Andreas Franz Wilhelm Schimper
Jena 1888, zweites Heft der Botanischen Mittheilungen aus den Tropen, mit vier Lichtdrucktafeln und zwei lithographischen Tafeln: Die epiphytische Vegetation Amerikas nennt auf dem Titelblatt A. F. W. Schimper, außerordentlicher Professor der Botanik in Bonn. Geboren 1856 in Straßburg als Sohn des Moosforschers Wilhelm Philipp Schimper, hatte er dort studiert und war für seine Pflanzenstudien nach Nordamerika, Westindien, Venezuela und Brasilien gereist. Das Buch ordnet, was im Urwald auf den Bäumen selbst wächst: Orchideen, Bromelien, Araceen, Farne, sogar Kakteen. Schimper zeigt, wie diese Pflanzen ohne Boden an Wasser kommen, über Luftwurzeln, verdickte Blätter, Knollen und die Schildhaare der Tillandsien, und wie die Blattrosetten der Bromelien zu regelrechten Zisternen werden. Der zweite Teil verfolgt ihre Verbreitung von Trinidad und Dominica über die Llanos Venezuelas und die Catingas Brasiliens bis in den Himalaya und nach Neuseeland. Später prägte Schimper die Begriffe Chloroplast und tropischer Regenwald und legte 1898 die Pflanzengeographie auf physiologischer Grundlage vor. Er starb 1901 in Basel, mit fünfundvierzig Jahren.
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