Angelika Röhrig

Aurora schreibt Briefe an einen Mann, den es nicht gibt. Sie hat ihn sich selbst ausgedacht: feingliedrig, gerade 55 geworden, Steinbock, graue Locken, angeredet als Traumtänzer oder Federfreund, wohnhaft in einem Schneckenhaus am Meer, vielleicht als Leuchtturmwärter auf einer Nordseeinsel, und eine Möwe trägt die Post. „Aurora, die auf dem Seil tanzt“ ist allen gewidmet, die das Briefeschreiben lieben, ob als SMS, als Mail oder handgeschrieben mit Umschlag, Briefmarke und Tinte. Die drei anderen Bände sind Gedichte und folgen dem Kalender. „Herbstlicht verdichtet“ ordnet sich nach September, Oktober und November, mit Staren über abgeernteten Feldern, Hagebutten im Haar und einer Szene am Aachener Weiher, gewidmet den im Herbst geborenen Menschen. „Zwischen den Jahren“ nimmt sich die Tage zwischen Heiligabend und Dreikönigstag vor, mischt Senryu, Tanka und Haiku mit kurzer Prosa, erzählt vom alten Jahr, das nicht gehen wollte, und stellt Fotos dazu, jedes im Inhaltsverzeichnis mit dem Namen des Fotografen ausgewiesen. „Von Engeln und anderen Lichtgestalten“ ist den irdischen und himmlischen Schutzengeln der Autorin gewidmet und wechselt zwischen Versen und angesprochener Prosa, etwa den Zeilen an einen Konrad über zwei gleich aussehende Türen.

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4
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