
Der G’wissenswurm
Der G’wissenswurm, eine Bauernkomödie mit Gesang in drei Akten, wurde am 19. September 1874 im Theater an der Wien uraufgeführt. Im Zentrum steht der reiche Bauer Grillhofer, der mit seinem Schwager Nikodemi Dusterer und der resoluten Horlacher-Lies über Erbschaft, Gewissen und die moralischen Ansprüche der Kirche verhandelt, während im Hintergrund Mägde und Knechte in Jodlern und Dialektversen die Handlung kommentieren. Anzengruber verbindet in diesem seiner bekanntesten Volksstücke die derbe Komik des traditionellen Bauerntheaters mit einer ernsten, kirchenkritischen Auseinandersetzung um Schuld und Heuchelei, verkörpert im metaphorischen Titelbild des nagenden Gewissenswurms. Das Stück gilt als Meilenstein des realistischen österreichischen Volkstheaters.
