Alke Bolte

„Rings um das Haus breitet Stille sich aus“: mit dieser Zeile setzt der Sammelband Gedichte ein, und die Abendstunde gibt den Ton für vieles vor, was folgt. Die Gedichte sind meist gereimt, kurz und an Naturbildern entlang gebaut. „Blau“ führt ein Boot auf jenen Punkt am Ende der Welt zu, wo der Himmel sich dem Meer vermählt. „Das Meer“ steht daneben reimlos und deutlich länger da: ein Element, das ruhig am Strand liegt und im nächsten Moment als eine einzige Welle alles nimmt, was noch so fest im Fels verankert ist.

Ein zweiter Strang ist ländlich. Das „Erntelied“ begleitet die Erntekrone, zählt auf, was Schnitterinnen, Knecht und Magd früher auf den Feldern taten, und hält fest, dass Ernte nach aller Technik immer noch Brot bedeutet. „Abschied vom Moor“ verabschiedet im Herbst Wollgras, Heidlerche und Kraniche, ohne Wiederkehr. „Für Helmut“ steht an einem schlichten Stein mit zwei Zahlen darauf, vierzig Jahre, dann machte die Krankheit Schluss; dreißig Jahre danach findet das Gedicht den Sinn darin noch immer nicht. Heller endet „Begegnung mit einem fremden Kind“, wo der Gruß eines kleinen Jungen einen grauen Samstagmorgen umdreht.

Bücher
1
Genre
Lyrik

Bücher von Alke Bolte

1 von 1

Mehr in Lyrik

Alle ansehen

Genres von Alke Bolte

Ähnliche Autoren