Amanda Schmidt
Pottendorf und eine Schule in Wr. Neustadt, mehr Welt braucht Pictures nicht. Die Erzählerin ist fünfzehn, wird von den Mitschülern übergangen oder mit Sprüchen bedacht, und ihre Eltern arbeiten so viel, dass ihnen das Alleinsein im Haus gar nicht auffällt. Ein Vorwort legt ihre Liste offen: Modedesign, eine Mappe voller Kleiderentwürfe in der Nachttischlade, einmal einen Laufsteg entlanggehen, singen, die Wasserfälle in Kanada sehen, der erste Kuss. Das erste Kapitel beginnt mit einem Urlaubsmorgen in Italien und löst sich als Traum auf, aus dem ein Wecker sie holt.
Danach folgt Alltag mit einem einzigen offenen Punkt: Kevin, den sie seit Jahren nur aus der Ferne beobachtet. Ein Wintermorgen im Wald, eine Kamera, heiße Schokolade mit Marshmallows in seinem Zimmer, ein Regal voller Kletterpokale und dazwischen einer vom Reiterhof. Kevin erzählt vom Heim und von dem Vater, den er erst spät gefunden hat. Ein mitgehörtes Gespräch treibt die Erzählerin aus der Wohnung, und ein Brief, der ihren Namen trägt, wird ihr von der Mutter aus der Hand genommen. Erzählt wird durchgehend in der Ich-Form, nah an der Figur, ohne Erklärung von außen.
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