Anke Vogt

Mosebolle liegt wirklich zwischen Meschede und Brilon im Sauerland, nur ist es viel kleiner als das Dorf im Roman. Dort steht im Gasthof Lüsebrink das erste und lange einzige Telefon des Ortes, ein klobiger schwarzer Kasten namens »Ackerschnacker 1-1-6«. Über ihn liefen Geburtsanzeigen, Einladungen und Todesnachrichten, bis jedes Haus seinen eigenen Anschluss hatte. Inzwischen ist der Wirt Paul gestorben, Luise poliert den Apparat weiter, die Bank sitzt ihr im Nacken, und nur die schwerhörige Oma Piepenbrink nutzt das Ohr zur Welt noch gelegentlich. Anke Vogt hat den Stoff zuerst für die Bühne geschrieben: »Neues aus Mosebolle« und »Am heißen Draht von Mosebolle«, 2011 beim Reinehr-Verlag in Mühltal verlegt, aus denen der Roman mit Genehmigung von Wilfried Reinehr hervorging. Den ersten Teil schrieb sie in den Monaten, in denen ihr ältester Sohn im Auslandseinsatz war, und schickte ihm das Manuskript als Feldpost. Im Blogteil des Buches nennt sie acht Bühnenstücke, darunter »Operation Abendsonne« und »Emmas Laden«, dazu »Das kleine Sauerländer Märchenbuch« mit drei Grimm-Märchen in Sauerländer Orten und Worten und »Der nackte Fritz«, die Geschichte eines geschorenen Ponys aus dessen Sicht, illustriert von Rüdiger Tillmann.

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