Alexander Döbber

Berlin, zwei Uhr nachts, ein Institut in Mitte unweit der Siegessäule. Der dreiundsechzigjährige Professor Robert Stein sitzt allein im Lesesaal, findet in einem ausgeblichenen Ledereinband endlich, wonach er seit Wochen sucht, nimmt ihn mit und wird auf dem Weg zum Taxi erschossen. Die Angreifer nehmen nur die Aktentasche mit. So eröffnet Das Herz des Drachen.

Das erste Kapitel wechselt ins sächsische Vogtland, in die Drachenhöhle Syrau. Ein Gruppenleiter führt Besucher durch das Tropfsteinsystem und liefert die Daten mit: entdeckt 1928 bei Steinbrucharbeiten, rund 550 Meter Gänge, Dolomitgestein, die Elefantenohrgrotte. Ein Student fragt nach geheimer Waffenforschung im Zweiten Weltkrieg, der Führer nennt das einen weitverbreiteten Irrtum und räumt zugleich ein, dass die Höhle vor Kriegsbeginn untersucht wurde und Bunkerpläne existierten, die nie ausgeführt wurden. Als die Gruppe sich für ein paar Minuten verteilt, hört eine der Studentinnen im Gang hinter sich einen dumpfen Knall. Auftragsmord in Berlin, echte Schauhöhle, altes Gerücht: daraus baut der Roman seine Ausgangslage.

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