Love around the World
Haus (für Kris<3)
Haus (für Kris<3)
„Komm schon du Angsthase“, ruft Harry und läuft auf das zerfallene Haus zu.
In dem Haus soll es spuken und Harry will unbedingt mit mir darein. Eigentlich wäre ich ja nicht mitgegangen, aber ich musste ja diese doofe Wette verlieren.
„Ich hab keine Angst“, maule ich und stampfe dann mit dem Fuß auf. Ich gucke böse zu ihm hoch, weil er ungefähr zwei Köpfe größer als ich ist.
Harry kommt zu mir und grinst mich an. „Natürlich nicht Kleine.“
Das kann doch nicht sein Ernst sein!
Also gut. Kris es gibt keine Geister! Da drin spuckt es nicht und du gehst da jetzt rein!
Ich atme noch einmal tief ein und stampfe dann an Harry vorbei in das Haus.
Innen ist es dunkel und es riecht modrig. Ich gehe weiter und sehe, dass die ganzen Möbel genau wie das Haus zerfallen sind. An der Decke hängt ein alter Kronleuchter, voller Spinnenweben.
Als plötzlich eine Hand auf meinem Rücken ist schreie ich laut auf.
„Natürlich hast du keine Angst“, lacht Harry hinter mir.
Immer noch unter Schock gehe ich weiter durch das Haus.
Habe ich da grade Schritte oben gehört? War da hinten ein Schatten?
Ich will hier raus.
„Harry. Lass uns gehen“, sage ich leise, als es irgendwo vor mir wieder knarrt.
Als ich keine Antwort bekomme, drehe ich mich um und sehe... nichts.
Kein Harry.
„Harry?“, frage ich etwas lauter und danach noch lauter.
Langsam bekomme ich wirklich Angst. Wo ist Harry?
Ich gehe schnell zum Eingang, aber er ist nirgends.
Wo kann er den bitte sein? Er muss doch irgendwo hier sein. Es verschwinden keine Menschen.
Ich drehe mich um und sehe, dass es eine Treppe nach oben gibt.
Natürlich! Er ist nach oben gegangen, deswegen habe ich da auch Schritte gehört.
Also gehe ich jetzt schneller die Treppe hoch, die unter mir laut knarrt, als ich oben bin gucke ich mich um.
Ich bin auf einem Dachboden, der bis auf ein paar zugedeckte Möbel und einen Schrank hinten in der Ecke leer ist.
Denkt er wirklich ich bin so doof? Als ob ich nicht auf den Schrank komme.
Ich versuche möglichst leise zum Schrank zu kommen, was mir auch irgendwie gelingt, obwohl hier ja wirklich ALLES knarrt.
Schnell reiße ich die Tür von dem Schrank auf. „Ha!“
Und ich sehe wieder mal nichts...
Wo ist er den bitte?
Langsam wird es draußen auch dunkel und es gibt kaum noch Licht im Haus. Ich nehme mein Handy raus, um ihn als Taschenlampe zu benutzen.
Ich gehe die Treppe wieder runter und suche weiter.
„Harry?“, rufe ich und meine Stimme klingt leicht abgehackt.
Wo ist der den?
Weil er anscheinend nicht mehr im Haus ist, renne ich raus und laufe erstmal in einen blonden Jungen rein, der auf der Straße steht.
„'Tschuldigung“, murmel ich und gucke mich um.
„Falls du einen Jungen mit Locken suchst, der ist mir eben entgegen gekommen. In die Richtung“, sagt der Junge und zeigt die Straße runter.
Ich nicke. „Danke.“ Dann renne ich los.
Als ich ihn finde, falle ich Harry erstmal um den Hals, dann klatsch ich ihm eine.
Er reibt sich die Wange und guckt mich böse an. „Was sollte das?“
„Ich hatte Angst verdammte Scheiße“, zicke ich ihn an.
Er grinst. „Wusste ich doch, dass es zu viel für dich ist.“
Ich rolle mit den Augen. „Ich hatte Angst um dich. Aber wenn ich dir zu Angsthase bin, gehe ich halt.“
Gesagt, getan. Ich drehe mich um und gehe die Straße lang nach Hause.
„So war das nicht gemeint“, sagt Harry und geht neben mir her. „Wieso hattest du eigentlich Angst um mich?“
„Weil... Ach vergiss es.“
Was soll ich den bitte sagen?
„Du brauchst keine Angst um mich haben“, meint Harry und lächelt mich an, bevor er mich küsst.
Bitte was?
Er hat mich geküsst?
Das Kribbeln in meinen Lippen sagt mir, dass ich es nicht geträumt habe und ich lächel Harry an.
„Hast du immer noch Angst?“, fragt Harry und umarmt mich.
Ich schüttel den Kopf.
Komischerweise habe ich tatsächlich keine Angst mehr.
„Guck mal, was ich gefunden hab“, sagt Harry nach der Umarmung und gibt mir ein Foto.
Hinten steht '1873' drauf. Ein sehr, sehr altes Bild.
Ich drehe es um und mir stockt der Atem. Man sieht einen blonden Jungen der fröhlich in die Kamera lächelt.
„Wo ist das her?“, frage ich leise.
„Aus dem Haus.“
Grade kommen wir an dem Haus vorbei und ich könnte schwören den Jungen von eben, der genau der selbe wie der von dem Foto ist, im Fenster zu sehen.
Ich nehme Harry's Hand und ziehe ihn schnell weiter.
Es gibt keine Geister. Nein es gibt sicher keine Geister.