Kreuz und Quer: Zweiter Band
Viertes Kapitel. Bill »zu Hause.«
»Hell!« sagte Tom, als er mit ihr wegging, und sein Gesicht verzog sich zu einem breiten Grinsen. »Das ist doch rein zum Todtschießen – und er kennt sie gar nicht?«
»I Gott bewahre!« lachte Bob – »das Kind ist höchstens acht oder neun Monat alt, und seit drei Jahren fahre ich jetzt mit Bill zusammen. Ehe wir auf die Martha's-vine-yard gingen, waren wir Beide auf einem Newyorker Packetschiff, das zwischen dort und Southampton fuhr, und ich weiß genau, daß dies seine erste Fahrt in die Südsee ist.«
»Wunderbar!« sagte Tom noch einmal, voller Erstaunen, »wie geschwind ein Mensch zu einer Frau kommen kann, und noch dazu gleich zu einer braunen.«
Es blieb ihnen aber nicht mehr viel Zeit zu weiteren Betrachtungen, denn sobald sich die Menschenmenge überzeugt hatte, daß der Frau ihr Recht geschehen war, bekümmerte man sich auch um die übrige Mannschaft, die hungrig und durstig an ihre Küste gekommen war. Das gutmüthige Volk wollte sie jetzt erquicken, und man forderte sie nun von allen Seiten auf, mit in die Stadt zu kommen und zu essen und zu trinken. Bob aber wie der Bootssteuerer wollten das nicht eher thun, als bis sie auch ihr Boot, oder wenigstens was darin lag, gesichert hatten, denn Ruder wie Segel sind immer verführerische Dinge zum Stehlen, die man nicht über Nacht frei durfte draußen liegen lassen. Oben an der Landspitze sahen sie aber ein Wachtlokal der Soldaten, und ohne weiter Jemanden um Erlaubniß zu fragen, stiegen sie in ihr Boot, nahmen Ruder, Dollen und Segel heraus, zogen das Boot dann hoch auf den Strand hinauf und trugen das Geräth nun mit dem Uebrigen die Uferbank hinauf und in die Wacht hinein. Dort stellten sie es ein und waren nun bereit, ihren gastlichen Wirthen zu folgen, wohin man sie eben führen würde.
Vi e r t e s K a p i t e l .
Bill »zu Hause.«
Indessen hatte sich aber auch der Himmel dicht umwölkt und der »tägliche Regen« fing an einzusetzen, der in einem soliden Schauer – daß man gar keine Tropfen sah und nur feste Wasserschnüre zur Erde hingen – von oben niederschüttete. Die Straße selber bestand auch eigentlich nur aus weichem Schlamm, in dem sich die Eingebornen – wie die Krabben in ihren Manglarensümpfen – mit ihren bloßen Beinen ganz behaglich herumbewegten und darin zu Hause zu sein schienen; aber die Fremden bemerkten auch, daß selbst die Gebäude einem solchen Klima entsprechend aufgerichtet waren. Es sah aus, als ob die ganze Stadt in dem furchtbaren Morast auf Stelzen herumging, denn alle Häuser standen auf langen dünnen Pfählen und besaßen natürlich nur eine Etage, zu welcher dann eine schmale Leiter oder auch wohl nur ein rechts und links eingekerbter und angelehnter Baumstamm hinaufführte. Uebrigens wimmelte es in dem ganzen kleinen Ort von Soldaten oder wenigstens Bewaffneten, und da ihr Dolmetsch sie jetzt in seine eigene Wohnung führte, um sie dort, wenigstens für die erste Nacht, unterzubringen, erkundigte sich der Bootssteuerer nach der Ursache solch' kriegerischer Bewegung, die ihm auch mit wenigen Worten gegeben wurde.
Das Land war in Aufruhr – wie sich das eigentlich von selbst verstand, denn Neugranada, vor allen südamerikanischen Republiken, scheint die Revolution in Permanenz erklärt zu haben. Der Staat ist außerordentlich ausgedehnt, mit fast keinen Verbindungswegen im Innern, da die ewigen Regen den Boden stets aufgeweicht halten; dadurch scheiden sich die Interessen der Küstenstädte und des innern Landes auf das Schärfste ab, so daß der eine Theil stets Ursache zur Unzufriedenheit behält, sobald man sie unter e i n Gesetz bringen will. Hat aber wirklich ein General oder Präsident einmal über die feindliche Partei gesiegt und das Land, wie er glaubt, erobert, und sich eben in einer großen Stadt festgesetzt, so bricht an einem andern Punkt sicher wieder eine neue Revolution los, und der Tanz beginnt von Frischem.
Dießmal hatte Mosquera, während er im Innern die Hauptstadt Bogota eroberte, durch ein paar kleine, zu Kriegsschiffen umgewandelte Küstenschooner die am Meeresstrand gelegenen Hauptplätze Neugranadas, Buenaventura und Tumaco besetzen lassen, und die Fahrzeuge waren dann wieder in See gegangen – angeblich um Panama zu nehmen; in Buenaventura wußte man wenigstens nichts Weiteres darüber. Sobald sich aber die Schiffe entfernt hatten, brachen die Godos oder Adlingen, die Gegenpartei Mosquera's, in einer starken Guerillabande aus dem Innern vor, besetzten Buenaventura, füsilirten eine Anzahl der obersten Beamten Mosquera's und brachten zugleich wieder einen Schwarm von Jesuiten in die Stadt, denen Mosquera das Land verboten hatte.
So standen die Sachen jetzt; die Godos waren Herren in Buenaventura, und als man heute das Boot anrudern sah, hatte sich das Gerücht verbreitet, Mosquera's Schiffe kehrten zurück. Man hielt es ja nur für einen Vorläufer der Flotte und fürchtete natürlich, in einen neuen Kampf verwickelt oder vielmehr zu einer neuen Uebergabe gezwungen zu werden, denn Kämpfe hatten eigentlich noch gar nicht stattgefunden, da die Bewohner von Buenaventura mit ihren schilfgedeckten Häusern weder eine Beschießung noch einen Sturm gegen solch' gefährliches Material abwarten durften.
Ueberhaupt herrschte eine große Unruhe in der Stadt, denn in diesen Zeiten, wo die Sieger oft in einem Monat zwei- oder dreimal wechselten, war Niemand seines Eigenthums, ja seines Lebens sicher, und gern hätten die friedlichen Bewohner der kleinen Stadt Mosquera oder Herran oder irgendwen – es blieb sich ja vollkommen gleich – zum Präsidenten angenommen, wenn damit nur Frieden und Ruhe gewesen wäre. Aber Gott bewahre – was half es ihnen, daß sie dem einrückenden Sieger freundlich entgegenkamen, und weiter nichts von ihm verlangten als Schonung der Stadt? Von der Gegenpartei wurde ihnen das als Verrath und Treubruch ausgelegt, und wenn sie sich wieder oben wußte, hielt sie sich auch in ihrem vollen Recht, Vergeltung zu üben, das heißt zu brandschatzen und zu plündern, ja sogar Einzelne erschießen zu lassen oder in's Gefängniß zu werfen.
Die Südamerikaner sind nun, was Revolutionen anbetrifft, ein außerordentlich langmüthiges Volk und eigentlich auch an Revolutionen so gewöhnt, daß sie dieselben als vollkommen natürliche Ereignisse betrachten. Diesmal aber wurde den Neu-Granadiensern die Sache doch zu arg, denn das Kriegsglück zwischen den beiden Parteien hatte zu oft herüber und hinüber geschwankt, und da Mosquera sich besonders ihre Sympathie gewonnen, so neigten sie schon im Innern weit mehr zu der sonst nicht eben sehr beliebten Militairherrschaft des alten tapfern Generals hinüber. Trotzdem mußten sie sich aber, wenigstens für die nächste Zeit, den Umständen beugen und gegen die gerade siegreichen Godos freundlich sein, wenn sie sich nicht deren Rache und Uebermuth aussetzen wollten.
Die Ankunft der fremden Matrosen war übrigens dem gerade bestehenden Regiment nicht unangenehm, denn fünf kräftige Fremde, die besonders gut mit Schießwaffen umzugehen wußten – wie man das von Europäern oder Amerikanern immer voraussetzt – konnten ihnen in einem vielleicht bald wieder bevorstehenden Kampf von größtem Nutzen sein, besonders wenn je wieder einer der kleinen Schooner ansegeln und die Stadt bedrohen sollte. Deshalb zeigten sich die Behörden auch freundlich gegen sie, und Don Manuel, wie ihr kleiner Dolmetsch genannt wurde, war angewiesen worden, ihnen reichlich Speise und Trank zu geben und ein Haus zum Schlafen anzuweisen. Daß sie bei den Godos Dienste nehmen würden, verstand sich von selbst. Was wollten auch verschlagene Matrosen, mit keinem Real Geld in der Tasche, ohne Kleidung und sonstigen Unterhalt anders machen? Sie mußten froh sein, wenn sie gleich einen Platz fanden, auf dem sie sich ihr Brod verdienen konnten.
In einer höchst wunderlichen Position fand sich indessen Bill, der Matrose, der, wie er glaubte, hier gewissermaßen als Opfer fiel, um die Uebrigen zu retten, und deßhalb seine Gatten- und Vaterschaft ruhig mußte über sich ergehen lassen.
Bill, ein baumstarker Bursche mit ein paar Fäusten, mit denen er einen Ochsen hätte können zu Boden schlagen, besaß übrigens bei einer großen Quantität Gutmüthigkeit, die allen starken Leuten eigen ist, auch eben genug Humor, um das Komische seiner Lage einzusehen, und schien selber neugierig zu sein, wie sich das Ganze entwickeln würde. Wie er vermuthete, so mußte er eine fabelhafte Aehnlichkeit mit jenem Andern haben, der hier seiner Frau davongelaufen war; das schien ihm wenigstens das einzig Wahrscheinliche, wenn es auch ein unendlich wunderlicher Zufall blieb, daß er dann gerade an diesen Punkt der Küste geworfen werden mußte, um der verlassenen Frau in den Weg zu rennen – und nicht einmal verständigen konnte er sich mit ihr.
Indessen sah er sich in einem Geleit von einigen zwanzig Frauen, die ihn alle zu seiner neuen Wohnung begleiten wollten; auch eine Menge Soldaten und andere Neugierige hatten sich dem Zug angeschlossen, und er fühlte dabei recht wohl, daß er gute Miene zum bösen Spiel machen mußte, wenn er sich nicht lächerlich machen wollte. Lange konnte das Mißverständniß ja doch überdies nicht dauern – aber seine neue Frau überraschte ihn noch mit einer frischen Zumuthung. Kaum waren sie nämlich die entsetzlich schlammige Straße etwa zweihundert Schritt hinabgegangen und zu einer Stelle gekommen, wo dieselbe um eine Art Hügel bog, als sie ihren Begleiterinnen einige Worte zurief und ihm dann ohne Weiteres das Kind in den Arm legte.
Dagegen wollte Bill nun allerdings auf das Entschiedenste protestiren, da war es ihm plötzlich, als ob ihm die Frau leise auf Englisch zuflüsterte: be silent (sei ruhig), und ehe er sich von seinem Erstaunen erholen konnte, hatte er richtig den kleinen gelben Jungen auf dem Arm, während die Eingeborne, ohne sich weiter um ihn zu bekümmern, seitab und in eines der Häuser hineinglitt.
»I'll be damned,« murmelte der Matrose wieder in den Bart und blieb verdutzt mitten im Schlamm mit seiner kleinen Last stehen. Er sah sich auch im Kreise um, weil er nicht anders glaubte, er würde jetzt von den Umstehenden auf das Schmählichste ausgelacht werden. Seine Kameraden aber, bei denen ihm das sicherlich geschehen wäre, befanden sich nicht in der Nähe, und die gegenwärtigen Damen schienen das Alles so in der Ordnung zu finden, daß keine von ihnen auch nur eine Miene verzog. Sie bedeuteten ihn, nur ruhig fortzugehen, und gaben ihm durch Zeichen zu verstehen, daß seine Frau augenblicklich wiederkommen und ihnen folgen würde.
»Be silent?« hatte denn die Frau wirklich die Worte gesagt, oder er nur einen ähnlichen Klang der fremden Sprache damit verwechselt? »Be silent?« die Warnung wollte ihm nicht aus dem Sinn, während er, fast ohne zu wissen, was er hielt, das fremde, ihn erstaunt ansehende Kind im Arm die Straße entlang ging. Jetzt stockte der Zug. Vier Geistliche in langen schwarzen Röcken, die sie aber in dem Schlamm hochaufgeschürzt trugen, waren ihnen begegnet und hatten sich jedenfalls erkundigt, was diese wunderliche Prozession bedeute. Die Frauen erzählten denn auch bereitwilligst das Geschehene, und die frommen Herren nickten dazu höchst bedeutungsvoll mit den Köpfen. Einer von ihnen richtete auch ein paar Worte an den Matrosen, fand aber hier wenig Aufmerksamkeit.
»Go to grass!« brummte Bill in den Bart, und ohne Notiz von dem schwarzen Trupp zu nehmen, verfolgte er seinen Weg, dessen Ziel er gar nicht kannte; die Frauen holten ihn aber bald wieder ein, und auch das junge Weib, seine Frau, kam ihnen nachgesprungen und hielt in dem einen Arme ein paar Flaschen, während sie in der andern Hand einen Korb mit allerlei Gegenständen trug, die Bill's Herz viel milder gegen sie stimmten. Er bemerkte da mit einem flüchtigen Blick eine Büchse Sardinen, Früchte, Chokolade mit einem großen Stück Käse, auch feinen Schiffszwieback und noch mehr andere, in Papier gewickelte Dinge, und da er gerade genug Hunger hatte, um einem jungen Wolf keine Schande zu machen, lief ihm schon das Wasser bei der voraussichtlichen guten Mahlzeit im Mund zusammen.
Jetzt schienen sie aber auch das eigentliche Ziel ihrer Wanderung erreicht zu haben, ein kleines ganz neues Haus am äußersten Ende der Stadt, das ebenso wie die übrigen auf neun Pfählen stand, mit eingekerbtem Baumstamm als Leiter, und oben so dünn und luftig gebaut wie nur irgend möglich.
Dort hinauf kletterte auch die junge Eingeborne gewandt hinan, während Bill bedenklich unten am Baumstamm stehen blieb, denn mit seiner kleinen Last und den vom Schlamm schlüpfrigen Schuhen getraute er sich, da der Baumstamm nicht einmal befestigt war, sondern nur locker an dem unteren Balken lehnte, nicht einmal hinauf. Eine der Frauen nahm ihm aber das Kind ab und trug es, und etwas langsamer als sie, folgte er ihr jetzt – immer noch kopfschüttelnd, denn er wußte nicht, wie dies Abenteuer enden würde, und kam sich auch höchst unbehaglich in dem Geleite all' der Weiber vor.
Uebrigens schien die ganze Gesellschaft, die sie hierher begleitet hatte, eingeladen zu sein, denn Eine nach der Andern – wenigstens alle weiblichen Individuen, folgten auf dem schwanken Steg, ja selbst ein paar von den Soldaten, neugierige Bursche, die sich da oben doch auch einmal umschauen wollten, stiegen mit hinan, bis der Raum endlich gedrängt voll Menschen stand, und Bill in der That schon befürchtete, der leichte Boden von gespaltenen jungen Palmen würde die übergroße Last kaum tragen können. Das elastische, wenn auch dünne Holz hielt aber vortrefflich, ob es sich auch unter dem Gewicht bog, und einige der Frauen beschäftigten sich jetzt damit, ein Feuer auf dem kleinen Herd anzumachen, während Andere das Kind in einer von den Dachbalken niederhängenden Hängematte unterbrachten.
Auch der männliche Besuch schien sich nützlich machen zu wollen, denn Einige von ihnen kletterten wieder nach unten und kamen bald darauf mit kleingespaltenem Holz zurück, das sie aber jedenfalls mußten irgendwo gestohlen haben, denn in der unmittelbaren Nähe der Stadt war alles derartige Brennmaterial schon lange verbraucht. Das Feuer loderte auch bald lustig empor und ein Topf, um Chokolade darin zu kochen, war angesetzt.
Und wie das schwatzte und schnatterte um ihn her, und Alles in der unglückseligen Sprache, von der Bill kein Wort verstand. Niemand bekümmerte sich dabei um ihn, und einmal kam ihm wohl der Gedanke, leise und vorsichtig die Leiter wieder hinabzusteigen und den ganzen Schwarm sich selber zu überlassen – aber was hätte es ihm geholfen, sie würden ihn bald wieder überholt und zurückgebracht haben, und Gewalt – wenn er auch die Kraft in sich fühlte, es mit einem oder ein paar Dutzend dieser ausgemergelten braunen Bursche aufzunehmen, gegen die ganze Stadt konnte er ja doch allein nicht ankämpfen, und ein solcher Versuch hätte seine Lage jedenfalls verschlimmert. – Abwarten – es blieb ihm nichts Anderes übrig, und mit Aussicht auf eine gute Mahlzeit beschloß er denn auch, dem Verhängniß ruhig die Stirn zu bieten.
Unbehaglich war es ihm freilich mit den vielen Menschen hier oben, von denen sich nicht einmal einer um ihn bekümmerte. Ja er schien sogar überall im Wege zu sein und wurde bald da- bald dorthin geschoben, ohne daß selbst »seine Frau« auf ihn geachtet oder ein weiteres Wort an ihn gerichtet hätte. Was würde ihm das auch freilich geholfen haben, er verstand sie ja doch nicht – und nicht einmal einen Platz zum Sitzen konnte er finden, denn in der Hängematte lag das kleine gelbe Ding, das sich übrigens in all' dem Lärm und Wirrwarr merkwürdig ruhig verhielt und mit den großen dunklen Augen nur erstaunt umherblickte. Manchmal wurde es auch gestoßen und schaukelte dann eine Weile hin und her, aber es schrie nicht und schien das Ende dieses Lärmens ebenso geduldig und resignirt abzuwarten wie der ihm kürzlich zugetheilte Vater Bill.
Endlich – endlich machte wenigstens ein Theil der zudringlichen Gäste Anstalt zum Gehen. Draußen ertönte ein Trompetensignal, und die Soldaten sprangen die Leiter hinab um zu sehen, was es da gebe. Auch die Mahlzeit war so weit vorgerückt, daß ein kleiner Tisch gedeckt werden konnte. Jetzt nahmen auch die Frauen Abschied, erst einzelne, dann mehrere zusammen – nur eine Negerin, ein großes stämmiges Frauenzimmer von Rabenschwärze, kauerte noch am Herd und machte keine Miene den Platz zu räumen.
Bill's Frau schien sich aber noch immer nicht um ihn zu kümmern und stand, während die Negerin auf den Herd Achtung gab, oben an ihrer »Treppe,« um sich noch mit den unten einen Augenblick verweilenden Damen zu unterhalten, bis ein plötzlich einsetzender Regenschauer jede solche Unterhaltung abbrach. Der Besuch mußte selber eilen, um unter Dach und Fach zu kommen.
Bill hatte indessen Zeit und Gelegenheit gehabt, die junge Frau näher zu betrachten, und mußte sich gestehen, daß es wirklich ein reizendes Wesen sei. Sie war allerdings braun und möglicher Weise eine reine Indianerin, obgleich auch Viele der Mischlingsrasse die nämliche Färbung tragen, aber von zartem und doch vollem Gliederbau, mit langem, weichem, gelocktem, vollkommen schwarzem Haar und großen dunklen Augen, gerade wie sie das Kind auch hatte, die von mächtig langen Wimpern überschattet wurden. Sie ging dabei sehr einfach, ja fast ärmlich in ein dunkles, an vielen Stellen schon zerrissenes Kattunröckchen gekleidet, und doch bewegte sie sich in demselben mit Anstand, und Bill selber war erstaunt über das fast würdevolle Benehmen, mit dem sie ihre zudringlichen Besuche verabschiedete.
Jetzt wandte sie sich zu ihm, und der sonst so kecke und zuversichtliche Matrose gerieth wirklich in Verlegenheit, wie er sich gegen die junge Frau benehmen solle, die er da drunten am Strand nichts weniger als freundlich angelassen hatte – und dann die zwei englischen Worte, die sie ihm zugeflüstert. Sie selber schien aber nicht zuversichtlicher als er, denn noch an der Schwelle blieb sie stehen und warf wie scheu den Blick zurück und umher in dem jetzt leeren Raum, als ob sie sich erst noch einmal überzeugen wolle, daß sie wirklich allein seien. Erst jetzt ging sie auf den Matrosen zu und ihm die Hand entgegenstreckend sagte sie mit vor innerer Bewegung gepreßter Stimme, aber in vollkommen gutem, reinem Englisch: »Was müßt Ihr von mir denken, Fremder, daß ich Euch auf solche Weise in mein Haus geführt?«
»I'll be« – Bill verschluckte das rauhe Wort, das ihm, alter Gewohnheit nach, unwillkürlich herausschlüpfte, denn er war wirklich überrascht. Erstlich erstaunte er über das fertige Englisch, das die braune Frau sprach, und dann wäre es ihm vielleicht nicht einmal so unangenehm gewesen, wenn sie ihn jetzt noch etwas länger als ihren Mann behandelt hätte. Fast ohne daß er es selber wußte, flog auch sein Blick nach der am Herd kauernden Negerin hinüber; die junge Frau aber, der das nicht entging, sagte rasch:
»Wir haben nichts zu fürchten – Sarah ist eine treue Freundin und versteht, was wir sprechen. Aber vor Allem bin ich Euch eine Erklärung über mein wunderliches Verhalten schuldig, und die will ich so kurz fassen, wie nur irgend möglich – Setzt Euch – Ihr werdet von Eurer langen Fahrt hungrig und ermattet sein, und darin wenigstens kann ich Euch helfen – Sarah, laß uns das Essen haben, wenn es fertig ist – Setzt Euch, Freund!«
Bill sah sich etwas verlegen in dem Haus um – es war keine Spur von irgend einem Stuhl zu entdecken, und der gedeckte Tisch, der mitten im Haus stand, höchstens einen Fuß hoch vom Boden. Die junge Frau aber ließ sich ohne Weiteres daneben auf einer kleinen Matte nieder, und der Seemann, mehr um nicht unhöflich zu sein, als weil es ihm etwa bequem gewesen wäre, folgte ihrem Beispiel.
»Aber, Madame,« sagte er dabei, indem er sie selber verlegen halb lächelnd von der Seite ansah, »haben Sie mich denn wirklich für Ihren Mann gehalten?«
Ueber die lieben Züge der jungen Frau flog ein leises, wehmüthiges Lächeln, als sie erwiederte: »Wenn Sie meinen Gatten kennten, würden Sie das nicht für möglich halten, denn er ist viel kleiner wie Sie und hat rabenschwarze Haare und dunkle Augen.«
»Ja, aber da – nehmen Sie es mir doch nicht übel –«
»Ah bitte, hören Sie mich erst an,« bat die Frau, »Sie sollen ja Alles wissen, Alles erfahren und werden mir dann gewiß nicht böse sein.«
»O,« sagte Bill gutmüthig schmunzelnd, »ich – ich bin gar nicht böse und – wenn es nicht anders sein könnte –«
»Ich weiß nicht,« unterbrach ihn aber die Frau, »ob Sie die traurigen Verhältnisse unseres Landes kennen. Der Bürgerkrieg wüthet auf das Furchtbarste darin, Revolution folgt auf Revolution, und während ehrgeizige Menschen unaufhörlich die Leidenschaft des Volkes aufstacheln, fließt unschuldiges Blut in Strömen, und brave, ruhige Menschen werden unglücklich und elend gemacht.«
»Eine schöne Wirthschaft scheint hier zu sein,« nickte Bill, die Erzählung interessirte ihn aber doch nicht so sehr, als daß er nicht auch zugleich einen verlangenden Blick nach dem Herd hinüber geworfen hätte, und die junge Frau, die es bemerkte, sagte rasch: »Wie ist es mit dem Essen, Sarah, unser Gast ist hungrig.«
»Es ist fertig,« erwiederte die Negerin, »wir können anfangen.«
»Wenn Sie denn nichts dagegen haben,« meinte Bill, indem er aufstand, »so darf ich mir wohl den Tisch ein Bischen an die Wand rücken, ich breche mir sonst hier das Kreuz mit Krummsitzen ab – so,« fuhr er fort, indem ihm die Frau rasch willfahrte und er den kleinen Tisch hinüberhob und sich wieder daneben niederließ, »jetzt geht es schon ein ganz Theil besser, wenn man sich anlehnen kann – die Wand wird sich doch nicht hinausdrücken?« – Die elastische Wand hielt aber, und da die Negerin jetzt auch das Essen: Reis mit darin gekochtem Wildpret, Sardinen, Brod, Früchte und Käse auf den Tisch setzte, und die Flasche Wein mit einem Glas dazu stellte, ließ sich Bill nicht lange nöthigen und griff wacker zu.
Die Frau indessen, die, wie es schien, nur aus Artigkeit ein paar Bissen verzehrte, was aber an dem Matrosen spurlos vorüberging, fuhr leise fort: »Wir sind in der That hier recht unglücklich in Neu-Granada, und nur die Hoffnung, daß Mosquera, der schon fast an allen Punkten siegreich gewesen ist, endlich diesem Treiben ein Ende machen würde, hatte uns bis jetzt noch aufrecht erhalten. Wir lebten auch in einem kleinen Städtchen, Karthago genannt, und oben in den Kordilleren so zurückgezogen und entfernt von dem eigentlichen Kriegsschauplatz, daß wir wenig von den steten Unruhen hörten. Mein Mann, ein geborner Venezuele, war Alkalde im Ort und mit der Mehrzahl der Bevölkerung Mosquera ergeben, der nur ein einziges Mal mit seinen Truppen durchzog und von uns auf das Freundlichste empfangen wurde. Da plötzlich, als er sich eben nach Bogota gewandt, um dort den Herd der Rebellion zu ersticken, brach eine starke Guerillabande der Godos aus den Bergen nieder, überfiel Karthago, plünderte und brandschatzte die Stadt, beging außerdem eine Menge Grausamkeiten und schleppte einen Theil der unglücklichen Beamten, unter ihnen meinen Gatten, mit sich fort und hier an der Küste hinunter, wo sie Buenaventura in gleicher Weise überfielen und besetzten.
»Zufällig war ich selber gerade an dem Tag, an welchem Karthago genommen wurde, bei Freunden auf dem Lande. Denken Sie sich mein Entsetzen, als ich zurückkehre und unsere Heimath verwüstet und Leichen überall umher gestreut finde. Es war ein schwacher Trost zu hören, daß mein Gatte nur gefangen sei, denn mit unmenschlicher Grausamkeit hatten sie die Gefangenen behandelt. In rohe Häute genäht – um den Zurückbleibenden Entsetzen einzuflößen – waren sie aus der Stadt hinausgeschleift worden. Ob sie noch lebten, wer konnte es sagen, und in Todesangst um den Geliebten folgte ich den Spuren der Mörder. Welche furchtbare Zeit ich damals durchlebt, ich könnte es nicht schildern, und will auch Ihre Geduld nicht ermüden, aber von Niemanden gekannt, erreichte ich Buenaventura und fand hier nur eine Freundin – meine alte Sarah dort, die früher in dem Haus meiner Eltern gewesen. Mit ihrer Hülfe erfuhr ich auch – während mein Name streng geheim gehalten wurde – daß mein Gatte noch lebe, aber fest im Kerker und geschlossen liege, und die Räuber unter sich nur noch nicht einig seien, ob sie ihn wie Andere, die man mit den Waffen in der Hand ergriffen, erschießen wollten, oder ob er langsam in seinem Kerker verderben solle.«
»Hm,« brummte Bill, dem die Erzählung höchst wunderbar vorkam, während er aber noch immer nicht begriff, was für eine Ursache die junge Frau gehabt haben konnte, ihn vor allen Andern als ihren Mann herauszugreifen und mitzuschleppen. »Das scheint ja recht hübsch hier zuzugehen. Und giebt es denn da gar keine Obrigkeit?«
»Du lieber Gott,« sagte die junge Frau, »die Behörden haben keinen eigenen Willen, und wo die Godos herrschen, setzen sie auch ihre eigenen Beamten ein. Es sind lauter Verräther an ihrem Vaterland, und welche Rücksicht würden sie auf ein armes, schwaches Weib nehmen!«
»Ja aber –« sagte Bill, der jetzt fertig gegessen und getrunken hatte und sich in einer viel wohlwollenderen Stimmung fühlte. Er empfand mit dem Unglück der bildhübschen jungen Frau ihm gegenüber wirkliches Mitleid, wenn er auch nicht recht begriff, wie und auf welche Art er ihr helfen könne – »das ist soweit recht gut – oder eigentlich wollte ich sagen recht niederträchtig, denn das muß ein schönes Gesindel sein, das mit Morden und Rauben im Lande herumzieht; aber was um Gotteswillen kann ich dabei thun? Ja, wenn wir ein amerikanisches Kriegsschiff hier hätten, so ließe sich noch eher ein Wort darüber reden, aber wir paar Matrosen, was wollen wir gegen die ganze, mit Musketen und Lanzen bewaffnete Bande anfangen? Hinausjagen können wir sie doch nicht, und sie schössen uns einfach vor den Kopf.«
»Und doch stehen den Fremden so viel Mittel zu Gebot, die uns vielleicht helfen können,« sagte die junge Frau mit angstbewegter Stimme. – »Ach, als ich Euch an unserer Küste landen sah und dabei wußte, wie ich hier, in meinem eigenen Vaterlande, keinen einzigen Freund, keinen Beschützer hatte, der es wagen würde, sich der Armen, Verlassenen anzunehmen, da war es mir, als ob Gott selber Euch zu meiner Hülfe gesandt, und nicht im Stande, den Fremden zu nahen, ohne Verdacht zu erregen, griff ich zu dem vielleicht unweiblich scheinenden, aber auch verzweifelten Mittel, Eure Hülfe zu erbitten. Darin wußte ich, daß mir die Neu-Granadienser beistehen würden, denn es ist schon oft vorgekommen, daß Fremde an dieser Küste ein Weib genommen und sie dann verlassen haben, um in ihre eigene Heimath zurückzukehren, und nur so konnte ich unverdächtigt mit Euch Verkehr unterhalten und die Mittel bereden, meinen Gatten und Alle, die noch halbverschmachtet in dem hiesigen Kerker ein elendes Dasein fristen, ja in steter Todesgefahr schweben, vielleicht zu befreien.«
»Aber, beste Frau,« sagte Bill jetzt wirklich verlegen, denn sein gutes Herz hätte ihr gern geholfen, wenn er auch nicht die Möglichkeit eines Gelingens sah – »wie in aller Welt sollen wir paar Menschen das erreichen, wenn wir die ganze Stadt dabei gegen uns haben?«
»Aber die ganze Stadt ist nicht gegen uns!« rief die junge Frau rasch – »hier meine treue Sarah hat mich wieder und wieder versichert, daß Buenaventura im Herzen Mosquera anhängt und mit Freuden das Joch der Godos abschütteln würde, sobald sie nur die geringste Aussicht auf Erfolg sähen. Wir sind auch nicht ohne Nachricht von draußen. Sarah's Neffe, ein braver tüchtiger Bursche und ein treuer Anhänger Mosquera's, war nach der Einnahme Buenaventuras zu den Freunden geflohen und hat Mosquera selber die Nachricht von dem feigen Ueberfall der Godos gebracht, wie auch von dem General die Versicherung erhalten, daß er ihm auf dem Fuße folgen würde, um die Stadt zu entsetzen und die Verräther zu züchtigen. Er ist gestern erst zurückgekehrt, um uns die frohe und hoffnungsreiche Kunde zu bringen.«
»Na,« sagte Bill vergnügt, »dann ist ja Alles in Ordnung und die Sache macht sich von selber.«
»Aber die Godos,« fuhr die Frau fort, »müssen durch ihre Spione wohl auch Verdacht geschöpft haben, daß sie in ihrer jetzigen Stellung bedroht werden könnten, denn sie arbeiten seit heute Morgen an festen Verschanzungen, um die Stadt von der Landseite her uneinnehmbar zu machen, und die ersten Opfer, die bei einer Belagerung fallen, sind jedenfalls die unglücklichen Gefangenen, damit diese nicht später als Ankläger gegen sie auftreten können.«
»Dann sind wir wieder so weit wie vorher,« seufzte Bill, »denn wenn uns die Mosquera-Bursche nicht helfen, können wir die verfluchten Kerle doch hier drinnen nicht allein beim Kopf nehmen.«
»So bin ich verloren,« stöhnte die arme junge Frau, und während ihr die großen hellen Thränen an den Wangen niederliefen, senkte sie das Haupt und faltete verzweifelnd die Hände im Schooß.
Bill hatte, wie schon bemerkt, ein gutes, weiches Herz, und er konnte besonders keinen Menschen weinen sehen – die Schiffsjungen vielleicht ausgenommen, die nur auf der Welt zu sein schienen, um schlecht behandelt zu werden – und selbst derer hatte er sich manchmal angenommen. Aber daß das arme junge Wesen da vor ihm Thränen vergießen sollte – Thränen, weil er ihr in ihrer Noth nicht beistehen wollte, schnürte ihm ordentlich die Brust zusammen. Er konnte es auch nicht lange mit ansehen, sondern seine breite, wetterharte Hand ihr über den Tisch hinüberreichend, sagte er gutmüthig: »Weinen Sie nicht, Madame – thun Sie's mir zu Liebe und weinen Sie nicht. Noch ist nicht Alles verdorben und ich weiß jetzt, wo's fehlt. Den Teufel auch – entschuldigen Sie, wenn mir manchmal so ein häßliches Wort herausfährt, an Bord lernt man nicht viel weiter – meine shipmates sind auch noch vier kräftige Bursche, und wer weiß, was sich noch Alles thun läßt. Außerdem haben wir das Boot und – für jetzt freilich kann man nichts versprechen, man muß eben sehen, was kommt. Aber wissen möcht' ich nur, wo das Gefängniß ist, damit man sich im rechten Augenblick nicht erst danach erkundigen muß.«
»Sarah soll Sie nachher, wenn Sie zu Ihren Kameraden zurückgehen, begleiten,« sagte die junge Frau, »und an dem Platz vorüberführen – aber Sie trinken ja gar nicht. Schmeckt Ihnen der Wein nicht?«
»Aufrichtig gesagt bin ich das saure Zeug nicht recht gewöhnt,« sagte Bill etwas verlegen. »Für den Durst ist es wohl gut, es schnürt Einem den Magen zusammen – ein Glas Grog wäre mir lieber.«
Die Frau rief der Negerin Etwas auf Spanisch zu, diese hatte aber schon die andere Flasche ergriffen und geöffnet, und reichte sie jetzt dem Matrosen. Bill roch auch nur daran, als er schon vergnügt ausrief: »Famoser Brandy, by Jingo! Das lass' ich mir gefallen!« und sich ein Glas mischend trank er es auf das Wohl der jungen Frau.
Indessen fing das Kind an zu schreien, mit dem sie sich beschäftigen mußte, und Bill war aufgestanden. Auch die Negerin warf sich ein Tuch um den Kopf, um ihn zu begleiten. Bill hatte aber noch etwas auf dem Herzen – er wollte irgend eine Frage stellen, die er sich jedenfalls scheute auszusprechen – ja er wurde ordentlich verlegen und räusperte sich ein paar Mal, sah auch nach der Frau hinüber und dann wieder nach der Treppe. Die junge Eingeborne merkte es endlich und sagte freundlich: »Sie wollen noch etwas von mir! o bitte, sprechen Sie es aus. Was ich für Sie thun kann, soll ja so gern geschehen.«
»Ja, Madame,« sagte Bill, dadurch nicht gebessert – »zuerst – möchte ich Sie um Ihren Namen bitten. Ich muß doch eigentlich wissen, wie – wie meine Frau heißt.«
»Candelaria,« lautete die Antwort, »mein Vorname, – der Name meines Mannes darf hier nicht genannt werden.«
»Hm, ja – und dann – merkwürdig, wo Sie das gute Englisch gelernt haben – es klingt ordentlich natürlich.«
»Mein Gatte hatte lange mit einer englischen Familie in Venezuela zusammengelebt, und als er später nach Neu-Granada kam und mich kennen lernte, lehrte er mich das Englische. Ja es wurde selbst in Karthago, wo wir einen Franzosen fanden, der ebenfalls desselben mächtig war, fast nur Englisch in unserem Hause gesprochen. Armer Robert – wer weiß, was aus ihm geworden ist, denn er hatte sich, wie ich hörte, den Godos mit den Waffen in der Hand widersetzt und war entweder getödtet oder gefangen genommen.«
»Ja, Madame,« sagte Bill, mit seinen Gedanken aber jedenfalls weit abschweifend, »ja wohl – aber – aber – wenn es nun Abend wird, so – so muß ich doch wieder hierher zurückkommen, denn – denn sonst –«
»Gewiß – gewiß,« sagte die junge Frau unter ihren Thränen lächelnd, während sich aber doch hohe Röthe über ihr liebes Antlitz ergoß – »Sie müssen nun schon mein Gast bleiben. Sarah wird Ihnen Ihr Lager dort in der Hängematte zurecht machen. Die Leute in Buenaventura dürfen keinen Verdacht schöpfen.«