Herzen auf Eis
Herzen auf Eis
Dieses Kapitel ist lang und deshalb in 4 Teile geteilt.
„Ich habe dich nicht angelogen, das habe ich nie getan, alles was ich dir gesagt habe war die reine Wahrheit. Und ich will verdammt sein wenn ich mich von dir einfach so in eine Schublade drängen lasse und nichts dagegen tue. Es mag vielleicht bei manchen so sein wie du es grade beschrieben hast, doch ich war noch nie so einer, das ist einfach nicht meine Art ,und wenn ich dir sage das ich dich liebe dann stimmt das auch. Herr Gott, ich war noch nie zuvor verliebt das allein ist schon schlimm genug für mich, und du machst es mir nicht gerade leichter.“ Er fuhr sich mit der Hand durchs Haar. „Ich erwarte ja gar nicht das du mir jetzt gleich in die Arme fällst, nimm es einfach so hin .Ich liebe dich, das ist nun mal so, und es wird auch so bleiben, also akzeptier das bitte.“
Und mit einemmal war all ihre Wut verraucht. „Also gut Brian, ich nehme es jetzt einfach mal so hin. Doch das heißt nicht, das es mir auch gefallen muss, du hast mir wehgetan Brian und ich bin nicht bereit das so einfach zu vergessen, das ist nicht meine Art. Ich bin eigentlich kein Mensch der von seinen Emotion geleitet wird, doch du hast mich dazu gebracht wieder Gefühle zu haben und zuzulassen, seit mein Vater gestorben ist. Ich habe mich auf dich verlassen und du hast mich im Stichgelasse, das hat mich verlezt und ich werde dafür sorgen das dass nicht noch einmal vorkommt.“ Sie machte sich daran die Scherben vom Boden aufzusammeln.
„Würdest du mir glauben wenn ich dir sage das ich dir nicht noch einmal mit Absicht so weh tun werde.“
„Nein“ sie schüttelte den Kopf „Nein das werde ich nicht“ „Dann werd ich es dir wohl beweisen müssen“ Jo erhob sich und sah im in die Augen.
„Und wenn ich es gar nicht will ? Ich bin glücklich mein Leben könnte im Moment nicht besser verlaufen“
„Wenn du das behaupten würdest, dann würdest du lügen. Ich bin nicht blind Jo, du bist nicht gerade in der besten Verfassung. Du hast dunkle Ringe unter den Augen, außerdem bist du viel zu dünn, du hast in den Letzten Monaten mindestens 10 Kilo an Gewicht verloren. Und das kann unmöglich gewollt sein. Du arbeitest zu viel.“ Seine Stimme klang besorgt.
„Ich weiß sehr wohl was ich mir zumuten kann und was nicht ,und ich glaube auch kaum das ich zuviel arbeite, ich habe nur im Moment etwas mehr zu tun als normalerweise. Doch das legt sich wenn Freedome erst mal eröffnet ist.“
„Freedome?“ er sah sie fragen an.
„Ach das weißt du ja noch gar nicht.“ jetzt lächelte sie zum ersten mal wieder „Ich hab noch einen Club gekauft, oder besser gesagt wird es bald einer sein.“
„Und warum Freedome?“
„Jetzt lach mich nicht aus, aber der Club sollte für dich und mich stehen“ sie sah ihm in die Augen und sah das er es nicht verstand. Sie seufzte, dann würde sie wohl über ihren Schatten springen und ihm die Wahrheit erzählen müssen.
„Es wäre gelogen wenn ich sagen würde dass du mir nichts bedeutest oder nie etwas bedeutet hast, gerade deshalb war es für mich so schlimm. Ich habe dich geliebt Brian, das ist mir zwar erst nach deinem verschwinden bewusst geworden, doch es war so. Ich hab gelitten, mit Liebeskummer bin ich noch nie sonderlich gut zu Recht gekommen. Also wollte ich etwas schaffen das mir dabei hilft, ich wollt wieder frei sein, mich frei machen von dir, und den Gedanken an dich. Deshalb Freedom. Es sollte für die Freiheit stehen dich ich wieder haben wollte, und jetzt auch habe.“ Er konnte nicht sprechen, ihm fehlten schlicht und ergreifend die Worte, es hätte wahrscheinlich auch nichts gegeben was er hätte sagen können. Brian hatte gedacht, dass er am meisten unter der Trennung gelitten haben musste. Doch offensichtlich war er damit falsch gelegen. Er hatte ja keine Ahnung gehabt wie sehr er ihr wehgetan hatte. Bis zu diesem Moment .Ihre Worte halten in seinen Ohren noch nach und schmerzten ihn.
Jo sah Brian immer noch in die Augen, doch dieser schien sie nicht zu sehen. Diesmal war er es der neben sich stand, doch im Gegensatz zu ihr Atmete er noch und verkrampfte sich auch nicht, es schien als ob er Schmerzen hatte.
Und mit einem Mal tat er ihr unglaublich leid. Obwohl sie immer noch wütend auf ihn sein müsste. Doch das konnte Jo jetzt nicht mehr. Sie wollte bei ihm sein und auch bleiben, doch sie wusste auch dass das nicht realistisch war. Auch wenn er jetzt sagte dass er sie liebte, irgendwann würde er sie wieder verlassen, und Jo würde wieder leiden. Im Moment wollte sie allerdings nicht daran denken. Sie würde die Zeit zusammen einfach genießen und wenn das Ende kam würde sie damit fertig werden müssen. „Brian? Ist alles in Ordnung?“ er reagierte nicht. Nun war es an ihr sich sorgen zu machen.
„Brian, Hallo hörst du mich?“ Sie wedelte ihm mit der Hand vor dem Gesicht herum. Doch er zeigte noch immer keine Reaktion. „Du machst mir langsam echt Angst“
„Es tut mir leid Jo, Es tut mir so schrecklich leid“ seine Stimme klang belegt, doch er schlang die Arme um sie und zog sie an seine Brust „Ich hab das nicht gewollt, das musst du mir glauben. Ich wollte nie dass es so wird, ich hab einfach nicht nachgedacht, wenn ich gewusst hätte wie schlimm es für dich sein würde hätte ich das nie getan. Ich komm mir so……… erbärmlich vor. Ich wünschte ich könnte die Zeit zurück drehen. Es tut mir so wahnsinnig leid“ Jo konnte nicht verhindern das die Worte sich in ihr Herz gruben, doch sie wusste auch das es nicht real war ganz gleich was er auch sagen mochte ,es war nicht wirklich, es würde nur für den Moment so sein.
„Küss mich Brian ,Küss mich als ob es wahr wäre“ Er zog sie fest an sich und flüsterte an ihrem Mund „Es ist wahr“.
4 Kapitel
„Man was ist den mit dir heute los?“ Nick blickte seinen Kumpel erstaunt an „Bist du übernacht Millionär geworden, oder warum strahlst du so?“
„Besser ,viel besser“ Brian grinste nur vor sich hin ,wie er es seit zweit Tagen tat .Er konnte einfach nicht anders auch wenn die Situation bei weitem nicht so toll war wie er sich fühlte. Aber es war immerhin ein Anfang, und der Rest würde sich mit der Zeit hoffentlich schon finde.
„Jetzt sag bloß nicht das du ein NHL Angebot erhalten hast“ „Ach was, obwohl das auch nicht schlecht wäre. Nein ich war am Donnerstagmorgen Joggen“
„Ja und? Du gehst so gut wie jeden tag Laufen was soll daran schon besonders sein ?“
„Das Ziel!“ Brian grinste immer noch. Und Nick sah ihn nur verständnislos an, er kapierte es einfach nicht. „Ich weiß wo du laufen gehst Brian ,und meines Erachtens gibt es da keinen besonderen Fleck an dem man raus kommen könnte. Es sei den du bist mit Absicht wo anders gelaufen“
„Absicht würde ich das nun nicht gerade nenne, eher eine Überraschung. Ich war bei ihr Nick !“ und jetzt wurde sein Grinsen noch breiter
„Das ist jetzt nicht dein ernst oder?“
„Doch ,mein voller, ich wollte es eigentlich gar nicht ,doch plötzlich stand ich vor ihrer Tür. Und da ist mir so einiges klar geworden.“ „Deiner Miene nach zu urteilen ist es wohl gut ausgegangen. Was mich allerdings etwas überrascht, das war ja richtig einfach“ „Von wegen ,es war alles andere als Leicht“ „Ich versteh es ehrlich gesagt nicht ganz. Nicht das ich es nicht gutheiße , ich versteh es einfach nicht. Wieso jetzt das ganze wieder aufrollen, ich dachte du wolltest dich nicht verlieben, oder besser gesagt nicht verliebt sein. Und jetzt strahlst du wie ein Honigkuchenpferd. Was ist mit deinen Wünschen und Plänen passiert?“
„Erinnerst du dich noch daran als du mir gesagt hast das du erst erkennen musstest wie wichtig Felicia dir ist ,und das du dir die Welt ohne sie vorgestellt hast?“
„Ja“
„Ich musste das auch erst erkenn , ich hab es mir nicht vorstellen müssen. Ich habe es gelebt. Du hast selbst gesehen wie die letzten 3 Monate wahren.“
„Ja ,das hab ich allerdings. Und jetzt bist du endlich glücklich ja?“ „Im Moment jedenfalls. Ich glaub ich hab das ganze noch nicht so realisiert. Im Augenblick bin ich einfach erleichtert das sie und ich endlich Klarheit haben und Jo weiß was sie mir bedeutet.“ „Das hört sich nach einem Großen Aber an“ „Sie weiß es zwar, aber sie glaub es nicht. Das ist das Problem. Und ich kann es ihr noch nicht einmal übel nehmen“ zu deutlich hatte er ihre Worte noch im Kopf ,allein der Gedanke daran tat ihm weh. „Und was gedenkst du dagegen zu tun ?“ Brian zuckte mit den Schultern „Ich hab keine Ahnung, ich denke das nur die Zeit das wieder richten kann“
„Höchstwahrscheinlich. Und dir wird in den Freien Tag auch ganz bestimmt nicht langweilig. Apropos Freie Tag ,hast du schon irgendwelche Pläne für Sylvester?“
„Ich flieg über Weihnachten nach Hause, werd aber wohl zu Sylvester wieder hier sein. Also bin ich noch für alles offen“ „Ich hoffe ich bekomm diesmal zu Weihnachten auch was“ „Als ob du schon einmal nichts bekommen hättest. Wenn ich allerdings nicht bald mal Einkaufen gehe wird es dieses Jahr allgemein nichts mehr mit den Geschenken.“ „Na dann halt dich mal ran ,es sind nur noch ein Paar Tage“ „Hetz mich nicht. Hast du den schon alles beisammen.?“ „Na klar.“ er grinste ihn überlegen an.
„Du brauchst gar nicht so zu grinsen, Ich brauch auch nur ein drittel deiner Sachen.“
„Ich hab eben eine große Familie, daran musst du noch arbeiten“ „Womit wir wieder beim Thema wären“
„Setzt dich nicht unter Druck Brian ,und was noch wichtiger ist setzt Johanna nicht unter Druck. Dan wird sich schon alles irgendwie finden“
„Weise Gesprochen Großer Häuptling“ Brian lächelte obwohl im überhaupt nicht danach zu mute war.
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Jo träumte. Es war ein schöner Traum , sie hatte ihren Vater zu ihrer rechten und Brian zu ihrer linken und sie wusste das es immer so bleiben würde. Sie hatte ihr Glück gefunden . Und so lange das so war wollte sie nicht aufwachen. Doch leider machte ihr die Realität einen Strich durch die Rechnung. Es klingelte. Und obwohl sie mehrmals auf ihren Wecker schlug hörte es nicht auf . Dann musste sie wohl oder übel die Augen öffnen und aufstehen. Mit einem Seufzer kam sie aus dem Bett und auf die Füße. Mehr schlafend als wach ging sie zur Tür und öffnete.
„Hey! Guten Morgen“ Jo hatte die Augen immer noch halb geschlossen. Riss sie allerdings auf als Brian sie packte und küsste als ob sie sich jeden Moment in Luft auflösen würde. „Gu…….. Guten Morgen“ Jo musste erst einmal wieder zu Atem kommen.
„Na da scheint mir jemand noch nicht so ganz wach zu sein ,oder bin ich es der dich aus der Fassung bringt? Dann nehme ich das allerdings als Kompliment“ er grinste sie breit an. „ Zufälligerweise hab ich noch geschlafen bis du mich aus dem Bett geschmissen hast .“
„Es ist neun Uhr morgens.“
„Für mich ist es frühestens sieben. Du scheinst vergessen zu haben das ich etwas andere Arbeitszeiten habe als der normale Durchschnittsbürger“
„Deswegen bin ich ja da, den heute hast du frei“ „Ach wirklich? Und das hast du einfach mal so beschlossen?“ „Ja! Du hast die letzte Zeit sowieso zuviel gearbeitet. Und ich hab heut frei, also warum den Tag nicht nutzen?“ „Vielleicht hab ich ja heute schon was vor. Hast du daran schon mal gedacht?“
„Ach jetzt komm schon Jo. Bitte. Wann haben wir schon mal wirklich unbegrenzt Zeit für uns? Außerdem kann ich das was ich vorhabe ohne dich eh nicht umsetzen. Ich bin praktisch auf dich angewiesen“ Er sah sie so flehend an ,wie sollte man da nein sagen. „Also Gut“
Er sagte nichts, er nahm sie einfach in die Arme und presste seine Lippen auf ihre. Es begann ganz harmlos, doch schnell entwickelte sich mehr daraus. Zu viel für Jo. Brian hatte sie mit dem Rücken an den Türrahmen gepresst und seine Hand wanderte über ihre Wirbelsäule. Es war nicht so das sie ihn nicht wollte, ganz im Gegenteil, sie wollte ihn viel zu sehr. Und wenn er so weiter machen würde ,könnte sie nicht dafür garantieren das sie es ihm nicht doch erlauben würde. Und das wäre keine gute Idee ,auch wen sie beschlossen hatte die Zeit die sie zusammen hatten zu genießen so weit würde es nicht kommen. Sonst würde es ihr nur noch viel schwerer Fallen ihn gehen zu lassen ,und er würde gehen, das stand fest.
„Nicht. Bitte“ es war nur ein flüstern , da ihre Stimme heißer war. „Wieso?“ eine Hand immer noch auf ihrer Wirbelsäule und die andere in ihrem Nacken sah er ihr in die Augen , die Lippen nur Millimeter von ihren entfernt.
„Du weißt wieso“
Er seufzte und fuhr sich mit einer Hand genervt durch die Haare. „Also gut. Zieh dich an, damit wir loskommen“ „Dazu müsstest du mich allerdings loslassen“ „Mhmmm. Und was bekomm ich dafür?“
Sie gab ihm einen Kuss „Hier“
„Das kannst du doch besser oder“ er lächelte sie an. „Brian“ ihr ton klang vorwurfsvollen „gerade haben wir darüber gesprochen“
„Im Grunde hast nur du gesprochen und ich hab zugehört und akzeptiert. Aber ich will mich gar nicht beschweren.“ Fügte er schnell hinzu als er sah wie sich Jos Gesichtsausdruck veränderte. „Aber ich konnte es ja wenigstens versuchen“
Jetzt musste Jo lachen „ Also für Beharrlichkeit bekommst du die volle Punktzahl“
„Na wenigstens etwas. Und jetzt geh und mach dich fertig sonst stehen wir um zwölf noch hier rum“
Erst als sie bereits im Auto saßen kam ihr in den Sinn das sie überhaupt nicht wusste was sie eigentlich tun würden. „Sag mal wo fahren wir eigentlich hin?“
„Lass dich überraschen“ Brian lächelte vor sich hin. „Jetzt sei nicht albern, wir sind nicht mehr im Kindergarten“ „Warum den so ungeduldig. Magst du keine Überraschungen?“ „Nein, vor allem wenn ich nichts davon weiß“ „Das ist ja der sinn einer Überraschung, wo blieb den der Effekt wenn man vorher schon weiß das man überrascht wird. Das nimmt einem doch den ganzen Spaß“
„Es erspart einem aber auch jede Menge Stress, und kostet sehr viel weniger an Kraft und Nerven“
„Tja dann werd ich dir heut wohl auf die nerven fallen.“ „Mensch Brian, gib mir doch wenigstens einen kleinen Tipp“ „Also gut, Sagen wir es mal so, es ist etwas was jede Frau gerne tut“ „Na toll. Danke. Jetzt weiß ich aber bescheid“ „Gut, dann hätten wir das ja geklärt“ im Gegensatz zu Jos wurde Brians Laune von Minute zu Minute besser . „Sag mal liegt das eigentlich in deiner natur immer nur das negative zu sehen ?“
„Nein, ich bin einfach realistische. Und das leben ist nun mal nicht gerechte . Außerdem wird man so weniger enttäuscht. Wenn man damit rechnet das etwas schief geht oder weiß das es nicht funktionieren kann dann wird man nicht überrascht wenn es soweit ist. Und es wird bei weitem nicht so schmerzhaft“ Jo sah Brian von der Seite an . Er blickte konzentriert nach vorne und schlängelte sich geschickt durch den dichten Straßenverkehr. Man konnte allerdings sehen das sein Gehirn Arbeitet und zwar auf Hochtouren .
„Wir sprechen jetzt aber nicht mehr nur von dir“ es war kein frage sondern eine Feststellung „ Du rechnest also jetzt schon damit das dass mit uns nicht funktionieren wird und bereitest dich darauf vor“ „So könnte man es nennen ja“
„Und warum dann überhaupt zusammen sein?“ „Wie bitte?“
„Warum triffst du dich überhaupt mit mir ,wenn du sowieso damit rechnest das es zu ende geht und der Meinung bist das wir keine Zukunft zusammen haben ? Es wäre doch viel einfacher für dich wenn sich erst gar nichts entwickelt“
„ Da sich bereits etwas entwickelt hatte, und warum die Zeit die uns bleibt nicht nutzen und genießen .Es macht es doch nur schöner wenn man weiß das es nicht für immer ist, da wird man sich der Bedeutung von einzelnen dingen und Momenten viel deutlicher bewusst.“ Ihre stimme war vollkommen gelassen. „Das kann nicht wirklich deine Meinung sein“ seine Hände umklammerten das Lenkrad so fest das die Knöchel weiß hervortraten .
„Doch Brian ist es. Hör zu , ich will mich nicht mit dir streiten“ „Ich auch nicht“ trotzdem schwiegen sie für den Rest der Fahrt beide mit ihren Gedanken beschäftigt.
„Das kann doch nicht dein ernst sein“ Jo konnte sich das lachen nicht verkneifen.
„Natürlich ist das mein Ernst. Ich hab doch gesagt es ist etwas das jede Frau gerne tut. Oder willst du mir jetzt sagen das du nicht gerne shoppen gehst“ seine Laune war noch nicht wieder ganz hergestellt aber sie befand sich bereits auf dem weg der Besserung. „Natürlich geh ich gerne einkaufen schließlich bin ich auch nur eine Frau, aber ich erlaube mir diesen Luxus nur selten. Meine Kreditkarte verkraftete das nicht so oft wie ich gerne möchte. Außerdem fehlt mir oft einfach auch die Zeit und Lust“ Jo musste noch immer lachen .
„Na da hab ich wohl mal was richtig gemacht“ jetzt konnte auch Brian wieder lachen.
„Freu dich lieber nicht zu früh. Du weißt nicht was es heißt mit mir einkaufen zu gehen.“
„Aber ich bin scharf drauf es raus zu finden“ er nahm ihre Hand. Und Jo verschränke ihre Finger mit seinen als ob es das natürlichste der Welt wäre.
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Jo liebte das Einkaufscenter .Nicht etwa weil sie einfach gern einkaufen ging . Nein , es war die Atmosphäre hier drin alles war voller Menschen und sie würden nur Zwei weitere sein und nicht im geringsten auffallen sie würden einfach in der Masse untergehen. Man konnte sich einfach treiben lassen, es war nicht nötig nachzudenken ,es reichte aus wen man sich treiben ließ. Außerdem war einkaufen eine äußerst entspannende Sache . Man blieb einfach stehen wenn einem etwas gefiel schaute es sich an und kaufte es .Auch wen man es vielleicht nur zu einem einzigen Anlas oder auch nie tragen würde. Allein das Gefühl etwas neues und schönes erworben zu haben hob ihre Stimmung und versetzte sie in diese Euphorie die viel auch als Kaufrausch bezeichnete. Doch das war es in ihrem fall wirklich nicht. Jo ließ sich nicht unbedacht hinreißen. Wenn es nur kleine Sachen wahren war das natürlich etwas anderes . Doch wen der Preis ihrer Meinung nach zu hoch ausfiel wog sie genau die vor und nachteile ab bevor sie das Teil letztendlich kaufte oder nicht.
Bei Brian war das etwas anders .Er war gern unter Leuten doch große Menschenmaßen hatte er in seinem Beruf genug des halb ging er ungern in großen Shoppingcentern einkaufen. Er ging sowieso nicht gerne einkaufen. Es war nicht so das er keinen Spaß daran hatte. Es war ihm einfach zu aufwendig ständig musste man sich entscheiden. In welcher Farbe sollte das Hemd oder die Hose sein wie sollte es geschnitten sein .Wenn man diese Fragen dann endlich alle geklärt hatte blieb einem meist nicht mehr viel Auswahl übrig. Und Brian machte bei seiner Garderobe ungern abstriche, das war etwas das ihm wichtig war. Und so ging er nur dann einkaufen wenn er wirklich neue Sachen brauchte oder wie Heute noch Geschenke einkaufen musste. Doch er war sich ziemlich sicher das dass ganze mit Jo an seiner Seite einen ganz neuen Reiz bekommen würde.
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Brian sollte recht behalten. Mit Jo machte einkaufen wirklich richtig spaß . Es faszinierte ihn, oder besser gesagt Jos Reaktionen faszinierten ihn. Das war ein Seite die er an ihr nicht vermutete hätte. Sie die sonst immer so pragmatisch dachte konnte stunden damit verbringen Kleider anzuprobieren und sich im Spiegel zu beobachtet und bekam einen Gesichtsaudruck der ihn an ein Kind im Süßigkeiten Laden erinnerte. Sie hatte nicht untertrieben als sie behauptet hatte er wüsste nicht worauf er sich einlass, doch das tat sie ja nie. Das war euch eine Sache die ihm an ihr so gefiehl .Jo neigte kein bisschen zu Übertreibungen oder Theatralisierung wie die meisten . Wenn sie viel sagte, dann meinte sie auch viel, das war etwas was Brian wirklich zu schätzen wusste. Sie hätte ihn allerdings vorwarnen müssen als sie ihn in einen Schuhladen schleppte. Brian hatte gedacht den Hauptteil hätte er überstanden bis er merkte das Kleider nichts im vergleich zu Schuhen waren. Jo brach regelrecht in Freudenschreie aus wenn sie ein paar entdeckte das ihr gefiel. Er hatte es aufgegeben ihr zu folgen oder Kommentare abzugeben . Jo schien ihn sowieso nicht wahrzunehmen sie war in ihrer eigenen Welt. Er hatte vorher nie darauf geachtet was sie trug, doch jetzt viel ihm auf das sie zu klassischen schlichten Sachen griff denen man aber ansehen konnte das sie teuer wahren, so schlicht die Kleidung auch war mit ihren Schuhen setzt sie doch Akzente. Brian gefiel ihr stil, passte er doch so überhaupt nicht zu seinem. Er bevorzugte legere Kleidung und fühlte sich in Jeans und T-Shirt am wohlsten. Es erschien ihm sowieso so also ob es zwischen ihnen nur Gegensätze und keinerlei Gemeinsamkeiten gab sie waren total unterschiedlich und er wusste nicht was er davon halten sollte. Doch eigentlich war es auch egal. Hieß es nicht immer Gegensätze ziehen sich an. Und machte es nicht genau das interessant, er liebte Jo weil sie war wie sie war, nämlich total anders als er und alle andern. „Meine Füße bringen mich um“ Jo lehnte sich an Brian der ihr einen Arm um die Schulte gelegt hatte.
„Hunger?“ er gab ihr einen Kuss aufs Ohr. „Und wie“
„Nach was stände uns den der Sinn?“
„Ist mir eigentlich egal. Such du aus“
„Isst du gerne Scharf“
„Nein, Ich liebe scharfes essen, ist bloß die Frage ob du da mithalten kannst“
„Soll das etwa eine Herausforderung sein ?“ „Da kannst du aber drauf wetten. Aber vorher.“ Sie bekam wieder diesen Gesichtsaudruck. Brian wusste dass das nichts gutes heißen konnte. Und schon hatte sie ihn an ein weiteres Schaufenster gezogen. Und wie sollte es anders sein es befanden sich Schuhe darin.
„Oh Brian die sind wundervoll“ sie zeiget auf ein paar Knallrote High Heels die nur aus einer Sohle und Absätzen zu bestehen schienen. Doch dann sah er genau hin und er kannte das noch schmale durchsichtige Riemchen an Verse und Zehen angebracht waren, es war ihm zwar schleierhaft wie man in so etwas laufen konnte doch er war ja auch nur ein Mann.
„Die muss ich anprobieren. Ja?“
„Hab ich überhaupt eine Wahl?“ er guckte so gequält das Jo lachen musste.
„Eigentlich nicht, aber ich verspreche dir es dauert auch nicht lange. Dan können wir essen gehen“
„Na dann geh schon , ich warte solange hier draußen“ „Dankeschön“ sie gab ihm einen schnellen Kuss „du bist der Beste“ und schon war sie verschwunden.
Es dauerte gar nicht so lange wie Brian befürchtete hatte, bereits nach einer Viertelstunde kam sie wieder raus. Allerdings ohne die Schuhe.
„Das ging aber schnell. Und ohne Schuhe, was ist den bitte da drin passiert. Ich hätte darauf Gewettet das du die mitbringst“
„Ich mag vielleicht einen Schuhtick haben und bin kurzzeitig nicht mehr zurechnungsfähig. Aber so weit geht mein Wahnsinn dann doch nicht. Die hätte ich mir nicht leisten könne. Du kannst dir gar nicht vorstellen wie schwer es mir gefallen ist sie wieder ins Regal zurück zu stellen. Die Passten wie angegossen. Aber 350 Euro kann selbst ich nicht für ein par Sandaletten aufbringen.“ „Armes Baby“ er nahm sie in die Arme. „Können wir jetzt essen gehen?“
„Scharf drauf die Wette zu verlieren“
„Ich kann’s kaum er warten“
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Letztendlich musste sie sich dann doch geschlagen geben. So Scharf konnte kein Mensch essen. Ihr standen bereits die Schweißperlen auf der Stirn und ihr Rachen brannte wie Feuer doch Brian aß als ob nicht das geringste wäre. „Du solltest es mal mit Milch probieren“ schlug Brian ihr vor „das neutralisiert die Schärfe“
„Du bist doch nicht normal, das kann kein Mensch essen“ „Gibst du dich etwa geschlagen?“
„Mit dem größten vergnügen, da macht einem das essen ja keinen Spaß mehr“ Doch als sie die Milch getrunken hatte ging es ihr tatsächlich besser.
„Sagmal wärst du auch mit mir einkaufen gegangen wenn du gewusst hättest wie es ausgehen würden?“ „Mir bleibt ja nichts anderes übrig“ sieh sah ihn verwirrt an. „Bist du fertig? Können wir gehen?“ sie nickte nur . Gemeinsam verließen sie das Restaurant. „Hast du alles was du brauchst?“
„Gebraucht hätte ich eigentlich sowieso nichts, aber um auf deine Frage zu Antworten Ja ich habe alles. Mein Bankkonto macht sowieso nicht mehr mit. Erklärst du mir jetzt warum dir nichts anderes übrig bleibt“
„Naja ,wie dir vielleicht schon aufgefallen ist haben wir den 18 Dezember ,auch wenn das Wetter nicht darauf schließen lässt“ es hatte noch nicht einmal geschneit , und die Temperaturen waren dafür das es tiefster Winter war auch erstaunlich milde. „Ja und?“ sie wusste immer noch nicht worauf er hinaus wollte. „Naja bekanntlich ist ja am 24 Weihnachten, und da beschenkt man sich ja traditionell . Da ich allerdings auch bloß ein Man bin habe ich meine Geschenke noch nicht zusammen. Und da mein Flieger bereits übermorgen geht, und ich keine Lust habe zu Hause auch noch Zeit mit einkaufen zu verschwenden muss ich es wohl oder übel heute erledigen“
Jo war still. Das Thema Weihnachten hatte sie sorgfältig vermieden, die ganze Zeit über. Es war auch nicht schwer das zu verstehen schließlich würde sie am Weihnachtsabend ,und die Feiertage danach alleine zuhause sitzen und der Gedanke daran stimmte sie traurig.
„Hey alles in Ordnung?“ Brian war stehen geblieben und hatte ihr eine Hand unters Kinn gelegt . Er sah ihr in die Augen „Natürlich, was soll den sein?“ Jo gab sich gespielt fröhlich. „Lüg mich nicht an, das kannst du nämlich nicht sonderlich gut. Irgendwas ist, und das war vor zwei Minuten noch nicht“ Jo gab auf, was hatte es auch für einen Sinn wen sie sich deswegen Stritten „Es ist nur dieser ganz Tumult um Weihnachten“ er sagte nichts , er wartete einfach das sie weiter sprechen würde. „Mein Weinachten wird diese Jahr einfach nicht so sonderlich toll“ „Wegen deinem Vater?“
„Es ist einfach komisch ohne ihn, und wenn ich jetzt dran denk das ich an Weihnachten ganz alleine sein werde trägt das nicht gerade zu guter Stimmung bei“ sie sah so traurig aus. „Komm mit mir“
„Wie bitte?“
„Komm mit zu mir nach Hause, feiere Weihnachten mit mir und meiner Familie“
„Das kann ich nicht machen Brian“
„Warum nicht“
„Weihnachten sollte man zusammen mit seiner Familie verbringen, das ist etwas sehr intimes, ich kann mich dann nicht einfach reindrängen ich würde euch nur stören und mir vollkommen fehl am Platz vorkommen“
„Ist Weihnachten nicht auch das Fest der Liebe? Sollte man es nicht mit den Menschen verbringen die man Liebt? Ich liebe dich, und möchte dich bei mir haben. Und da ich dich ja eingeladen haben würdest du dich überhaupt nicht dazwischen drängen“ Jo wusste nicht was sie sagen sollte. Ihr stand einfach der Mund offen. Brian musste lachen ,sie sah so verdutzt aus. Er nahm sie in die Arme und drückte sie fest an sich. „Ich liebe dich, Jo. Komm mit mir“ er flüsterte ihr die Worte ins Ohr. Und ein weiters mal grub sich Hoffnung in ihr Herz. Sie sollte nicht mit ihm fahren, es gab tausend gute Gründe es nicht zu tun , auch wenn sie beschlossen hatte die Zeit zu Zweit zu genießen, das würde zu weit gehen ihr Herz und ihr verstand würden sich daran erinnern und sich erneut Hoffung auf eine gemeinsame Zukunft machen die es nicht geben würde. Sie sollte Nein sagen ,doch stattdessen nickte sie nur mit dem Kopf.
Sie war sich immer noch sicher das es keine gute Idee war mitzufahren doch jetzt konnte sie keinen Rückzieher mehr machen. Brian würde sie jeden Moment abholen. Sie versuchte sich die positiven Sachen vor Augen zu halten. Sie wäre an Weihnachten nicht alleine und nach Amerika wollte sie sowieso schon immer mal. Allerdings gab es immer noch fragen die sie nicht beantworten konnte. Wie sollte sie sich da drüben den verständigen, sie sprach zwar gut englisch doch mit dem Amerikanischen Akzent war sie nie sonderlich gut zu recht gekommen ihr lag das Britische englisch mehr. Was würde seine Familie denken wenn er sie einfach so mitbrachte, sie würden sie beide doch bestimmt für ein paar halten ,was sie ja im Grunde nicht waren .Auch wen Brian immer noch behauptete sie zu lieben. Wo würde sie schlafen? Was wenn sie ein Zimmer zusammen hatte. Das würde sie nicht durchstehen. Sie musste jetzt schon ihre gesamt Selbstbeherrschung aufbringen wenn er sie küsste. Wenn sie zusammen in einem Bett liegen würden könnte sie ihn nicht länger abweißen, das wusste sie. Sie hatte ihn vom ersten Moment an gewollt, und wenn die dinge anders gestanden wären hätte sie auch mit ihm geschlafen doch so konnte sie nicht, das musste sie für sich behalten. Sonst könnte sie ihr Herz gar nicht mehr losreißen. Sie hatte es sowieso schon an ihn verloren.
Doch dann riss das Hupen seines Wagens sie aus ihren Gedanken. Jo nahm ihr Reisetasche schloss die Haustür hinter sich ab und stieg zu Brian ins Auto.
„Hey“ er küsste sie. Und mit einem mal waren all die Fragen und negativen Gedanken vergessen. Sie konnte nichts anderes mehr empfinden als Freude, und Liebe.
„Hi“ diesmal war sie es die ihn an sich zog und Brian mit solcher Leidenschaft küsste das sie beide bereits nach kurzer Zeit außer Atem waren.
„Hätte ich gewusst das du mich so empfängst wäre ich schon viel früher gekommen und hätte die Gunst der Stunde genutzt“ „Jetzt strapazier dein Glück mal nicht über“ obwohl es ihr ernst mit dieser Aussage war musste sie trotzdem lachen. „Also gut, dann fahren wir mal lieber bevor der Flieger noch ohne uns geht“ ein hauch von Wehmut lag in seiner Stimme. Zufrieden mit sich und der Welt lehnte Jo sich an seine Schulter und schloss die Augen .
Sie hatte gar nicht gemerkt das sie eingeschlafen war , doch als sie die Augen wieder aufschlug waren sie bereits am Flughafen angekommen und Brian suchte eine stelle wo er den Wagen parken konnte.
„Na Dornröschen ausgeschlafen?“
Er dreht leicht den Kopf und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. „Du kannst im Flugzeug weiterschlafen“
„Nicht nötig. Ich bin wach. Wie lange hab ich den geschlafen?“ sie war noch etwas verwirrt
„Ich würde sagen etwa eine Stunde, oder auch länger“ „So lange? Warum hast du mich nicht geweckt?“ „Was hätte ich den für einen Grund gehabt das zu tun? Du warst sowieso schon aufgeregt genug wegen all dem hier und es schien mir so als ob du die vergangenen zwei Tage nicht sonderlich viel Schlaf abbekommen hast. Außerdem ist es äußerst Interessant dir beim Schlafen zu zuhören. Du sprichst nämlich. Erst hab ich gedacht das du wieder aufgewacht bist, doch dann hast du so ruhig und friedlich weiter geatmet das du unmöglich wach sein konntest.“
Das war ihr neu. Jo wusste zwar das sie im Schlaf gelegentlich einzelne Worte von sich gab ,doch irgendetwas in Brians Augen verriet ihr das es diesmal mehr gewesen sein musste als nur ein Einfaches Ja oder Nein. Und sie hatte angst das sie zu viel gesagt haben könnte.
„Was hab ich den erzählt?“ ihre stimme zitterte. „Nun du hast von deinem Vater gesprochen und von deinem Bruder. Sie fehlen dir.“ Sein Ton drückte Verständnis aus. „Und das war alles?“ Jo war erleichtert.
„Nein. Du hast noch etwas gesagt“ jetzt strahlten seine Augen und er lächelte diebisch.
„Was?“ erneut stieg die Panik in ihr hoch . Oh Gott sie hatte ihm doch hoffentlich nicht gesagt das sie ihn liebte. „Naja, du hast meinen Namen gesagt“
„Und“
„ Du hast mich gebeten dich nicht zu verlassen“ seine Augen blickten traurig zu ihr hinunter. Mittlerweile hatten sie den Check In Schalter erreicht. So das ihnen keine Möglichkeit mehr zum weiterreden blieb. Also mussten sie sich beide gedulden .Um Antworten auf ihre Fragen zu erhalten.
Jo gab das ein paar Minuten Zeit um das ganze zu verarbeiten und sich eine plausible Erklärung für ihre Worte auszudenken. Immer hin war es nicht ganz so schlimm gekommen wie sie erwartet hatte. Natürlich war es immer noch alles andere als lustig, doch die größte Katastrophe war Gott sei Dank noch nicht eingetreten. Sie würde einfach in Zukunft drauf achten müssen nicht mehr zu schlafen wenn er in ihrer Nähe war. Und das sollte wohl nicht so schwer sein. Jetzt musste sie ihm nur noch ihre Erklärung verkaufen. „Jo“ Brians stimme riss sie aus ihren Gedanken „Ja?“ sie blickte ihn Fragend an.
„Unser Flug wurde aufgerufen, wir müssen los“ Erst jetzt viel ihr ein das sie überhaupt nicht wusste wo sie hin Flogen. Sie hatten nie über Brians Herkunft gesprochen. „Sag mal Brian wo geht’s eigentlich hin?“ „Lass dich überraschen“ er grinste schon wieder so überheblich. „Ach komm schon ,du weiß genau das ich das nicht leiden kann“ „Hättest du gerade aufgepasst dann wüsstest du jetzt auch wo wir hin fliegen, aber da du mal wieder am grübeln warst hast du das auch verpasst“
Jo zog eine Schnute und schmollte währen Brian sie zu ihrem Platz in der Maschine Führte. Großzügig überließ er ihr den Platz am Fenster. Sie schwiegen bis das Flugzeug gestartet war und die Anschnalllämpchen verloschen.
Dan er griff Brian das Wort. „Um noch mal auf unser Gespräch von vorhin zurück zu kommen“ setzte er an
„Ich wüsste nicht was es da noch zu sagen gäbe“ gab sie eine Spur zu heftig zurück.
„Jetzt sei bitte nicht Kindisch“ in seiner Stimme schwankte ein Leicht strenger ton mit. Worauf hin Jo sich sogleich schlecht fühlte. Wie ein Kind das vom Vater gescholten wurde. Aber sie benahm sich schließlich auch wie eins. Saß hier und schmollte wie ein Kleinkind dem man nicht sagen wollte was es zu Weihnachten bekam. „Tut mir leid“
„Ist schon in Ordnung. Ich sollte mich wohl auch entschuldigen. Es war nicht fair dich bei schlafen auszuhören und es dir dann noch unter die Nase zu reiben. Aber du musst verstehen wie das für mich war. Ich hab mich so riesig gefreut, freue mich noch immer. Doch gleichzeitig tut es mir auch unglaublich weh. Verstehst du was ich meine“
„Nicht genau“
„Wie soll ich dir das erklären. Ich freue mich, weil du mich offensichtlich bei dir haben willst und ich wohl doch eine Rolle in deinem Leben habe, auch wenn du das immer so sehr zu verleugnen versuchst. Aber deine Stimme“ er schluckte „ die klang so traurig und verzweifelt, ich konnte deinen Schmerz praktisch hören konnte. Das tat mir weh. Aber noch viel schlimmer war deine Angst. Du hast wirklich Angst das ich dich noch mal so verletzten könnte, obwohl ich dir so oft versichert habe das es nicht mehr passieren wird. Das du mir nicht vertrauen kannst ist noch viel schlimmer zu ertragen.“ Sein Gesicht war eine einzige Miene des Leidens. Jo hatte ihre Erklärungen vergessen, es war unwichtig geworden. Es gab nichts was sie sagen konnte, den Brian hatte genau das ausgedrückt was sie fühlte und was ihren Kopf Tag und Nacht beschäftigte. Doch so konnte sie ihn nicht sitzen lassen, das war nicht fair, sie hatte immer Angst das er ihre wehtun würde, doch jetzt hatte sie ihm wehgetan, Jo wollte ihm etwas geben das ihn aufheiterte und ihn von den Trüben Gedanken die er offensichtlich hatte ablenkte.
Doch sie wusste nicht wie, also begnügte sie sich damit ihren Kopf auf sein Schulter zu legen. Automatisch legte Brian ihr einen Arm um die Schulter und zog sie dichter an sich ran. Keiner sprach etwas, sie blickten Stumm aus dem Fenster und hingen ihren Gedanken nach, solange bis sich die Müdigkeit wieder über Jo senkte. Sie wollte aber nicht Schlafen, es war zu gefährlich für sie, also kämpfte sie dagegen an verlor aber innerhalb weniger Minuten.
Als sie wieder wach wurde begannen die Stewardessen gerade mit dem verteilen des Essens, und Jo merkte wie hungrig sie eigentlich war. Sie setzte sich auf und fuhr sich mit der Hand über die Haare um sie zu glätten.
„Dafür das du eigentlich wach warst, hast du noch mal gute 1,5 Stunden geschlafen“ Brians stimme war jetzt wieder ruhig und normal , so wie sie es gewohnt war. Und auch in seinen Augen konnte sie nichts mehr von den Anzeichen des Schmerzes welcher vorhin so offensichtlich darin gestanden hatte , erkenne. Jo wollte ihm trotzdem noch etwas sagen, doch es fehlten ihr immer noch die Wort. Also beschränkte sie sich darauf „Warst du die ganze Zeit wach?“ es sollte eine bloße Erkündigung sein wie er die Zeit verbracht hatte, doch sie merkte schnell das er es in den falschen Hals bekommen hatte. Den sein Gesichtsaudruck veränderte sich schlagartig. Und er blickte sie verärgert an. „Nein, keine Angst, ich bin wohl kurz nach dir eingeschlafen und auch erst vor ein paar Minuten wieder aufgewacht, ich hab also nichts gehört was nicht für meine Ohren bestimmt war.“ „So,……..“ Sie schluckte. „So hab ich das nicht gemeint“ „Und doch hast du daran gedacht oder etwa nicht“ „Nein, hab ich nicht.“ Und das entsprach diesmal der Wahrheit „Hör zu Brian. Es tut mir leid.“
„Was tu dir leid, das du fühlst wie du fühlst?“ „Ja, in gewisser weise schon. Es ist nun mal wie es ist, Brian, und ich kann es nicht ändern, ich will es auch gar nicht. Ich hatte nur immer Angst das ich die bin der weh getan wird, doch diesmal hab ich dich verletzt, und das ist nicht fair.“
„Nein, das ist es allerdings nicht, irgendwie haben wir die Angewohnheit uns immer gegenseitig weh zu tun ,obwohl wir doch gerade das unbedingt vermeiden wollten. Lass uns doch einen Packt schließen, solange wir in New York sind denken wir mal an nichts anderes als an die Gegenwart, keine vorhergegangenen 3Monate, keine Zukunft wir leben einfach nur in den Tag hinein und sehen wohin uns das führt, wen wir wieder hier sind können wir dann entscheiden wie es weiter gehen soll.“ Er machte ein Pause und schluckte „ob es weiter gehen soll. Gib uns einfach die paar Tage eine Chance , sieh es wegen mir als eine Art Testlauf.“ Jo schwieg, in ihr rumorte es viel zu sehr um zu Antworten. Ihr Kopf sagte ihr laut, klar und deutlich das sie nicht vergessen durfte auch nicht für ein paar Tage, das erinnern würde ihr dann viel zu schwer fallen und alles würde wieder von vorne beginnen. Doch auch ihr Herz trug seinen Teil zu dem inneren Konflikt bei. Es schrie förmlich nach vergessen und der Intimität die Brian ihr anbot zumindest für die kurze Zeit. Es lag auf der Hand was das beste wäre sowohl für ihr Herz als auch für ihren Kopf, doch Jo hatte bereits viel zu lange immer nur auf ihren Kopf gehört nun wollte sie einen neuen Weg einschlagen und vielleicht war dies sogar der bessere. „New York also“
5 Kapitel
New York war unvergleichlich, als sie mit dem Taxi durch die Strassen fuhren war sie so fasziniert das sie sogar ihre Nervosität vor dem bevorstehenden Treffen mit Brians Familie vergas. Erst als sie vor einem noblen kleinen Stadthaus hielten wurde sie sich wieder bewusst was jetzt gleich auf sie zukommen würde. Trotzdem war sie beeindruckt.
„Wow, hier bist du aufgewachsen, da könnte man ja glatt neidisch werden“ Jo legte den Kopf in den Nacken und sah an der Fassade hoch.
„Nein, meine Eltern sind erst vor 2 Jahren hierher gezogen“
„Es ist trotzdem toll“
„Freut mich das es dir gefällt. Bereit?“
„Nein, kein bisschen“
„Keine Angst, dir tut schon niemand was, außerdem bin ich ja auch noch da.“ Brian legte ihr den Arm um die Schulter und zog Jo dichter an sich ran.
„Irgendwie macht das, dass ganze nicht besser“ „Das versteh ich jetzt nicht ganz“ das konnte er auch nicht, und wie sollte Jo ihm erklären das eigentlich er das Problem war wo sie doch gerade erst beschlossen hatten mal alles zu vergessen. „Ach vergiss es einfach, so schlimm wird’s schon nicht werden. Also gehen wir oder sollen wir ewig hier draußen stehen bleiben“ Brian blickte sie immer noch verwirrt an, doch er ließ es drauf beruhen. „Na dann mal los“ Er nahm sie bei der Hand und führte sie zur Tür. Brian hatte kaum auf die Klingel gedrückt als die Tür auch schon aufging und Jo einfach der Mund aufklappte. Brians exaktes Abbild kam aus der Tür und Umarmte ihn. Dan wandte er sich ihr zu, und sie war einfach viel zu verblüfft um irgendwas zu sagen .Brian, und sein Doppelgänger standen nebeneinander und lächelten sie an.
Brian genoss es Jo so offensichtlich überrumpelt zu sehen, er hatte ihr mit Absicht nichts davon erzählt. Er wollte einfach ihr Gesicht sehen , und das war es wirklich wert gewesen, sie schaute so verdutzt das er sich nur sehr schwer das lachen verkneifen konnte. „Sagmal, wen hast du den da mit gebracht“ sein Bruder hatte ihn mit Absicht in ihrem Kanadischen Heimatakzent angesprochen, da er genau wusste das kein Mensch sie so verstehen würde. Und auch Brian war dankbar darüber , so konnte er wenigsten kurz seinem Bruder ins Gewissen reden.
„Sei bloß nett zu ihr, hörst du“
„Jetzt komm schon Brian, ein paar mehr Einzelheiten wären schon nicht schlecht“
„Nicht jetzt, außerdem geht dich das gar nichts an“ „Ach hör doch auf, wir sind Zwillinge Brian, ich krieg es Ja sowieso raus, das weist du ganz genau“