There's a reason
kapitel 5
Dad: „Hallo Julie, wir haben Gäste, die ich dir gerne vorstellen würde, alleine.“
Julie: „Ehrlich jetzt? Heute, man Nico kann doch aber sicher bleiben! Er ist heute aus Deutschland zurückgekommen und ich hab ihn voll vermisst!“
Dad: „Nein Julie, das geht leider nicht. Ich weiß, dass du ihn vermisst hast, aber du kannst ihn ja nachher noch treffen. Ihr habt es jetzt 2 Wochen ohne einander ausgehalten, dann schafft ihr es auch noch ein Tag länger.“
Julie: „Boah Dad du bist so scheiße! Ehrlich was ist denn so wichtig??“
Nico: „Komm Julie, lass es ich geh dann zu den anderen. Du kannst ja nachher nachkommen.“
Julie: „Okay, Ciao.“
Ich verabschiedete mich mit einem Küss von ihm. Er flüsterte mir „Ich liebe dich“ ins Ohr, so dass es keiner hören konnte. Ich ließ mich etwas entfernt von den dreien aufs Sofa plumpsen. Ich war echt sauer auf mein Dad.
Julie: „So Dad war das jetzt echt nötig? Wer sind die Leute und was ist so wichtig?“
Ich glaub die Leute hielten mich jetzt schon für eine richtige Zicke, aber das war mir im Moment ziemlich egal. Aber das was ich jetzt von meinem Dad hörte war echt nicht zu glauben.
Dad: „Also Julie, ich hätte dir das vielleicht schon früher erzählen sollen, doch ich wusste nie wie ich es dir erklären sollte und ich denke es ist jetzt kein schlechter Zeitpunkt dazu. Auch weil Anne, Gemma und Harry gerade in Amerika waren. Dann kannst du sie gleich kennen lernen.“
Julie: „Willst du vielleicht mal auf den Punkt kommen?“
Dad: „Früher als du noch nicht auf der Welt warst und Zac noch sehr klein war, war ich von meiner Firma oft im Ausland und dabei war ich auch einmal in England in Holmes Chapel. Dort ließ ich mich auf ein Verhältnis mit Anne ein, die ich 3 Jahre vorher bei einer Geschäftsreise kennen gelernt hatte, und sie ist schwanger geworden. Ich war ungefähr ein Jahr dort und das Kind wurde geboren und sie hat zu mir gesagt, dass sie das Kind nicht behalten kann, weil sonst ihr Mann sich von ihr scheiden lässt. Also habe ich das Kind genommen, es war schließlich auch meins und ich habe Max alles erzählt und sie hat das Kind als ihres angenommen und sie war nicht böse auf mich.“
Julie: „Du willst mir also gerade verklickern, dass ich diese Kind bin oder was?“ schrie ich meinen Dad an. Der Junge, der anscheinend Harry hieß, fragte seine Mom, ob das stimme und das ich wirklich seine Schwester sei.
Dad: „Warte ich bin noch nicht fertig. Wie ich schon gesagt habe war ich 3 Jahre davor schon mal dort in Holmes Chapel. Damals hatte ich mit Anne einen One-Night Stand und auch damals hatten wir nicht aufgepasst und sie wurde schwanger. Sie konnte ihrem Mann erzählen, dass es sein Kind sei, weil sie eh versuchten ein Kind zu bekommen, doch sie wusste, dass es von mir war. Naja also Harry ist dein Bruder, Gemma deine Halbschwester und…“
Julie: „Zac ist auch nur mein Halbbruder und Mom ist auch gar nicht meine Mom, sondern nur deine Frau und Zacs Mom. Alter willst du mich eigentlich verarschen? Meine Mom ist nicht meine Mom? Und das hättest du mir nicht früher erzählen können, bevor sie gestorben ist? Ich hasse dich! Was willst du jetzt hiermit eigentlich erreichen? Willst du das ich die Frau jetzt als meine Mom ansehe und Mom einfach vergesse? Nein Max wird immer meine Mom bleiben! Scheiße man was bist du eigentlich für ein Arsch, du hast sie 2 mal betrogen und sie hat es einfach auf sich sitzen gelassen! Bist du sicher, dass du überhaupt mein Dad bist oder gibt’s da doch noch irgendeine andere Überraschung?“
Ich war so aufgebracht. Das meinte er jetzt nicht wirklich ernst, oder? Ich war am Ende, ich brach in Tränen aus und saß nur noch so da. Zuerst das mit meiner Niere, jetzt das mit Mom. Scheiße hatte er ihnen von meiner Niere erzählt?!
Anne: „Julie?“
Julie: „Was? Willst du mir jetzt auch noch irgendwas erzählen von wegen ich hab noch mehr Geschwister, weil du das bei jedem Mann machst, der dir über den Weg läuft?“
Harry: „Alter ey rede nicht so über meine Mom! Wenn sich dein Dad darauf einlässt?“
Julie: „Achja schon vergessen es ist ja auch dein Dad!“
Anne: „Okay Schluss jetzt! Hört mal zu! Als das das 1. Mal passiert ist, waren wir beide glücklich verheiratet. Wir hatten beide ein kleines Kind und wir hatten, das sicher nicht geplant! Es ist nun mal passiert und damit mussten wir leben.“
Harry: „Das heißt also ich war ungewollt und eigentlich bin ich nur ein Unfall?“
Irgendwie tat er mir ja leid, das ist schon scheiße für ihn. Doch für mich war es doch dasselbe oder?
Anne: „Nein sicher nicht! Beim 2. Mal hätten wir es besser wissen müssen, doch es ist wieder passiert. Diesmal war es ein größeres Problem und deshalb mussten wir es erzählen. Wir hatten die Jahre über Kontakt und ich hätte dich gerne früher kennen gelernt, doch wir wollten nicht, dass es für deine Mom weiteren Stress macht.“
Julie: „Ach und jetzt wo sie tot ist, denkt ihr euch ihr könnt hier einfach so mal reinspaziert kommen und auspacken und alles wird gut?“
Dad: „Nein, wir wollten nur reinen Tisch machen und es euch erzählen. Ach und Julie da gibt es noch was, was ich dir sagen muss, was dich wahrscheinlich nicht begeistern wird.“
Julie: „Hau‘s raus, ich bin jetzt auf alles gefasst ehrlich mich haut nichts mehr um nach der Woche.“
Dad: „Ich werde über die Weihnachtsferien auf Geschäftsreise sein, also werde ich an Weihnachten nicht zu Hause sein und deshalb haben wir ausgemacht, dass du über die Ferien zu Anne gehst, damit du nicht alleine bist.“
Okay, will der mich jetzt verarschen? Ich find es ja schon scheiße, dass er so oft auf Geschäftsreise ist, aber über Weihnachten? Und schon wieder liefen mir die Tränen runter. Wiese bin ich gerade immer so sensibel?
Julie: „Aber Dad, Weihnachten? Vielleicht das letzte Weihnachten, du weißt was ich meine! Das kannst du doch nicht machen, scheiße. Warum lässt du mich so hängen?“
Dad: „Es tut mir leid, Schatz. Es geht leider nicht anders, die Firma braucht wieder mehr Umsätze und ich sehe sonst keine Möglichkeit.“
Super damit war es jetzt zu Ende mit den Beichten. Harry, Gemma und Anne waren noch den Nachmittag über geblieben. Gemma schien echt nett zu sein. Ich verstand mich echt gut mit ihr. Harry schien genauso wenig begeistert von dem Ganzen zu sein, wie ich und ich glaub er mochte mich auch nicht wirklich. Eigentlich fand ich ihn ja ganz nett und ich kannte ihn irgendwoher aber ich wusste es nicht. Toll und mit der Familie soll ich mein Weihnachten verbringen.
Julie: „Dad kann ich kurz mit dir sprechen? Alleine?“
Dad: „Natürlich meine kleine.“
„Was ist los?“, fragte Dad, als wir in der Küche standen.
Julie: „Ich möchte nicht, dass ihr ihnen von meiner Niere erzählt, okay? Das mach ich, wenn schon selbst!“
Dad: „Okay also Anne weiß es schon und eigentlich dachten wir auch, dass Harry vielleicht die gleichen Blutwerte wie du haben könnte und dann könnte er dir vielleicht eine Niere spenden.“
Julie: „Nein, ich möchte, wenn er es erfährt, ihm selbst erzählen.“
Dad: „Alles klar. Ich werde es Anne sagen.“
Am Abend waren sie auch endlich dann gegangen, weil Harry sich noch mit seinen Freunden treffen musste. Am nächsten Morgen stand ich ganz normal auf und machte mich fertig für die Schule. Heute holten mich wieder El und Nico zusammen ab. Ich erzählte ihnen das Ganze von gestern und plötzlich kreischte El los.