Andreas Kollender
Berlin 1944, eine Küche, zwei Menschen schreiben streng geheime Akten aus dem Auswärtigen Amt auf dünnes Papier ab und halten dabei die linken Hände ineinander: So setzt „Kolbe“ ein, 2015 als Originalausgabe im Pendragon Verlag in Bielefeld erschienen. Der Roman erzählt von Fritz Kolbe, dem Beamten in Hitlers Auswärtigem Amt, der Geheimdokumente an die Amerikaner weitergab, und von Marlene, die eingeweiht war und mitmachte. Die Rahmenhandlung spielt wenige Jahre nach dem Krieg in einer Hütte irgendwo in der Schweiz: Kolbe hält sich dort versteckt, sieht vom Küchenfenster auf die Straße hinab und wartet auf einen Journalisten namens Martin Wegner, dem er endlich erzählen soll, was damals geschehen ist. Dass in Berlin Straßen nach anderen benannt sind, die Ähnliches getan haben, und ihn kaum jemand kennt, ist der wunde Punkt des Buches. Vorangestellt ist ein Satz von Edward Snowden über die Bereitschaft, jedes Risiko zu tragen. Das Lektorat besorgten Eike Birck, Anja Schwarz und Eva Weigl, Umschlag und Herstellung Uta Zeißler; das Umschlagfoto kommt aus dem Archiv von ullstein bild.
- Bücher
- 1