Asien an ihre Grenzen, aufgrund Wassermangels und der beschränkt nutzbaren Flächen. Hinzu kommen die Degradation der Böden und die Verteuerung der Arbeitskräfte. Besonders die junge Bevölkerung bevorzugt Erwerbsmöglichkeiten in den Städten gegenüber der harten Arbeit auf dem Land, wobei der Mechanisierung, besonders im Terrassen-Anbau, enge Grenzen gesetzt sind. Deshalb werden neue Forderungen nach Genmanipulation und Biotechnologie laut, die man häufig als Lösungsmöglichkeiten dieser Probleme sieht. www.greenmind.besser-web.net/landwirtschaft

 

Die Kostenlosigkeit

Viele gute und sogar sehr gute Dinge im Leben kosten nichts oder so gut wie nichts. Denken zum Beispiel, oder nachdenken, sich erinnern, fuehlen, mitempfinden, mitleiden, sich mit jemandem treffen, sich gegenseitig beruehren, beieinander sitzen, miteinander sprechen, miteinander schlafen, spazierengehen oder wandern, im See, im Fluss oder im Meer schwimmen, gymnastische Uebungen machen, Yoga praktizieren, meditieren, beten, schreiben, etwas aufschreiben, singen, Gedichte oder Geschichten verfassen, zeichnen; den Voegeln zuhoeren, den Grillen und Zikaden, den Froeschen, den Huehnern und Haehnen, der Kettensaege, mit deren Hilfe Palmen gefaellt werden, den Enten, dem Murmeln des Baches, dem Rauschen des Wasserfalls, dem Anschlagen von Wellen an einem Felsen, dem Rollen der Steine am Strand, dem Wind in den Blaettern und dem fernen Geraeusch des silbrigen Jets hoch ueber Bali.

All das ist gibts entweder ganz oder fast ganz umsonst. Papier und Stifte kosten nur Pfennige. Schuhe und Kleidung habe ich ohnehin. Und vielleicht finde ich dabei das, wonach ich in Wirklichkeit immer suche: mich selbst. Vielleicht finde ich mich in meiner Schoenheit und in meiner Erbaermlichkeit, mit meinem Mut und mit meiner Ohnmacht, mit meinen Visionen und mit meinen Aengsten. Vielleicht finde ich mich als das, was ich tatsaechlich bin: ein Unikat. Nie dagewesen vor mir, nie wiederkehrend nach mir. Einfach ich selbst. Ungeklont. Im gestern, heute und morgen - im ieri, oggi, domani. (Der italienische Anhang ist Angelika und Alfonso gewidmet.)

 

Die Zeit des grossen Sprungs

Nach mehr als einem Jahr auf Bali hoerte ich damit auf. Ich zog einen Schlusstrich darunter, die Balinesen verstehen zu wollen. Finito. Finish. Fin. Aus. Ende. Amen.

Die religioesen und kulturellen Wirklichkeiten auf Bali, die noch immer sehr tiefe religioese Verwurzelung der Balinesen, die sie zentriert und zugleich begrenzt, ihr System aus Glauben und Aberglauben, aus weisser und schwarzer Magie, die Art und Weise, wie sie ihre Dinge tun oder nicht oder nur teilweise tun, was ihnen peinlich ist und unter welchen Umstaenden sie ihr Gesicht teilweise oder ganz oder fuer immer zu verlieren glauben und wie sie mit all dem letztlich zurechtkommen im Leben und ganz offensichtlich mit manchen Umstaenden besser als wir Westler, das Sterben und den Tod mit eingeschlossen - das alles wurde mir einfach zu komplex und zu kompliziert. Ich konnte mich mit Hilfe meiner abendlaendisch gepolten Denkweise, Codes und Gepraegtheiten einfach nicht darin zurechtfinden. Ich war im Lauf der Jahre entweder weniger flexibel und aufnahmebereit geworden, oder es haette ohnehin zu keinem Zeitpunkt ausgereicht, ein tieferes Verstaendnis fuer die Realitaetsvorstellungen, Traeume, Hoffnungen, Sehnsuechte und Geheimnisse ‚der Balinesen’ entwickeln zu koennen. Also Strich darunter.

Seit ich die grundsaetzliche Entscheidung akzeptieren kann, mich auf Bali niedergelassen zu haben, fuehle ich mich besser. Nach dem ersten Jahr in Kalibukbuk, meinem schwierigsten Jahr im Paradies, ist das ein grosse Veraenderung – ‚a big change’, ja, auch ich mache in changes, Herr Obama, langsam zwar, dafuer aber wirkliche und nachhaltige.

Die Anpassung an das real existierende Bali ist fuer mich ein grosser Sprung ueber den Graben: weniger Erwartungen, weniger Projektionen, weniger Enttaeuschungen. Ohne die Menschen um mich herum, haette ich wahrscheinlich nicht springen koennen. Das weiss ich.

Dafuer bin ich dankbar. Komang selbstverstaendlich an erster Stelle. Ich danke meiner angeheirateten balinesischen Verwandtschaft und jenseits dieser grossen und fuer mich nach wie vor unuebersichtlichen Familie, manchen Balinesen und Indonesiern von anderen Inseln, die auf Bali leben. Kuenstlerfreunde und -kollegen sind das, Galeristen, Musiker, Handwerker und Kunsthandwerker, auch ein frueherer Abgeordneter des balinesischen Landtags ist darunter.

Ich danke den auf Bali sesshaft gewordenen oder einfach nur haengengebliebenen Auslaendern, mit denen ich ueber die Jahre Bekanntschaften und sogar einige Freundschaften schloss. Und bei vielen durchreisenden Touristen bedanke ich mich, den Repraesentanten des intellektuell und emotional manchmal arg anstrengenden Durchlauferhitzer-Prinzips. Es bleibt weiterhin ein weites Feld zu beackern. Es liegt gewissermassen zwischen Verstehen und nicht Verstehen, zwischen Lachen und Sarkasmus, zwischen Wohlsein und Inselkoller. Wenn das keine Perspektiven sind.

 

Ein ganz besonderer Ort: Das Auslaenderamt oder Wie man sich die Menschen passend macht

 

Kantor Imigrasi heisst in Indonesien das Amt, auf dem indonesisiche Staatsbuerger einen Reisepass beantragen oder verlaengern lassen koennen und Auslaender eine Aufenthaltsgenehmigung fuer Indonesien beantragen und erhalten koennen. Die weiblichen und maennlichen Offiziere der Kantor Imigrasi auf Bali, in Singaraja und in Denpasar, sind Beamte des Oeffentlichen Dienstes. Bezogen auf ihre Berufsbezeichnung und ihren Status tun sie also Dienst an der Oeffentlichkeit. Sie sind also Diener. Nichts da. Statt zu dienen, bevormunden und dominieren sie ihre Klienten, die indonesischen Buerger und Steuerzahler, die vorstellig werden, um beispielsweise einen Reisepass zu beantragen. „Kann ich bitte einen Reisepass beantragen?“ „Einen Reisepass?“ „Ja.“ „Fuer was brauchen Sie einen Reisepass?“ ... Antwort ... „Wohin wollen Sie reisen?“ ... Antwort ... Wann? ... Antwort ... „Warum?“ ... Antwort ... „Fuer wie lange?“ ... Antwort ... So in etwa verlaeuft ein typisches Frage-und-Antwort-Spiel zwischen dem in der Regel von vorneherein eingeschuechterten Antragssteller und dem Mitarbeiter des Auslaenderamts. Ein Spiel, das dem Antragssteller jedes Mal seine Unwichtigkeit im Allgemeinen und seine Abhaengigkeit von der Kooperations- und Hilfsbereitschaft des Apparates im Besonderen vor Augen fuehrt.

Denn so ein Antrag auf einen Reisepass oder dessen Verlaengerung ist nunmal kein einmaliger Vorgang, sondern ein vielstufiger Prozess, den zu einem guten Ende zu bringen eine grosse Menge an Geduld und Zeit aufgewendet werden muss. Ein ungleich kleinere Gruppe von Antragstellern betrifft die Auslaender, die um eine laengere Aufenthaltdauer in Indonesien nachsuchen, als es das gewoehnliche vierwoechige Touristenvisum vorsieht, das man problemlos bei der Ankunft am Flughafen bekommt. Dieser Gruppe geht es um Verweildauern in Haeppchen von drei oder zwoelf Monaten, mit jeweils der Absicht und Aussicht auf Verlaengerung.

Fuer mich selbst beantrage ich jedes Jahr ein ‚Tinggal Terpatas’ (Limited Stay Permit). Weil dieses Tinggal Terpatas in Form einer ‚Kartuzin Tinggal Terpatas’ dokumentiert wird, hat man aus der Ansammlung der Buchstaben von K bis s fuenf herausgegriffen und daraus die Abkuerzung KITAS destilliert.

Um diese KITAS jedes Jahr rechtzeitig zu erhalten, bedarf es eines grossen Aufwands an Geduld und Zeit, und es ranken sich zum Teil abenteuerliche Geschichten von Schikanen, Erniedrigungen, Zeitverschwendung und unerlaubten Geldzuwendungen um diesen an sich klar strukturierten und eindeutig vorgezeichneten Verfahrensweg. Die Kosten fuer die einjaehrige KITAS belaufen sich nach ausgehaengter Preisliste derzeit auf 755.000 Rp. Um eine beschraenkte Aufenthaltsgenehmigung von einem Jahr (KITAS) erhalten zu koennen, muss man erstens mindestens 55 Jahre alt sein, zweitens ueber einen indonesischen ‚Sponsor’ (Buergen) verfuegen und drittens in wirtschaftlich geordneten Verhaeltnissen leben (Nachweis ueber ein Bankkonto im Herkunftsland). Das mit dem Alter und mit dem Bankkonto sind glatte Angelegenheiten, bei der Geschichte mit dem Sponsor wird es entweder schwierig oder kostenintensiv, oder beides. Das Verfahren, eine beschraenkte Aufenthaltsgenehmigung zu erlangen, erscheint auf Anhieb verworren und deshalb schwierig zu sein. Das liegt daran, dass manche Formulare nur in Indonesisch vorliegen, vor allem aber daran, dass jeder auslaendische Antragsteller einen indonesischen Sponsor haben muss. Wer ein solcher Sponsor sein kann – darueber gehen die Informationen, sprich Meinungen, auseinander. In dieser Luecke haben sich gewerbsmaessige Helfer etabliert, die dem Antragsteller versprechen, ihm professionell und erfahren zur Seite zu stehen. All diese freundlichen Helfer, Agenten oder Agenturen wollen nur sein Bestes. Naemlich sein Geld. So kommt es, dass das Produkt ‚Aufenthaltsgenehmigung’ (KITAS) fuer ein Jahr, das an der Kasse des Kantor Imigrasi 755.000 Rp kostet, bei einer der freundlichen Agenturen fuer 3.500.000 Rp bis 9.000.000 Rp zu haben ist. Je nach dem.

Was passiert mit dem Differenzbetrag?, fragt man sich an dieser Stelle. Klar, der Helfer, der Agent, die Agentur haben Unkosten: Miete, Personalkosten etc. Die wollen von den 3.500.000 bis 9.000.000 Rp erst einmal bezahlt sein. Dann die echten Kosten fuer die KITAS, sprich 755.000 Rp., die gehen bar an die Kasse des Kantor Imigasi. Aber der Rest, sprich die abenteuerliche hohe Differenz zwischen dem, was der Antragsteller zahlt und dem, was Helfer, Agent oder Agentur an echten Kosten haben? Wohin gehen die? Dieser Betrag wird nach einem unbekannten Schluessel zwischen Helfer, Agent oder Agentur und den Beamten der Kantor Imigrasi aufgeteilt. Heisst es.

Wen wunderts, dass meine Frau Komang Sarining und ich keine grosse Freude bei den Beamten ausloesten, als wir das zweite Jahr hintereinander das ganze Antragsverfahren ohne Hilfe von aussen auf den Weg bringen wollten. Moeglich ist das durch ein Entgegenkommen des Gesetzgebers, der indonesischen Staatsbuergern erlaubt, fuer ihren auslaendischen Ehepartner den Sponsor zu geben. Fuer uns eine feine Sache, fuer die Beamten des Kantor Imigrasi ein undankbarer Fall, weil er Nebeneinnahmen nicht beinhaltet.

Und das liessen sie uns spueren: hier fehlte angeblich eine notwendige zusaetzliche Fotokopie, hier ein besonderer Sponsorbrief; dann eine Neufassung des Sponsorbriefs nach einer Vorlage, bei der er sich um die Arbeitsgenehmigung eines suedkoreanischen Ehepaares handelte. Komang, meine Ehefrau und Sponsor, musste zu einem extra anberaumten Gespraech nach Denpasar fahren, fuer das es, wie sich herausstellte, keinen Anlass gab. Dann mussten alle Unterlagen zu einer besonderen Ueberpruefung in die Hauptstadt, nach Jakarta, geschickt werden. Dort konnten wir uns ueber den Fortgang des Verfahrens nicht informieren, weil die Unterlagen nicht auffindbar waren. Die Zeit fing an, knapp zu werden. Und waehrend all der Wochen hatte ich weder Pass noch KITAS - man muss beides mit den Antragsformularen abgeben. Das heisst, ich haette aus Indonesien weder ausreisen noch wieder einreisen koennen.

Zu meinem Aerger und meiner Verdrossenheit kam jetzt das ausgesprochen haessliche Gefuehl hinzu, ein Gefangener eines Landes zu sein, dessen Organen ich, aus guten Gruenden wie ich finde, nicht ueber den Weg traue. Das war der Zeitpunkt, als ich den Einfall hatte. Verlangte ich in den vielen zurueckliegenden Wochen in Situationen, in denen die Schikanen besonders deutlich wurden, immer um ein „Chefgespraech“, um das Verfahren wieder ein wenig voranzubringen, was in Grenzen tatsaechlich auch immer etwas Bewegung ins Spiel brachte, trug ich jetzt ein Argument ganz anderer Art vor.

„Sie wissen“, sagte ich zu dem Beamten, „ich komme aus Deutschland. Das koennen Sie ja aus meinen Unterlagen ersehen. Ich habe noch eine Tante. Sie lebt in Deutschland. In der Naehe der bekannten Stadt Nuernberg. Sie ist die einzige Tante, die ich noch habe. Sie ist die Schwester meiner verstorbenen Mutter. Tante Emma, so heisst sie, ist meine Lieblingstante. Seit ich mich erinnern kann, ist sie das. Meine Tante Emma ist ueber neunzig Jahre alt. Und sie ist krank. Sehr krank. Sie liegt im Krankenhaus.“ An dieser Stelle unterschied ich absichtlich nicht zwischen Krankenhaus und Pflegeheim. „Es kann sein, dass sie stirbt. Vielleicht heute. Vielleicht morgen. Vielleicht naechste Woche. Wer weiss das schon?“ Ich blickte meinem Gegenueber ernst und lange in die Augen, was Asiaten nicht so gerne haben. Als er seinen Blick abwandte fuhr ich fort: „Und was tue ich? Ich haenge hier auf Bali herum, ohne meinen deutschen Reisepass, ohne meine KITAS, ohne ein Wiedereinreise-Visum! Und was passiert, wenn meine einzige, meine Lieblingstante Emma in diesen Tagen stirbt? Ich kann nicht nach Deutschland reisen und ich kann nicht an ihrer Beerdigung teilnehmen und ihr die letzte Ehre erweisen! Und warum? Weil Sie auf meinen Unterlagen sitzen und meinen Antrag nicht so bearbeiten, wie es sich gehoert! Ihretwegen kann ich nicht zur Beerdigung meiner Tante Emma fliegen!“

Bei einem Menschen mit dunklerer Hautfarbe kann man nicht so leicht erkennen, wenn er bleich wird. Aber diesem Beamten war es problemlos anzusehen. Er wandte sich zur Seite, griff nach dem grossen roten Umschlag, in dem sich meine Unterlagen befanden, ja, die waren auf einmal auf wundersame Weise wieder aufgetaucht, drehte sich auf dem Absatz um und hastete zum Buero seines Vorgesetzten. Von meinem Standort aus konnte ich sehen, wie die beiden Maenner erregt miteinander sprachen. Dann gingen sie, tatsaechlich rannten sie fast, miteinander zu ihrem gemeinsamen, ranghoeherem Vorgesetzten. Sie verschwanden in dessen Buero. Was sich darin abspielte, konnte ich nicht mehr sehen. Tatsache war, dass ich bald darauf in das Buero gerufen wurde und man mir mitteilte, dass ich in einer Woche meinen Pass und meine neue KITAS abholen koenne und dass man hoffe, dass meine Tante diese Zeitspanne ueberleben wuerde.

Eine Woche spaeter hatte ich mit Tante Emmas indirekter Hilfe meinen Pass und meine neue KITAS. Ich bin noch immer verwundert, dass das Tante-Emma-Argument so gegriffen hat und ich habe mich inzwischen, aus Verwunderung und Dankbarkeit, darauf festgelegt, dass ich tatsaechlich zu Tante Emmas Beerdigung fliegen werde, wenn es einmal so weit sein wird.

 

Ein glueckliches Neues Jahr

Schon Tage vor und noch viele Tage nach dem eigentlichen christlich-abendlaendischen Neujahrstag wuenschen die Leute hier ein gutes Neues Jahr. Balinesen – freundlich wie sie nun einmal sind – liefern die guten Wuensche gleich im Paket ab. Sie wuenschen “Merry Christmas and a Happy New Year” als eine zeitlich und inhaltlich verbandelte Einheit.

Nun stelle ich die einfache Frage: Wie lange kann ich ‚All the best for 2011’ oder 12, oder 13 etc. wuenschen, ohne wie ein Idiot dazustehen, beziehungsweise mein Gegenueber zu zwingen, sich peinlich beruehrt zu fuehlen? Ist es waehrend der ersten Woche nach dem Neujahrstag noch in Ordnung, also etwas bis zum Dreikoenigstag, den man hier nicht kennt? Wird die erste Januarhaelfte noch akzeptiert? Oder sogar der ganze Januar? Ich habe in dieser Angelegenheit selbstverstaendlich gegoogelt, aber es scheint, dass niemand in diesem angeblich weltweiten Netz mit seiner Schwarmintelligenz an dieser Fragestellung interessiert ist, beziehungsweise meine Frage beantworten kann oder will. Moechten Sie wissen, warum mich das mit den Neujahrsglueckwuenschen so beschaeftigt? Lassen Sie es mich mit wenigen Worten erklaeren: Eine englische Freundin von mir lebt auf Kreta und seit vielen Jahren schickt sie mir, anstelle eines eher persoenlich gehaltenen Neujahrsglueckwunsches, eine dieser Rund-um-den-Erdball-Nachrichten. Selbstverstaendlich als e-mail mit Hilfe des Internets.

Diesmal war die die Neujahrsnachricht mit phantastischen Fotos illustriert, auf denen Winterlandschaften zu sehen waren. Aufnahmen, die in Norwegen, Kanada, Oberbayern, Oesterreich, den Dolomiten und anderswo gemacht worden waren. Blaueste Himmel, Schnee und Eis in Massen, rustikale Bauernhaeuser in dicken Schneemaenteln, romantische kleine Kapellen mit gemuetlichen kleinen weissen Hueten obenauf, Eisschollen und Eiszapfen an den Ufern schnellfliesende schwarzgruene Gebirgsbaeche, und so weiter. Der weltweite Winter in Bestform. Tatsache ist, dass ich in kurzen Hosen und ohne Hemd vor meinem Laptop sitze und wie ein Schwein schwitze. Auch wenn Komang Sarining, meine balinesische Ehefrau, mich gerne an diesem Punkt berichtigt und feststellt, dass Schweine nicht schwitzen. Vielleicht die balinesischen Haengebauchschweine nicht, deren Fleisch nach Dr. rer. nat. Dr. med. Rainer Michel, Reischach, so viel gesuender sein soll als jedes andere Schweinefleisch. Seis drum, ich bin Vegetarier – aber die bayerischen Schweine schwitzen wirklich. Das ist der Grund, warum wir Bayern sagen: ‚Ich, er, sie oder die schwitze(t)(n) wie ein Schwein’.

Also, ich schwitze wie ein bayerisches Schwein und traeume von den Schoenheiten und den An- und Aufregungen des Winters, von berauschenden Abfahrten auf gruenen, roten oder schwarzen Pisten und vom Dahingleiten auf wohlpraeparierten Langlaufloipen, von rasenden Schlittenfahrten und dem Spass, auf Schlittschuhen ueber einem zugefrorenen See zu gleiten. Ja, ich kann mich noch immer gut an die Winter in Bayern, Oesterreich und Norditalien erinnern. Die klimatischen und lebensartlichen Unterschiede zwischen meinem Leben auf Bali heute und meinem Leben frueher in Mitteleuropa haetten deutlicher nicht dargestellt werden koennen. Aber den fabelhaften Fotos von den fabelhaften Winterwundlandschaften waren Einsichten, Weisheiten, Empfehlungen und Anweisungen beigefuegt. Und einige der Einsichten, Weisheiten, Empfehlungen und Anweisungen hatten mich an den Haken genommen. Ich bin, wie viele andere einfache Gemueter auch, ein Freund von erhellenden Zitaten und schlauen Kalenderspruechen. Es waren derer insgesamt fuenfundvierzig ‚Denk-einfach-einmal-darueber-nach’-Saetze, die mich in der Folge tatsaechlich ueber dies und das nachdenken liessen. Ich teile gerne und meist ohne zu zoegern. Deshalb moechte ich diese fuenfundvierzig ‚Denk-einfach-einmal-darueber-nach’-Saetze mit Ihnen teilen. Sie werden vielleicht den einen oder anderen moegen, manche werden fuer Sie eine besondere Bedeutung haben, andere gar keine oder Sie werden sie albern oder banal finden. Wie auch immer, ein glueckliches neues Jahr kann tatsaechlich immer anfangen. Das haengt nicht von einem bestimmten Datum ab oder von einem Kalender. Nicht einmal von dem so sehr ins Gerede gekommenen Maya-Kalender fuer 2012.

Hier sind die Saetze:

 

01 Das Leben ist nicht gerecht, trotzdem ist es gut. 02 Wenn du Zweifel hast, mache einfach den naechsten kleinen Schritt.

03 Das Leben ist zu kurz, um Zeit damit zu verschwenden, jemanden zu hassen.

04 Deine Arbeit wird sich nicht um dich kuemmern, wenn du krank bist; deine Freunde und

deine Eltern aber schon. Also halte den Kontakt mit ihnen. 05 Bring jeden Monat Dein Bankkonto in Ordnung. 06 Du musst nicht in jedem Streit Recht behalten. Akzeptiere einfach,

wenn es keinen gemeinsamen Nenner gibt. 07 Weine mit jemandem zusammen; das ist heilsamer, als alleine zu weinen.

08 Etwas fuer das Alter zu sparen beginnt mit deiner naechsten Gehaltszahlung.

10 Wenn einmal alles auf die Schokoladenseite faellt, glaube ja nicht,

dass das immer so weitergeht.

11 Schliesse Frieden mit der Vergangenheit, dann wird sie deine Gegenwart nicht (zer)stoeren.

12 Es ist in schon Ordnung, wenn dich deine Kinder weinen sehen. 13 Vergleiche dein Leben nicht mit dem Leben anderer. Du hast keine Ahnung, wie es in deren

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