
Menschliches, Allzumenschliches: Ein Buch für freie Geister
von Friedrich Nietzsche

Neapel, Donnerstag, 18. Juli 1647: Über den Largo di Palazzo zieht der Trauerzug für den erschlagenen Fischer Masaniello, während im Schloss Vizekönig Rodrigo de Arcos und Erzbischof Ascanio Filomarino darüber streiten, ob die wieder erhobene gabella den Aufstand von neuem entzündet. Auf dem Ball desselben Abends tanzt die noch nicht fünfzehnjährige Kaufmannstochter Mirella Scandore allein eine Tammuriata, verlobt mit dem Neffen des Vizekönigs, während ihr Bruder Dario längst weiß, dass das Gemetzel nicht zu Ende ist. Über Santa Lucia steht schon der erste Feuerschein. Annemarie Nikolaus erzählt, wie Neapel in seine kurze Republik hineinrutscht.