Göttin der Nacht
Göttin der Nacht
Dieses Kapitel ist lang und deshalb in 3 Teile geteilt.
Alexis
Kapitel 1
Ein warmer Windstoß zerzauste Alexis lange Mähne. Die Sonnenstrahlen schienen tief in ihre Haut einzudringen, das feuchte Gras kitzelte ihre Fußballen. Ihre Augen waren schwär, geblendet durch das helle Gelb.
Schützend legte Lex eine ihrer Hände davor um etwas erkennen zu können. Sie stand auf einer Weitläufigen Wiese die von den verschiedensten Arten von Blumen geschmückt war. Alles war vertreten von gelben Sonnenblumen bis zu blauen Lilien. Etwas dunkles bewegte sich auf die Farbenpracht zu und verschlang eine Blume nach der anderen, langsam ließ sie ihren Blick in die Höhe gleiten. Barfuß, Schritt für Schritt bewegte sie sich auf den dunklen Schatten am Horizont zu.
Die Dunkelheit ragte hoch in den Himmel. Als würde sie die Erde und den Himmel vereinen wollen. Die hellen Strahlen der Sonne kämpften sich langsam ihren Weg durch die Dunkelheit, die Umrisse der Schatten wurden immer deutlicher und eindrucksvoller. Ein großes Anwesen prangte vor Lex auf. Ein kühler Hauch glitt ihre Wange entlang, wirbelte ihr Haar umher, leicht reckte sie ihren Kopf der Briese entgegen.
Es fühlte sich so zärtlich auf ihrer Haut an, als wäre es ein leises versprechen. Aber auf was? Eine innere Stimme riet ihr sich fern zu halten, zurück in den Schutz der Sonne zu rennen, hinter die Mauern der zahlreichen Blüten. Doch ihre Füße hatten ihren eigenen Willen. Sie steuerten wie von selbst immer näher auf die Dunkelheit zu. Eine Schemenhafte Gestalt lehnte an einem der hohen Pfosten der Veranda. Der Efeu schlug sich wie eine Naturgewalt einen Weg an den höchsten Punkt der Säulen. Das satte Grün wurde von den Schatten verschlungen.
Die Gestalt rührte sich immer noch keinen Zentimeter als wäre sie nur eine Statur, der Beschützer des Anwesens. Sie konnte den Blick des Wesens das sich verborgen hielt nicht sehen. Doch sie wusste, dass er auf sie gerichtet war.
Ihr Magen begann sich langsam zusammen zu ziehen als hätte sie etwas Verdorbenes zu sich genommen.
Ein Tiefes Grollen unterbrach die zerreisende Stille. Immer noch kämpfte sich die Sonnen ihren Weg, Lexs Gefühl sagte ihr das keine Chance für das Licht bestand.
Als wolle sich Alexis vor dem bösen schützen schlang sie die Arme um sich wie ein Schild. Der Regen hatte nicht lange auf sich warten lassen. Wie aus Eimern goss es auf die Landschaft nieder. Das grollen wurde immer lauter, die Sicht immer schlechter. Bis ein Blitz die Dunkelheit wie ein Sperr durchbrach und alles für Sekunden erhellte. Die Gestalt war ein ER. Alexis hätte ihn als hübsch bezeichnet wenn da nicht diese weißen Spitzen Zähne aus seine vollen Lippen ragen würden. Das grollen setzte wieder ein. Im Minuten Takt immer und immer wieder. Immer nerv tötender und aufdringlicher. Einfach unerträglich. Ohne Grund begann sie zu schreien es solle endlich aufhören. Doch es tat es nicht. Die Gestalt setzte ein süffisantes Lächeln auf.
Das grollen wurde immer ähnlicher einem klingeln. Und jetzt drang es auch in ihr Unterbewusstsein ein. Es war kein grollen und es gab auch kein Haus.
Dieser Fremde mit dem eigenartigen Gebiss alles nur ein Traum. Nur langsam schaffte sich Lex aus dem Nebel freizukämpfen. Ihr Körper streikte die ersten Minuten als wolle er, dass sie nochmals in diesen Traum zurück sank. Ihr Körper fühlte sich schlaf und ausgelaugt, ihre Kleidung und Haare klebten an ihrer verschwitzen Haut. Die Wut stieg langsam in ihr auf, sie war wütend auf sich das sie so verletzlich ins diesem Moment war. Der Wecker klingelte immer weiter. Langsam übermannte sie die Wut, voller Wucht schlug sie um sich bis sie endlich das erreichte was sie wollte. Der Wecker flog durch das Zimmer und landete auf der gegenüber liegenden Wand. In kleine Teile Zersprang das blaue Plastikgehäuse und das innere landete nochmals Geräuschvoll auf dem Boden.
„Mist!“ Alexis drehte sich noch einmal in dem großen Hotelbett. Es war vollkommen aufgewühlt, die Decke hing verheddert über dem Bettrand und die Kissen befanden sich auch nicht mehr in Greifbarer Nähe. Ihr Körper bebte, wie vor einem heul Krampf aber sie musste nicht weinen. „Das ist nicht möglich“, völlig irritiert starrte sie auf die Abdrücke auf ihrem Lacken. „Nein das war nur ein Traum!“ flüsterte sie leise sich selbst zu. Auf dem weißen Lacken waren überall Erdklumpen verteilt.
Lex sah sich ihre brennenden Füße genauer an. Sie fühlten sich an als wäre sie über Feuer gelaufen und auch sie waren voller Grass und Schlamm. Langsam fuhr sie über die Spuren erst auf den Lacken dann über ihre Füße.
„Ganz frisch“, zischte sie und sprang mit einem Schwung aus ihrem Bett. Flüche Murmelnd entkleidete sie sich auf dem Weg in das geräumige Bade Zimmer.
Lex schaltete erstmals die Dusche an damit das Kalte Wasser Zeit hatte ins Warme umzuschlagen. Zögernd drehte sie sich dem kleinen Spiegel über dem Waschbecken zu. Ihr schwarzes Haar stand in alle Himmelsrichtungen ab und auch unter ihren Augen bildeten sich dunkle Augenringe. Ihre Haut sah zu Blass aus, obwohl sie meistens eine gesunde natürliche Bräune hatte. Ein leichter Schweißfilm bedeckte ihre Sonst Makellose Haut. Nur ihre Augen drückten noch die Panik aus, die sie vor kurzem empfunden hatte. Der Spiegel verdunkelte sich langsam vom heißen Dampf. Seufzend wand sie sich von ihrem Spiegelbild ab und glitt auf den Boden der Dusche. Die Stirn senkte sie auf die angewinkelten Beine und dachte nochmals über die letzten Tage nach. Vor nicht einmal vier Tagen war sie von zu Hause abgereist. Sie würde gerne behaupten das es nur daran lag das sie es zu Hause einfach nicht mehr ausgehalten hatte. Leider lag es nicht daran, natürlich war es für sie immer schwierig zu Hause gewesen. Ihr Vater hatte immer große Ansprüche und wehe sie wurde ihnen nicht gerecht. Er ist ein einflussreicher Mann. In ihren Kreisen oder so gesagt von ihrer Rasse wurde er als König bezeichnet und auch so behandelt.
Das hieß für sie, sie musste das Prinzesschin spielen. Es hatte Vorteile, sie konnte sich immer alles Leisten aber nie etwas ausleben und auch nur damit sie keine Fehltritte vorzuweisen hatte. Ein hysterisches Lachen stieg ihre Kehle hinauf. Lex war immer perfekt, optisch zumindest aber innerlich litt sie unerträgliche Qualen. Noch nie hatte sie das Gefühl an die Seite ihres Vaters zu gehören. Er zeigt ihr auch deutlich genug das mit ihr etwas nicht stimmte. Sie wurde immer überwacht. Überall waren seine Wachhunde um sie im Auge zu behalten. Als ginge von ihr eine Gefahr aus oder irgendwo lauerte eine Gefahr auf sie. Ihr stiegen wieder die Bilder von dem verlassenen Anwesen in die Erinnerung und ER. Der mit dem Lachen eines Teufels.
Das warme Wasser fühlte sich an wie eine Decke an die wieder versuchte sie einzulullen.
Langsam glitt sie wieder in ihre Erinnerung zurück. Ihre Familie war nicht normal, nein. Ihre Welt bestand aus Dingen die für die meisten Menschen nicht normal wären. Ihre Familie war eine Rasse von Gestaltwandlern. Um genau zu sein gehörte sie dem Stamm der „White Tigers“ an. Die „White Tigers“ waren die Amtierenden Könige unter den gestallt Wandlern, denn alle Krieger verwandelten sich in Weiße Sibirische Tiger, natürlich um das vielfache Größer. Und doch war sie nur ein Mensch. An ihrer alten Schule war sie immer einer der besten Theoretisch zumindest. Alle hatte die macht sich in ein tolles Tier zu verwandeln und sie war immer nur Zuschauer. Sowas war sehr ungewöhnlich außer natürlich ihr Vater wäre nicht ihr Vater.
Aber er hatte nie ihre Vermutung bestätigt, dafür ist die Ähnlichkeit einfach zu groß von ihm hatte sie nämlich die dunkle Hautfarbe und auch die strahlend blauen Augen geerbt. Auch die hohen Wangenknochen gehörten ihrem Vater. Die einzige Möglichkeit bestand darin das ihre Mutter etwas anderes war. Aber was? Natürlich gab es viel Auswahl. Sie hätte eine andere Art von Gestaltwandler gewesen sein können oder auch ein Vampir, Engel oder eine Fee, naja Lex schloss definitiv einen Troll aus. Es gab natürlich noch eine Möglichkeit aber die wäre viel zu Abwegig, der größte Fein ihres Stammes waren die Dämonen schon über Jahrhunderte fochten sie einen Krieg aus. Daher war es ziemlich ausgeschlossen. Sie wusste einfach nichts über ihre Mutter. Ihr Vater sagte sie wäre kurz nach ihrer Geburt gestorben, was für eine Ironie.
Das einzige was ihr zur Verfügung stand war ein Foto das sie in den Unterlagen ihres Vaters fand. Natürlich unerlaubt. Sie war wunderschön gewesen. Mit ihren Runden dunkelbraunen Kulleraugen und dem Herzförmigen Gesicht und auch ihre langen schwarzen Haare umrandeten Perfekt ihre weichen Züge. Deshalb verließ sie ihr geliebtes Kanada und saß hier in der Ukraine in der Nähe der Insel Krim.
Diese Ungewissheit was sie ist erdrückte sie innerlich. Auch wenn sie herausstellen würde das sie wirklich ab normal ist wäre ein Anfang. Was sie genau in die Ukraine führte war nur ein Gefühl. Das schwierigste an ihrer Mission war ihren Vater zu überreden sie gehen zu lassen. Sie erinnerte sich zu deutlich an sein Gesicht als er erfuhr was sie vorhatte.
Seine dunkle Haut färbte sich in ein unnatürliches Rot und seine Augen sahen aus als würden sie gleich aus den Augenhöllen fallen. Für den Anfang ließ sie das Thema Ruhen. Sie fasste ihre ganzen Mut zusammen Packte ihre Sachen und ihre Ersparnisse, das ein hohes Sümmchen ergab zusammen und ging fort. Es war gar nicht so leicht einen ihrer Wachhunde abzuschütteln aber nichts war unmöglich. Sie hatte mit Absicht ihrem Vater verschwiegen wohin sie eigentlich reisen wollte. Sie deutete Europa an, also bleib ihr genug Zeit für ihre Nachforschungen. Sie hatte kurz vor ihrer Abreise oft von ihrer Mutter geträumt und jedes Mal kam der Zusammenhang mit der Ukraine.
Der Flug war anstrengend gewesen aber sie war bereit für ihr eigenes Abenteuer.
Nach dem Lex schon langsam das Gefühl bekam zu verschrumpeln drehte sie den Wasserhahn ab und durchquerte nass und noch nackt das Zimmer. Über einem Stuhl hing eines ihrer großen weißen Badetücher in das sie sich einkuschelte. Ihr langes schwarzes Haar hing ihr Schlaff über den Rücken. Sogar im Nassen zustand deuteten sich die leichten Wellen die sie besaß an. Alex sah sich noch einmal immer Zimmer um. Das Hotelzimmer war nichts besonderes, alles war eingerichtete in Schlichtem weiß. Ein großes Doppelbett eine kleine Kommode und eine Zimmerpflanze standen als Dekoration rum. Nur ihr Laptop hob sich durch die schwarze Farbe von dem Rest ab.
Sie klappte das dunkle Gerät auf und ließ ihn hochfahren. Währenddessen rubbelte sie sich langsam trocken und holte sich Kleidung zum anziehen raus.
Mit einem kurzen Blick auf den Startbildschirm wurde ihre Laune immer schlechter nicht einmal eine halbe Stunde blieb ihr um sich fertig zu machen. Heute war ihr erster Schultag. Sie hatte lange darüber nach gedacht ob sie nicht einfach ihren Auftrag zu Ende bringen sollte und ja was dann? Daher entscheid sie sich doch noch weiter die Schulbank zu drücken. Sie war ja sozusagen noch Schulpflichtig.
Und etwas Gutes hatte es, sie würde dieses Mal eine Gemischte Schule besuchen. Eine Schule wo alle zusammen trafen von Engel über Troll bis zu den Dämonen.
Obwohl sie es etwas grauste unter so vielen Mächtigen Wesen zu Leben war es auch aufregend. Und keiner würde wissen welchen Clan sie wirklich angehört.
Selbstverständlich legte sie sich zur Tarnung einen Falschen Nachnamen an. So würde auch niemand wissen wen sie vor sich hatten. Schnell schlüpfte sie in eine dunkle Enganliegende Röhren Jeans und dem weißen Babydolle. Schwarze Stiefel und die schwarze Lederjacke machten das Outfit komplett. Früher hätte sie es nie gewagt etwas gewagtes zu tragen. Doch jetzt konnte ihr niemand mehr vorschreiben was angemessen ist, sie war eine normale Schülerin wie jeder anderen. Lex musste bei diesem Gedanken so breit grinsen, dass sie schon fast wieder die Zeit vergaß.
Nach einem kurzen Blick in den Spiegel und noch etwas Wimpertusche war sie fertig. Ihren Laptop klappte sie einfach wieder zu und schnappte sich Helm und Schlüssel. Als sie aufbrach nahm sie sich nur wenig mit. Das wichtigste war jedoch für sie ihre Maschine. Eine Kawasaki Ninja, sie sah nicht nur gefährlich aus in ihrem Tiefen schwarz sondern sie war es auch. Natürlich wusste ihr Vater nichts von ihr. Aber manche Geheimnisse musste man haben oder auch mehrere. Vorsichtig zog sie sich den Passenden Helm an und schwang sich auf ihre Ninja.
Kapitel 2
Mit einem Schnurren fuhr sie aus der Tiefgarage, die heute früh relativ leer zu sein schien. Langsam fädelte sie sich in den Morgendlichen Berufsverkehr ein um endlich Gas geben zu können. Ohne Rücksicht auf jemanden schlängelte sie sich zwischen den Autos durch und steuerte auf eine Abzweigung richtig Wald zu. Die Schule befand sich etwas außerhalb der Stadt mit einem Auto kaum zugänglich mit ihrer Ninja kein Problem. In solchen Momenten, wenn sie den kühlen Wind auf ihrer Haut s und das Schnurren unter ihrem Körper spürte, wünschte sie sich gar nicht mehr wie alle anderen zu sein. Sie verpassten einfach etwas. Sie Teleportierten sich irgendwohin oder gingen durch Portale. Viele von ihnen konnten fliegen, aber das auch nur auf geschütztem Gelände dort wo sie niemand entdecken konnte also waren auch sie nicht wirklich frei. Alexis, schon natürlich wussten die meisten Menschen Bescheid über die Mystischen Wesen, die unter ihnen weilten. Und doch wollten sie davon nichts sehen oder hören, das hieß für alle Strikte Geheimhaltung.
Alexis fühlte das sie langsam der Schule nähe kam. Das Gefühl wurde durch das Kribbeln unter ihrer Haut bestätigt. Sie fuhr durch einen Mächtigen Schutzwall, der Eindringlinge fern halten soll. Unter ihrem Helm breitete sich ein breites Lächeln aus nur ihr Magen machte ihr einen Strich durch die Rechnung. Er rebellierte wie nach einer Achterbahnfahrt. „Das wird lustig“, murmelte sie ihrem Visier entgegen. Ein riesiges Gebäude prangte aus den Baumwipfeln heraus.
Lex verließ den dunklen Waldweg und steuerte auf eine Geschotterte Straße zu. Die Steine gaben unter dem Gewicht der Maschine nach und dir Reifen drehte einmal durch bevor sie vor einem Eisentor stehen blieb.
Eine kleine Gestallt kaum aus einem dunklem Winkel hervor und sah ihr tief in die Augen. Alexis wusste nicht genau was es darstellen sollte. Es sah aus wie ein Troll und doch hatte es kleine Flügel die ziemlich alt Wirkten.
Sie hatten Löcher in den verschiedensten Größen. Die Augen des Wesens leuchteten in einem tiefen Wald grün nur die Haut schien matt und ledrig. Das etwas berührte mit einem seiner kleinen Finger das Tor und es öffnete sich. Lex war wie gebannt von diesem kleinen Wesen es hatte einfach etwas Niedliches. „Treten sie ein My Lady!“ Alexis war verblüfft über die Raue Stimme des kleinen Trolls. „Danke“, hauchte sie leise. Das Wesen schien überrascht und machte einen Schritt Rückwärts. „Ist alles ok Sir?“ Lex war verwirrt. Was war denn jetzt los? Doch, dass Troll ähnliche Wesen schien nicht Antworten zu wollen, es rannte einfach zurück in die Schatten der Bäume.
Skeptisch hob sie eine Augenbraue in die Höhe. Sie Atmete nochmals tief durch, zog sich den Helm wieder über und Stieg auf ihre Ninja. Es folgte noch ein Schmaler Schotterweg hinauf zum Schulgebäude.
Nach nicht einmal fünf Minuten hielt sie auf einem großen Parkplatz. Sie wusste schon, dass nur wenige die Normalen Verkehrsmittel bevorzugten und doch standen hier genau sechs Maschinen. Besonders die eine viel ihr auf. Eine Suzuki RF900 in Weiß. Lex verspürte, dass Bedürfnis sie zu berühren oder auch wen möglich zu besteigen. Nein, sie würde ihrer kleinen treu bleiben. Wieder meldete sie sich ihr Magen als Stünde ein Orkan bevor. Ohne einen Blick an die restlichen Fahrzeuge, schnappte sie sich ihre Tasche und lief über den Kiesweg auf die Eingangstür zu. Alles schien wie leer gefegt, Lex war spät dran das wusste sie, aber jetzt wurde es noch schlimmer das hieß das sie vor der ganzen Klasse sich Präsentieren musste.
„Oh man“, seufzend lief sie durch das Hauptgebäude. Es war eigentlich nichts besonderes, die Schule sah aus wie jede andere links und rechts säumten Spinde die Wände. Alles war in einem hellen gelb gehalten. Nur eins Unterschied es von anderen Schulen in jeder Ecke waren Barrieren um Fremde fern zu halten und auch die Wände bestanden aus doppelt gehärtetem Stahl. Die Leeren Gänge wirkten riesig und doch fühlte sie sich von ihrer Umgebung erdrückt. Glücklicherweise musste sie heute nicht mehr ins Sekretariat. Sie hatte sich per Mail alle Unterlagen schicken lassen nur noch ein Gespräch mit dem Direktor stand ihr bevor. Ihre Hände zitterten als sie den Stundenplan hervorkramte. „G12?“ Sie lief weiter den Gang hinab. „G10, G11 und da G12!“ vor einer grünen Tür blieb sie stehen. Sie musste stark bleiben hier war sie auf sich ganz alleine gestellt. Jetzt fiel ihr erst ihre Freundin Amanda ein. Sie war immer die einzige die an Lex immer geglaubt hatte.
In ihrem Kopf hallte Ams Stimme wieder. Komm schon Alexis du hast schon schlimmeres hinter dich gebracht. Du bist hier für deine Mutter.
Die Tür öffnete sich mit einem leisen quietschen. Natürlich es ging auch nie leise. Ab in den Kampf. Lex zog ihre Maske der Coolness hoch und schritt in das Klassenzimmer rein. Alle Aufmerksamkeit galt ihr. Teilnahmslos ging sie auf den Lehrerpult zu. Sie hörte wie die Männer nach Luft schnappten und die Mädchen ein zischen von sich gaben.
„Gute Tag kann ich ihnen helfen?“ der Lehrer schien sehr nett und sein Lächeln war warm und herzlich wenn sie nicht besser wüsste würde sie ihn auf nicht einmal Ende zwanzig schätzen. Aber sie wusste es besser er musste mindesten ein Jahrhundert alt sein. Seine grauen Augen verrieten ihn und auch seine blonden Haare hatten einfach etwas Altes. Lag vielleicht auch an dem dunklen Lederband das seine Haare hinten zusammen hielt. „Ja, Sir mein Name ist Alexis Sanders. Ich bin neu auf dieser Schule und wurde ihrer Klasse zugeteilt!“ Seine Stirn legte sich in Falten und auch das Gemurmel der Klasse drang endlich zu ihr durch. –Sie ist bei uns in der Klasse. Mann ist sie scharf. Sie sieht aber noch jung aus...
„Ah mir wurde schon mitgeteilt, dass wir demnächst eine neue Mitschülerin bekämen, setzten sie sich bitte nach hinten zu Dave, ja?“ Alexis nickte zustimmend und ging durch die Reihen. „Die letzte Reihe und dann rechts!“ rief ihr der Lehrer hinter her und sah sich währenddessen ihr Unterlagen durch. Lex beachtete ihren Sitznachbarn nicht. Denn sie wusste, dass ihr Lehrer gleich wieder ihre Aufmerksamkeit auf sich Lenken würde. Alle Schüler drehten die Köpfe in ihre Richtung als erwarteten sie, dass ihr gleich Hörner wachsen.
„Miss Sanders ist es möglich, dass hier etwas schief gelaufen ist?“ „Wieso Mr..?“ sie wusste ja nicht einmal ihren Namen. Lex Hände wurden feucht, sie versuchte sie unauffällig wieder zu trocknen. „Ich bin Mr. Henson!“
„Und was für ein Fehler soll den vorliegen“, „Naja …“, etwas verlegen kratzte er sich am hinter Kopf. Alle schienen gespannt. Nur Lex wusste was sie jetzt kommt. „Spielen sie auf mein alter an?“ Seufzend lehnte sie sich mit dem Ellbogen auf ihren Tisch.
„Ja, also vielleicht ist es ein Druckfehler, den hier steht das sie erst 19 sind“. Alle hielten die Luft an. „Ja und?“ „Das hier ist eine Oberstufenklasse hier sind die meisten über 23!“ „Also Mr. Henson und wo liegt das Problem. Ich habe letzten Freitag an einer Prüfung teilgenommen, die auch beiliegt, wo getestet wurde in welche Klasse ich kommen soll. Und jetzt bin ich hier“, der Lehrer begann durch den Papierhaufen zu kram und sog scharf die Luft ein. „Das ist aber unmöglich. Sie müssen ein wirklich starker…. Was sind sie überhaupt?“
Lex wusste das, das kommen würde. „Dazu möchte ich mich nicht äußern, könnten wir jetzt bitte mit dem Unterricht wieder beginnen!“ Um deutlich zu machen, dass das Thema für sie gegessen war holte sie Stift und Papier heraus und senkte ihren Blick. „Ja, ok also wo waren wir letzte Woche stehen geblieben?“ Ein kleines Mädchen mit blonden Haaren meldete sich. Sie war definitiv eine Fee, sie hüpfte rum als säße sie auf Reißzwecken.
Es war allgemein bekannt, dass sie etwas ungeduldig waren. Lex bekam nicht mehr mit was ihre Antwort war oder wie es weiterging. Etwas kratze an ihre. Ihre inneren Schilde wackelten es fühlte sich an als würde jemand mit seinen Krallen durch ihr Gesicht fahren. „Lass das“, flüsterte sie ihrem Tischnachbarn zu. Der Junge war nicht viel größer als sie, seine schwarzen Haare hingen ihm schlaf ins Gesicht und auch seine Augen leuchteten in einem hellen Braun. „Nicht schlecht, hast ziemlich gute Schilde“. Lex nickte nur um sich wieder einzukriegen. Das tat ziemlich weh. „Was bist du?“ sie versuchte ihn zu ignorieren es war jedoch ziemlich schwer. „Ich weiß es nicht“, ungläubig sah er sie an. Bevor er den Mund öffnen konnte hob sie die Hand um ihn zu unterbrechen.
„Lass es einfach, bitte“, das letzte Wort betonte sie mit Absicht mehr. „Ich bin Dave“, er hielt ihr seine Hand entgegen. „Lex“, der Unterricht verflog wie im Flug. Sie hatte nicht einmal Mitbekommen um was für ein Thema es sie handelte. Etwas benommen schlenderte sie auf eine der Bänke am Fluss zu. Es war eher ein kleiner Bach. Das Plätschern beruhigte sie ein wenig. „Hey!“ Dave stand hinter ihr und grinste über beide Ohren.
Er hatte etwas Niedliches an sich und doch etwas war komisch. „Verfolgst du mich etwa“, sie versuchte es wie einen Scherz klingen zu lassen. Wie es schien klappte es auch den Dave stimmte in ein angenehmes Lachen ein. Sie hatte nicht wirklich Lust zu lachen und doch grinste sie. „Möglich, die neue ist immer interessant. Sie dich um jeder beobachtete dich.“
Sie brauchte nicht sich umzusehen sie spürte die Blicke viel zu deutlich. Gleichgültig zuckte sie mit den Schultern. „Du weißt nicht was du bist, bist aber auf einer Magischen Schule? Sowas hört man auch nicht oft? Was waren den deine Eltern?“ Lex schüttelte verständnislos den Kopf wie konnte man nur so nervig sein. „Ich weiß nicht was sie waren, sie sind Tod. Habe sie nie kennengelernt und nein ich habe keine anderen Verwandten“, das Bild ihres Vaters stieg in ihr auf. „Du beantwortest wohl diese Fragen ziemlich oft oder?“
„Ja, so ziemlich.“
„Und trotzdem hast du es voll drauf obwohl du nicht einmal weißt wer du bist du hast mehr als 4 Klassen auf einmal übersprungen sowas erlebt man auch nicht alle Tage.“
„Hab halt keine anderen Hobbys!“ die Schulglocke trieb sie wieder ins Gebäude und Dave wich keinen Schritt von ihrer Seite. Er schien ziemlich nachdenklich zu sein, seine Hände vergrub er in seinen Hosentaschen und auch seine Stirn lag in tiefen Falten. „An was denkst du?“
„Nichts besonderes“, Lex zweifelte dran sie wusste das er über sie nachdachte. Er hatte ihre Schilde gefühlt und nach dem Ergebnis beim Einstellungstest denkt er bestimmt sie wäre ein übermächtiges Wesen. Aber das war sie nicht. Sie kannte alle mächtigen Formeln, alle Zaubersprüche die je ausgesprochen wurde und doch konnte sie keine davon anwenden. Ihr fehlte einfach die innere Kraft. Das einzige was sie beherrschte war der Nahkampf und das war ja nicht wirklich spektakulär.
Ihr fehlte einfach die Praxis und solange sie nicht herausfand wer oder was sie war würde sich nichts daran änder.
Kapitel 3
Lex wurde durch einen Zusammenprall aus ihren Gedanken gerissen. Ein großes Mädchen stand vor ihr. Ihr langes Haar reichte ihr knapp über die Schulter und ihre braunen Augen stierten Lex gerissen an. Etwas in Alexia regte sich, ihre Sinnesorgane wurden sensibler, sie hörte alles deutlicher und ihr Geruchsorgan spielte verrückt.
Ein Dämon! Ihre Alarmglocken gingen mit ihr durch. Beruhige dich Lex du wusstest es schon im Voraus das du hier auf Dämonen treffen würdest, krieg dich verdammt noch mal wieder ein. Der Geruch der Blondinen war einfach penetrant. Sie roch wie eine Toilettenschüssel nach dem benutzen.
Jetzt viel ihr auch auf wieso ihre Nacken Haare Sambatanzten in Daves Nähe. Auch ein Dämon. Aber wieso reagierte sie erst in Blondies Gegenwart so über. Eine Briese von Frischem Wald und salziger Meeresluft kam ihr entgegen. So etwas Gutes hatte sie noch nie gerochen. Hektisch blickte sie sich durch die Menschenmenge aber auf keinen passte dieser einzigartige Duft. „Na neue, hast wohl deine Augen zu Hause liegen lassen“, eine piepsende Stimme holte sie wieder zurück. Sie stand zwischen zwei Dämonen und der eine wollte sie noch blöd anmachen. „Ich glaube die Farbe schadete deinem Seevermögen.“ War sie überhaupt gefärbt oder war es Naturblond. Blondie blähte ihre Nasenflügel auf und Spitze Reißzähne traten hervor. Ha! Doch gefärbt. Lex konnte sich einfach ein grinsen nicht verkneifen. „Lynn, lass die Finger von ihr verstanden!“ Daves Gesicht war seltsam verzehrt und auch seine Fänge prangten über seine schmalen Lippen.
„Sowas kann auch nur mit am ersten Tag passieren“, tuschelte Lex vor sich hin. „Halt du dich da raus!“ Fauchte das weibliche Biest. „Sie hat dir nichts getan und naja sie hat ja Recht deinen Ansatz sieht man langsam!“ erschrocken faste sich Blondie ins Haar. Lex konnte sich vor Lachen nicht mehr halten.
„Ihr beide solltet euch einkriegen. Erstens an dich Blondie, ganz schön feige sich vor jüngeren Aufspielen zu wollen und an dich…“, sie deutete in Daves Richtung: „Ich kann mich auch gut selbstverteidigen!“
Ohne beide noch eines Blickes zu würdigen, lief sie die Treppen hinauf ins nächste Stockwerk, soweit sie sich erinnern konnte hatte sie Geschichte. Also konnte sie in der zwischen Zeit Pläne schmieden wo sie am besten die Suche beginnen sollte. Wüsste ich nur wo dieses Haus steht.
Es hat einen Zusammenhang mit Mum aber welchen. Der Himmlische Duft aus Wald und Meer ries sie aus ihren Gedanken. Lex drehte sich langsam einmal um sich selbst aber nirgends war der Geruchsträger zu entdecken. Du wirst langsam verrückt! Schallte sie sich selber und Schritt auf eine der hohen Türen zu. Mehrere Mitschüler warteten dort auf den Lehrer, sie gesellte sich wie selbstverständlich dazu. Lässig lehnte sie sich an eine der Wände. Alle Blicke folgten ihr. Das kleine Elfenmädchen befand sich unter ihnen, immer wieder warf sie Lex scheue Blicke zu. „Hey ich bin Lex“, oh Gott habe ich eben die kleine Angesprochen. Erst sah sie Lex ungläubig an. Und auch Lex war etwas irritiert von dieser Situation.
Sie hatte einfach, dass Bedürfnis mit ihr zu sprechen. „Hallo“, plötzlich strahlte sie über beide Ohren. Lex musste nochmals über ihre Größe schmunzeln. Wie war das möglich, dass jemand noch kleiner war als sie.
Sie war nicht einmal 1.65m und das Mädchen vor ihr war ja noch kleiner. „ich bin Samantha aber nenn mich bitte Sam!“ die kleine war ganz Ruhig aber man sah ihr an das sie sich zusammen riss. „Freut mich dich kennen zu lernen Sam!“ OK drei, zwei , eins. „ Ohh das ist total cool das wir in einer Klasse sind. Und woher kommst du? Wieso bist du hier her gezogen? Weißt du echt nicht was du bist? Also ich finde das alles…“ Lex wusste gar nicht wo sie Anfangen sollte, was war überhaupt die erste Frage gewesen. „ Ah, Sam ganz langsam bitte also ja ich finde es auch toll dich kennen zu lernen und hatte Private Gründe weshalb ich hergezogen bin und ich komme aus Kanada!“ Das reicht fürs erste dachte sich Lex und atmete erstmals tief durch. Jetzt viel ihr auch auf, dass alle sie anstarrten und grinsten.
Irgendwie gefiel ihr Sam sie hatte einfach das Gefühl als müsste sie ihr alles erzählen. Als würde sie Lex verstehen. Aber das war natürlich der totale Schwachsinn. „Du kommst aus Kanada?“ Sams blick wurde ernst und unergründlich. Jetzt ähnelte sie nicht mehr dem kleinen quirligen Mädchen sondern etwas bösem. Zur Bestätigung nickte Lex. „Ein Gefährliches Land“, jetzt machte es auch bei Alexis klick auf was sie hinaus wollte. „White Tigers“, sie sprach es mit Absicht so aus das, das Thema gegessen war. Glücklicherweise traf der Lehrer endlich ein und ließ sie in den Klassenraum.
Die ersten Tage wurden die Schlimmsten, genau wie MR. Henson stellte auch MR. Greve dieselben Fragen. Lex wurde das alles zu nervig und auch ihn wimmelte sie so schnell wie möglich ab. Sam hatte sich neben sie Gesetzt um ihr Gesellschaft zu leisten. Dave war nicht im geschichtskurz bei ihr. Und dieser Geruch schien sie zu verfolgen. Jetzt fiel ihr auch auf wann sie ihn immer roch. Als erstes bei Blondie dann auch bei Dave und jetzt auch noch bei Sam. Sie waren alle Dämonen bis auf …
„Sam was bist du denn eigentlich!“ ihr Gesicht schien immer noch etwas abwesend. Trotzdem lächelte sie freundlich. „Ich bin ein Dämon, was hast du den Gedacht.“ OH NEIN. Dann war ich ja vollkommen daneben. Keine Elfe ein Dämon. Erst jetzt viel ihr auf das sie nicht einmal Flügel hatte. Beziehungsweise Elfen konnten sie nicht verbergen Dämonen schon. „Alexis ist alles ok?“ Sams Blick wurde Mitfühlend. „Ja alles bestens, nur ein anstrengender Tag gewesen“, verständnisvoll nickte sie und widmete sich wieder dem Unterricht. Und auch Lex schweifte ab.
„Sir, die Männer können sie nirgends aufspüren. Zumindest gab es noch kein Lebenszeichen aus Europa!“ der hochgewachsene Mann der im Türrahmen stand ließ den Kopf gesenkt den er wusste das sein Meister wütend sein würde.
„Dann strengt euch verdammt noch einmal mehr an es kann doch nicht so schwer sein so eine verdammte Göre zu finden“, der Krieger zuckte leicht zusammen.
„Ja, aber wir können keinen Anhaltspunkt finden, es muss doch einen Ort geben wo sie hin gehen könnte“, der Krieger durchquerte den Raum um sich vor seinen Herren auf die Knie zu begeben. „Geht in ihr Zimmer und sucht euch noch ein Paar Kleidungsstücke heraus, sie besitzt keine Magischen Fähigkeiten zumindest keine uns bekannten mit denen wir ihre Fährte verfolgen könnten.“ Mit einem lauten Knall landete der Krieger an der gegenüberliegenden Wand. Schwerfällig erhob er sich auf die Beine. Sein Gesicht schimmerte in einem dunklen Rot. „Na los beweg dich, je länger wir hier rumsitzen umso weiter kann sie flüchten“, der Krieger nickte zustimmenden und hastete aus dem Büro eine der breiten Wendeltreppen hinauf.
Der Krieger dachte schon lange über das kleine Mädchen nach, das er schon seit Ewigkeiten kannte. Sie war immer ein liebes zuvorkommendes Mädchen gewesen.
Er hatte schon immer gespürt, dass ihr etwas Großes bevorstand. Er öffnete eine Weiße Flügeltür. Vor ihm Erstreckte sich ein Reich aus Weiß, viele der Wände waren mit roten und schwarzen Blüten verziert. Er wusste, dass sie das alles selbst gemacht hatte. Fast zwei Wochen hatte sie sich in ihren Räumen eingesperrt und gemalt. Er bekam sie nur zu Gesicht wenn sie ihn neue Farbe holen schickte. Auf der Gepolsterten Fensterbank, lag immer noch ihre Geige, sie war wie das Zimmer in Weiß.
Jedes Mal wenn sie traurig oder über etwas bestürzt war spielte sie wie eine Wahnsinnige vielleicht würde er nie wieder die Sanften Klänge ihrer Stücke hören. Ihn nahm es mit, dass er sie suchen und vielleicht auch töten sollte. Er schnappt sich eines der Kleidungsstücke die über einem Stuhl hingen und rannte zurück in das Büro ihres Vaters.
„Hast du etwas gefunden“, die stahlblauen Augen sahen ihn Misstrauisch an.
„Dies hier trug sie kurz vor ihrem verschwinden“, mit der rechten Hand hielt er ein blaues Kleid in die Höhe. „Gut, los mach dich auf die Suche und wehe ihr findet sie nicht so schnell wie möglich ihr wisst wie wichtig sie ist.“ Der Krieger verneigte sich nochmals und ging hinaus. Ja, er wusste wieso sie so wichtig war. Wieso es wichtig war sie unter Verschluss zu halten und er hoffte inständig das Alexis es rausfinden würde bevor sie, sie fanden.
Alexis Vater saß immer noch im Büro mit einem Glas dunkel brauner Flüssigkeit.
„Wo willst du nur hin?“ Diese Frage stellte er sich die letzten Tage immer wieder. Als er herausfand, dass sie verschwunden ist, hatte er sich nicht mehr unter Kontrolle. Der Übermittler der Nachricht, starb im Gleichen Moment.
Voller Hass auf das Mädchen stürzte er sich auf ihn. Er hatte sich nicht einmal verwandelt mit bloßen Händen trennte er die Glieder vom Torso. Es hatte gut getan das Blut durch seine Finger fließen zu sehen. Er schallte sie einen Idioten wieso hatte er sie nicht gleich Umgebracht. Sie war noch ein schlimmerer Stur Kopf als ihre Mutter. Er hatte es geschaffte sie unter Kontrolle zu halten aber nie brach er ihren Willen. Immer schaffte sie es sich ihm zu entziehen. Und jetzt streifte sie durch die Welt um sich vor ihm zu verstecken. „Verkrieche dich nur mein Kind, ich werde dich finden und dann dein Blut in mir auf nehmen!“ Er hoffte nur, dass sein Feind sie nicht als erstes in die Hände bekommen würde.
„Ach komm schon Lex, wach endlich auf der Unterricht ist vorbei wir können nach Hause gehen!“ kleine Hände krallten sich in Lexs Oberarm und zerrten an ihr. „Du hast aber Kraft für so ein kleines Persönchen!“
„Du bist auch nicht viel größer also las das“, Lex konnte sich einfach nicht das Lächeln verkneifen. „Schmoll nicht war ja nicht so gemein, aber du hast mich geweckt, es musste ja jemanden erwischen!“ „Also gehen wir Mittagessen?“ Sam sah triumphierend an. „Ja, klar Dave wartet bestimmt schon auf uns“, Lex kam nicht dazu zu wiedersprechen den Sam zog sie ohne Rücksicht durch die Menge. „Was hast du eigentlich mit Dave zu schaffen“, Sam hielt kurz inne und rannte dann weiter. „Ich bin ihr Bruder“, Daves Stimme war ganz nah. Alexis hatte nicht einmal bemerkt wie er näher gekommen war. „Ne oder?“
„Jaja wir wissen schon ich bin toll er nicht passt nicht wirklich aber man kann sich ja nicht alles aussuchen“, Lex fühlte sich verwirrte heute war ihr erster Tag und sie fühlte sich immer noch, obwohl sie sich unter einem Haufen Dämonen befand, glücklich. So als wäre es nie anders gewesen. „Habt ihr noch weiter Geschwister von denen ich wissen sollte“, Sam und Lex setzten sich an den letzten freien Tisch, während Dave das essen holen ging. „Ja haben wir!“ Ihre Stimme bekam einen weicheren Ton als würde sie gleich Anfang zu weinen. „Wir haben noch einen Bruder.“ „Ja und was ist mit ihm“, es schien als wolle sie nicht zu viel von ihm verraten wollen. „Naja, wir sehen ihn in letzter Zeit eher selten, er beendete die Schule vorzeitig halt das Supergenie der Familie und jetzt“, Sam wollte sie wohl auf die Folter spannen. „Er arbeitet sehr viel, hier euer essen!“ Dave stellte ein großes Tablett vor Lex mit allem Möglichen. Spaghetti einem roten Apfel, einer Flasche Wasser und etwas Schokolade. Genau das Richtige nach so einem Tag. „Ich hoffe ich habe deinen Geschmack getroffen.“ „Perfekt“, ohne weiter sich zu bedanken stürzte sich Lex auf das essen und auch der Rest widmete sich ihrer Mahlzeit. „Hey Sam, Dave und wenn haben wir den hübsches hier“, ein großer Junge setzte sich zu ihnen an den Tisch. Er hatte breite Schultern und auch seine Haare waren kurz Rasiert. Es war offensichtlich, dass er ein Footballspieler war.
Neben ihn setzte sich noch ein jüngeres Mädchen müsste eine aus der Unterstufe sein. Sie hatte einen Bobschnitt der ihr ziemlich gut stand. Dadurch wurde ihr Herzförmiges Gesicht super betont. Sie hatte ein dunkleres Braun als Sam und Dave. Sie glänzten voller Freude als der Footballspieler sie in den Arm nahm. „Hey ich bin Lex“, sie schluckte den letzten happen Spaghetti runter und reichte den Neuankömmlingen die Hand. „Freut mich Sergej mein Name und das ist Maggy, du bist also neu hier?“ Lex nickt und lächelte beide freundlich an. „Und wie findest du es hier“; Sergej hatte eine ziemlich tiefe Stimme, aber es passte zu seinem Körperbau. Maggy beachtete keinen von uns besonders, sie war damit beschäftigt ihren Freund anzuhimmeln.
„Bis jetzt finde ich es ganz ok hier, Sam hat mir sozusagen den Tag gerettet.“ Voller Stolz reckte Sam ihr Kinn in die Höhe. „Ja so ist unsere Sam immer gute Laune verbreiten“, Sergej wollte grade in ein Lachen einstimmen da landete eine Spaghetti auf seiner Stirn. Er murmelte etwas Unverständliches von wegen was für eine Essensverschwendung. Jedoch war das Lachen der anderen viel zu ansteckend also machte er einfach mit.
Lex hatte sich noch nie so locker in Gegenwart von anderen Menschen oder auch Wesen gefühlt. Sie fand heraus, dass Sergej ein Gestaltwandler war, aber als er erwähnte in was er sich verwandelte konnte Lex sich nicht mehr vor Lachen halten. In einen Bären und noch dazu in einen Eisbären, das passte einfach nicht zusammen bei ihm hätte sie es sich ja denken können aber als auch Maggy preisgab das sie eine Gestaltwandlerin war und sich in einen Hasen verwandelte war es für Lex vorbei. Anfangs verstand keiner genau worüber sie lachte bis Sam es ihnen verdeutlichte durch eine Imitation der Tiere.
Das Lachen schien kein Ende zu nehmen. Obwohl es einer der schönsten Tage war die sie je erlebt hatte, fühlte sie sich innerlich immer noch leer.
Kapitel 4
Der Heimweg schien unendlich lang zu sein. Über die kurze Schulzeit hatte Lex ganz vergessen was ihre eigentliche Mission war. Ihre Mutter. Innerlich grauste es sie wie schnell so etwas in den Hintergrund rücken konnte, obwohl sie unter einem unermesslichen Zeitdruck stand. Niemand konnte wissen wie schnell ihr Vater auf ihre Spur kam. Auf der glücklicherweise wenig befahreneren Straße gab sie voll Gas die Tachonadel flog binnen Sekunden auf 210 km/h, die Umgebung verschwamm vor ihr. Nur die Straße blieb in ihrem Blickfeld. Die alten Häuser waren nur noch Schemenhaft zu erkennen und auch die Menschen, als wären es nur Geister die immer wieder kurz aufflackern. Sie musste nicht die Gesichter der anderen sehen um zu wissen, dass sie den Fahrer der Ninja für verrückt hielt. Also mich. Bestätigte ihr Unterbewusstsein. Lex ließ den Tag Review passieren. So vieles war geschehen was sie niemals für möglich gehalten hätte. Sie hat sich sozusagen mit Dämonen angefreundet. Sogar der Abschied nach der Schule war herzlich. Sam schien wirklich traurig zu sein das der Tag vorüber war. Lex fühlte sich seltsam, es war einfach wie selbstverständlich mit ihnen zu reden zu lachen. Wo war das böse, das ihr jedes Mal von ihrem Vater eingetrichterter wurde. Klar, sie konnte die Situation noch nicht einschätzen. Es war der erste Tag und es schien noch wirklich spannend zu werden.