Alma Marie Schneider

Ein Loch im Kopf, von oben mit kleinen Löffeln gefüttert, dazu eine Lizenz, die das Denken erlaubt: „Kopfbesteck“ zeigt früh, wie in Lichtspiele gearbeitet wird. Die gut fünfzig Gedichte des Bandes sind reimlos und kurzzeilig, viele davon ganz ohne Satzzeichen.

Ein Teil kommt aus einer abgeräumten Landschaft. In „Abraumhalden“ wachsen die Halden bei Vollmond, aus der Deponie steigt Rauch, die Bergmänner sind Erinnerung, und am Schluss steht der Satz, dass WIR nicht wiederkommen. „Morgen ist dort ein See“ geht durch ein Dorf mit leeren Häusern und leeren Gräbern, in dem das Obst im verdorrten Gras verfault, bis Kähne über die Dächer fahren.

Ein anderer Teil handelt von Arbeit und Abstieg. Die „(Hartzige) Talfahrt“ setzt einen Kerl wie Weichgummi vor sein Fließband, „Hundeleben“ lässt den Sprecher im Käfig auf einen freundlichen Blick warten, während Nullen ihn jagen. Ruhiger sind „Gedankenspiele“, wo Wortgeflechte mit Knoten und Schlingen gewebt und danach in die Stille gehängt werden, und „Fenstergucker“, ein Morgen, der nicht leuchten will, mit Nele an der Wäscheleine und einem angefahrenen Hund, der auf drei Beinen davonkommt.

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